Schmerzdiagnostik

Ich (Joachim Wagner, Zahnarzt) betreibe neben dieser Homepage eine Internet Seite „Zahnfilm.de„. Dort geht es um die Diagnose und Behandlung von starken bis stärksten „Zahnschmerzen“, ohne dass eine Ursache erkennbar ist. Davon betroffen sind ungefähr 3 % der Bevölkerung. Das hört sich zunächst mal nach wenig an, bedeutet aber, dass eine durchschnittliche Zahnarztpraxis mit 4.000 Patiententerminen pro Jahr 120 dieser Patienten vorgestellt bekommt. An jedem zweiten Werktag ist einer dabei.

 

VAS – Visuelle Analog Skala für die Schmerzstärke

Der Schmerz äußert sich typischerweise am völlig gesunden oberen 6-er. Schmerzstärken von 5 bis 8 auf der Skala 0 bis 10 sind keine Seltenheit. Merkwürdigerweise können die Patienten trotzdem schlafen und werden vom Schmerz nicht wach. Röntgenbilder der Zähne ergeben praktisch nie einen eindeutigen Befund. Auffällig ist auch die Schmerzbeschreibung der Patienten, die häufig unter Schmerzen am Zahnfleisch zwischen dem 6-er und dem 5-er klagen. Schaut man sich das Zahnfleisch aufmerksam an, sieht man, dass das in der Regel genau so aussieht, wie das Zahnfleisch an allen anderen Stellen, also unauffällig. Dazu kommt oft eine starke Überempfindlichkeit auf Kälte an vielen Zähnen um den „schmerzenden“ Zahn herum.

 

Leider will die real existierende Zahnmedizin an den Universitäten bis heute nichts von dieser Krankheit wissen. Weder interessiert sie der dafür schon lange existierende Name, die sogenannte Neuropathie des Trigeminus, noch dass man inzwischen Tausende von Studien an Mensch und Tier darüber erarbeitet hat. Wer also glaubt, dass ich (Joachim Wagner, Zahnarzt) mir diese Krankheit aus den Fingern gesaugt habe: Geben Sie einfach in Google scholar den Suchbegriff „neuropathic orofacial pain“ ein, dann zeigt Google aktuell etwa 17.000 internationale Studien und Schriftstücke zum Thema chronische Schmerzen im Mund und Gesicht an.

Der Arzt, der eine Krankheit nicht kennt, wird sie auch nicht finden. Keiner meiner mir bekannten Kollegen haben je von dieser Erkrankung gehört oder gelesen, darunter auch etliche Universitätskollegen. Das ist sehr schade, weil die technischen Diagnosemethoden wie Kleinröntgenbilder, Magnetresonanztomografie, OPG oder Digitale Volumen Tomografie  die Ursachen der Schmerzen nicht abbilden können. Die Folge für die betroffenen Patienten sind, dass

  1. sie im besten Fall wegen Unklarheit der Situation vertröstet werden
  2. bei ihnen ganz häufig eine sogenannte CMD diagnostiziert wird. Die dann immer folgende Schienenbehandlung ist komplett für die Katz. Anschließend folgt eine nutzlose Physiotherapie, dann eine aberwitzige Psychotherapie.
  3. sie an eine Uniklinik zur „Abklärung“ überwiesen werden. Dort untersucht ein jung-dynamischer Zahnarzt Frischling den Patienten. Weil der aber von der Trigeminus Neuropathie keine Ahnung hat, greift auch dieser zu 1. oder 2.
  4. im schlechteren Fall der Erstbehandler meint, irgendwelche „Karies“ entdeckt zu haben. Das führt zum Bohren und Füllen, woraufhin der Patient am nächsten Tag mit stark verschlimmerten Schmerz wieder aufläuft. Nach erfolglosen Versuchen mit Beruhigungslack glaubt dann der Zahnarzt, hier müsse eine Pulpitis vorliegen und beginnt die Wurzelbehandlung. Dann nimmt das Unheil seinen Lauf und alles wird immer schlimmer. Der Höhepunkt dieser „Behandlung“ ist oft die WSR und endet  praktisch immer mit der  Extraktion des Zahns. Damit ist die Geschichte leider nicht zu Ende, denn anschließend schmerzt die Alveole (das Knochenfach) für 6 Wochen höllenmäßig. Ist das überstanden geht der Phantomschmerz über auf den nächsten Zahn, in diesem Falle den 5-er.

Fazit.  Aus dem Patienten mit einer Zahnmigräne (der Begriff stammt vom israelischen Schmerzforscher Dr. Benoliel), die in 6 Wochen von alleine abgeklungen wäre, hat die heute existierende Zahnmedizin einen chronisch schmerzkranken Menschen gemacht, der oft am Rande der Verzweiflung lebt. Ich habe inzwischen hunderte dieser Patienten gesehen und die Härtefälle vegetieren, anders kann man das nicht nennen, mit dem Kopf gegen die Wand von Tag zu Tag vor sich hin. Und finden in den meisten Fällen keine kompetente Hilfe.

Der Trigeminus Nerv und sein Ursprung im Hirnstamm

In Deutschland sind nicht weniger als 1 Million Menschen betroffen. Die meisten finden, nachdem sie in der Zahnmedizin „austherapiert“ wurden,  (das Wort hasse ich wie die Pest, wenn sie wenigstens sagen würden: wir haben keine Ahnung, was hier vor sich geht) irgendwann den Weg zum Neurologen, der ihnen mit einschlägigen Trigeminus Medikamenten wenigstens Linderung verschaffen kann. Wenn er auf Zack ist.

Zeit zum Handeln.  Zum Glück gibt es Hilfe für die Betroffenen. Die Behandlung besteht vorwiegend in der sorgfältigen Auswahl ganz bestimmter Antiepileptika und Antidepressiva. Wir wissen heute, dass die Umschaltstellen des Nervus Trigeminus im Stammhirn (in der Zeichnung des Trigeminus finden Sie rechts unten die Worte „Nucleus spinalis“, dort sitzt das Problem) die Signale falsch, nämlich zu stark, weiterverarbeiten. Das kann im Tierversuch mit einem operativ beschädigten Trigeminusast gut dargestellt werden. Und für diesen Zustand ist die Zahnmedizin die falsche Sparte.

Trotzdem muss heute gefordert werden, dass jeder angehende Zahnmediziner diese Art Schmerz gründlich kennenlernt. Sowohl theoretisch, als auch praktisch. Und die nötige Portion Neurologie mit dazu. Auch das Studium der aktuell effizientesten Medikamente wäre anzuraten.

 

 

369 Gedanken zu „Schmerzdiagnostik

  1. Hallo,
    ich habe bis zum heutigen Tage 5 Zähne verloren. Alle im Frontbereich.
    Es tat einer nach dem anderen weh.
    Überall Druck im Mundraum, der wechselte.

    Es fing mit einem der untersten Zähne an.
    Unten, vorne rechts.
    Es folgte der selbe Zahn auf der anderen Seite.
    Es wurde x mal aufgebohrt. (Von der jungen Vertretung meines Hauszahnarztes und vom Notdienst weiter weg) Am Ende folgte eine WSR beidseitig wobei die Narbe drei mal Aufriss. (Von einem neuen ZA)
    Ich hatte unerträgliche Schmerzen.
    Schmerzmittel halfen nicht und der Zahnarzt wusste nicht weiter. Sagte es sieht alles gut aus. Sah es am Ende auch. Der linke Zahn wackelte mit einem Grad von zwei.

    Später hatte der Zahnarzt nur noch einen Termin über einen Monat später.
    Ich rannte als wieder zum ersten Zahnarzt, hier war mein Hauszahnarzt wieder da.
    Ich wurde als Psychisch instabil eingestuft und sehr sensibel. Am besten ich mache einen Termin beim Psychotherapeuten.“

    Die Schmerzen hörten nicht auf.
    Ich ging zu einem anderen ZA.
    Dieser überwies mich an die Neurologie in Kiel im UKSH
    Hier würde ich mit Schmerzmitteln behandelt.
    Sie halfen wenig.
    Später mit der Argumentation abgespeist, dass es die Zähne sind.
    Dann sollte ich rüber zu der Koeferchiruhie.
    Ich wurde spät abends dort hin geschickt zur Weiterbehandlung.
    Mein Bett in der Neurologie war weg.
    Und dort weil es zu spät war kein richtiger Zahnarzt mehr.

    Irgendwie kam ich nach Hause.
    Ein ZA zog mir dann irgendwann einen Zahn, der nächste den anderen.
    Oben ging es wegen Druckgefühl und ziehen so weiter.
    Alle Zähne oben links waren aufbissempfindlich und Klopfempfindlich.
    Einer war weg, fing der nächste an.

    Ganz zum Schluss kam ich zum Neueologen.
    Bekomme nun Venösfaxin 150mg und 225mg Pregabalin.
    Der Schmerzen sind etwas gedämpfter.
    Psychisch bin ich ein Wrack, habe meinen Job verloren und kämpfe um meine Beziehung.

    Es geht nun fast ein Jahr so.
    Ich bin gerade 29 Jahre alt und habe das ein oder andere mal schon daran denken müssen mir das Leben zu nehmen.
    Man steht allein vor allem.

    Liebe Grüße

    1. Oh Mann,
      Sehr geehrter Herr Sebastian,
      ich höre, dass Sie die Hölle durchmachen. Und dass die Fachleute nicht informiert sind. Ganz kurz: Natürlich leiden Sie unter einer Neuropathie des Trigeminus. Und die kann man als Zahnarzt NICHT behandeln. Das haben Sie leider auch erleben müssen.
      Bevor jetzt irgendein neuer Unsinn passiert, gehen Sie bitte mit einem Ausdruck Ihrer Mail und meiner Mail zu Ihrem Hausarzt und bitten ihn, diese 2 Medikamente zu verordnen: Carbamazepin 300mg retard, Amitriptylin 10mg. Pregabalin haben Sie ja schon. Gegen Venlafaxin habe ich nichts einzuwenden, es ist aber im Zusammenhang mit einer Trigeminus Neuropathie bisher meines Wissens nicht als Standardbehandlung anzusehen.
      In der ersten Wochen nehmen Sie Carbamazepin 0 – 0- 1/2 , Amitriptylin 0 – 0- 1, Pregabalin 1 -0 -1 , eine Woche später Carbamazepin 1/2 – 0- 1/2 , Amitriptylin 1 – 0- 0, Pregabalin 1 -0 -1 Und nach der 2. Woche melden Sie sich.

      Mit freundlichen Grüßen

      1. Hallo HerrDr. Wagner.. geht das dann weg? Ich nehme Cymbalta und bei mir zieht es bis ins Ohr.. das tut sehr weh.. auch das Stechen und dieses fürchterliche Elektrogefühl Habe das schon fast ein Jahr.. es ist aIch besser geworden.. vorher wollte ich auch einfach tot sein.. ich will nicht mehr.. wird es weggehen? Was kann man tun, damit es weggeht? Gloa? Ich vertrage leider das cYmbalta nicht so gut.. ich vertrage genau genommen gar kein Medikament.. Cymbalta in Kombination mit gabapentin hat gut geholfen.. ich hatte jedoch zu heftige Nebenwirkungen.. lyrika habe ich ebenfalls nicht vertragen und vor carbamazepin was ich zu niedrig dosiert genommen habe, dass es hätte wirken können ,. Hätte ich einfach zu viel Angst.. was kann man denn noch tun? Wieso hilft uns niemand? Ich habe so viele kennengelernt und keinen von ihnen wird geholfen,. Keiner weiß wie weh das tut .. keiner sagt uns wie das wieder weggeht 🙁 geht es überhaupt weg?

        1. Hallo,
          Die Überempfindlichkeit des Trigeminus geht in der Hälfte aller Fälle auch wieder von alleine weg. Die besten Chancen haben die, bei denen Krankheit noch keine 2 Jahre dauert und bei denen Carbamazepin wirkt.
          Voraussetzung dabei ist, dass keinerlei chirurgische oder allgemein zahnmedizinischen Behandlung im überempfindlichen Bereich durchgeführt werden. Und damit meine ich keine. Keine PZR, keine Füllung, keine Wurzelbehandlung, keine WSR.

          VG J. Wagner

          1. Hallo Herr Wagner,
            mit grossem Interesse bin ich zufällig auf Ihre Seite gestossen.Das erste mal fühlte ich mich verstanden. Es fing urplötzlich im Februar dieses Jahres an .Es folgte das „Übliche“.Ich habe beide 6 er im oberkiefer gezogrn bekommen .dann wurzelbehandlung bei 4er und 5er links oben .Da ich diese Behandlung bei einer reinen Endodontiepraxis habe machen lassen, dämmerte es der Ärztin, dass mein unsäglicher Dauer Schmerz nicht von den Zähnen kommt. Ich bin seitdem in einer schmerztherapiepraxis in Bonn ..dort wusste man gleich was Sache war …ich nehme inzw.10 Tropfen Amitriptylin und100 mg Pregabalin morgens und abends..
            Es ist immer noch nicht gut und wir testen uns sozusagen durch die Medikamente.

            Nun meine FRAGE:sie sagen keine!weiteren Behandlungen .Nun muss aber final die Wurzelfüllung noch eingebracht werden .Ende Juli 2018 wurde das gemacht .Ca. 6 monate später sollte das provisorium ( nenne das mal so) durch die richtige Füllung ersetzt werden .
            Davor habe ich grosse Angst , es wird wieder schlimner. !!
            Im Januat oder februar wöre es dann soweit .
            Noch bin ich nicht schmerz frei.
            Was empfehlen Sie mir? Haben Sie Erfahrungen mit Patienten?

            Für eine Antwort wäre ich überaus dankbar.
            Mit freundlichen Grüssen
            Elke

          2. Hallo Elke,
            2 Sachen: Ihr Schmerztherapeut macht schon mal fast alles richtig. Man sollte immer zuerst Amitriptylin 10mg und dazu Gabapentin min 400 (oder Pregabalin 100mg) einsetzen. Wenn das nicht reicht, sollte Carbamazepin min 150mg dazukommen.
            Zweitens. Ich habe nicht ganz verstanden, ob nun die Wurzelfüllung drin ist oder nicht. Vorausgesetzt, dass die Wurzelfüllung nicht noch einmal rausgemacht wird, brauchen Sie sich über das darüber angebrachte Provisorium keine Sorgen zu machen. Eine neue Füllung/Krone etc. ist Null Problemo.
            VG J. Wagner

    2. Sehr geehrter Herr Wagner,

      ich habe im Internet Ihre Seite Zanfilm.de gefunden und hab dort fleißig gelesen…..daraufhin bin ich zu einem Neurologen gegangen.

      Meine Geschichte: Ich habe nun 1 1/2 Jahre immer wieder Zahnbehandlungen, Extraktionen, Zahnwurzeln im Kiefer entfernt Implantation, WSR, die Zähne die mir entfernt wurden waren schlechte Wurzelbehandlungen mit Entzündungen weiters wurde implantiert, WSR…. mein Gebiss wurde komplett saniert , ich bin 34 Jahre und wurde leider bei meinem alten Zahnarzt 10 Jahre lang nicht korrekt behandelt. Ich habe dann zu einem Kieferchirurgen gewechstelt und nun habe ich keinerlei Entzünden, Zysten, Auffälligkeiten etc. mehr in meinem Kiefer habe aber auf der rechten Seite Schmerzen, im Nasenflügelbereich, zieht sich entlang vom Kiefer, Wangenschmerzen, Kopfschmerzen, oberhalb vom Auge. Manchmal ist es weg, aber am nächsten Tag kann es wieder sehr schmerzhaft sein. Ich war nun vor 3 Tagen bei einer Neurologin die mich untersucht hat, und Sie hat festgestellt, der Trigenimus ist nicht beschädigt aber es kann eine Reizung sein. Daraufhin habe ich Pregabalin 25mg verordnet bekommen immer abends 1 Tablette (ich bin 1,72 groß und wiege 59kg) die Ärtzin hat gemeint, Sie fängt mit einer niedringen Dosierung an. Ich nehme das Medikament seid 09.06.18 abends. Am Sonntag, Montag habe ich eine Verbesserung gespürt weiß ich natürlich nicht ob das schon von dem Medikament war, die starken Kopfschmerzen waren weg. Die Schmerzen sind im Gebiet bei der Extrakionswunde vom Eckzahn (wurde vor 3 Monaten entfernt) im Oberkiefer und daneben wurde vor 3 Monaten ein Implantat gesetzt und in dieser Region sind meine Probleme die sich dann manchmal entlang vom Oberkiefer ziehen. Wenn es sehr stark schmerzt habe ich auch das Gefühl, dass dort das Zahnfleisch oder irgendetwas spannt bzw. komisch anfühlt. Mein Kieferchirug und eine zweite Meinung von einem Implantologen haben mir beide bestätigt, dass mit der Wunde beim extrahierten Eckzahn alles in Ordung ist. Daneben Region 4er Zahn habe ich vor 3 Monaten ein Implantat bekommen und dort sind die Schmerzen, wenn ich auf die Schleimhaut drücke tut mir das ziemlich weh lt. CT ist aber das Implantat gut eingeheilt, da ich aber immer wieder heftige Schmerzen in dieser Region habe wurde diese Woche am Montag das Implantat gespült, Ledermix und Cortison reingegeben, während der Behandlung konnte ich spüren wie die Schmerzen zunehmen und heftige Kopfschmerzen einseitig, Schläfe bis zum Nacken, wegen den extremen Schmerzen konnte ich auch die ganze Nacht nicht schlafen, aber die Schmerzen waren die brennend sondern drückend, ziehend . Nach Rücksprache mit der Neurologin wurde beschlossen, dass ich jetzt mal kein Pregabalin nehme weil anscheinend das Implantat Schuld daran ist. Am Mittwoch war ich dann wieder in der Ordi beim Kieferchirurgen und mir wurde das Implantat entfernt, gleich nach der Entfernung waren die Kopfschmerzen weg und die Schmerzen waren nur mehr leicht im Hintergrund. Nach der Entfernung brauchte ich keine Schmerzmittel. Einen Tag nach der OP verspürte ich keinen Schmerz mir ging es richtig gut, nur heute spüre ist wieder im Bereich 4er Zahn leichtes drücken-komisches Gefühl, Nasenflügel und das Auge fühlen sich auch etwas komisch an. Nach der Implantatentfernung wurde festgestellt, dass das Implantat bis auf ein kleines Stück super eingeheilt war, angeblich hat sich der letzte Teil vom Knochenaufbau nicht verbunden oder so… aber ob die Schmerzen davon kommen weiß man nicht.

      Welche Erfahrungen haben Sie mit solchen Fällen, kann ich sonst noch etwas machen? Ich habe anfangs mit Homöopathie sowie Vitamin B probiert, leider ohne Erfolg.

      Ich wäre Ihnen sehr dankbar wenn ich eine Antwort erhalten würde.

      1. Hallo Monika,
        leider wird die „Schmerzpause“ durch den erneuten Eingriff nur von kurzer Dauer sein. Den Kurzzeit Besserungseffekt durch operative Eingriffe kenne ich gut. Die Schmerzen werden leider zurückkehren. Denn Sie leiden nicht an falsch eingebrachten Implantaten, sondern an TNP. Wenn Sie Ihre Schmerzen los werden wollen, dürfen die nächsten Jahre keine weiteren Eingriffe zahnmedizinisch/chirurgischer Art vorgenommen werden. Und nehmen Sie wieder Pregabalin. 25mg ist die niedrigste Stufe, das kann bis 600mg hochdosiert werden.
        VG J. Wagner

        1. Vielen lieben Dank! Sie meinen Trigeminusneuropathie?? Abann soll sich durch Pregabalin 25 MG eine Besserung einstellen ich nehme eine Tablette abends bzw. wie soll ich wenn es nicht besser wird weiter dosieren? Dankeschön

        2. Danke für Ihre Antwort. Hab wieder mit Pregabalin 25 MG abends begonnen. Die Schmerzen sind heftig ab wann soll eine Wirkung eintreten bzw. ab wann soll ich höher dosieren? Danke

  2. Guten Tag,
    Mit tiefer Betroffenheit habe ich die mail von Sebastian gelesen.
    Mein Leidensweg bis zur richtigen Diagnose war sehr ähnlich und dauerte ca.7 Jahre.Es gibt kaum eine Behandlung in der Zahnmedizin die ich in dieser Zeit nicht bekommen habe-und ja-am Ende stand immer die Extraktion (insgesamt 16 -zumeist-gesunder Zähne)
    Mit der Menge an Schmerzmitteln die ich zu mir nahm,kann man mehrere Badewannen füllen.
    Vor allem die Einschätzung mehrerer Zahnärzte,ich bilde mir die Schmerzen so intensiv ein, dass ich sie tatsächlich als solche wahr nehme-obwohl sie nicht vorhanden sein können, brachte mich in einen Strudel der Verzweiflung.
    Erst durch meine intensive Recherche im Netz kam ich langsam der wirklichen Ursache auf die Spur,indem ich meine Symtome in jedem möglichen Kontext eingegeben habe.
    Als ich endlich in einigen Fachartikeln die Ursachen für den“Dominoeffekt“bei den Schmerzen entdeckte und Zusammenhänge erkannte, war das wie die Befreiung aus einer tiefen dunklen Schlucht.
    Ich habe dann einen Allgemeinmediziner solange bearbeitet,bis er mir Pregabalin verordnet hat.Parallel dazu habe ich mir einen Termin in der Neurologie besorgt-der aber erst 3 Monate später stattfinden konnte-bis dahin hätte ich die Schmerzen nicht ausgehalten.
    Ich habe dann Pregabalin nach Empfehlung auf dem Beipackzettel genommen und zum ersten Mal trat eine Besserung ein.
    Bei meiner weiteren Suche im Internet traf ich auch auf die Seite von Herrn Dr.Wagner und bin noch heute-3 Jahre danach,sehr sehr dankbar für seine Beiträge die genau den Nagel auf den Kopf treffen, ich fühlte mich zum ersten Mal verstanden.
    Es waren letztlich genau die oben genannten Medikamente die mir geholfen haben,
    Heute hat sich durch die Behandlung eine neue Lebensqualität eingestellt,
    Sukzessive lasse ich-je nach finanziellen Möglichkeiten-die fehlenden Zähne ersetzen.Auch ein jahrelanger Weg-aber seit dem ich weiss was ich tun muss um diese existenziellen Schmerzen zu beseitigen sehe ich hoffnungsfroh in die Zukunft-und ich bin schon über 60 Jahre alt.
    Lieber Sebastian,versuchen sie es auf jeden Fall Mit der Therapie,sie haben nichts zu verlieren und alles zu gewinnen!
    Mit freundlichen Grüßen
    Tigerchen

  3. Hallo,

    auch ich kann ein Lied davon singen.
    Im September 2017 war ich bei einem neuen Zahnarzt, der bei mir eine Parodontitis feststellte. Ich ließ also erstmal eine PZR dort machen, die ich übrigens bei meinem alten Zahnarzt halbjährlich machen ließ. Mein alter ZA hat auch die PA erkannt, obwohl ich ihn danach gefragt hatte.
    Nach der PZR beim neuen Zahnarzt fing dann mein Problem an. Es hatte sich beim 15 Zahn im OK nach der Behandlung eine Entzündung entwickelt. Alle Maßnahmen wie Spülungen, Gazestreifen und auch die PA-Behandlung ergaben keine Besserung.
    Nach zwei Monaten ging ich dann zu einem anderen ZA, der mir erstmal Antibiotikum gab und sagte, laut dem Entzündungsstatus dürfte ich keine solchen Probleme haben. Er spülte auch mit Jod. Die äußere Entzündung ging weg, aber es blieb immer ein Gefühl, als wenn tief unter dem Zahnfleisch noch eine Entzündung oder Verletzung steckte es brannte und zog. Der ZA verschrieb mir dann noch eine Salbe mit Hydrocortison und Oxytetraclinhydrochlorid, welche ich 10 Tage mit Hilfe einer Medikamentenschiene, die angefertigt wurde, nahm, auch damit hatte ich nur wie bei allen anderen Maßnahmen für ein oder zwei Tage ruhe. Zwischenzeitlich ging das Brennen bei dem 15 Zahn bis in den Kieferknochen.
    Mein Zahnarzt tippte dann auch eine Trigeminusneuralgie oder Borning Mouth Syndrom und überwies mich zum Neurologen und vorsichtigkeitshalber auch die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirugie in die Uniklinik Ulm. Der Neurologe macht alle Untersuchungen auch Schädel_MRT, es konnte aber keine Neuralgie festgestellt werden. Trotzdem um sicher zu gehen, verschrieb er mir Pregabalin 75mg. In der ersten Woche sollte ich in der Früh und abends eine nehmen, solle keine Besserung eintreffen, dann erhöhen. 2 in der Früh und 2 am Abend. Leider hilf es nichts. Ich war mittlerweile schon so am Ende, dass ich meinen Zahnarzt bat mir den 15 Zahn zu ziehen. Er hat sich dann erst geweigert und wir haben es mit einer Wurzelbehandlung versucht. Leider hilf das auch nicht. Also wollte ich, dass der Zahn rauskommt. Nun war es aber so, dass der 14 auch nicht auf den Kältetest mehr reagiert, deshalb wurde auch an ihm eine Wurzelbehandlung gemacht. Auch das hilf nichts. Nun war ich, dass ich darauf bestand, dass mir mein Zahnarzt den 15er zieht. Was mein ZA dann auch widerwillig machte, da er der Meinung war, es liegt nach wie vor eine Neuralgie vor. Der Zahn war draußen, im Zahnfach hatte ich dann kein Brennen mehr, aber das Gefühl um das Zahnfleisch um den gezogenen Zahn ist merkwürdig, es schwillt auch immer leicht an ohne dass eine Entzündung dahinter steckt.
    Nun hat sich etwa eine oder zwei Wochen bevor der Zahn gezogen wurde, das Problem mit dem zurückziehenden, anschwellenden und brennenden Zahnfleisch bis auf den 16 ausgeweitet. Das macht mir auch am meisten Probleme. Das Zahnfleisch schwillt auf eine Länge von einen halben Zentimeter immer wieder an und brennt, geht dann wieder zurück und ich bin auch immer wieder schmerzfrei. Nachts ist es besonders gut.
    Mein ZA ist nun der Meinung, dass es sich def. um eine Trigeminusneuralgie handelt, obwohl die Untersuchungen keinen Anhaltspunkt dafür gaben. Er ist auch der Meinung, dass ich das falsche Medikament bekommen. Mittlerweile nehme ich Pregabalin 225 mg eine morgens und eine abends, aber sie helfen nicht.
    Es ist so, dass wenn ich eine Mundspülung macht, es dann auch besser wird und wenn neue Maßnahmen gemacht werden, es für ein bis zwei Tage dann auch besser wird, aber dann halt auch wieder kommt.
    Es schwillt bei mir halt immer das Zahnfleisch an den betroffen Stellen etwas an, ohne dass man eine Entzündung sehen kann und mein ZA schließt dann auch komplett aus. Dies wurde auch von mehreren ZA bestätigt, auch Röntgenmäßig ist keine Auffälligkeit. Bakterientest wurde auch gemacht, ohne besondere Ergebnisse.
    Kann denn mein Zahnarzt recht haben? Ich finde halt das anschwellende Zahnfleisch etwas komisch, auch das bei den Untersuchungen keine Indikation für eine Trigeminus vorliegt und das Medikament nicht anschlägt.
    Was ich noch erwähnen wollte, ist, dass vor ein paar Wochen in den Schneidezähnen nochmal die Taschentiefe gemessen wurde, die sind noch etwas tief, seitdem habe ich aber auch dort wieder ein Brennen, dass mit Putzen, Spülen, Zahnseide nicht weggeht, es hat bei der Messung auch geblutet.
    So das war jetzt etwas lang, kürzer ging es leider nicht.
    Was kann das alles sein, wirklich eine Neuralgie?

    Herzlichen Dank und Grüße
    Alexandra

    1. Hallo Alexandra,
      meiner Meinung haben Sie eine typische Trigeminus Neuropathie, keine Neuralgie. Wenn Pregabalin anscheinend nicht wirkt, würde ich zunächst höher dosieren bis max. 600mg pro Tag. Denn Sie leiden auch unter Brennen. Das ist mit Gabapentin = Pregabalin meistens gut zu bekämpfen.

      VG J. Wagner

      1. Hatte ich vergessen: Versuchen Sie es auch mal mit Gabapentin, was Pregabalin chemisch sehr ähnlich ist. Dann ist die max. Dosis aber 1800 mg am Tag.

        VG J. Wagner

  4. Hallo,
    ich bin es nochmal. Was ich vergessen habe zu schreiben: Ich habe keinen einschießenden Schmerz, sondern ein brennenden im Zahnfleisch und dann ein ziehen in den Zahn. Als Schmerzstärke würde ich sagen bis 4. Auch habe ich keine Triggerpunkte. Ich habe keine Probleme beim Zähneputzen, Kälte macht mir nichts aus und ich löse auch keinen Schmerz aus, wenn ich mir ins Gesicht fasse.

    Herzliche Grüße
    Alexandra

  5. Sehr geehrter Herr Wagner,

    mit großem Interesse habe ich gerade im Internet Ihren Bericht über die Zahnmigräne gelesen!
    Gerne würde ich Ihnen meine Krankheitsgeschichte schildern.
    Seitdem ich Teenager bin habe ich in allen Backenzähnen Füllungen.
    In meiner Schwangerschaft, mit Anfang 30, fing der erste Backenzahn, der 36, an auf Kälte zu reagieren. Nach einer erfolglosen Wurzelbehandlung, mehrfachen Spülen und Einlagen wechseln, wurde eine WSR durchgeführt. Erfolglos. Der Zahn wurde gezogen. 37,35 wurden abgeschliffen für Zahnersatz und das gleiche Spiel ging erst bei Zahn 35 und dann bei 37 los. Bis alle gezogen waren und Implantate, problemlos! , gesetzt wurden. Das gleiche wiederholte sich mit Zahn 15,16,17. Diese Zähne sind mittlerweile auch alle gezogen und Implantate gesetzt. Ich bin jetzt 40 Jahre alt, und hatte genau 4 Wochen mal keine Zahnschmerzen. Bis vor 2 Wochen Zahn 26 auf Süßes reagierte. Die Füllung wurde erneuert und jetzt Schmerz er dauerhaft und ist kälteempfindlich. Ich werde bald verrückt.
    Wir sie schon schreiben, keiner kennt meine Ursache und dadurch kann sie keiner Behandeln. Ich könnte dauerhaft heulen.

    Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen.
    Freundliche Grüße aus Rodenberg

  6. Nachtrag:
    Alle Zähne waren auf Röntgenbildern unauffällig. Nachdem Ziehen aber nachweislich entzündet.

    Ich habe noch eine Bitte. Bevor sie die Beiträge veröffentlichten, können Sie bitte meinen Namen herausnehmen. Danke

  7. Hallo Dr. Wagner,
    ich würde Ihnen gerne meinen Leidensweg beschreiben. Ich bin 22 Jahre alt, Medizinstudentin im zweiten Semester im Ausland. Seit ca. zehn Jahren renne ich schon von einem Arzt zum anderen. Mein Problem: Der Rücken. Als ich in der Pubertät war, war dies alles halb so schlimm. Mit 13 bekam ich eine feste Zahnspange, mit ca. 15 wurde sie entfernt und ein Retainer im Unterkiefer eingesetzt. Ab da fingen schleichend meine Probleme an. Mein Rücken formierte sich zu einer angeblichen Skoliose. Ständige Rückenschmerzen waren und sind mein Alltag. Mit ca. 16, 17 bekam ich zudem einen Tinnitus auf der rechten Seite. Zwischendurch bekam ich ca. 3 x im Jahr Schmerzen im Kieferbereich, Ursache unbekannt, Rö, etc. unauffällig. Mein Rücken wurde von Jahr zu Jahr schlimmer, bis dann vor ca. 1 1/2 Jahren dann auch noch Schmerzen im Schulterbereich und Schmerzen im ISG auftraten. Die Folge war das ich nicht mal mehr für zehn Minuten etwas im Haushalt machen konnte ohne das ich am liebsten sterben wollte. 5 Orthopäden und 3 Zahnärzte mit dem Ergebnis, dass ich Skoliose habe und jeden Tag Übungen für eine halbe Stunde bis zu meinem Tod machen muss. Dann hatte ich im Internet zufällig was über Atlasfehlstellung gelesen. Ich ging zum Atlastherapeuten, der meinen Atlas in die richtge Position brachte. Der Therapeut meinte jedoch, dass mein Kiefer total schief ist und man schon auf dem ersten Blick eine Fehlstellung bemerkt. Er kann jedoch leider nichts machen und kennt auch niemanden der mir helfen kann. So versuchte ich mein Glück im CMD Zentrum in Kiel. Er teilte mir mit, dass wahrscheinlich Unebenheiten meinen Zähnen vorhanden sein könnten, dies aber alles in die 10000€ geht.. Somit war das Thema gegessen, da ich direkt danach auch schon anfing zu studieren. Vor ca. 4 Monaten fiel ich die Treppe runter, nach Wochen, unheimliche Kopfschmerzen, Kieferschmerzen und Rückenschmerzen. Ich war diese Woche wieder bei dem selben Atlastherapeuten und er meinte, dass mein Atlas nur leicht verschoben ist, mein Problem mit dem Verschieben jedoch wieder und wieder kommt, solange mein Kiefer schief ist. Ich fragte ob er mittlerweile jetzt jemanden kennen würde, er empfahl mir das Zentrum in Hannover. Es läuft aber denke ich wieder auf die selbe Geschichte hinaus, da ich gesetzlich versichert bin.
    Zufällig bin ich im Forum auf eine Antwort von Ihnen gestoßen bezüglich CMD, dass da nichts helfe etc. Ich weiß das Ferndiagnosen schwierig sind, aber was sagen Sie zu meiner Diagnose? Könnte dies auch mit dem N. trigeminus zusammenhängen?
    Für jede Hilfe bin ich Ihnen dankbar!

    1. Hallo aus Rodenberg,

      Sie schildern den typischen Verlauf einer Trigeminus Neuropathie: Aus heiterem Himmel schlägt ein Schmerz ein, den kein Zahnarzt der Welt wegbohren, wegziehen, oder sonstwie behandeln kann. Sie brauchen endlich neurologische Hilfe. Leider ist es so, dass alle Neurologen keine Zeit haben und anscheinend auch keine Lust, sich mit den Neuropathikern des Trigeminus zu beschäftigen. Bitte lesen Sie auf zahnfilm.de nach, welche Medikamentenkombination ich als Erstbehandlung bevorzuge und bitten Ihren Hausarzt diese 3 Medis zu verschreiben. Falls das nicht funktioniert, können Sie bei uns anrufen.

      VG J. Wagner

    2. Hallo Evelyn,

      der Zufall will es, dass ich just gestern einen neuen Artikel zum Thema Neuropathie im Rücken geschreiben habe. Bitte schauen Sie auf zahnfilm.de ganz oben unter „Die Welt braucht mehr …“
      Zurück zu Ihren zahnmedizinischen Behandlern der Kategorie „Wunderheilung durch Bissvermessung“. Ich wette einen Kasten Bier, dass Sie nach dem Abdrücken von 10.000 Euro in Kiel schmerzmäßig keinen Deut besser dastehen werden. Die Burschen werden Ihnen auch niemals eine Versicherung unterschreiben, dass der CMD Zirkus irgendwas an den Schmerzen verbessert.

      Sie leiden meiner unbescheidenen Meinung nach unter einer fetten Neuropathie der Spinalnerven (= das sind die, die für die schmerzenden Stellen zuständig sind). Stellen Sie sich einfach vor, dass Ihr Rücken und Ihre Wirbelsäule zwar die üblichen kleinen Sollabweichungen aufweisen, aber im Grunde genommen noch 100 Jahre funktionieren werden. Was bei Ihnen verkehrt ist, dass ist die Weiterleitung völlig harmloser Signale von der Schmerzgegend in eine verrückt spielende Datenübertragung ins Hirn. Da liegt der Hund begraben.
      Ich denke, dass Sie von einer ordentlichen Portion Amitriptylin pro Tag eine deutliche Verbesserung der Lage erleben werden.

      VG J. Wagner

  8. Ich habe eine Odyssee von Zahnärzten hinter mir, es geht bei mir seit 2014 damals wurde mein erster Weisheitszahn entfernt,ich glaube es war der 38 er. Dann lies ich mir 8 Wochen später noch mal den 18er ziehen, seitdem Tag an fingen meine Schmerzen an und somit mein Leidensweg, das es die Hölle auf Erden wird ahnte ich dort noch nicht, ich hatte seit 2014-2015 täglich höllische „zahnschmerzen“ im Bereich der rechten oberkiefer (14 15 16 17) oder auch wechselseitig Links (24 25 26 27) zu 80%aber rechts darauf hin wurde der 14 er aufgebohrt, später Wurzelnbehandelt ich glaube er war 15 offen, eine Wurzelfüllung hat er bis heute noch nicht. 17 mit dem wurde das selbe gemacht und anschließend entfernt, ebenfalls fehlen 27 und 28. Schmerzen wurden nicht besser der Schmerz ist dumpf und irgendwie ein brennender „wundschmerz“ nie wirklich eindeutig lokalisierbar, ich war ungelogen bei 50 VERSCHIEDEN ZAHNÄRZTEN IN EINEM JAHR und es wurde noch nicht mal besser, denn war ich schwanger und bekam im Juli 2015 meine Tochter, danach hatte ich Depressionen und Ängste, eine ganze Weile waren die Schmerzen erträglich bis weg dafür das andere Leiden 😧seit Februar 2017 habe ich die schmerzen wieder daraufhin ging ich zum endodontologen der mir weil angeblich ein Herd am 14 auf dem opg zu sehen war antibiotika verschrieb… Ich musste es 6 Wochen nehmen ohne wirklichen Erfolg im Juni wurde es teilweise wieder besser. Seit Januar habe ich die schmerzen wieder und teilweise sogar bis ins rechte Ohr, es ist ein dumpfer teilweise druckender Schmerz, brennen und wundheitsgefuhl 😧…. Können Sie mir bitte einen Rat geben? Jule

    1. Hallo Jule,

      mein Mitgefühl. Solche Schmerzen können so schrecklich werden, dass die Patient regelrecht aufgeben.
      Für mich ist sonnenklar, dass Sie unter schweren neuropathischen Schmerzen des Trigeminus des 2. Astes (= Oberkiefer) leiden. Damit reihen Sie sich in große Zahl der so Geplagten ein.
      Aber Hilfe ist in Sicht: Bitte schauen Sie auf zahnfilm.de nach, wie mein Standardrezept mit 3 Medikamenten gleichzeitig geht. Damit bitten Sie Ihren Hausarzt diese zu verschreiben. Gelingt das nicht, ist der nächste Neurologe dran. Notfalls rufen Sie hier in meiner Praxis an.

      VG J. Wagner

      1. Hallo Herr Wagner, danke für die Mühe und die Information. Darf ich Sie fragen was Sie so sicher macht das es nicht von den Zähnen sondern vom Nerv kommt? Ich habe seit paar Tagen wieder Schmerzen im zahn 14,15. Es macht mich wahnsinnig. Die Empfehlung ihrer 3 Medikamente ist für mich schwer umzusetzen da mir kein Arzt ohne richtige Diagnose dieses verschreiben möchte, desweitern besteht bei mir ein Apoplex in der linken Hirn Hälfte sowie eine Ptbs (posttraumatische belastungsstörung) und eine angststörung mit Panikattacken, somit bin ich natürlich ein Patient deren leid sehr schnell auf die psyche geschoben wird und dadurch werde bzw wurde ich in der ganzen Zeit noch nie wirklich richtig untersucht außer halt vom Zahnarzt, unter Stress verstärken sie die Schmerzen. Denken Sie sie können mir helfen und ggf ein Medikament empfehlen?

          1. —–Original Message—–

            To: joac.wagner
            Sent: Sat, Jun 23, 2018 12:32 AM

            Hallo Herr Wagner, ich habe Ihnen meine Geschichte noch einmal kopiert….. Ich schrieb ihnen im März folgendes….
            5. März 2018 um 0:52 Uhr
            Ich habe eine Odyssee von Zahnärzten hinter mir, es geht bei mir seit 2014 damals wurde mein erster Weisheitszahn entfernt,ich glaube es war der 38 er. Dann lies ich mir 8 Wochen später noch mal den 18er ziehen, seitdem Tag an fingen meine Schmerzen an und somit mein Leidensweg, das es die Hölle auf Erden wird ahnte ich dort noch nicht, ich hatte seit 2014-2015 täglich höllische „zahnschmerzen“ im Bereich der rechten oberkiefer (14 15 16 17) oder auch wechselseitig Links (24 25 26 27) zu 80%aber rechts darauf hin wurde der 14 er aufgebohrt, später Wurzelnbehandelt ich glaube er war 15 offen, eine Wurzelfüllung hat er bis heute noch nicht. 17 mit dem wurde das selbe gemacht und anschließend entfernt, ebenfalls fehlen 27 und 28. Schmerzen wurden nicht besser der Schmerz ist dumpf und irgendwie ein brennender „wundschmerz“ nie wirklich eindeutig lokalisierbar, ich war ungelogen bei 50 VERSCHIEDEN ZAHNÄRZTEN IN EINEM JAHR und es wurde noch nicht mal besser, denn war ich schwanger und bekam im Juli 2015 meine Tochter, danach hatte ich Depressionen und Ängste, eine ganze Weile waren die Schmerzen erträglich bis weg dafür das andere Leiden 😧seit Februar 2017 habe ich die schmerzen wieder daraufhin ging ich zum endodontologen der mir weil angeblich ein Herd am 14 auf dem opg zu sehen war antibiotika verschrieb… Ich musste es 6 Wochen nehmen ohne wirklichen Erfolg im Juni wurde es teilweise wieder besser. Seit Januar habe ich die schmerzen wieder und teilweise sogar bis ins rechte Ohr, es ist ein dumpfer teilweise druckender Schmerz, brennen und wundheitsgefuhl 😧…. Können Sie mir bitte einen Rat geben….. Darauf hin kam ihre Antwort mit der 3″ Medikamenten Methode…. Am 22.6 fragte ich noch einiges im Forum unter anderem auch was sie so sicher mache und das ich eine ptbs habe und eine angststörung können sie ggf nochmal mein forum Beitrag lesen und mir hier antworten

  9. Hallo, der Schmerz, den Sie hier beschreiben kommt mir sehr bekannt vor. Alles fing im Dezember letzten Jahres an. Ein der 5er oben links begann zu ziehen, voraufhin ich am ersten Weihnachtsfeiertag zum Notdienst ging. Die kunstofffüllung in dem Zahn war undicht und am Rand hatte sich Karies gebildet. Nach der Behandlung ging es erstmal von Tag zu Tag besser, bis mein „Haus-zahnarzt“ einen Vitalitätstest mit Eisspray machte. Danach zickte der Zahn immer mehr, was letztlich zu einer Wurzelbehandlung führte. Seitdem hab ich immer wieder Schmerzen zwischen diesem Zahn und denen davor und dahinter. Meistens nicht sehr stark. Ca 1-2 auf der Skala und an manchen Tagen ist es auch nur ein komisches Gefühl. Aber an manchen Tagen geht der Schmerz auch bis 4 hoch. Nachts hab ich so gut wie keine Probleme.
    Besteht die Möglichkeit, dass sich diese Probleme irgendwann legen oder werde ich um eine Medikation nicht herum kommen?
    Gruß Anna

    1. Hallo Anna S.
      Noch befinden sie sich am Anfang einer Schmerzkarriere, die jetzt am sichersten beendet werden kann.
      Dazu ist es unbedingt notwendig, keine weiteren Maßnahmen zahnärztlicher Art links oben zuzulassen. Egal welche Argumente vorgebracht werden, dürfen Sie links oben
      – keine PZR!
      – keine Füllung, und auf gar keinen Fall eine Kunststoff Füllung
      – kein Abschleifen für Kronen
      – keine Wurzelbehandlung auch nicht beim Endodontologen.
      – auf keinen Fall eine WSR
      Wenn das ein Kollege – wie immer – nicht einsieht, Tschüss!

      Eine medikamentöse Behandlung ist erst ab Stärke 5 sinnvoll. Darunter empfehle ich Lidocain Spray in das linke Nasenloch. Gibt es in der Apotheke ohne Rezept.

      VG J. Wagner

      1. Hallo Herr Wagner,
        Danke für die Antwort. In dem betroffenen Zahn befindet sich zur Zeit eine Kunststofffüllung und in dem Zahn davor auch. Soll ich diese auswechseln lassen oder einfach alles so lassen, wie es bisher ist? In der letzten Woche ist der Schmerz wieder ziemlich schlimm geworden. Das mit dem Lidocain Spray werde ich als Notfallmaßnahme ausprobieren.
        Viele Grüße

      2. Lieber Dr Wagner

        wenn man mit der TN keine Behandlungen Kronen, PZR, WSR mehr machen darf wie dann in Zukunft behandeln garnicht mehr Zähne ziehen lassen wenn Entzündungen bestehen bzw Wurzelbehandelte Zähne eigentlich überkront werden müssten? GEsunde Nachbarzähne abschleifen oder wie genau vorgehen?

  10. In den letzten 4 Jahren wurden mir 7 Zähne im OK und 3 Zähne im UK gezogen nachdem alle Behandlungsversuche wie WSR, Wurzelbehandlung, Wurzelrevisionen etc. nicht geholfen haben. Einige Zähne hatten lt. DVT eine Entzündung an der Wurzelspitze, bei den anderen war nichts zu sehen. Im Unterkiefer bin ich soweit schmerzfrei. Im rechten OK hatte ich zuerst eine WSR bei Zahn 16. Nach 3 Wochen argen Schmerzen hat man mir den Zahn endlich gezogen. Dabei ist der Knochen seitlich weggebrochen und eine trockene Alveole folgte. Danach erfolgte eine Revision bei Zahn 17. Die Schmerzen fingen nach der Revision an, hörten nie mehr auf und der Zahn wurde gezogen. Der Knochen wurde 2 mal nachgefräst, angeblich ist alles in Ordnung. Zuletzt wurde Zahn 15 gezogen da ich ich einen großen Druck im Zahn verspürte und das Zahnfleisch arg schmerzte. Seit 1 Jahr hab ich Schmerzen im Knochen wo die Zähne waren (Zahnfleisch ist wie geschwollen) bis außen zur Nase hin. Zahn 13 und 14 melden sich nun auch. Vor 1 Monat hatte ich eine Verkühlung und seitdem habe ich eine Sinusitis. Nun sind die Schmerzen fast nicht auszuhalten. Meine Frage wäre nun: Ist es doch der Trigeminus oder kann eine Sinusitis diese Schmerzen auslösen? Der Zahnarzt fühlt sich nicht mehr zuständig und der HNO sagt nein. Lt DVT und CT ist keine Entzündung zu sehen, die Drüsen rechts sind aber geschwollen. Außerdem sind alle Zähne und das Zahnfleisch im OK sehr empfindlich. Vielleicht wissen Sie einen Rat, ich verzweifle schon langsam.
    Vielen Dank Lisa

    1. Sie haben und hatten auch schon ewig lang Trigeminus, um genau zu sein: eine Trigeminus Neuropathie. Die muss behandelt werden und nicht die Zähne, das Zahnfleisch oder die Kieferhöhle.

      VG J. Wagner

  11. Nachtrag:
    Ich habe nicht erwähnt, dass ich im rechten OK 4 x eine Neuralgie hatte.

    Bitte den Namen nicht veröffentlichen. VIELEN DANK

  12. Sehr geehrter Herr Dr. Wagner!
    Ich hätte noch eine Frage zum Lidocainspray. Hier in Österreich gibt den nur mit Alkohol. Kann ich ihn trotzdem in die Nase sprühen?
    Vielen lieben Dank
    Lisa

  13. Hallo Herr Dr. Wagner,

    Im Dezember vergangenen Jahres wurde mir Zahn 36 extrahiert. Ich bin Zahntechnikerin und hatte nie Probleme mit meinen Zähnen, bis mir unglücklicherweise an besagtem 36 der eine grössere Füllung über Jahre hatte 2 Höcker wegbrachen. Darauf hin habe ich den Zahn für eine Vollkeramikkrone präparieren lassen – bekam diese auch ersteinmal provisorisch eingesetzt. Innerhalb küzester Zeit schmerzte der Zahn stark. Es folgte eine Wurzelbehandlung. Auch nach Wochen stellte sich keine Besserung ein. Dann wurde eine Revision an einem Kanal vorgenommen. Erneut vergingen Wochen es stellte sich auch dann keine Besserung ein. Ich suchte mir einen Spezialisten der dann unter OP Mirkoskop den Zahn erneut revidierte – diesesmal alle Kanäle. In der 2. Sitzung endeckte er einen Haarriss in einem der Kanäle. Danach erfolgte die Extraktion. Bis zu diesem Zeitpunkt verging 1 Jahr fast auschliesslich unter Schmerzen. Der Zahn wurde während der Extraktion in mehrere Stücke zerteilt. Wunheilung verlief ohne Probleme. Es bildete sich lediglich eine scharfe Kante am Kieferknochen die seit Januar unter dem Zahnfleisch schmerzte. Ich stellte mich in unserer Uniklinik Kieferchirurgie vor da ich eben seit längerem unter leichten bis mittelstarkem Schmerzen litt und diese Schmerzen seit ca 2 Wochen in starkes Ziehen an Region 35 und 37 und Schleimhautbrennen an diesem Bereich und Wange unerträglich wurden. Es wurde ein DVT gemacht und festgestellt das bis auf die scharfe Kante nichts ungewöhnliches zu erkennen ist. Diese Kante wurde mir vor einer Woche bei einem kurzen Eingriff geglättet. Die beschriebenen Schmerzen sind weiterhin dauerhaft nahezu ohne Unterbrechung vorhanden. Zum Abend hin verschlimmert sich der Zustand. Man gab mir eine Überweisung zu einem Neurologen mit Verdacht auf Trifeminusneuralgie. Ich habe auf Ihrer Seite Zahnfilm den Artikel über die Behandlung mit Lidocain in die Betroffene Schmerztegion gelesen. Führen Sie selbst eine solche Behandlung durch? Über eine Antwort wäre ich unheimlich dankbar.
    Viele Grüsse

    Susan Schröder

    1. Hallo Frau S.
      Die Länge der Dauerschmerzen und die Schmerzqualität „Brennen“ sind untrügliche Zeichen für ein neurologisches Geschehen. Brennen gibt es nur von Brennesseln oder einem geschädigten Nerv. Niemals vom erkrankten Zahn oder Zahnfleisch. Zur Behandlung: Bleibt das Schmerzniveau unter 5, rate ich zur lokalen Behandlung, alles darüber medikamentös.

      VG J. Wagner

      1. Hallo Herr Dr. Wagner,

        vielen Dank für ihre sehr schnelle Antwort. Verstehe ich Sie richtig, meinen Sie mit lokaler Behandlung eine mögliche „Neuraltherapie“ mit einem Lokalanästhetikum? Oder andernfalls Salben mit deren Inhaltsstoffen?
        Viele Grüsse
        Susan Schröder

        1. Lokal heißt: vom Patienten selbst eingebrachte Substanzen auf die Schleimhaut von Kiefer und Nase. In erster Linie Lidocaingel und -spray. Bei Brennen auch Clonazepam zum Lutschen und Speichel ausspucken.

          VG J. Wagner

          1. Guten Morgen Dr. Wagner,

            sie schreiben Clonazepam als Lutschtabletten – ich möchte mir diese gern von meinem Hausarzt verschreiben lassen – gibt es das denn überhaupt als Lutschtablette? Damit ich ihm genau sagen kann um welches es sich handelt.
            Vielen Dank und Grüsse

            Susan Schröder

          2. Hallo Frau Koenigin
            Ich verschreibe die 2mg Tabletten 100 Stück. Diese sind zu lutschen, aber der Speichel muss ausgespuckt werden, das Zeug legt Sie sonst lahm.
            VG J. Wagner

      2. Sehr geehrter Herr Dr. Wagner,

        Leider nach fast einem Jahr haben sich die Schmerzen nicht verbessert. Anfangs half mir das Clonzazepam und Lidocaingel. Es stellte sich jedoch nach kurzer Zeit der Spülmethode eine Abhängigkeit ein, derzeit schleiche ich das Mittel in Tropfen Form aus.
        Die Brennenden Schmerzen aus der Wangenregion haben sich auf die Zunge erweitert und Geschmacksstörungen sind hinzugekommen. Ich bin regelrecht verzweifelt. Speichelproduktion ist normal. Nach einem Bluttest wurde auch ein Vitaminmangel B12, Folsäure und B6 festgestellt. Hinzu stellen sicv vermehrt Ängste und depressive Verstimmung und Muskelverspannungen durch die Situation ein.
        Wie würde die Medikamentöse Therapie bei der Art von Dauerschmerz aussehen? Bei Amitriptilyn habe ich gelesen das es selbst möglicherweise Brennen verursachen kann. Gibt es auch ein wirksames SSRI als Alternative?

        Über eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

        Liebe Grüsse,

        Susan Schröder

        1. Sie sind sehr tapfer, ein Jahr lang ertragen Sie das schon. Ich will Ihrem Behandler nicht zu nahe treten, aber der B12 Mangel ist wahrscheinlich nicht der Grund des Brennens. Außerdem ist der Mangel einfach abzustellen. B12 bestellen Sie am besten in der Großpackung beim Amazon, Apotheken sind diesbezüglich nicht konkurrenzfähig. Da Ihnen Clonazepam nicht hilft, wäre der nächste logische Schritt Gabapentin. Noch vor Amitritpylin. Ich empfehle die 300mg Tabletten 3 * pro Tag. Im Vergleich zu Clonazepam: wenig Nebenwirkungen, keine Abhängigkeit, keine Unverträglichkeit mit sonstigen Medikamenten. Abteilung Depression. Wie sie hier: https://psychiatrietogo.de/2012/02/11/welches-antidepressivum-gebe-ich-wem/ nachlesen können, ist das Mittel der Wahl Citalopram, alternativ Duloxetin, alternativ Lithium. Da kenne ich mich deshalb aus, weil ich selbst Duloxetin + Lithium einnehme. Und ich habe einiges ausprobieren müssen. Der Pschiater im angegebenen Link ist ein Citalopram Fan. Offensichtlich wegen des guten Erfolgs.
          Meine Behandlungsempfehlung zur Zeit: Gabapentin + Citalopram.
          VG J. Wagner

          1. Lieber Dr. Wagner,

            vielen Dank für Ihre Antwort und Unterstützung. Gabapentin sollte doch auch langsam aufdosiert werden? Richtig? Sind dann 3 mal 300 mg anfangs okay? Über Citalopram habe ich auch gelesen das es auch bei derartigen Schmerzen der Nervenfasern helfen kann. Da ich ja auch nach wie vor an 35 und 37 Dauerschmerzen habe. Ich bin heute in der Uni Schmerzklinik und würde dies so weitergeben.
            Bezüglich der Schmerzen, ich weiss die Frage wurde hier schon oft gestellt, gibt es Hoffnung auf eine Heilung bzw. Beruhigung der Nervenfasern? Oder muss man diese Mittel ein Leben lang einnehmen? Man liest so selten Erfolgsgeschichten…
            Und herzlichsten Dank das man sich hier an Sie wenden kann!

            Liebe Grüsse,
            Susan

          2. Gabapentin sollte tatsächlich langsam aufdosiert werden. Da wäre das Schema 1. Woche 0 – 0 – 1, 2. Woche 1 – 0 – 1, und 3. Woche 1 – 1 – 1 geeignet. Citalopram in der Schmerztherapie kenne ich nicht, würde mich aber auch nicht wundern, wenn es tatsächlich funktioniert. Für Sie: testen.
            Langzeit Schmerzen. Fälle die länger als 2 Jahre laufen, sind tatsächlich schwieriger in den Griff zu bekommen. Man glaubt heute, dass ab einem gewissen Zeitpunkt bestimmte Zentren im Hirn den Schmerz selber herstellen (Generator). Die Pharmaindustrie hat zum Glück diese große Lücke im Angebot entdeckt und arbeitet emsig an entsprechenden Compounds. Das ist ein MultiMilliarden Markt, denn unter chronischen Schmerzen, die auch nicht auf Opiode reagieren, leiden mehr als 10% der Menschheit. Wir werden in den nächsten Jahren viele Neuerungen diesbezüglich sehen.
            Ach und noch was: AB 60 haben Sie gute Karten für eine Spontanheilung. Warum, weiß man noch nicht.
            Erfolgsgeschichten: Kann ich Ihnen reihenweise vorlegen. Auf einer Homepage wie dieser haben Sie immer die Negativauswahl. Schreiben tun die Geplagten, nicht die Genesenden.

            VG J. Wagner

          3. Hallo Dr. Wagner,

            ich war heute in der Schmerzambulanz FFM, die mich seit einem Jahr begleiten. Der Oberarzt, wollte mir das Gababentin nicht verschreiben. Eher Lyrica. Aberer möchte nicht mit dem „Hammer“ draufhauen sagte er. Er verschrieb mir stattdessen Doxetin 5 mg 0-0-1 wasich als Anfangsdosis nehmen sollte und gleichzeitig Lidocain Spray für den Mundbereich zum lokalen draufsprühen.
            Desweiteren meinte er könnte mir das Doxepin helfen das Clonzazepam weiter auszuschleichen. Ich bin unsicher 😐
            Aber irgendwas muss passieren so kann es nicht weitergehen.
            Was meinen Antrieb bezüglich der Ängste und depressive Verstimmung angeht hält sich noch in Grenzen aber dennoch nicht zu unterschätzen….

            Liebe Grüsse und nochmals tausend Dank für Ihre Unterstützung!

          4. So richtig Sinn macht das in meinen Augen nicht. Pregabalin ist fast dasselbe wie Gabapentin, die beiden unterscheiden sich aber im Wirkmechanismus gewaltig von Tricyclika. Und jetzt sollen Sie zum Amitriptylin auch noch Doxepin nehmen. Beides sind Tricyclika. Verstehe wer will.
            VG J. Wagner

  14. Guten Tag,
    so vieles des hier beschriebenen kommt mir bekannt vor. Bei mir begann die Leidensgeschichte vor viereinhalb Jahren. Ich hatte immer wiederkehrende Zahnschmerzen unterschiedlicher Zähne, daraus folgten Wurzelbehandlungen und schließlich Extraktionen aller Backenzähne. Nun, nachdem alles teils mit Komplikationen verheilt war, bekam ich diese Schmerzen unter denen ich bis heute leide: meist im linken Oberkiefer im Bereich der entfernten Zähne ein mäßig bis extrem starkes Brennen. Alles in diesem Bereich fühlt sich Wund an. Phasenweise verschwinden die Schmerzen völlig oder sind nur als leichtes Kribbeln zu spüren. Aktuell bin ich in der 13. Woche schwanger und seit drei Tagen ist es unerträglich. Ich wäre um jede Hilfe dankbar! Es brennt und schmerzt fürchterlich.

    1. Hallo Frau F.
      Spontan würde ich zu Gabapentin hochdosiert raten. Dummerweise gibt es für Gabapentin leider keine eindeutige Freigabe in der Schwangerschaft. Was sicher geht ist: Amitriptylin, aber langsam von 5mg hochdosieren plus Tramadol 50mg.

      VG J. Wagner

  15. Hallo Herr Wagner,

    niemanden scheint die Ursache meiner Schmerzen zu finden und mir helfen zu können. Ich bin verzweifelt und meine Lebensqualität sinkt enorm. Ich mache nur noch das nötigste und isoliere mich.

    – Im Dezember 2017 wurde bei einer Röntgenkontrolle eine große Zyste an einem bereits wurzelbehandelten Zahn festgestellt (Eckzahn oben rechts). Der Zahn war bis dahin schmerzfrei und ich hatte keine Probleme.

    -Im Dezember 17 ließ ich beim Endodontologen unter Kofferdam und modernsten Bedingungen den Wurzelkanal erneut aufbereiten (1x Sitzung, 2 Kanäle, kein dritter vorhanden)

    – Ca. 2 Wochen später begannen die Schmerzen. Es ist ein dauerhafter brennen und Druck im betreffenden Zahngebiet. Der Schmerz strahlt enorm in den rechten Oberkiefer aus. Die ganze Muskulatur schmerzt. Klopftest ohne Befund. Keine eindeutigen Schmerzen beim kauen. Keine Schwellung.

    – Es folgte (leider, wie ich jetzt weiß) eine WSR im Januar 18 mit ähnlichem Verlauf. Nach ca 2 Wochen kamen die Schmerzen zurück. Druck, brennen im Oberkiefer/Zahn.

    – Ich suchte unzählige Male den Zahnarzt (2 verschiedene) und den Kieferchirurgen auf. Sämtliche Tests waren ohne Befund und es wurde gesagt, dass keine zahnbedingte Ursache zu finden ist. Auch nicht an den Nachbarzähnen. Niemand riet mir zum ziehen (Immerhin!)

    -Ibuprofen 600 (mehr habe ich mich n nicht getraut) oder Novalgin bringen keine/kaum schmerzlinderung. Allenfalls die Ausstrahlung in den Kiefer lässt minimal nach.

    – Ich wurde zum Neurologen geschickt, der eine Schädigung des Trigeminus vermutete. Untersucht wurde ich nicht. Er verschrieb mir Pregabalin 75/75/75. Ich vertrage es sehr gut, aber dies wirkt auch nicht wirklich. Ich habe das Gefühl, dass das brennen etwas nachlässt. Der starke Druck im Zahn fühlt sich dann jedoch stärker an und die Schmerzen im Kiefer bleiben und zermürben mich. Leider bekomme ich in den nächsten Monaten (!) bei dem Neurologen keinen Termin mehr.

    – Es wurde dann vermutete, dass ich stark knirsche und daher die Schmerzen kommen. Ich habe eine gut sitzende Zahnschiene und erhielt Rezepte für Physio für den Kiefer. Auch dies war wirkungslos.

    – Ich erbat mir dann testweise ein Antibiotika (Amox 1000, 3 mal am Tag, für eine Woche). Die Schmerzen ließen am 2 Tag etwas nach. Kehrten aber am 6. Einahmetag in voller Stärker zurück, trotz sehr genauer regelmäßiger Einnahme. Ich dachte zunächst, nun eine Entzündung bewiesen zu haben, aber die Rückkehr der Schmerzen während der Einnahme irritiert mich.

    – Aktuell habe ich also Schmerzen auf der kompletten rechten Seite des Oberkiefers die sich dumpf anfühlen, drücken, brennen und manchmal ziehen. Kauen verursacht keinen direkten Schmerz. Aber etwas später eine dumpfe Verstärkung des Drucks. Kein Schmerzmittel wirkt wirklich. Wärme lindert. Ich schlafe gut und Schlaf nutze ich aktuell um den Schmerz zu entgehen. Seit 2 Tagen habe ich das Gefühl, dass der darunter liegende Backenzahn (vorletzter Hinten) ebenfalls leicht schmerzt.

    Was könnte ich nun tun? Der Zahnarzt wird den Zahn nun ziehen wollen. Ich habe große Sorge, dass dies alles verschlimmern könnte. Ich brauche dringend einen Rat und bin sehr verzweifelt.

    Danke und viele Grüße
    Melanie

    1. Hallo Melanie,
      Sie erfüllen 80% der Kriterien einer Neuropathie des Trigeminus. Ich vermute, dass der Schmerz nachts weg ist. Wenn dem so ist, rate ich Ihnen zu Ihrem Hausarzt zu gehen, und um eine Kleinpackung Amitriptylin 10mg zu bitten, die sie zunächst nach dem Schema 0-0-1 einnehmen. Wenn das nach 2 Wochen keine Verbesserung bringt, melden Sie sich einfach noch mal.

      1. Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ja ich merke nachts nichts von dem Schmerz. Oft schlafe ich um dem Schmerz zu entgehen. Häufig lässt er aber auch gegen 23 Uhr von selbst etwas nach. Der Nachmittag und frühe Abend ist am schlimmsten. Ich werde den Hausarzt um die Verschreibung bitten.

        -Was mache ich mit dem Pregabalin?
        – Gibt es irgendeine mögliche Erklärung für die kurze Besserung während der Antibiotikaeinnahme?
        – Muss ich die Medikamente dann für immer nehmen oder gibt es eine Chance das die Schmerzen auch ohne Weg bleiben?

        Danke und viele Grüße
        Melanie

        1. Das Pregabalin nehmen sie weiter, das macht sich immer gut in Kombination mit Amitriptylin. Das Verbesserungsphänomen beobachte ich öft insbesondere direkt nach einem chirurgischen Eingriff, aber auch kurzzeitig bei Antibiotika. Danach wird es typischerweise schlimmer. Mit Bakterien hat das eher nichts zu tun. Zunächst würde ich eine Medikation für 6 Monate planen.
          VG J. Wagner

          1. Sehr geehrter Herr Wagner, zunächst möchte ich mich sehr bei Ihnen bedanken. Nachdem ich auf Ihren Rat hin Amytr. Zusätzlich zu Pregabalin eingenommen habe, wurde die Schnerzsituation deutlich besser. Seit einigen Wochen bin ich nahezu schmerzfrei unter 75 mg Pregabablin und 9 Tropfen Amytr. Der Zahn ist im Röntgenbild unauffällig.

            Heute hatte ich einen Termin bei meiner Zahnärztin welcher mir nicht gefallen hat. Sie sagte sie würde mir trotz des Erfolges der Medikamente zu einer Extraktion des wurzelresizierten Zahnes raten, da dieser einen Störherd darstellen kann. Sie wäre sicher, dass sich die Situation nach dem ziehen ohne Medikamente beruhigen wird. Das hat mich wieder verunsichert.

            Auch benötige ich eigentlich Kronen in allen Backen und Seitenzähnen und sie würde damit im betroffenen Gebiet in 2019 beginnen wollen und auch mehrere Zähne zeitgleich schleifen und versorgen, da die Krankenkasse ihrer Aussage nach Zähne einzeln nicht zahlt. Sie sagt als Begründung, damit ich nicht nachher auf beiden Seiten Schmerzen habe. Ich habe viele sehr große Zementfüllungen, die sie als bruchgefährdet einschätzt. Ich habe soviel Zement, weil mein Körper dies immer problemlos akzeptiert hat. Nach Kunststoff gab es oft Probleme.

            Ich vertraue der Ärztin nicht und weiß nun nicht wie ich bzgl. der Zahnversorgung fortfahren soll. Haben Sie einen Rat? Macht es Sinn einen Termin bei Ihnen wahrzunehmen?

            Viele Grüße
            Melanie

          2. Die Kollegin ist sicher tüchtig und will alles richtig machen. Aber die Tatsache, dass Ihre Symptome gut auf Pregabalin + Amitriptylin reagieren, beweist, dass es sich eindeutigt um neuropathische Schmerzen handelt. Wäre dagegen ein Zahn schuld, hätten Sie trotz der Medikamente weiter Zahnschmerzen.
            Klare Anweisung: Medikamente weiternehmen, keine Zahnarztmaßnahmen zulassen, die Kollegin hat von Neuropathie des Trigeminus leider keine Ahnung.

        2. Hallo Melanie,
          wie geht es dir? Wenn ich das Lese glaube ich der Artikel stammt von mir? Ich würde mich sehr auf eine Antwort sehr freuen!

  16. Sehr geehrter Herr Wagner,

    Ihre guten Informationen deuten bei mir stark auf eine Neuropathie des Trigeminus hin.
    Ich habe vor ca. 1 Jahr ein Implantat Zahn 3/6 mit künstlichem Knochenaufbau bekommen, 3/7 fehlt. Die Sache hat sich entzündet und es hat sich eine Ziste gebildet, der ZA hat den Knochenaufbau wieder entfernt und meinte das Implantat könnte gerettet werden, nach ca. 4 Wochen hat sich die Sache beruhigt. Ich hatte aber dort schon die Nervenschmerzen, vor allem im OK. Das freilegen des Implantats brachte auch wieder Schmerzen über 2 Wochen, aber die Krone wurde gesetzt und es ich war seitdem ohne Beschwerden.
    Vor ca. 2 Monaten bei einer Kontrolle wurde am 3/5 Karies unter der Krone festgestellt, Die Karies war sehr nervnah und der ZA meinte man muss abwarten ob der Nerv das verkraftet. Unmittelbar nach der Betäubung bekam ich Dauerschmerzen, wechselnd zwischen OK und UK. Der ZA meinte ich sollte 1 WO abwarten, Schmerz blieb, dann Wurzelbeh., kurze Besserung, dann wieder gleiche Schmerzen, ZA meinte, sieht alles ok aus, das könnte schon mal 2 Monate dauern, nach 6 Wo habe ich es nicht mehr ausgehalten und entschieden den Zahn zu entfernen, es stellte sich heraus dass der Zahn einen Riss hatte und Teile der Wurzel schon mit dem Kiefer verbacken waren, es musste herausgefräst werden, leider gab es nur eine kurze Linderung der Schmerzen, dann wieder alles wie vorher. Laut Befund ZA ist kein anderer Zahn auffällig, er findet nichts für die Beschwerden, leider hat er auch noch nichts von der Neuropathie des Trigeminus gehört, sonst hätte ich mir den Zahn bestimmt nicht so schnell ziehen lassen.

    Beschreibung momentaner Schmerz.
    Tief und dumpf, teilweise stechen, Wechsel zwischen entweder OK oder UK, nachts Schmerzen erträglich, nur leichter Druck, im Laufe das Vormittages beginnt der Schmerz und steigert sich dann, Kauen verbessert teilweise den Schmerz, Schmerzmittel Ibuprofen helfen nicht.

    Ich vermute das die Problematik mit dem Implantat den Nerv sensibilisiert hat und der eher kleinere Eingriff mit der neuen Krone das Ganze wieder getriggert hat. Was ich auf ihrer Seite gelernt habe ist, bloß nicht weiter die Zahnbehandlung verfolgen, sondern es erstmal mit 10 mg Amitriptylin zu versuchen.

    Was ist ihr Meinung Herr Wagner? Deutet dass auf eine Neuropathie des Trigeminus hin?

    Danke und viele Grüße
    Franz

    1. Hallo Franz,
      Grob geschätzt erfüllen Sie 95% der Kriterien für eine TNP. Das rechtfertigt einen Behandlungsversuch mit 10mg Amitriptylin, zunächst für 3 Wochen, a) um die Diagnose zu sichern und b) den langsamen Aufbau der Wirksamkeit des Mittels abzuwarten.
      VG J. Wagner

      1. Hallo Herr Wagner,

        vielen Dank für die schnelle Antwort, ich werde so verfahren.

        Was mich immer wieder irritiert, ist dass der Schmerz so springt und das z.B. wirklich bestimmte Zähne wehtun. Aber da muss ich meine Gedanken wohl mehr in Richtung TNP ausrichten.

        VG, Franz

  17. Sehr geehrter Herr Dr. Wagner,
    seit 6 Monaten habe ich ein andauerndesehr Druckgefühl zwischen zwei Zähnen im linken OK. Im Dezember letzten Jahres hatte ich eine starke Sinusitus mit Zahnschmerzen im linken OK.Der Zahnarzt diagnostizierte eine Mukozele. Der Backenzahn wurde mir daraufhin gezogen. Seitdem Schmerzen und Brennen der linken Gesichtshälfte und Druckgefühl im Zahnzwischenraum der zwei zähne vor dem gezogenem Zahn. Nehme seit einer Woche Gabapentin 1-0-2 .bis jetzt keine Wirkung. Wie lange dauert es,bis die Wirkung eintritt?Soll bis auf 600mg pro Tag das gabapentin steigern.
    Mit freundlichen Grüßen
    Tine

  18. Sehr geehrter Herr Wagner,
    aufgrund anhaltender ziehender Zahnschmerzen ohne Befund bin ich langsam am verzweifeln und habe nun Ihre Seite gefunden. Was Sie beschreiben, trifft tatsächlich auf mich zu, daher würde ich Ihnen gerne meinen Fall schildern (vorab möchte ich mich für die Länge entschuldigen, aber vielleicht helfen all die Details bei der Einschätzung).
    Die Vorgeschichte:

    – August 2017: Ich habe spät abends ungünstig auf eine steinharte Erdnuss gebissen und mir dabei ein sehr großes Stück vom 1.6 rausgebrochen
    – Zahnarzt hat am nächsten Morgen einen Kältetest durchgeführt > Zahn vital
    – Zahn hatte auch tiefe Karies, die entfernt wurde und anschließend wurde und eine großflächige Kompositfüllung gemacht
    – Am Behandlungstag: keine Schmerzen, am Tag darauf: starkes Ziehen (dachte aber das sei normal)
    – Seitdem (mittlerweile seit rund 10 Monaten) immer wieder ziehende Schmerzen im rechten Oberkiefer, besonders nach dem Genuss von Wein und Sekt (keine genaue Lokalisierung möglich, Schmerz wandert). Nachts keine Schmerzen, nehmen im Tagesverlauf bis zum Abend hin zu.

    – März 2018: Am 1.7 wurde tiefe Karies unter einer bestehenden Füllung festgestellt und als möglicher Reizauslöser gedeutet. Karies wurde entfernt, Zahn mit Kompositfüllung verschlossen.
    – kurzzeitige Besserung, ich konnte sogar wieder Wein ohne Beschweden trinken

    – April 2018: Ziehende Schmerzen kamen wieder, wanderten zwischen 1.6, 1.7 und 1.8 hin und her. Klopftest an allen Zähnen unauffällig, Vitalitätstest normal, keine Auffälligkeiten im Röntgenbild.

    – Mai 2018: Ich hatte das Gefühl als gäbe es einen Defekt im Zwischenraum zwischen 1.5 und 1.6. Wenn ich mit dem Fingernagel nachgespürt habe, hat dies den Schmerz verstärkt. Also wieder zum Zahnarzt.
    – Zahnarzt stellt fest, dass tatsächlich auch eine Ecke von 1.5 abgebrochen war (vielleicht ebenfall durch die Ednuss im August 2017?!) und die Füllung (Komposit) erneuert werden sollte, ebenfalls Karies unter der Füllung. Hatte trotz Betäubung beim Bohren Schmerzen und das Gefühl als wäre eine Nadel in meinem Zahn. Geblutet hat es auch. Dachte aber das sei normal, habe aber jetzt Angst dass der Zahnarzt in den Nerv hineingebohrt hat?!

    – Nach der Behandlung und nach Nachlassen der Betäubung: Extrem starke Schmerzen, IBU 600 und Wange gekühlt, über Nacht trat Besserung ein. Hatte danach die Hoffnung, dass diese extreme Nervreaktion ein Hinweis darauf sein könnte, den Schuldigen gefunden zu haben.
    – An den Folgetagen nur noch leichte Schmerzen bei körperlicher Anstrengung, schließlich keine Schmerzen am 1.5 mehr. Ziehende, diffuse Zahnschmerzen blieben weiterhin bestehen.

    – 1 Woche nach der 1.5-Behandlung, anhaltend bis heute (Juni 2018, also seit 1 Woche): Eines Nachts auf einmal starke ziehende Schmerzen, die sich wieder beruhigt haben. Seitdem Schmerzen beim Hinlegen am 1.5, die sich aber im Laufe der Nacht immer wieder beruhigen. Nach wie vor: KEIN Pochen, KEINE Aufbissempfindlichkeit.

    – Juni 2018: Erstmals starkes Ziehen in beiden Schneidezähnen, das v.a. durch Wärme gelindert wird. Bisher kein Röntgenbild, Arzt meint der Schmerz vom 1.5 strahlt aus. Ich habe immer ENTWEDER die Schneidezahnschmerzen ODER die seitlichen ziehenden Schmerzen (die sich aktuell auf den 1.5 konzentrieren und nicht mehr so stark wandern wie vorher)

    Ich war nun schon bei 6 verschiedenen Zahnärzten und beim HNO. Zig Mal Klopf- und Vitalitäts, alles unauffällig. Freiliegende Zahnhälse mehrmals mit Duraphat und mit „festem“ Lack versiegelt. Vermutung: Gereizter Nerv, der sich beruhigen muss. Ich dachte wenn der Zahn nun „dicht“ ist, müsste er sich ja beruhigen. Aber der Nerv lässt sich immer wieder neu reizen, wenn ich nur schon mit dem Fingernagel in den Zwischenraum 1.5/1.6 gehe. Empfindliche Zahnhälse schließe ich aus, da selbst eiskaltes Wasser nicht wehtut und der Schmerz nicht blitzartig, sondern dauerhaft ist.

    Ich weiß nicht mehr weiter. Übermorgen habe ich nochmal einen Termin bei einem sehr akuraten Zahnarzt. Im Grunde glaube nach wie vor, dass der Schmerz vom Zahn ausgeht, da er sich durch äußere Reize (mit dem Fingernagel oder der Zunge in den Zahnzwischenraum gehen / Wein / Süße Getränke) hervorrufen lässt. Bis vor 2 Wochen hatte ich immer den 1.6 im Verdacht da die Schmerzen bestehen seit dieser abgebrochen und behandelt wurde. Seit der 1.5 gemacht wurde konzentrieren sich die Beschwerden aber zunehmend auf diesen so dass ich vermute dass er ausstrahlt.
    Habe vor ca 1 Std. erstmals 20 Tropfen Novalgin genommen, der Schmerz hat nun leicht nachgelassen.

    Ich wäre für jede Hilfe dankbar.
    P.S.: Ich wohne in der Nähe von Leverkusen, könnte also auch in Ihre Praxis kommen…

    1. Wir unterscheiden den nociceptiven (durch Schäden im Ortsgewebe) vom neuropathischen (durch Schäden der Schmerzleitung) Schmerz. Sie scheinen beide mit einem Überwiegen der neuropathischen Komponente zu haben. Neuropathisch ist eindeutig das Ziehen in den Schneidezähnen, die Verbesserung durch Wärme, die Besserung der Schmerzen nachts und der Schmerz im Zahnzwischenraum. Empfehlung: Anbehandeln mit Amitriptylin 10mg pro Tag. Kontrolle nach 4 Wochen, keine weiteren Zahnbehandlungen!
      VG J. Wagner

  19. Hallo Dr. Wagner,

    ich wende mich nochmals an Sie, da ich nach 5 Wöchigen oralen Behandlung mit 3 x 2mg Clonazepam Anwendung keine signifikante Besserung erfahren habe. Ich habe es dann letzte Woche Montag das letzte Mal angewendet und seit dem nicht mehr. Seit Donnerstag habe ich extem innere Unruhe und Angstzustände. Ist es möglich das trotz Speichel ausspucken – Wirkstoffe über die Mundschleimhaut in den Körper gelangt sind und sich jetzt soetwas wie Entzugssymptome zeigen? Ich habe was die Schmerzen angeht auch nur vermindert Besserung erfahren und würde gern Amitriptylin und Pregabalin ausprobieren, habe jedoch großen Respekt vor diesen Medikamenten. Zu welcher Dosis raten Sie mir?
    Ich möchte es sehr vorsichtig angehen. Schmerzintensität nach wie vor unter 5.
    Für Ihren Rat wäre ich nochmals sehr dankbar.
    Freudliche Grüsse
    Susan Schröder

    1. Clonazepam ist für sie ungeeignet. Das funktioniert entweder sofort oder gar nicht. Amitriptylin sollten Sie mit einer halben Tablette 0 – 0 – 1/2 beginnen, Pregabalin 1 – 0 – 1.

      VG J. Wagner

  20. Sehr geehrter Herr Dr. Wagner
    Ich hoffe sie können mir weiter helfen oder zumindest sagen was ich habe denn ich bin am verzweifeln.
    Mein Leidensweg fing im Juli 2017 an da würden mir die letzten zwei weißheitszähne chirurgisch entfernt beide waren noch im zahnfleisch drinnen bei dem links unten sag das zahnfleisch immer leicht geschwollen aus und legte sich nicht mehr so zurück zum zahn wie es sein sollte. Bei dem rechts oben blieb die Wunde offen ich spülte wie eine irre nach jedem essen mit Listerine weil ich Angst hatte das Speisereste stecken bleiben. Rechts oben langte ich immer mit der Zunge in das Loch um zu fühlen ob ich Speisereste drinnen habe.
    Ich ging öfter zum kieferchirurgen aber der fand nix sah alles gut an am September 2017 langte ich rechts oben wie des öfteren wieder mit der Zunge hin danach bekam ich plötzlich schmerzen die nach ca einer Stunde aufhörten. Am nächsten Tag wachte ich auf und hatte plötzlich zahnschmerzen an den zwei kleinen schneidezähnen ab da fing alles richtig an. Ein Schneidezahn war schon wurzelbehandelt worden vor 10 Jahren der andere nicht. Ich ging zum zahnarzt 6 wochenlang weil er nix fand nix komischerweise fing mein zahnfleisch zu schmerzen an an allen 4 enden wo die weißheitszähne waren um so öfter ich ging um so schlimmer die schmerzen es breitete sich immer mehr aus. am röngten nix beim Kälte test auch nicht in der 7 Woche machte er eine wurzelbehandlung bei den einen schneidezahn. Zwei Tage später bekam ich eine entzündung zu guter letzt bekam ich bei beiden kleinen schneidezähnen eine WSR im Dezember 2017 ich habe nach wie vor Schmerzen es fühlt sich an wie wundschmerzen bei der wurzelspitze wenn mir mehr der rechte schneidezahn weh tut verspüre ich hinten rechts oben und unten an den stellen wo die weißheitszähne waren einen oberflächlichen dumpfen Schmerz. Ist es der linke schneidezahn dann das selbe hinten links. Ich war bei sämtlichen zahnärtzten und kieferchirurgen keiner findet was es sei alles ok. Ich hatte einen Ultraschall ich war beim HNO und bei einer Neurologin nichts. Ich hatte ein Ober und Unterkiefer Mrt nix zu sehen. Ich hatte ein Gehirn mrt Triminigusneuralgie kein befund. Ich bin am verzweifeln habe jeden Tag schmerzen außer nachts wenn ich schlafe. Habe jetzt im August einen Termin bei der Schmerzambulanz mal sehen. Vielleicht können sie mir bitte bitte bitte sagen was ich haben könnte.
    Ich bin am verzweifeln ich bin jetzt 32 mein freund und ich hätten für nächstes Jahr geplant an einem Baby zu basteln. Wenn ich die schmerzen aber nie wieder los werde würde es mir das Herz brechen denn es würde für mich bedeutet das ich kein Baby bekommen sollte. Also bitte Herr Dr Wagner helfen sie mir
    Danke
    LG Nicole

    1. Sieht für mich eindeutig nach TNP (Trig.Neuropathie) aus. Wenn nachts der Schmerz weg ist, dann liegt es nicht am Zahnfleisch und nicht an den Zähnen. Die gehäuften chirurgischen Maßnahmen der letzten Zeit (Weisheitszähne, WSRs) haben den Schmerz getriggert, das bedeutet nicht verursacht, aber angestoßen. Jetzt gilt es, auf keinen Fall neue zahnmedizinisch / chirurgische Maßnahmen zuzulassen. Egal mit welcher Begründung. Das gilt auch für Bohrarbeiten. Wenn Ihr Schmerz im Durchschnitt stärker ist als 5 auf der Skala 0 bis 10, brauchen Sie außerdem pharmakologische Hilfe. Wenn niedriger, dann reicht ein Xylocain Spray in die Nasenlöcher, gibt es rezeptfrei.

      VG J. Wagner

      1. Danke für ihre Antwort
        Die Schmerzskala ist unterschiedlich an manchen Tagen eine 4 an manchen eine 7.
        Eine letzte Frage hätte ich bitte noch verschwinden die schmerzen von selbst ganzheitlich oder bleiben mir die schmezen auf die dauer?
        Vielen lieben dank
        LG Nicole

        1. Bei Ihnen stehen die Chancen 60:40 für eine spontane Heilung. Die Voraussetzung ist, dass keine zahnmedizinischen Eingriffe in dem Gebiet vorgenommen werden. Dazu zählen auch Füllungen und Kronen, Implantate sind ausgenommen. Und eine angepasste antineuropathische Medikation solange der Pegel zu hoch ist.
          VG J. Wagner

  21. Sehr geehrter Herr Wagner ich hatte Ihnen schon mehrmals geschrieben per Email und im Forum bisher erhielt ich keine Antwort, haben Sie mich vergessen? LG jule

  22. Sehr geehrter Herr Dr. Wagner!
    Ich habe ihre Website aufmerksam gelesen und diese hat mir so sehr geholfen. Ich danke Ihnen.
    Ich bin 37 Jahre, ich leide seit ich denken kann, an Schmerzen an den Zähnen. Überempfindlichkeit, unerklärliche Schmerzen und immer ohne Befund.
    Ich bin starke Zahnpresserin, trage seit 10 Jahren (mit Pausen) eine Schiene in der Nacht. Pressen tue ich einmal mehr, einmal weniger. Meine letzte Zahnbehandlung war vor 12 Jahren unter Vollnarkose, da ich eine Dentalphobie habe. Alle Amalgamfüllungen wurden damals entfernt und ein Zahn wurzelbehandelt, nachdem dieser zu Tode gebohrt wurde (Das war auch der Beginn für meine Zahnartangst, denn ich wurde am Sessel festgehalten und habe geschrien vor Schmerzen).
    Danach immer wieder mal Schmerzen bei verschiedenen Zähnen. Ich bekam wieder mal eine Zahnschiene und wurde dann weggeschickt.
    Dann vor ca. 5 Jahren fing der Frontzahn an zu schmerzen, unerträglich. Ich trug zu diesem Zeitpunkt, keine Zahnschiene. Der Zahnarzt wollte eine Wurzelbehandlung machen, die ich natürlich verneint habe. Ich bekam eine neue Schiene. Der Zahn beruhigte sich nach einem halben Jahr. Ich denke er war durch das Pressen und eventuelle Knirschen traumatisiert.
    Dann immer wieder leichtes Zwicken und Zwacken in den Zähnen. Aber ich konnte damit gut leben. Pressen tat ich auch nicht wirklich viel und so vergingen die Jahre und ich gab mich meinem Schicksal hin. Schmerzempfindliche Zähne.
    Vor 17 Monaten fing mein Leidensweg erneut an, diesesmal jedoch in sehr schlimmen Ausmaß. Ich war im 9. Monat schwanger. Auf einmal fing mein, vor 12 Jahren, wurzelbehandelter Zahn 4/6 an zu schmerzen. Mit Homöopathie und Schüssler bekam ich es in den Griff. Dann 2 Monate Ruhe. Dann wieder der Zahn 4/6, dumpfer Schmerz, bis in die Ohren. Schmerzen ohne Ende, wenn ich Stress hatte, reagierte er, wenn ich radfahren war, reagierte er.
    4 Zahnärzte, gleiche Meinung, ohne Befund. Alles in Ordnung und dieser besagte Zahn könnte nicht mehr reagieren. Punkt.
    Einen Tag hatte ich mal Ruhe, am nächsten Tag dann wieder einmal Hölle und zurück. Schmerzmittel keine Hilfe und auf Dauer auch für meinen Magen der pure Alptraum, trotz Magenschutzes.
    Ich verlagerte meine Bisskraft auf die linke Seite und aß nur noch dort. Bis Zahn 2/6 anfing zu schmerzen. Er reagierte auf Essen, auf warme Speisen und fing dann auch mal so an zu ziehen, danach folgten Schmerzen wie bei einer Zahnfleischentzündung ohne irgendeiner Rötung, dann auf einmal Druck auf Kiefer, Brennen und so weiter … Der Zahnarzt fand natürlich nichts, außer einen minimal freiliegenden Zahnhals.
    Dann aß ich nur noch ganz links hinten, quasi am Zahnfleisch. Dadurch habe ich mein gesamtes Kiefer irgendwie beleidigt. Jetzt esse ich nur mehr flüssig. Ich habe 11 kg abgenommen, habe jeden Tag Angst aufzustehen und wieder solche Schmerzen zu haben. Einmal ist es Zahn 2/6, dann Kieferschmerzen, dann wieder mal ein einzelner Zahn, Ohrenrauschen, Zahn 4/6, Schmerzen bis in die Ohren und so weiter … Ich hatte nie Schmerzen in der Nacht, heute das erste Mal. Aber es war im Kiefergelenk. Nicht schlimm, aber es tat weh. Sonst bin ich immer gut geschlafen. Ich bin schon komplett angespannt weil ich immer weiß, jeden Moment kommt wieder der Schmerz und niemand kann mir helfen. Auch keine Kieferübungen und Entspannungsübungen. Dann bin ich noch mehr angespannt und mein Kiefer auch. Das reizt wieder meine Nerven und die Zähne fangen wieder an. Ein Kreislauf von Schmerzen. Lebensqualität gleich null.
    Ich bin am Ende meiner Kräfte und hoffe auf einen Rat von Ihnen.
    Vielen Dank und LG aus Österreich

    1. Hallo Frau B.W.
      Eins scheint sicher zu sein: Die Schmerzen kommen nicht daher, wo Sie sie spüren. Soll bedeuten: Es sind nicht die Zähne 26 und 46, sondern der Ort wo sich das Drama abspielt ist Ihr Trigeminus. Zahnärzte können in dieser Situation nichts verbessern, sondern nur verschlimmern. Sie brauchen eine antineuropathische Medikation, auf Dauer. Fangen Sie zunächst mit 10mg pro Tag Amitritpylin an. Wenn das nach 2 Wochen wenig Wirkung zeigt, kommen weitere Medikamente dazu.
      VG J. Wagner

  23. Hallo Herr Dr. Wagner,

    ich komme gerade vom Zahnarzt – ohne Befund. Ich habe seit einiger Zeit (meist kurz vor der Regelblutung oder nach Erkältungen ) starkes, sehr unangenehmes Druckgefühl im linken Oberkiefer (Wangenknochen), wo ich einen wurzelbehandelten Zahn habe. Es fühlt sich wund an, wie geschwollen, zieht über die ganze Seite, manchmal hoch zum Auge und runter zu den Seitensträngen, manchmal Taubheitsgefühle im Wangenbereich. Klopftest, Aufbeißtest, Kältetest – alles unauffällig. Ich habe eher den Eindruck, dass es durch Gegendruck besser wird. Ich habe eine Aufbissschiene für nachts, trage die aber nur ungern, weil ich das Gefühl habe, dass der Druck dadurch stärker wird. Ich stille noch, weshalb ich kaum Medikamente nehmen kann. Haben Sie eine Idee, was das sein kann und was mir helfen könnte?

    Herzliche Grüße
    Jeannie

    1. Hallo Jeannie,
      Sie haben es selber geschrieben „bei Gegendruck besser“. Das kann nicht vom Zahn oder Zahnfleisch kommen. Meine Empfehlung: Kaugummi

      VG J. Wagner

  24. Hallo Herr Wagner,
    ich bin so froh Sie gefunden zu haben, und hoffe so sehr das Sie mir helfen können.
    Ich erzähle mal von meinem Leidensweg…
    Ich muss dazu sagen das ich starke Angstpatientin bin und aufgrund dessen bestimmt 8 Jahre nicht mehr bei einem Zahnarzt war. Nunja angefangen hat das ganze vor ca eineinhalb Jahren. Damals tat mir ein vorletzter oberer Backenzahn weh. Dieser war bereits seit ca 10 jahren Wurzelbehandelt, war auch immer ruhig bis dorthin. Mir wurde eine teure revision vorgeschlagen oder eben eine Wurzelspitzen Resektion. Vor lauter Angst und Misserfolg davor ließ ich ihn mir dann unter Dämmerschlaf ziehen. Danach war endlich Ruhe. Circa ein halbes Jahr danach fing auf einmal mein oberer Forderer Frontzahn an zu schmerzen, dieser war soweit ich noch weiß auch schon sehr lange Zeit ca 15 Jahre Wurzelbehandelt. Eigentlich war dort auch alles Ok bis auf das ich dort seit ca 1.5 Jahren ab und zu so ein kurzes stechendes blitzartiges Gefühl Dauer so ca 1 min hatte das war immer schon sehr schmerzhaft und unangenehm und ich wusste nicht woher es kam, plötzlich ohne Anlass da dann wieder weg …. anfangs kam dieses gefühl nur alle paar tage mal, zum schluss so gut wie jeden Tag….paar Zahnärzte bei denen ich war ca 5 Stück konnten es sich nicht erklären, bzw jeder sagte was ganz anderes… Daraufhin ließ ich mir den Zahn leider auch ziehen. Ich bekam ein Klammerprovisorium für den einzelnen fehlenden Zahn rein. In der Zwischenzeit tat mir der allerletzte obere hintere Backenzahn auch höllisch weh und auch diesen ließ ich mir ziehen weil ich keine Wurzelbehandlung auch aufgrund von schlechter Erfahrung mehr machen wollte, ich dachte wirklich ich wäre jetzt endlich mal nach so langer Zeit mit ständig nur zahnschmerzen beschwerdefrei 😏 Leider erst ca 9 Wochen später aufgrund von Zahnartzwechsel wurden mir dann, in Vollnarkose zwei Nachbar Zähne der linken Seite und einer der rechten Seite neben dem gezogenem Zahn für eine Brücke beschliffen. Und es wurde bei acht anderen Zähnen alte Füllungen gegen neue höherwertige Kunststoff Füllungen ausgetauscht damit wenn schon gleich alles in einer OP wegen der starken Angst gemacht werden kann. Nach der Op hatte ich an dem beschliffen Zahn an der rechten Seite starke Schmerzen….und jetzt seit 3 Wochen auch wieder diese stark kurz einschiesende wie Blitzschlag schmerzen…vorallem in ruhe Lage bzw im Liegen. Und tagsüber auch ab und zu diese Art Schmerz aber eher ein ständiges komisches leichtes druck Gefühl oder leichtes brennen unter dem einzelnen Zahn mit Schutz kappe bzw Provisorium. Und was ich auch sehr komisch finde ist das mir seit der Op auf einmal sämtliche Zähne weh tun….Am meisten aber ausgehend von dem Loch wo der letzte obere Backen Zahn gezogen wurde….Also die Schmerzen wandern von oben nach unten von rechts nach links also alles tut auf einmal weh …Mal mehr mal weniger….Meist aber direkt nach dem aufstehen. …Ich bin so sehr verzweifelt ihr kann nicht mehr ich bin nur noch schmerzmittel Ibuprofen800 er zusammen mit Novaminsulfon und seit 3 Tagen noch tilidin 800/1 retard dazu, wober ich aber das Gefühl habe das tilidin überhaupt nicht hilft. Ich habe mal versucht Tavor mit dazu zu nehmen, dabei hatte ich das Gefühl das dies etwas zumindest gegen diese elektrischerSchlag schmerzen hilft….Ist vielleicht aber auch nur Einbildung da man da nicht so permanent an den Schmerz denkt… Ich weiß echt nicht mehr weiter bin mich nur noch von schmerzmittel am ernähren…und diese Schmerzen gehen mittlerweile so sehr auf die Psyche….
    Am meisten macht mir gerade dieser Abgeschliffene obere Zahn sorgen, der Zahnarzt meinte vor 3 Wochen erst da müsse man eventuell Wurzelbehandlung machen aber erstmal abwarten er würde sich warscheinlich noch beruhigen.
    Aber das tut er nicht wirklich ….und Wurzelbehandlung halte ich nicht aus. Und ziehen will ich eigentlich auch nictht, geht ja jetzt sehr schlecht weil ja in einer Woche schon das Brücken Provisorium drauf soll…
    Bin total verzweifelt, weiß nicht mehr was ich tun soll😏😏
    Vielleicht können Sie mir ja sagen was da bei mir los ist. Was ich am besten tun soll.
    Liebe grüße Jasmin

    1. Blitze sind der Klassiker beim Trigeminus. Sie haben eine ordentliche Neuropathie mit Übergang zur Trigeminus Neuralgie. Diese Situation schreit nach Carbamazepin 300mg pro Tag. Tilidin ist absolut ungeeignet. Bitte suchen Sie Ihren Hausarzt / Neurologen auf, der Ihnen Carbamazepin verschreibt.
      VG J. Wagner

  25. Sehr geehrter Herr Dr. Wagner!

    Habe heuer zum Muttertag (MAI) auf irgendetwas sehr hartes gebissen, wo dann der 2. Backenzahn von hinten oben rechts der Nerv beleidigt war – einmal hatte ich starke Schmerzen & dann waren Sie wieder weg
    (war da auch beim Zahnarzt & der konnte nichts erkennen)
    & dann waren die Schmerzen über 2 Wochen sehr da – war dann wieder beim Zahnarzt & dieser sagte dann er würde eine Wurzelbehandlung machen – (da ich an diesen Zahn immer wieder Probleme hatte nach einer tieferen Füllung!)
    habe ich dann für die Wurzelbehandlung zugestimmt!

    bei der 1. Sitzung würden die Wurzelkanäle gesäubert (3 Wurzelkanäle!) dann nach der Behandlung wurde der Zahn provisorisch verschlossen – danach hatte ich so einen komischen starken Druck im Zahn – bzw. auch einen chemischen bzw. komischen Geschmack im ganzen Mund vorallem im Oberkiefer – dann nach 2 Wochen würde die Würzelkanäle nochmals durchgereinigt u. dann wurde die Wurzelfüllung gemacht – & zusätzlich bekam ich noch ein Antibiotikum falls es noch eine kleine Entzündung gäbe – der Zahn würde provisorisch verschlossen & dann eine Woche später würde die endgültige Füllung gemacht (Kunststoff!)

    Danach noch immer so einen Druck im Zahn & ein Brennen im ganzen Mund besonders im Oberkiefer – fühlt sich so an als würden viele Zähne brennen bzw. das Zahnfleisch auch – habe auch für das Zahnfleisch eine antibaktrielle Mundspülung gemacht also Chlorxemidin für 10 Tage – keine Besserung danach war ein anderer Zahn im Oberkiefer beleidigt bei diesen würde 2x mal dir Füllung erneuert zuerst eine Kunststofffüllung & beim 2 mal eine Amalgamfüllung – mit Betäubung – bzw. Spritze danach bekam in an der Einstichstelle der Spritze eine Entzündung bzw. Aphte – diese war dann für 5-7 Tage da!

    Danach begann wieder der wurzelbehandelte Zahn zum leicht ziehen bzw. Dauerdruck – brennendes Gefühl usw…
    Danach auch hier der Füllungwechsel von Kunststoff auf Amalgam auch keine wirklich Besserung!

    War auch bei verschiedenen Zahnärzten aber keiner konnte eine richtige Ursache feststellen – einer riet mir dazu den Wurzelbehandelten Zahn zu ziehen da hier irgendwo eine Entzündung sein kann an der Wurzelspitze die man am Röntgen noch nicht sieht u. die immer schlimmer werden würde & man dann nach ein paar Monaten am Röntgen sichtbar wäre!

    (selber die Wurzelfüllung bzw. Wurzelbehandlung war lt. Zahnärzten sehr guad gemacht bzw. die Füllung bis an das Ende der Wurzelkanäle – eine Wurzel ging bis in die Kieferhöhle hinein zur Info!

    Schmerztabletten (Seractil, Parkemed, Novalgin Tropfen usw.. haben fast nicht gebracht bei mir!)

    Dann sind wir in den Urlaub gefahren & dort war der Schmerz immer mehr da einmal da & dann da & ich habe mich entschieden den Zahn ziehen zu lassen – dieser war sehr schwer zu entfernen dauerte lange bzw. stand die Gefahr da das die Kieferhöhle eröffnet wird – war aber dann Gott sei Dank nicht der Fall & der Zahn war heraußen nach langen hin & her!
    & Antibiotikum bekamm ich auch noch!

    die ersten 2-3 Tage waren nicht so besonders durch den Wundschmerz usw… aber danach würde es besser & die vorhanden Symptome was ich erzählt habe waren fast nicht da!

    Dann nach dem Urlaub ca. kamen wieder die Gefühle mit brennenden, bzw. komischen Geschmack & manchmal ein Stechen – also so ca. ein leichter bzw. mittlerer (manchmal schwer!) Dauerschmerz!

    Hab mich dann erkundigt bzw. auch schon vor dem Urlaub was die anderen Grunde noch sein können – & bin da drauf gestoßen das das von Nervenschmerzen im Gesicht kommen könnte!

    bin dann zu einem Neurologen – dieser sagte auch das nicht von den Zähnen kommen kann – da ich fast immer die ganze Nacht durchschlafen kann – weil bei Zahnschmerzen könnte man das nicht!

    SIE glaubte aber auch nicht dass es Nervenschmerzen sind sondern ich mich da sehr reinsteige bzw. das es chronisch ist – u. ich mir das vielleicht nur einbilde bzw. mein Gehirn mir hier einen Streich spielt & die Schmerzen austrahlt usw… aber ich kann mir das nicht ganz vorstellen, jaa ich steiger mich da rein vielleicht spielt es eine kleine Rolle aber ich kann mir nicht diese ganzen Symptome einbilde!

    Sie glaubte mir dann ein bisschen & verschrieb mit für 1 Woche mal Lyrica 75mg – 1 Früh & 1 Abend!
    sie gab mir auch eine Überweisung für ein MRT für den Schädel – da hab ich bereits angerufen & gleich einen Termin für Samstag bekommen!

    habe auch nächste Woche noch einen Termin beim HNO Arzt noch zur Abklärung der Nebenhöhlen bzw. Kieferhöhle ob diese entzündet oda ob es noch Ursachen gäben könnte!

    & ein großes Blutbild lasse ich auch nächste Woche noch machen zur Sicherheit!

    Hoffe Sie haben vielleicht eine Lösung für mich bzw. was würden Sie mir empfehlen- welche Medikamente bzw. welche Therapie usw…

    Was glauben Sie was der Auslöser gewesen ist?

    Würde mich sehr über Ihre Antwort freuen – weil bei den Ärzten fühlt man sich nicht verstanden bzw. keiner glaubt einem & es schieben alle in die Psyche!

    Hoffe auf Ihre Anwort 🙂

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Zeit!

    Julian

      1. Hallo Hr. Wagner!
        lt. Neurologen bzw. Anäthesie bzw. Intensivmedizin ist alles Ok mit den Trigeminusnerv lt. MRT mit Kontrastmittel!
        Lyrica 75 mg vormittag & am Abend bringt leider auch keine wirkliche Besserung ein, habe jetzt lt. Arzt auch nochmal für 2 Wochen Prendisolon (Cortison) 5 mg immer in der Früh genommen aber dadurch leider auch keine wirklich Besserung eingetretren, & jetzt ist leider ein Zahn noch kaputt & eine Wurzelbehandlung eingeleitet worden wo jetzt eine Einlage drinnen is & dieser nächste Woche fertig gemacht wird – alles einfach derzeit nicht einfach!

        Habe MRT, DVT Zähne, CT & Ultraschall alles gemacht, man sieht die Entzündung nur von dem gerissen Zahn mehr lt. allen Ärzten nicht – man vermutet das die Schleimhaut bzw. die Nerven dort einfach sehr gereizt sind!

        Kann man noch irgendwelche Untersuchungen machen ob es vom Trigeminus kommt? bzw. was würden Sie noch untersuchen lassen?
        wenn jaa welche?
        (kann es vielleicht auch von einer Amalgamplombe kommen?)

        Was würden Sie mir empfehlen von den Medikamentös welche Ich nehmen soll bitte um kurze Info!

        Vielen Dank für Ihre Zeit

        1. Es gibt bis dato keinen objektiven Test auf Neuropathie des Trigeminus. Weder MRT, noch DVT noch CT können die Fehlfunktion des Trigeminus abbilden. Es gibt eine winzige Möglichkeit, es handelt sich um ein Laser induziertes Potential im EEG, das aber Neurologen wegen des Aufwandes scheuen. Dazu ist das Ergebnis oft nicht eindeutig.
          Die einzige sichere Methode ist die Anamnese. Wenn dann bestimmte Schmerzqualitäten, Schmerzen nur Tags, Rampenverlauf des Schmerzes, viele frustrane Zahnarzteingriffe und weibliches Geschlecht auftauchen, dann wird die Diagnose immer wasserfester. Amalgam ist immer unschuldig.
          Bei Schmerzen bis 5 einschließlich ist empfehlenswert Amitriptylin 10mg 0-0-1 dazu Gabapentin 400mg 1-0-1. Darüber zusätzlich Carbamazepin 300mg 0,5 – 0 – 0,5

          1. Hallo Hr. Wagner,

            also es ist bereits ein bisschen besser geworden finde ich, habe weniger das Brennen bzw. einen komischen Geschmack!

            Nehme derzeit Amitrptylin 10 mg 0-0-1 dazu Lyrica 75mg 1-0-1 & zusätzlich Carbamazepin 300mg Retard 0-0,5-0

            Habe ja vor ca. 2 Monaten im linken Oberkiefer im 5 Zahn also kleiner Backenzahn – eine Wurzelbehandlung bekommen – da hier im Zahn ein Hohlraum bzw. ein Loch war & das hier schon beim Nerv wäre!
            habe bei diesen Zahn noch immer einen Druck bzw. ein leichtes Stechen manchmal bzw. so eine Art Kribbeln in diesem Bereich…
            (kommt dieses noch von der Wurzelbehandlung (soll ich da einfach noch abwarten?) bzw. auch vom Trigeminusnerv der das ausstrahlt? – wann sollte ich den ein Kontrollröntgen machen ob mit der Wurzelbehandlung alles gepasst hat & es keine Entzündung gibt im Knochen oder Wurzelspitze?

            & zusätzlich wollte ich noch fragen ob es gut ist durch den Schmerz von den Wurzelbehandelten Zahn und so die anderen Beschwerden – Tramadol Tropfen dazu zunehmen – sind mir empfohlen worden auch für die Nervenschmerzen bzw. für die Entzündung im Oberkiefer?
            wenn jaa minimal dazu oder?

            bitte um diese Infos – Vielen Dank im Voraus 🙂

            Lg Julian

          2. Hier die Antworten:
            Habe ja vor ca. 2 Monaten im linken Oberkiefer im 5 Zahn also kleiner Backenzahn – eine Wurzelbehandlung bekommen – da hier im Zahn ein Hohlraum bzw. ein Loch war & das hier schon beim Nerv wäre!
            habe bei diesen Zahn noch immer einen Druck bzw. ein leichtes Stechen manchmal bzw. so eine Art Kribbeln in diesem Bereich…
            (kommt dieses noch von der Wurzelbehandlung (soll ich da einfach noch abwarten?)
            — Kribbeln kommt von Trigeminus. Aufbissschmerz wäre Zahn.

            bzw. auch vom Trigeminusnerv der das ausstrahlt? – wann sollte ich den ein Kontrollröntgen machen ob mit der Wurzelbehandlung alles gepasst hat & es keine Entzündung gibt im Knochen oder Wurzelspitze?
            — 6 monate nach Wurzelfüllung, dann alle 3 Jahre.

            & zusätzlich wollte ich noch fragen ob es gut ist durch den Schmerz von den Wurzelbehandelten Zahn und so die anderen Beschwerden – Tramadol Tropfen dazu zunehmen – sind mir empfohlen worden auch für die Nervenschmerzen bzw. für die Entzündung im Oberkiefer?
            — Tramadol ist mir hier eher unangenehm aufgefallen. Meistens ohne erkennbare Wirkung.

            wenn jaa minimal dazu oder?
            — Ibuprophen bringt meistens mehr in Akutfällen.
            VG J. Wagner

          3. Vielen Dank für Ihre schnelle Info 🙂

            Habe beim wurzelbehandelten Zahn also linken Oberkiefer also der 5. Zahn ein Kribbeln bzw. leichtes Ziehen – aber kann auch seit der Wurzelbehandlung bzw. kurz vorher leider auch nichts richtiges auf dieser Seite beißen also ein Aufbissschmerz ist schon vorhanden & oder kann das einfach auch noch normal sein nach der Wurzelbehandlung bzw. füllung es tut auch weh wenn ich mit dem Finger auf den Zahn drücke sagen wir es so!!!
            – sollte ich da einfach noch abwarten also ab der Wurzelbehandlung ca. 6 Monate? habe schon öfters gesagt bekommen von Zahnärzten das das bis zu 6 Monaten dauert bis der Zahn OK ist…
            Oder etwas unternehmen bzw. früher ein DVT machen sieht man es da früher ob etwas nicht passt?

            Vielen Dank für Ihre weiteren Infos – bzw. noch hier um Info!

            LG Julian

  26. Guten Tag Herr Dr. Wagner,

    durch Zufall bin ich auf Ihre interessante Seite gelangt. Ich bin 37 Jahre, lebe in Hamburg. Seit gut 1,5 Jahren leide ich unter Beschwerden im Zahn-/Kieferbereich. Ich hoffe, Sie haben einen Rat für mich. Ich versuche mich kurz zu fassen….

    Im Februar 2017 bekam ich eine Wurzelbehandlung am Zahn 2,.6. Diese wurde leider nicht so gut ausgeführt (ein Kanal übersehen, einer Überstopft mit Material in der Kieferhöhle) Der Zahn gab nie Ruhe…. zwischendurch hatte ich noch eine Weisheitszahn op bei der die Oberen 8er aus dem Kiefer „gegraben“ wurden. Nach einem Jahr Beschwerden wurde der Zahn 2.6 gezogen im Januar 2018, da die Beschwerden nur kurze Zeit weg waren, wurde auch das überstopfte Material in einer kleinen OP rausoperiert (im Juli 2018).

    Leider sind die Beschwerden nach wie vor da, ich empfinde sie so:
    Im ganzen Bereich des 8er bis 6er eine Art Brennen, komisches Gefühl einfach, manchmal ist es auch mit Schmerzgefühl verbunden (kann dabei nicht sagen ob stechend oder pochend) es ist schwer zu beschreiben. Ibuprofen etc bringt sehr wenig Linderung. Es ist aber dauerhaft, also durchweg , nicht wie sonst Trigeminus beschrieben wird einschießend. Nachts kann ich meist trotzdem schlafen, es ist eher tagsüber. Es gab auch schon mal Tage wo ich gar nichts spüre, es kommt dann aber immer wieder und bleibt meist tagelang

    Alles anderen Zähne sind übrigens gesund und ohne Füllungen etc.

    Ich bin sehr verzweifelt, es stört mich einfach so sehr. Ich habe natürlich schon viele zahnärztliche Meinungen eingeholt, jedoch ohne Erfolg. Meist versucht man mich dann zu überzeugen, eine Wurzelbehandlung etc machen zu lassen! Oder man sagt, ich wäre empfindlich, man sieht eben nix auf dem Röntgen (auch 3D nicht).

    Haben Sie eine Idee was das sein könnte, fühlen sich solche Trigeminus Neuralgien etc. auch manchmal so an? Oder ist es immer ein Schmerz der nur ein paar Minuten anhält dafür sehr sehr stark ist?

    Haben Sie vielleicht Kontakte in Hamburg an denen ich mich wenden kann? Zahnärzte die sich damit auseinandersetzen, Schmerztherapeuten etc? Ich habe auch kleine Kinder um die ich mich kümmern muss….

    Ich danke Ihnen sehr und entschuldige mich wegen des Umfangs des Textes!

    Herzliche Grüße aus Hamburg

  27. Sehr geehrter Herr Wagner,
    ich habe Ihnen im Juli schon einmal geschrieben. Ich nehme Pregabalin 75mg in der Früh und 75mg am Abend. Manche Tage geht es mir gut, da ist der helle, manchmal heiße Schmerz weg, ich muss auch sagen, seid ich Pregabalin nehmen sind die Schmerzen besser, tageweiße ganz weg und dann ist es wieder Schlimmer. Ich mache mir aber große Sorgen, weil wenn die Schmerzen da sind, zieht es entlang vom Kiefer, tut mir die Wange weh und dort wo die WSR, Extraktion und Entfernung des Implantats war, habe ich eine große Narbe und da ist dann bei mir immer eine Schwellung fühlbar die sich bis in die Wange zieht. 7 Wochen war die letzte OP, mein Zahnarzt meint, das braucht alles noch seine Zeit zum heilen und bis sich die Nerven beruhigen.

    Gutes Beispiel, ich hatte ganze 11 Tage eigentlich keine Beschwerden, dann bin ich zum Zahnarzt Abdruck für die Implantatkronen zu machen und der Techniker hat mir beim Abdruck voll auf die Narbe und Wange gedrückt, ich hatte gleich Schmerzen und ich kämpfe jetzt seid 1 Woche damit. Meine Neurologin meint, wir erhöhen das Pregabalin nicht, es beruhigt sicher wieder alles, weil durch den Abdruck und den Druck auf die Wunde wurde wieder alles aufgewühlt. Ich habe auf derselben Seite auch immer wieder Kopfschmerzen die sich bis in den Nacken ziehen, wenn ich ein Thomapyrin nehme sind die Schmerzen im Kopf weg aber im Gesicht bleiben Sie. Die Ärztin meint, das hängt nicht zusammen, sondern die Kopfschmerzen kommen von Verspannungen.

    Ich fühle mich irgendwie alleine, jeder sagt es beruhigt sich und da ist nichts mehr, ich hab mir schon überlegt ein MRT zu machen wegen Hirntumor….. und dass mir vielleicht jemand sagen kann was mir meiner Wange/Kieferbereich los ist. Ich habe auch auf dieser Seite 2 Implantate die ich jetzt ein Jahr habe und ich hatte nie Probleme damit, aber was ist wenn die Implantate daran Schuld sind? Ich hab mir bereits bei einem zweiten Implantologen eine Meinung eingeholt, er hat gemeint, die Implantate sind super eingeheilt und die Implantate sind es nicht, sondern ich muss der ganzen Sache Zeit geben bis alles verheilt und sich der Nerv beruhigt.
    Ich bitte Sie um Ihre Meinung, wie Sie das sehen….

    Herzlichen Dank!

    1. Hallo Monika,
      wenn es Sie beruhigt, gehen Sie zum MRT, das ist unschädlich. Ich behaupte, dass Sie keinen Gehirntumor haben. Auch die Implantate sind zu 99% sicher unschuldig. An Ihrer Stelle würde ich Amitriptylin 10mg pro Tag zur Lyrica dazu nehmen.
      VG J. Wagner

      1. Guten Tag Herr Wagner,
        danke für Ihre Antwort, aber was verursacht immer wieder meine Schmerzen? Ich hab Großteils bei dem Gesichtsschmerz auf einseitige Kopfschmerzen die sich bis in den Nacken ziehen, hängt das alles zusammen, sind das die Nerven oder kann es auch Migräne sein. Meine Neurologin ist der Meinung wir erhöhen Pregabalin nicht und das Amitriptylin 10mg brauch ich nicht. Sie hat mir einmal Zomig 2,5mg Tabletten gegeben, ich hatte diese Woche wieder so starke Kopfschmerzen und strahlen bis ins Gesicht Ibuprofen helfen da gar nichts, dann ich so eine Tablette genommen. Darauf bin ich eingeschlafen und als ich aufgewacht bin war fast alles in Ordnung. Jetzt weiß ich nicht, ob es vielleicht Migräne ist? Aber ich kann doch nicht alle 14 Tage Migräne haben? Kann das bis ins Gesicht ausstrahlen? Ich mache mir wirklich sehr viele Sorgen. Ich geh jetzt auch zur Kieferphysiotherapie die arbeiten mit Triggerpunkten, kann natürlich auch sein, dass da was ausgelöst wurde
        Schönen Tag! lg

        1. Zolmitriptan (Zomig) wirkt direkt auf den Trigeminus ein. Danke für Ihren Hinweis. Ich werde dieses Mittel weiterempfehlen auch für Trigeminus Neuropathie. Im übrigen können Sie durchaus alle 14 Tage eine Migräneattacke erleiden. Ich persönlich hatte bis in meine 40-er Jahre wöchentlich eine solche. Mit jeweils einem 24 stündigen Aufenthalt in einem dunklen stillen Zimmer, um die Attacke etwas zu dämpfen. Inzwischen nehme ich Metoprolol und Duloxetin als Prophylaxe, die 100% wirkt, auch gegen Alkohol bedingte Hangovers.
          Wenn bei Ihnen Zolmitriptan eine derart durchschlagende Wirkung hat, würde ich mir an Ihrer Stelle a) einen Vorrat an Zolmitriptan anlegen und b) zusammen mit einem Kopfschmerzarzt (gibt es) eine geeignete Prophylaxe Medikation zurecht legen.
          VG J. Wagner

          1. Guten Tag, danke! ich hab durch die vielen Ops Wurzelspitzenresektionen sehr viele Narben besonders im Bereich des Eckzahns/Nase wo meine Schmerzen sind. mein Zahnarzt meint, meine Symptome kommen von den Narben, es sind Narbenschmerzen dagegen gibt es keine Medikamente und es kann bis zu einem Jahr dauern. können Sie mir was raten?
            ich hab mich jetzt Schlau gemacht und von Neutraltheraphie gelesen-was halten Sie davon?
            im Moment bin ich kränklich und da spürbar ich die ganze Sache mehr, vor allem das Kribbeln und brennen entlang der Narnen. wenn ich denke dass die Sache schon fast weg war. herzlichen Dank!

  28. Hallo Herr Wagner,

    Ich hab am 26.06.18 eine wurzelrevision bekommen im oberen rechten Frontzahn. Als die Füllung gesetzt wurde, tat es für kurze Zeit weh weil sie ziemlich gepresst hat und wurde heiss. Das erklärte die Zahnärztin kommt von der thermoplastischen Füllung. Danach tat der Zahn noch zwei Wochen weh beim abbeissen oder wenn man vorne dagegen kam. Der Schmerz ließ nach. Jetzt seit Mitte August habe ich Zungen und Mundbrennen. Auch mein Gesicht brennt beidseitig, zudem juckt es manchmal. Das Brennen geht bis zur Stirn hoch und zu den Ohren. Kann der Nerv beschädigt worden sein bzw ist das eine Trigeminusneuralgie?

    1. Vermutlich gibt es keinen Zusammenhang zwischen der Revision am 11 und dem Brennen jetzt. Das Brennen ist immer eine Erscheinung ausgelöst durch Fehler im Trigeminus. Dagegen hilft Gabapentin 400mg pro Tag. Suchen Sie also Ihren Hausarzt / Neurologen zwecks Rezeptes auf.

      VG J. Wagner

  29. Sehr geehrter Herr Dr. Wagner!
    Ich hab im Nov. 2017 bei 2.4 und 2.6 Implantate gesetzt bekommen. Vor ca. 1 Monat wurde dann Zahn 2.5 entfernt (war wurzelbehandelt und gab keine Ruhe) und ein Provisorium auf beide Implantate gesetzt. Seit diesem Zeitpunkt hab ich Dauerschmerzen im linken OK. Das Zahnfleisch schmerzt auf der Innenseite und auf der Außenseite der Brücke hab ich beim Drücken auf den Muskelansatz starke Schmerzen. Außerdem hab ich ein Druckgefühl, Kribbeln und Schmerzen im Gesicht im Bereich der Nebenhöhlen. Das Zahnfleisch ist angeblich in Ordnung und bei der DVT ist auch nichts rausgekommen. Kann das der Trigeminus sein? Wie soll ich weiter vorgehen, das Provisorium entfernen? Kann es sein, dass das Provisorium nicht passt? Soll ich die Implantate entfernen lassen? Ich hab im rechten OK bereits Dauerschmerzen seit die Zähne 2.6 und 2.7 entfernt wurden. Hier schmerzt die Narbe und der Schmerz zieht vor bis zu den Nebenhöhlen (hab auf der re. Seite eine chronische Sinusitis)
    Ich wäre Ihnen für einen Rat sehr dankbar!
    Liebe Grüße
    Elisabeth

    1. Hallo,
      Starke Zahnfleischschmerzen ohne Befund deuten regelmäßig auf eine Fehlfunktion des Trigeminus hin. Ihre Implantate sind zu 99% sicher unschuldig, sollten also auf keinen Fall entfernt werden. Ich würde an Ihrer Stelle eine medikamentöse Behandlung des Trigeminus beginnen: Amitriptylin 10mg pro Tag. Gehen Sie zum Hausarzt.

      VG J. Wagner

  30. Lieber Herr Dr.Wagner,
    nach gestrigem Termin beim Kieferorthopäden bin ich unschlüssig ob dessen Diagnose CMD (Röntgenbild zeigt leichte Abnutzung Kiefergelenk rechts / es tut aber links weh) stimmen kann und bitte um ihre Meinung:

    1. Schmerz seit 4 Wochen Der Schmerz kommt immer nachts und abends, in Ruhe (Schmerzskala 4-7)
    2. Schmerz dumpf links unten hinten zum Ohr ziehend
    3. Feuchte Wärme hilft
    4. Tags nur ab und zu auszuhaltender Schmerz
    5. Kein Pochen, kein Blitzartiger Schmerz
    6. Habe seit Jahren Nackenschmerzen
    7. Viel Stress/Druck. Daher fällt mir oft auf, dass ich den Kiefer stark zusammenpresse oder verspanne

    Fragen:
    Kann es tatsächlich vom Kiefergelenk kommen? Oder doch eher Neuropathie der Spinalnerven?
    Geht das jemals wieder weg?

    Normales Arbeiten nicht mehr möglich.
    Mein normaler Zahnarzt kennt CMD und Trigeminusneuralgie nicht. Er ist aber ein offener Mensch und bohrt nicht drauf los
    Da ich teils überempfindlich auf Medikamente reagiere (Novalgin Atemprobleme), traue ich mich kaum etwas zu nehmen.
    Ich danke ihnen von Herzen, dass sie sich die Zeit nehmen.
    Herzliche Grüße
    Cara

    1. Klingt für mich nach einem angerissenen Zahn, das kommt bei unteren 7-ern gehäuft vor. Solche Zustände kann man schlecht erkennen, weil der Riss ja noch nicht durchgeht. Mit Röntgen ist das nicht feststellbar. Der einzige zuverlässige Test ist das energische Aufbeissen auf ein Holzstück. Kommt es dann zu einem Loslassschmerz, ist der Zahn. Solche Zähne sind schwer zu erhalten.

      VG J. Wagner

  31. Hallo Herr Dr. Wagner,
    Anfang 2017 begann meine Leidensgeschichte.
    Ich entschied mich meine Zäne 1.1 und 2.1, die beide mit mittlerweile recht unschönen 18 Jahre alten Kronen versehen waren, zu erneuern. Ein Zahn war nach einem Unfall schon wurzelbehandelt. Der andere Zahn wurde nach Befestigung der Krone mit Kunststoff pulpitisch und am Ende wurzelbehandelt. Zwei Tage später hatte ich wahnsinnige Schmerzen am anderen Frontzahn und das Gefühl, er wäre riesig. Es wurde eine Revision durchgeführt. Die Kronen wurden entfernt und die Zähne wieder mit Provisorien versorgt, weil ich damit vorher schmerzfrei war.Danach sprangen die Schmerzen zwischen den beiden Zähnen im Wechsel hin und her.
    Der behandelnde Endodontologe äußerte sehr schnell den Verdacht eines atypischen Gesichtsschmerzes, unterstellte mir aber, dass ich den wohl auch schon vorher gehabt habe.
    Es begann die Schmerztherapie mit Pregabalin und Amitriptylin. Bei einer Dosierung von pregabalin 100-0-100 und Ami 0-0-0-10mg hatte ich für ca.3 Monate eine ganz gute Zeit mit tolerierbaren Schmerzen. Dann zum Ende des Jahres kamen seltsame Kopfschmerzen dazu, ein helles Dröhnen, teilweise mit Ohrenschmerzen. Anfang des Jahres probierte ich das Pregabalin runter zu dosieren, weil ich glaubte, die Kopfschmerzen kämen von dem Medikament. Das funktionierte nicht, starke Schlafstörungen, Brennen im Mund, Kopfschmerzen. Also Pregabalin wieder rauf. Dann gab es mal eine gute Woche, zwei schlechte usw.
    Dann Pregabalin erhöht auf 100-0-150 keine Besserung der Kopfschmerzen.
    Zwischenzeitlich entschied ich mich endlich die Behandlung an den Frontzähnen fortzusetzen. Sind jetzt neu präpariert und neue PVs. In 10 Tagen sollen die neuen Kronen eingesetzt werden.
    Die seltsamen Kopfschmerzen sind mittlerweile immer da 24 h/ 7 Tage die Woche. Die Schmerzen am Zahn und das Brennen Zunge sind für mich z. Zt. das kleinere Problem Meine Schmerztherapeutin möchte jetzt das Pregabalin in zwei Stufen runter auf 50-0-50 fahren. Ich habe kein gutes Gefühl dabei.
    Zwei Fragen:
    Können diese KS durch die Neuropathie bedingt sein? Das verneinen zwei befragte Ärzte, Neurochirurg und Neurologin (Spannungskopfschmerz, Psychotherapie, Belastungsstörung uvm.)
    Welche Medikamente würden Sie mir empfehlen, vielleicht ein Wechsel auf Gabapentin, Amitriptylin erhöhen?
    War es ein Fehler die Behandlung fortzusetzen?
    Haben Sie vielleicht noch einen Tipp, was beim Einsetzen der Kronen zu beachten ist?
    Ich wäre Ihnen wirklich sehr dankbar über eine Einschätzung.
    Keiner außer Ihnen scheint sich damit aus zahnärztlicher und neurologischer Sicht so richtig auszukennen.
    Vielen Dank und viele Grüße aus Hennef,
    Alexandra B

    1. Zuerst Ihre Kopfschmerzen: In der Tat sehe ich bei meinem Spezialklientel eher selten begleitende Kopfschmerzen. Weil ich selber mit Migräne zu tun habe, würde ich zunächst ein erprobtes Prophylaxe Mittel gegen Migräne ausprobieren: Metoprolol. Wenn das innerhalb von 2 Wochen keine Wirkung zeigt, haben Sie keine Migräne. Dann muss umgedacht werden.
      Ihre Schmerztherapeutin scheint medikamenteninduzierte Kopfschmerzen im Blick zu haben. Das ist aber bei Amitritpylin und Pregabalin eher auszuschließen. Medikamenteninduzierte KS entwickeln sich bei langdauernder Einnahme der typischen rezeptfreien Schmerzmittel wie Aspirin, Paracetamol und Ibuprofen.
      Ich würde derzeit die Runterdosierung von Pregabalin für problematisch halten. Wenn überhaupt, dann nur durch Ergänzung Ihrer Medikation mit Carbamazepin 300mg pro Tag.
      VG J. Wagner

  32. Guten Tag Herr Wagner,

    Ich schreibe Ihnen und hoffe, dass Sie mir weiterhelfen können. Ich verzweifle schon langsam. Ich habe voriges Jahr (Juli) den oberen Schneidezahn gezogen bekommen und danach wurde gleich ein Titanimplantat mit Biooss implantiert. Im September letzten Jahres brannte mir mal die Zunge vorauf hin der Zahnarzt meinte, dass ich ev. eine Apfelallergie habe. Im Dez. 2017 kam dann der Aufsatz und die Zirkonkrone drauf und seitdem passt in meinem Körper nichts mehr. Der Implantatzahn und der wurzelspitzenbehandelte Zahn daneben brennen und fühlen sich dann wie wenn er „säurig“ wäre. Auch habe ich immer das Gefühl wie wenn zwischen den beiden Zähnen eine Flüssigkeit herunter kommt die mich vergiftet oder schädlich ist. Weiters tut mir oben der vorletzte Backenzahn „weh“, fühlt sich auch brennend an und seit ich vor kurzem diesen Zahn reparieren ließ mit einer Kunststofffüllung spinnt auch dieser. Vor kurzem habe ich mir die alte Krone und den Titanabutment austauschen lassen, in ein Zirkonabutment und neue Zirkonkrone. Es ist aber nichts besser geworden. Ich habe auf der linken Gesichtshälfte ( und wirklich nur linksseitig, wo das Implantat ist) laufend ein Druckgefühl und mir kribbelt immer die linke Seite. Manchmal habe ich das Gefühl wie wenn mir die Schläfe platzt. Der linke Nasenflügel drückt und auch hinterm Auge habe ich ein Druckgefühl. Irgendwie habe ich das Gefühl wie wenn die linke Körperhälfte nicht mehr zu mir gehört. Mir brennt auch immer die Zunge. Ich habe sämtliche Ärzte durch (Mri, ct, hno, augenarzt, allergietest auf titan und alle Zahnärztlichen Stoffe, akkupunktur, tcm, osteopath, kineseloge,…
    Ich werde noch verrückt. Bei der Hausärztin bekam ich Eiseninfusion, ist immer der wenig vorhanden und den Ratschlag zu entspannen. Alle meinen das sei psychosomatisch, aber davon bin ich nicht überzeugt.
    Können Sie mir helfen?
    Ich hätte einige Fragen:
    Glauben Sie, dass ich allergisch auf das Titan oder irgendeinen Stoff im Mund reagiere?
    In der Nacht schlafe ich gut aber sobald ich aufwache sind alles Beschwerden wieder da – bilde ich mir das alles ein?
    Was kann ich dagegen tun?
    Soll ich mir das Implantat entfernen lassen?
    Zwei weitere Kunststofffüllungen wären geplant, soll ich die absagen?
    Kann mir der Nerv echt solche Gefühle vorspielen?
    Warum brennt die Zunge so extrem?
    Und was meinen Sie dazu dass ich das Gefühl hätte bei den Zähnen kommt Flüssigkeit herunter?
    Muss ich dann ewig irgendwelche Tabletten nehmen, oder legt sich das dann wieder und beginnt nicht mehr?
    Meine Lebensqualität geht schon gegen Null und ich habe das Gefühl dass das nicht mehr besser wird, ich habe das Gefühl dass ich dieses Problem nicht in den Griff bekommen.
    Entschuldigen Sie meinen lange Liternei, aber ich bin mit meinem Latein am Ende.
    Glauben Sie dass ich irgendeine andere Allergie habe, Histamin, Gluten, Lactose……
    Echt traurig, das Ganze.
    Ich danke Ihnen jetzt schon mal für Ihre Mühe und hoffe auf Ihre Hilfe.
    Vielen herzlichen Dank

    1. Sie haben eine Neuropathie Ihres Trigeminus wie im Bilderbuch. Druck, Kribbeln und Brennen haben überhaupt nichts mit Zähnen und Kiefer zu tun, sondern werden durch fehlerhafte Signalverarbeitung verursacht. Deswegen wird jede weitere zahnärztliche Maßnahme zu einer Verschlimmerung führen.
      Sie benötigen als Erstmaßnahme Amitriptylin 10mg 0-0-1 und Gabapentin 400mg 1-0-1, wenn das innerhalb von 2 Wochen nicht anschlägt, muss Carbamazepin 300mg hinzugefügt werden.

      VG J. Wagner

      1. Vielen herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort.
        Ich werde mir die Tabletten besorgen (hoffentlich bekomme ich sie verschrieben), aber ich hätte noch eine Frage bzw. der Flüssigkeit.
        Geht das auch vom Nerv aus, weil wenn ich mit den Fingern zum Zahn greife kommt es mir normal vor.
        Und bez. Titan – ist es echt so bedenklich wie es in manchen Foren dargestellt wird.
        Bin wirklich beim überlegen, es mir entfernen zu lassen, aber ich glaube hat auch dass dann das nicht besser wird.
        Vielen herzlichen Dank nochmal
        lg

  33. Hallo!
    Sehr interessante Seite … Kompliment!
    Auch ich habe seit Monaten immer mal wieder Schmerzattacken links oben und unten … oben hinten überkront und unten hinten Implantat … die Kronen sind aber schon 5 Jahre und älter.
    Mein Zahnarzt, mit dem ich mittlerweile per Du bin, kann an den Zähen nichts finden … hat vorsorglich nur gründlich gereinigt. Will ohne sicheren Befund nicht „wild und blind rumbohren“.
    Schmerzen im Wechsel kommen bei Kälte immer wieder … wenn der obere Zahn anfängt, zieht es bis in die Schläfen. Klingt meistens nach 30 Min wieder ab ….
    Sollte ich mich auch zu einem Neurologen überweisen lassen?
    In der linken Wange habe ich auch eine schmerzfreie „Schwiele“ (vom Kauen, denke ich), die immer etwas dicker ist, wenn ich Schmerztag habe …
    Bislang komme ich mit Ibu bei Bedarf gut klar …
    Haben Sie eine Idee?
    Vielen Dank

  34. Hallo Hr Dr Wagner,
    ich bin fast am Ende. Meine Odyssee geht bereits über mehrere Jahre.
    Nach einer Freiendsituation nach dem 3-er im Regio 1 wurden nach einer (offensichtlich lange bestehenden MAV, die im April 18 verschlossen wurde), Titanimplantate gesetzt 4 und 6. Ebenso zeitlich parallel im Bereich 2/6. Dies geschah im Juli.

    Zwischendurch habe ich massive Schmerzen in den Quadranten 2 und 3 bekommen, mit dem Ergebnis: 2/6 verloren, Wk-Behandlung an 2/5, 2/6, 3/5 und 3/4.

    Obwohl diese Beschwerden bereits präsent gewesen sind, meinte der Mkg Chirurg, dass man die Implantate setzen kann.

    Seitdem nun durch die WK Behandlungen die Schmerzen links an den WK behandelten Zähnen deutlich reduziert sind, habe ich unerträgliche Schmerzen im Bereich des gesetzten Implantates 1/6!

    Angeblich ist alles i.O. Das bescheinigt der Chirurg als auch der Zahnarzt. Nein, gefühlt ist es das nicht für mich. Ansonsten hätte ich keine Schmerzen.

    Der Schmerz ist an einer kleinen Schleimhautstelle an der Außenseite am Implantat. Durch mechanischen Druck kann ich diesen intensivieren. Dieser permanente 24/7 Schmerz soll sich, nach Einschätzung des ZA und des Mkg´lers vollständig legen nach Einsetzen der Brücke. Freigelegt wurden die Implantate am 11.9.18. Versorgt ist Regio 1 seit vergangenem Montag

    Inzwischen reagiert auch die Unterseite, Regio 4. Hier hat der ZA die Füllung am 5-er erneuert und die ca 19 Jahre alten Kronen an 4/6 u 4/7 entfernt und diese mit einer prov. Krone verschlossen.

    Die permanenten Dauerschmerzen an dem 1/6 sind unerträglich. Höchste Stufe (gefühlt) und ausstrahlend nach unten. Implantat sei gut eingeheilt (hilft mir nicht). Nach medizinischen Befund gebe es keinen Grund für diese Beschwerden.

    Es ist eine Stelle an der Schleimhaut (von mir gefühlt). Schmerztabletten wirken nicht!

    Meine Blutwerte sind in Ordnung. Ich leide an keiner Krankheit – außer, dass mein Blutdruck entsprechend steigt.

    Dass meine Energie und meine Lebensqualität auf nahezu Null ist, ist selbsterklärend. An Schlaf ist nicht zu denken. Ich suche Hilfe und erhalte keine, die zur Linderung führt.

    Für mich fühlt es sich an, wie ein mechanisches Geschehen.

    Bislang konnte (wollte) mir noch niemand helfen. ZA meint, er tut nichts und Kieferchrurg sagt, es würde sich beruhigen.

    Und ich sage; es ist ein mechanisches Problem, welches sich von dem schmerzhaften Zahnfleisch (am Implantat) aus verselbständigt hat.

    Ich denke darüber nach das Implantat entfernen zu lassen. Ob damit das Problem gelöst ist, ist ein anderes Thema.

    Was meinen Sie und wie können Sie mir ggf helfen?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Einschätzung.

    Gerne komme ich auch in Ihre Praxis. Für eine zeitnahe Hilfe und Beschwerdefreiheit würde ich derzeit alles tun.

    Beste Grüsse aus Mittelhessen

    Meinhard (55 Jahre alt)

    1. Hallo Meinhard, Sie schrieben „Für mich fühlt es sich an, wie ein mechanisches Geschehen“. Glaube ich Ihnen. Aber Sie haben sicher schon mal den Begriff „Phantomschmerz“ gehört. Den gabs besonders nach unseren 2 Weltkriegen. Bein amputiert hatten die Kranken Schmerzen im Zeh des fehlenden Beins. Und zwar heftigst, dauernd und unbehandelbar. Genauso ist Ihre Situation. Sie fühlen den Schmerz da, wo kein Problem vorhanden ist, z.B. im Zahnfleisch. Dem Zahnfleisch am Implantat fehlt gar nichts. Ihr Trigeminus gaukelt Ihnen vor, dass da was wäre. Das erklärt die Diskrepanz zwischen Ihren Schmerzen und den Aussagen der Behandelnden.
      Ihnen kann kein Kieferchirurg / Zahnarzt helfen. Sie brauchen dringend eine antineuropathische medikamentöse Behandlung. Die Möglichkeiten dazu habe ich in diesem Blog mehrfach ausgebreitet. Bitte lesen diese nach.

      VG J. Wagner

  35. Hallo Herr Wagner,
    was halten Sie persönlich von physiotherapeutischen Maßnahmen bei diesem Beschwerdebild. Ich habe Probleme im Unterkiefer (Frontzähne rechts – Diagnose des Neurologen Trigeminusneuralgie) und habe positive Erfahrungen mit MT gemacht. Zumindest fühle ich mich temporär besser. Würden Sie sagen man soll sowas gänzlich lassen wenn man unter TN leitet, weil es langfristig nichts bringt.
    Habe das Problem wie andere auch: – kann gut schlafen, Kaugummikauen lässt die Schmerzen verschwinden, Ibu hilft gar nicht, Carbamazepin naja

  36. Sehr geehrter Dr Wagner,

    Vorgeschichte:
    Ich leide meines Erachtens nach an einer Trigeminusneuropathie, da ich dies bereits kannte. Vor 15 Jahren hatte ich unklare Beschwerden an dem Nachbarzahn von einem WSR Zahn (Oberkiefer, 1er und 2er neuropathisch). Ich hatte keinen weiteren Eingriff gewagt und Gabapentin/Trevilor bekommen. Nach 9 Monaten war der Schmerz weg, doch habe ich seitdem alle 1-2 Jahre für 2-4 Monate Schmerzepisoden, die ich mit den obigen Medikamenten behandle.

    Mein aktuelles Problem:
    Nach einer komplizierten Zahnextraktion des 7er UK rechts, der schon wurzelbehandelt war (damals völlig ohne Folgeschmerzen), hatte ich ca 10 Tage später eine Alveolitis sicca. Es dauerte 2-3 Wochen bis alles sich beruhigt hatte. Erst Clyndamycin half, Amoxiclav nicht. Danach begann ca 2 Wochen später der 6er daneben an zu Schmerzen. Er hat eine sehr tiefe alte Füllung. Keine Auffälligkeiten am Röntgen etc. Er beruhigte sich wieder für rund 8 Wochen. Schmerzte teils beim Draufbeissen, was ich vermied. Schmerzte plötzlich nachts im Urlaub nach einem sehr heißen Tag mit viel Sonne. Beruhigte sich wieder durch Ibu hochdosiert.

    Ende September ging es dann nach einem anstrengenden Tag los. Seit 5 Wochen nun schmerzt er leider dauerhaft. Ich weiß dass sich die TNP wie eine Pulpitis anfühlen kann. Der endodontolge rät zur WB, da ich ab und an nachts nicht schlafen kann bzw aufwache und Ibu hochdosiert hilft. Ich weiß aber durch Ihr Seite dass Ibu nicht verlässlich als Hinweis auf Entzündung ist. Novalgin wirkt ein wenig, aber Ibu besser. Dazu nehme ich ja Gaba/Trevilor sowieso.

    Sport ist nicht möglich. Jede Erschütterung schmerzt. Das war vor 15 Jahren nicht so. Da tat Sport wenn es ging sogar gut.

    Fast vergessen: die tiefe alte medizinische Füllung war laut Röntgen gebrochen und würde durch Kunststoff ersetzt (habe über die Probleme hinterher gelesen).

    Ich habe schreckliche Angst vor einer Fehlentscheidung. Möchte eine TNP nicht verschlimmern. Mich aber auch nicht darauf versteifen, dass ich eh wieder ein neuropathisches Leiden habe. Habe diesmal aber auch das Bauchgefühl, dass da vllt doch eine akute Pulpitis sein könnte. Gabapentin wirkte normal auch besser als aktuell.

    Haben Sie mir einen Rat, wie ich den aktuellen Schmerz einordnen kann?

    Herzlichen Dank für jede Hilfe!

    Anna

  37. Sehr geehrter Herr Wagner,
    mit großem Interesse habe ich alle Beiträge gelesen.
    Vor ca 1 1/2 Jahren bekam ich an einem Zahn auf der linken Seite Zahnschmerzen, die sich in den nächsten Tagen verstärkten und auch veränderten, da sie an verschieden Zähnen des linken Ober-und Unterkiefer auftraten. Obwohl ich für gewöhnlich erstmal abwarte, denn viele Schmerzen gehen ja von selber wieder weg, setze ich alle Hebel in Bewegung einen Zahnarzttermin zu bekommen. Die Untersuchung beim ZA ergab keinen Befund trotz Klopftest und Röntgen. Als der Zahnarzt sagte, dass ich wiederkommen solle, wenn ich wüsste, um welchen Zahn es sich handele, war ich entsetzt, denn zu dem Zeitpunkt war ich bereit, mir alle Zähne ziehen zu lassen – Hauptsache der Schmerz hört auf. Da der Schmerz auch mein linkes Ohr erreicht hatte, ging ich zum Ohrenarzt, der aber auch nichts feststellen konnte. Er gab mir jedoch den Tipp, einen Neurologen aufzusuchen. Der Neurologe verschrieb mir direkt Carbamazepin mit der Diagnose TM-Reizung.. Die Tabletten halfen nach 2-3 unerträglichen Tagen tatsächlich (im Gegensatz zu dem Ibuprofen vorher) und nach 3 Wochen schlich ich die Tabletten wieder aus und die Schmerzen waren fast weg (außer Kälteempfindlichkeit etc).
    Nach einem halben Jahr fing das Ganze wieder an und ich nahm die Tabletten erneut u sie halfen gut.
    Seit ein paar Tagen merke ich wieder, wie die Schmerzen schlimmer werden. Der ganze Nachmittag und der Abend waren unerträglich. Eine Tablette Carbamazepin habe ich schon genommen, jedoch weiß ich nicht, wie ich die Schmerzen noch 2 Tage aushalten soll. Das Zahnfleisch fühlt sich im Unterkiefer wund an, zwischen den Zähnen schmerzt und pocht es (in Ober – und Unterkiefer). Auch die linke Wange fühlt sich von innen wund an und schmerzt bohrend. Meine Kiefer tun weh, da ich mein Ober -u Untergebiss nicht aufeinander legen kann (Berührungsschmerz) . Dass mein Gaumen tw. etwas brennt oder kribbelt, habe ich bei den Symptomen hier nicht gelesen, genauso wenig, dass die linke Wange dick ist wie bei mir jetzt.
    Nun meine Frage: Kann es nicht doch von den Zähnen kommen? Wie ist da Ihre Einschätzung? Der Zahnarzt möchte schon länger meine Weisheitszähne herausnehmen. Oder vielleicht drücken die Weisheitszähne auf den Nerv? Ich bin ziemlich verunsichert, konnte mir aber in letzter Zeit einen Zahnarztbesuch nicht vorstellen, weil ich Angst vor erneuten Schmerzen hatte. Sowieso habe ich das Gefühl, dass die Zähne nach jeder Zahnreinigung empfindlicher geworden sind.

    1. Hallo,
      Dass bei Ihnen Carbamazepin wirkt, ist immer ein klarer Beweis für nicht von einem Zahn herrührende Schmerzen. Denn Carbamazepin ist nicht in der Lage, richtige Zahnschmerzen zu unterdrücken. Ich lese außerdem aus ihrem Bericht heraus, dass Sie Carbamazepin wie Schmerztabletten betrachten. Das sind sie nicht! Alle Antineuropathika (Amitriptylin, Gabapentin, Carbamazepin) wirken sehr indirekt, also nicht wie Schmerzmittel direkt auf Botenstoffe wie Prostaglandin etc. Normalerweise braucht es mindestens 1 Woche, bis sich die Wirkung dieser Stoffe voll entfaltet. Um kurzfristig Linderung zu erhalten, kann man Tramadol oder Bromazepam erwägen, die aber wieder ihre eigenen Probleme mitbringen.
      VG J. Wagner

  38. Sehr geehrter Herr Dr. Wagner,

    auch ich leide unter unerklärlichen Zahnschmerzen seit 3 Monaten im Zahn 46 mit regelrechten Röntgenbefunden. Da ich Zähnepresse war die Füllung gerissen und sie wurde erneuert, wobei Karies festgestellt wurde. Die Schmerzen wurden aber nicht besser, so dass die neue Kunststofffüllung wieder erneuert wurde, erneut Karies entfernt und dann eine Zinkfüllung eingesetzt wurde und am 47 ebenfalls Karies entfernt und eine Kunststoffüllung eingesetzt wurde. Die Schmerzen waren kurzzeitig besser . Dann kamen sie aber wieder. Im Röntgenbild war die ganze Zeit nichts zu sehen, auch kein Karies, obwohl das dann beim Bohren dann doch entfernt wurde. Es würde dann ein DVT angefertigt, wo evtl. noch Karies an 47 zu sehen war und erneut gebohrt und eine Kunststoffüllung eingesetzt wurde. Die Schmerzen sind aber immer noch an 46, der noch mit der Zinkfüllung versorgt ist vorhanden. Der Perkussionstest ist negativ und beim Kältetest verstärkt sich der Schmerz deutlich. Ich habe das Gefühl, dass es danach die Tage immer schlimmer ist. Der Watte-Aufbeissschmerz ist auch an 46 vorhanden. Der Schmerz ist immer vorhanden und wird schlimmer, wenn ich darauf beiße. Zusätzlich besteht eine Empfindlichkeit auf heiße und vor allem saure Nahrungsmittel, vor allem auch an den gegenüberliegenden Zähnen im Oberkiefer. Da ich nachts und tagsüber Zähne presse und 2 verschiedene Bisse habe, habe ich nun eine neue Unterkieferschiene bekommen. Zusätzlich habe ich das Gefühl, dass die Schmerzen besser werden, wenn ich den Masseter massiere, aber die Schmerzen sind nie ganz weg. Jetzt ist meine Frage, ob es sich 1. um eine Pulpitis, verursacht durch einen Haarriss aufgrund des Zähne-Pressens handelt und eine Wurzelbehandlung erfolgen sollte 2. um einen übertragenen Schmerz aufgrund der muskulären Fehlbelastung durch den falschen Biss und Bruxismus 3. um Freiliegende Zahnhälse oder 4. ob es sich auch um eine Trigeminusneuropsthie handeln könnte. 2016 hatte ich das gleiche Problem am 36, immer ohne Befund im Röntgen und mit dann letztlich einer Wurzelbehandlung, wobei Füllmaterial in den Kiefer implantiert wurde und dann die Zahnextraktion und die chirurgische Entfernung des Füllmaterials in der MKG mit anschließender Histo einer abakteriellen chronischen Osteomyelitis des Unterkiefers folgte. Sie würden mir sehr helfen, wenn Sie mir Ihre Meinung zu den Schmerzen in 46 schildern könnten bevor wieder Eingriffe durchgeführt werden, die alles nur verschlimmern.
    Schonmal vielen Dank.

    Viele Grüße
    Katharina

    1. Ich tendiere zu einem Riss in Sagitalrichtung (Pfeil von vorne nach hinten). Der ist im Rö (auch DVT) nicht zu sehen. Ihre Symptomatik passt jedenfalls gut zu dieser Annahme. Damit ist leider der Zahn so gut wie hoffnungslos. Eine Wurzelbehandlung kann zwar die Schmerzen beseitigen, nicht aber den Riss. Im Ergebnis knackt der danach auseinander. Aus einschlägiger Erfahrung rate ich übrigens bei einem Ersatz durch ein Implant zu einem einteiligen Dübel mindestens 4,5mm Durchmesser. Noch was: Karies wird gerne überbewertet.

      VG J. Wagner

  39. Hallo,
    ich möchte hier nicht um Rat fragen, sondern kurz meine Geschichte erzählen.
    Bei mir fing der ganze „Horror“ vor ca. 7 Jahren an. Beim „Absterben“eines Schneidezahns unter einer Brücke hat sich der Trigeminus das erste Mal bemerkbar gemacht. Ich hatte für zwei Tage heftige einschießende Schmerzen .
    Beim Notdienst hieß es „ Trigeminusneuralgie mit Zahnbeteiligung, und wenn sie Glück haben, war‘ s das und es kommt nicht wieder“.
    In dieser Form kam es auch nicht wieder. Aber ich hatte ab diesem Zeitpunkt immer wiederkehrende Zahnschmerzen. Mal hat man was gefunden, mal nicht. Ich war Dauergast beim Zahnarzt und Zahnchirurg mit etlichen Wurzelbehandlungen, WSR und Zahnzug. Manchmal war es dann für zwei , drei Wochen weg, bis es woanders wieder auftrat.. ich hab viel Antibiotika und Schmerzmittel genommen. Hab mir 2. und 3. Meinungen eingeholt und war auch bei den Notdiensten. Es war auch kein Brennen, sondern es hat sich angefühlt wie Zahnschmerzen.
    Mit der Zeit wurde es aber immer schlimmer. Hinzu kam, daß ich das Gefühl hatte, die Zähne passen nicht mehr richtig zusammen. Hat sich angefühlt wie Fremdkörper im Mund. Auch wenn ich keine Zahnschmerzen hatte, spürte ich meine Zähne trotzdem permanent.
    2015 ist es dann nach einem erneutem Zahnzug eskaliert.
    Vor diesem Zahnzug hatte ich wochenlang Schmerzen an diesem Zahn ( Backenzahn re Unterkiefer ). Hinzu kam ein Stechen im Unterkiefer und Kopfschmerzen in der Schläfengegend. Erneutes Antibiotika half auch nicht. Zahn wurde gezogen( bereits WSR), dann war es für 3 Tage gut, und dann fing es an mit Schmerzen im Zahnfach und starkes Brennen am Kinn, das immer stärker wurde. Die Wunde war angeschwollen, die Wange heiß brennend, und auch der Schläfenschmerz wurde schlimmer.
    Es wurden stärkere Schmerzmittel und Antibiotika verordnet, aberauch das half nicht. Nicht mal Tramal.
    Es wurde der Verdacht geäußert , evtl. trockene Alveolitis oder Kieferosteomyelitis.
    Eines Nachts bin ich mit brennenden Schmerzen zwischen Schulterblättern und Hinterkopf aufgewacht. Zudem schmerzte mein li Arm und linkes Bein.
    Ein Ärztemarathon begann. Der Schmerz breitete sich über den ganzen Körper aus.
    Alles erdenkliche wurde untersucht. Aber am schlimmsten waren die Schmerzen am Kopf, Kiefer und den Zähnen.
    Ich erhielt die unterschiedlichsten Diagnosen. In der Zahnchirurgie wurde die Wunde nochmals geöffnet mit den Worten „ kein Wunder, daß sie Schmerzen haben,es ist alles entzündet, teils schon mit dem Knochen verbacken“.
    Aber auch danach wurde es nicht besser. An Schlaf war nicht mehr zu denken.

    Erst eine Neurologin stellte dann nach Wochen die erste richtige und auch sinnvollste Diagnose. Sie meinte, ich hätte eine Trigeminusneuropathie und der Trigeminus hätte so viele Verästelungen. Durch die enormen Schmerzen, den daraus entstandenen Schlafentzug und Streß hätte sich der Schmerz ausgebreitet, verselbständigt und verordnete Lyrica 25 mg. Ich könnte mich langsam hochdosieren auf maximal 300 mg am Tag.
    Es hat schon eine Weile gedauert, bis es richtig angeschlagen hat. Aber ich bin mittlerweile komplett schmerzfrei. Und das mit einer Dosierng von Lyrica 25 mg. Morgens und abends. Am Anfang mußte ich natürlich mehr nehmen. Bei einem Absetzversuch kamen allerdings die Schmerzen zurück. Ich werde sie wohl dauerhaft nehmen müssen, aber ich habe wieder ein Leben.

    Das traurige ist, daß in den ganzen Jahren nicht ein einziger Zahnarzt oder Zahnchirurg den Trigeminus erwähnt hat.
    Ich erhielt die abwegigsten Diagnosen: Spannungskopfschmerz, myofasziales Schmerzsyndrom, CMD, verspannte Kaumuskulatur, ich solle mal ein wenig entspannen…
    Leider bin ich auf ihre Seite erst gestoßen, als ich die Diagnose erhielt.

    Ich finde ihre Seite toll, damit kann mit Sicherheit vielen geholfen werden.

    Ich habe übrigens seit Lyricaeinnahme keine Zahnschmerzen mehr und muß nur noch zur Kontrolle hin.

    1. Danke für diesen Satz: „Das traurige ist, daß in den ganzen Jahren nicht ein einziger Zahnarzt oder Zahnchirurg den Trigeminus erwähnt hat.
      Ich erhielt die abwegigsten Diagnosen: Spannungskopfschmerz, myofasziales Schmerzsyndrom, CMD, verspannte Kaumuskulatur, ich solle mal ein wenig entspannen…“

      Es ist tatsächlich so: Zahnmediziner können eine Neuropathie noch nicht einmal buchstabieren.

      VG J. Wagner

    2. Hallo Ulrike, dein Artikel erinnert mich, und zwar an mich. Wie lange hat es gedauert bis es sich bei dir beruhigt hat bzw. bei welcher Dosierung? Hast du sonst Medikamente dazu genommen? LG Dani

      1. Hallo Monika, habe eben erst gesehen, daß du eine Frage an mich gestellt hast.
        Ich habe Lyrica gesteigert auf eine Dosierung von 75-50-75 mg. Und Amitryptilin 25 mg. abends.
        Damit wurden die Schmerzen erträglich. Die Dosierung habe ich ca. 2 Wochen beibehalten und dann auf 75–0- 75 mg. reduziert. So habe ich es erst mal ein paar Wochen gelassen und festgestellt, daß es von Woche zu Woche besser wurde. Irgendwann, als ich fast schmerzfrei war, habe ich angefangen , alle paar Wochen 25 mg. zu reduzieren. Ich habe nach jeder Reduzierung gewartet, bis sich alles wieder beruhigt hat und dann erst die nächste reduziert. Absetzten könnte ich es allerdings nicht. Da kamen dann sofort wieder die Schmerzen durch.
        Ich hatte es nach 1 Jahr versucht abzusetzen. Das ging schief. Ich hatte dann irgendwie Angst wieder so hoch zu dosieren und habe es mit Lyrica 50-0-50 probiert, aber das hat ewig gedauert und war sehr quälend.
        Amitryptilin habe ich aber nie abgesetzt.
        Ich hoffe, ich könnte dir helfen.
        Lg

        1. Liebe Ulrike, vielen lieben Dank! Hat sich die „Wunde“ bei dir auch teilweise schmerzhaft angefühlt bzw. schmerz empfunden wenn du hingedrückt hast? lg

          1. Hallo Monika,

            ja, das mit der Wunde war bei mir auch so. Auch als die Wunde schon
            „verheilt“ war.
            Wie geht es dir denn mittlerweile?

            Lg Ulrike

    1. Hallo Ulrike, freut mich von dir zu hören!!! ich nehm jetzt knapp 3 Wochen Saroten 25mg Abends zum pregabalin 50-0-50. Ich hatte jetzt einige tage gar nichts und heute spür ich es wieder beim nasenflügel (ziehend, drückend) aber ich glaube es hat sich deutlich gebessert, weil vorher hatte ich tageweise heftigste Schmerzen. Und mein Leben hat sich nur mehr um das Thema gedreht. Ich hoffe das Saroten es schafft, dass ich mal längere Zeit Ruhe hab, aber es wird dauern …… Wie lange hast du die Medis bzw. Saroten eingenommen bist du längere Zeit schmerzfrei warst? Lg

      1. Hallo Monika,
        das kann ich so nicht mehr genau sagen. Ist schon ne Weile her.
        Als ich mich das erste mal eingestellt habe, hatte ich ja wesentlich höher dosiert als du. Da ging es schneller.
        Aber auch da hatte ich nach 2- 3 Monaten immer wieder Tage, an denen ich ganz leichte Schmerzen hatte. Komplett schmerzfrei war ich nach etwa 1/ 2 Jahr.
        Da hab ich dann auch den Fehler gemacht, und hab das Lyrica abgesetzt ( da ich dachte, die Nerven hätten sich beruhigt und ich bin geheilt).
        Das war leider nicht so und die Schmerzen kamen in vollem Maße wieder.
        Nur hatte ich diesmal irgendwie Bedenken nochmal so hoch zu dosieren ( obwohl ich Lyrica ja gut vertrage) und hatte die Dosierung wie du jetzt.
        Da hat es bestimmt 3- 4 Monate gedauert bis sich alles wieder einigermaßen beruhigt hatte.
        Aber das ist ja bei jedem anders.
        Ich finde, du machst ja schon Fortschritte und es hört sich doch ganz positiv an.
        Bis ein konstanter Spiegel erreicht ist, dauert es eben mit solchen Medikamenten manchmal recht lange.
        Und du hast ja noch Luft nach oben.
        LG Ulrike

  40. Guten Tag Herr Dr. Wagner

    Hoffentlich können Sie mir noch antworten, bevor Sie in ihr wohlverdientes Wochenende gehen.
    Ich habe Ihnen bereits am 27. 9 geschrieben und Sie haben mir den Tipp mit dem Gabapentin und Saroten gegeben.
    Vl könnten Sie meinen Text von damals nochmals überfliegen (ich weiß: dass ist eine Liternei)
    Meine Frage dazu. Ich nehme jetzt dreimal täglichen á 300 mg Gabapentin und Abends 10 ml Saroten.
    Es ist auch alles besser geworden, aber ich habe das Gefühl dass es nicht heilt sondern nur dämpft. Glauben Sie, dass das wieder verschwindet? Sollte ich das Saroten auch morgens nehmen?
    Und der Neurologe meinte dass ich Lyrika nehmen soll, da er glaubt, dass das ganze psychisch ist und ich einen generalisierte Angststörung habe. Aber die ganzen Symptome können doch nicht psychisch sein, oder. Ich bin verzweifelt.
    Und sollte ich mir nicht doch das implantat entfernen lassen und ev oben links den 6. Ich weiß echt nicht mehr weiter.
    Gibt es wirklich keine Allergie auch titan und dieses biooss?
    Sie sehen, ich bin echt schon sehr verzweifelt.
    Vielen herzlichen Dank schon mal im voraus für Ihre Hilft.
    Ihre Seite ist echt großartig und ich wünschte ich hätte so einen Zahnarzt wie Sie in meiner Nähe.
    Viele liebe Grüße aus Österreich
    Alexandra

    1. Hallo A., ich antworte in Ihrem Text:
      Meine Frage dazu. Ich nehme jetzt dreimal täglichen á 300 mg Gabapentin und Abends 10 ml Saroten.
      — fehlt Carbamazepin 150mg
      Es ist auch alles besser geworden, aber ich habe das Gefühl dass es nicht heilt sondern nur dämpft.
      — Das sehen Sie richtig. Es ist keine ursächliche Behandlung. Davon sind wir noch mindestens 20 Jahre Forschung entfernt.
      Glauben Sie, dass das wieder verschwindet?
      — Wenn Sie 60 werden, ist es vermutlich von alleine weg. Ganz allgemein: Dauerschmerzen unter 2 Jahren sind am leichtesten zu beseitigen, ältere eher nicht.
      Sollte ich das Saroten auch morgens nehmen?
      — selber ausprobieren. Mindestprobezeit: 2 Wochen
      Und der Neurologe meinte dass ich Lyrika nehmen soll, da er glaubt, dass das ganze psychisch ist und ich einen generalisierte Angststörung habe. Aber die ganzen Symptome können doch nicht psychisch sein, oder. Ich bin verzweifelt.
      — Das ist nix psychisch. Blödmann. Außerdem ist Lyrica nur eine andere Sorte Gabapentin = Antiepileptikum, damit kann man keine Angststörung behandeln.
      Und sollte ich mir nicht doch das implantat entfernen lassen und ev oben links den 6. Ich weiß echt nicht mehr weiter.
      Gibt es wirklich keine Allergie auch titan und dieses biooss?
      — BioOss + Titan haben mit Ihren Schmerzen nichts zu tun. Finger weg!

      VG J. Wagner

  41. Hallo Herr Wagner, ich meld mich wieder einmal. Inzwischen hab ich Neurologe gewechselt. Diagnose atypischer Gesichtsschmerz. Nun hab ich für Abends Saroten 25mg dazu bekommen, da ich mit 50-0-50 Pregabalin noch immer Schmerzen habe. Meine Narbe beim Eckzahn nach den vielen wsr’s und extraktion lasse ich nun lasern. Wie sind die Erfahrungen, geht das irgendwann mal ganz weg? Ab wann kann ich damit rechnen, dass das Saroten hilft? Eine Frage hab ich noch, am CT sieht man in dem Bereich wo auch meine schmerzen teilweise sind, einen kleinen Knochensplitter. Mein Kiefer/Gesichtschirurg kann es zu 100% ausschließen dass die Schmerzen davon kommen-kann ich das wirklich glauben? Bin ziemlich verzweifelt, danke

      1. Vielen lieben Dank für Ihre Antwort. Die Neurologin ist dergleichen Meinung wie Sie, umso kürzer man die Beschwerden hat umso schneller verschwinden diese. Da ich nun die Probleme seid 11 Monaten habe, gehe ich davon aus, dass ich gute Chancen habe.
        Mein Schmerztherapeut macht mir aber immer Angst, dass es sich zu einer richtigen Trigenimusneuralgie ausbreiten kann-stimmt das?
        Was meinen Sie, soll ich meine 50mg-0-50mg Pregabalin erhöhen oder mal abwarten wie 25mg Saroten helfen? Entschuldigung für die vielen Fragen, Danke

        1. Uncooler Schmerztherapeut, der soll die Leute richtig beraten, nicht erschrecken. Meiner Meinung nach ist die Kombination niedrig dosierter Einzelkomponenten besser als die Erhöhung der Menge. Wenn die 25mg Amitriptylin ungünstige Nebenwirkungen entwickeln, können Sie auch zur 10mg greifen.

          VG J. Wagner

          1. ich bin Ihnen sehr sehr dankbar für Ihre Antwort!! Ich nehme die 25mg Amitriptylin erst seid ein paar Tagen und ich merke außer etwas Müdigkeit keine Nebenwirkungen, bei Pregabalin merke ich auch nichts.
            was dem Schmerztherapeut angeht haben Sie recht, der ist etwas komisch, der macht mir ständig Angst (sie werden nie wieder gesund, es gibt keine Hilfe, die Medikamente schaden Ihnen nur). Ich habe für mich beschlossen, dass ich mit dem Schmerztherapeut nicht mehr über das Thema spreche, anscheinend kennt er sich nicht aus, werde nur mehr den Bereich Lasern lassen-ist das überhaupt gut oder wird mir nur Geld aus der Tasche gezogen? DANKE

  42. Guten Morgen,

    Durch meine Schmerzen bin ich auf ihre Seite aufmerksam geworden.

    Ich habe schon länger Probleme an dem 5er oben links. Es fing vor ca 2 Jahren an. Es war nur ein leichter Schmerz, den ich beim Zahnarzt angesprochen habe, der mich aber noch nicht eingeschränkt hat. Ich bekam eine Aufbißschiene. Die Schmerzen gingen auch irgendwann von alleine weg.

    Vor 1 Woche habe ich aus dem Nichts heraus starke Schmerzen am 5er oben links bekommen. Ich kann nicht kauen, nicht trinken (ganz schlimm), nicht Gähnen und nur schwer sprechen. Muss aufpassen, dass ich nicht Zuviel Luft einatme. Der Luftzug schmerzt auch.
    Die Schmerzen schießen ein wie ein Blitz und ebben dann wieder ab. Bis zum nächsten Reiz ist bis auf leichtes Ziehen ab und an Ruhe. Nachts habe ich glücklicherweise keine Probleme: Da esse, trinke oder rede ich ja auch nicht 😉

    War natürlich beim Zahnarzt. Röntgenbild ohne Befund. Alles in Ordnung. Kältetest an dem schmerzenden Zahn: ich merke gar nichts. Er regiert nicht auf Kälte. Test am 4er: Ich wäre beinahe aus dem Stuhl gehüpft. Dadurch wurde der Schmerz wieder ausgelöst.
    Er hat den 5er etwas abgeschliffen, damit er nicht so viel Kontakt mit dem unteren hat, da er wohl die meiste Last abbekommen hat laut Blaupapier.
    Nun wollte er 3-5 Tage abwarten, ob sich das bessert, bevor er eine Wurzelbehandlung an dem 5er macht.

    Da es mir widerstrebt eine Wurzelbehandlung an einem gesunden Zahn durchführen zu lassen, fing ich an zu googeln und bin dann ziemlich schnell bei dem Trigeminus und schließlich ihrer Seite gelandet.

    Sehe ich das richtig, dass meine Symptome sehr gut dazu passen? Ich habe keine Schmerzen im Wangenbereich. Es fühlt sich wirklich wie Zahnschmerzen an.
    Werde das heute auch mal meinem Hausarzt schildern, ob der Hoffnung eine Ünerweisung zum Neurologen zu bekommen.

    Viele Grüße,
    Claudia

    1. Hallo Claudia,
      Ihre Beschreibung legt eher einen Längsriss des Zahns nahe. Zumal obere 5-er und untere 7-er die „Favoriten“ für Risse sind. Meistens weder im Rö-Bild noch im Mund sichtbar. Nachweis durch Beißprobe auf kusntstoff, Holz etc.

      VG J. Wagner

      1. Danke für die schnelle Antwort.

        Ich musste nicht auf irgendwas aufbeißen, aber er hat gegen die Kaufläche starken Druck ausgeübt und hatte dabei erwähnt, dass auch kein Riss vorliegen würde.
        Daher denke ich, dass er das bereits ausgeschlossen hat.

        Also sollte ich eher eine Wurzelbehandlung an einem augenscheinlich gesunden Zahn durchführen lassen, als zum Abklärung zum Neurologen zu gehen?

        1. Hallo Claudia,
          das ist einfach zu klären: Besorgen Sie sich ein getrocknetes Stück Ast vom Baum in der Dicke eines Bleistiftes. Darauf beißen Sie der Reihe nach auf alle Zähne 4, 5, 6, .. (von der Mitte aus gezählt). Und das an verschiedenen Tageszeiten. Wenn immer derselbe Zahn dabei unangenehm/schmerzhaft wird, dann hat er einen Riss.
          VG J. Wagner

  43. Vielen Dank für Ihre schnelle Info

    (Wurzelbehandlung bzw. füllung ist jetzt über 2 Monate her!)

    Habe beim wurzelbehandelten Zahn also linken Oberkiefer also der 5. Zahn ein Kribbeln bzw. leichtes Ziehen / stechen & auch einen Druck & das Zahnfleisch ist um diesem Zahn auch bissl rot bzw. leicht entzündet – aber kann auch seit der Wurzelbehandlung bzw. kurz vorher leider auch nichts richtiges auf dieser Seite beißen also ein Aufbissschmerz ist vorhanden & oder kann das einfach auch noch normal sein nach der Wurzelbehandlung bzw. füllung es tut auch weh wenn ich mit dem Finger auf den Zahn drücke sagen wir es so!!!

    – sollte ich da einfach noch abwarten also ab der Wurzelbehandlung ca. 6 Monate? habe schon öfters gesagt bekommen von Zahnärzten das das bis zu 6 Monaten dauert bis der Zahn OK ist…
    Oder etwas unternehmen bzw. früher ein DVT machen sieht man es da früher ob etwas nicht passt?

    Vielen Dank für Ihre weiteren Infos – bzw. noch hier um Info!

    LG Julian

    1. Hallo Julian,
      Sie schrieben „leider auch nichts richtiges auf dieser Seite beißen also ein Aufbissschmerz ist vorhanden „. Das deutet auf überlebende Bakterien im Zahn bzw Wurzelspitze hin. Abhilfe: Revision, Entfernung der Wurzelfüllung, wirksamere Desinfektion über min. 2 Wochen.
      VG J. Wagner

  44. Hallo Herr Wagner,
    ich melde mich wieder einmal zurück. Seit Juli nehme ich 50-0-50 Pregabalin und seit 3 wochen Saroten. Nach 2 wochen Einnahme von Saroten hab ich gedacht es wirkt, war tageweise komplett schnerzfrei. leider ist der Schmerz zurück gekehrt…. Seit 1 Woche ist wieder ständig ein unangenehmes Gefühl da, was einmal stärker dann wieder schwächer ist. Hauptsächlich beim Nasenflügel und Schläfe, manchmal spür ich das Unterkiefer. Warum hält die schmerzfreie Phase nicht länger an. Kaugummi kauen bringt etwas Erleichterung.
    Soll ich die Medikamente erhöhen oder ändern? Von meiner Neurologin hab ich jetzt für den Notfall Tramal bekommen- hab diese aber noch nicht probiert. Wenn ich daran denke, dass das nie mehr weggehen wird, verzweifle ich. Bitte um Ihre Hilfe.

    1. Hallo Monika,
      zuerst würde ich Pregabalin erhöhen auf 75 75. Wenn das nicht reicht, sollte Carbamazepin in niedriger Dosierung anfang 0-0-150 dazugefügt werden. Tramal ist nicht mein Favorit, weil zu viele Versager. Akut verordne ich Bromazepam, aber Vorsicht, das macht schwindelig.
      VG J. Wagner

  45. Hallo Herr Wagner,

    ich habe seit Mai diesen Jahres Schmerzen am 46er.
    Mein Zahnarzt hat an diesem dann eine Wurzelbehandlung durchgeführt.
    Leider ohne Erfolg. Nach zahlreichen weiteren Besuchen und erfolglosen MRT sowie kein Befund beim Neurologen wende ich mich nun an Sie.
    Die Schmerzen sind nur tagsüber. Schlafen kann ich ohne Probleme.
    Pregabalin 25-0-0 hatte ich mal genommen, was ein wenig Abhilfe schaffte. Manchmal sogar tageweise keine Schmerzen.
    Aber nach kurzer Schmerzfreier Phase, kamen die Schmerzen wieder, obwohl Pregabalin weiter genommen wurde.
    So langsam weis ich nicht mehr weiter.
    Können Sie mir helfen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Josi

    1. Hallo,
      ich ahne, dass Ihre Durchschnittsschmerzen unter VAS 5 (0 bis 10) liegen. Dann sehe ich 2 Optionen: a) Die Säuglingsportion von 25mg Pregabalin auf 2 * 50mg steigern oder b) eine Lokalbehandlung mit Xylocain Gel 2% (rezeptfrei) vornehmen. Letztere besteht aus dem Fingerauftragen von Gel in die Umschlagfalte rechts unten 5* am Tag.
      VG J. Wagner

  46. Lieber Herr Dr Wagner

    vielen Dank für diese vielen Informationen rund um die Trigeminus Neuropathie. Leider leider auch ich daran, seit einer Weisheitszahn OP… eine misslungene Wurzelbehandlung mit anschl. Extraktion an dem letzten Backenzahn…. zum Glück habe ich Ihre Seite gefunden und keine weiteren Behandlungen durchführen lassen, meine Zähne sind eigentlich ganz gesund. Trotzdem muss ich diese Schmerzen aushalten. Denn bisher habe ich kein Medikament dafür. Einen Termin bei einer Schmerztherapeutin habe ich für Ende Februar…

    Meine Frage, kann ich die Zeit überbrücken mit Xylocain Spray? Diese besorgte ich mir, aber wie wende
    ich es an? Sprüh ich es einfach auf den betroffenen Bereich im Oberkiefer?

    Gibt es ein Schmerzmittel für ganz akute Tage? Normale Mittel bringen ja leider gar nichts. Mein Hausarzt verschrieb mir Tramadol Tropfen… habe etwas Angst das zu nehmen! An manchen Tagen ist das Brenn- und Schmerzgefühl aber recht intensiv….. da hätte ich natürlich gerne etwas Linderung um meinen Alltag am laufenden zu halten, ich habe ja auch zwei kleine Kinder!

    Ich danke Ihnen sehr! Aber erst
    mal wünsche ich schöne Weihnachten und alles Gute.

    1. Gut, dass Sie schon mal das Spray haben. Es wirkt am kräftigsten in der Nase, vorausgesetzt, dass der Schmerz vom Oberkiefer ausgeht. Einfach in das Nasenloch sprühen. Nicht viel auf einmal, sondern in Abständen von 2 Stunden. Und nicht im Liegen, sondern Stehen. Noch ein Haushaltstipp: Wärmflasche nicht zu heiß auf die Backe, Kaugummi kauen und Cayenne Pfeffer so lange im Mund behalten, wie Sie es aushalten.

      VG J. Wagner

  47. Vielen Dank für die schnelle Antwort!

    Ein ganz großes Lob für Ihr Engagement…. kein Arzt den ich darauf anspreche auf diese T. Neuropathie versteht nur Ansatzweise was ich meine oder gehen sofort in die Neuralgie, da sind die Symptome ja aber noch mal anders. Schlimm, dass man da so alleine da steht. Dank Ihrer Seite und Informationen ist es vielen möglich, das Leben zu erleichtern und zu verstehen was man eventuell hat.

    Herzlichen Dank!

  48. Hallo Herr Wagner!

    Ich leide seit fast 1,5 Jahren an genau diesen Schmerzen (Brennen, Druckgefühl im linken OK) ausgelöst durch Weisheitszahn Op. Nachts kann ich schlafen und spüre dieses Gefühl erst wieder am Morgen wenn ich aufstehe. Bei kaltem Wind tränt mein linkes Auge extrem und dieser verstärkt manchmal den Schmerz für eine Zeit.

    leider hat dies bisher kein Arzt/Zahnarzt/MKG-Chirurg erkannt. Anfang Januar habe ich endlich einen Termin in der Uniklinik Hamburg, hier gibt es verschiedene Schmerzambulanzen wo ich hoffentlich Hilfe bekomme.

    Meine eigentlichen Fragen: Ein Zahn (2.6) wurde unnötig behandelt und nach verschiedenen teuren sinnlosen Behandlungen doch entfernt. alle anderen Zähne sind ohne Füllung und gesund. Ich hätte gerne ein Implantat, aber mit dieser TN scheint es ja fast unmöglich, oder? Ich riskiere ja, dass es dann noch schlimmer wird? Muss ich jetzt immer diese Lücke haben? Und eine Zahnreinigung würde ich eigentlich auch durchführen, ist das möglich, wenn ich den Bereich des linken OK einfach „ausspare“? Ich pflege meine Zähne immer sehr…. und nun leide ich so unter diesen ständigen diffiusen Schmerzen/Brennen. Leider habe ich bisher keine Medikamente die mir helfen. Sämtliche übliche Schmerzmittel versagen…. man dreht manchmal fast durch vor Verzweiflung und Schmerz.

    Zum Glück habe ich Ihre informative Seite gefunden und keine Behandlungen mehr durchführen lassen, denn mein Zahnarzt schlug vor an dem 2.7er ebenfalls eine Wurzelbehandlung zu beginnen, obwohl der Zahn ganz gesund ist, einfach, weil er sich meine Beschwerden nicht erklären konnte.

    Kennen Sie einen Kollegen aus oder in der Nähe von Hamburg der sich ebenfalls damit auskennt?

    Vielleicht haben Sie ein paar Antworten für mich. Ich wäre auch bereit nach Leverkusen in Ihre Praxis zukommen, wenn Sie Kapazitäten frei hätten…

    Ich danke Ihnen sehr für Ihre Unterstützung!

    1. Hallo,
      Interessante Beobachtung „Bei kaltem Wind tränt mein linkes Auge extrem und dieser verstärkt manchmal den Schmerz für eine Zeit. “ Die passt exakt auf eine Trigeminus Neuropathie (Stichwort SUNCT). Zu Ihren Fragen:
      1. Ein Implantat ist nicht mit einem Schmerzschub verbunden. Was ich aber mehr als einmal zu hören bekam: Sobald die Krone aufgesetzt wurde, gab es neue Schmerzen, was meiner Meinung nach mit einem mechanischen Druck der Krone auf das Zahnfleisch zusammenhängt. Der ist unbedingt zu vermeiden.
      2. Zahnreinigung vorsichtig und die betroffene Seite / Kiefer auslassen!
      3. Bitten Sie Ihren Hausarzt um die Rezeptierung von a) Amitriptylin 10mg, b) Gabapentin 200mg, c)Carbamazepin 300mg – letztere aber am Anfang nur als halbe Tablette einnehmen. Die positive Wirkung dauert min 1 Woche, die Nebenwirkungen sind sofort da, also Geduld.
      4. Finger weg vom 27. Naturgesunde Zähne aufbohren ist immer eine ganz schlechte Idee.
      Besuch ist möglich, kostet rund 100, aber ich bin gut beschäftigt, also kein schneller Termin möglich.
      VG J. Wagner

  49. Lieber Herr Wagner,

    vielen Dank für Ihre Seite und Ihre Hilfe!
    Vor 2.5 Monaten habe ich, nachdem mir eine Füllungshöhe verändert (eingeschliffen) worden ist, nachts mit einer für mein Gefühl viel zu hohen Aufbissschiene (Myosportschiene – auf der nur die Zähne 5,6,7 aufliegen – 8er ist ausgespart)) geschlafen. Als ich am nächsten Tag aufwachte, hatte ich höllische Schmerzen über die ganze linke Gesichshälfte, insbesondere in der linken Augenbraue, ich muss da nachts mit falschem Biss extrem doll raufgebissen haben. Auch die Backenzähne im linken Oberkiefer waren empfindlich. Nach drei Tagen legte sich das, gab für ca 5 Tage Ruhe, um dann mit voller Wucht in Form von diffusen, kribbelnden, manchmal ziehenden Schmerzen im linken Oberkiefer wiederzukommen. Die kribbelnden Schmerzen bewegen sich auf den Zähnen im linken OK bis zu den Schneidezähnen, manchmal in die Wange, Nebenhöhle, bis zum linken Auge. Ich kann nicht mehr kauen auf der linken Seite, weil ich damit den Nervenschmerz auslöse. Es ist als ob das Gewebe über den Zähnen anschwillt und dann der Zahn 27 länger wird. 26 kommt dann hinterher und hat auch so merkwürdige Spannungsgefühle und Taubheitsgefühle. Zahn 27 fühlt sich manchmal locker an (vor allem an der hinteren Seite), ist manchmal klopfempfindlich, manchmal nicht. Auf Kältetests reagiert er mal negativ, mal positiv, meistens jedoch positiv. Mir wurde gesagt, dass der Zahn 27 eine Zahnfleischtasche hat, die vor 2 Monaten noch 4 mm tief war und jetzt 7 mm tief. Manchmal fühlen sich die Zähne ganz normal an und manchmal extrem berührungsempfindlich, insbesondere 27.
    Ich habe eine fürchterliche Ärzteodysee hinter mir. Ich habe mehrere Röntgenbilder machen lassen, auch DVT und habe von den meisten Ärzten gehört, es sehe alles ganz normal aus. Ein paar sagten, der Wurzelbereich im linken OK sehe etwas milchig aus, was für eine Entzündung spricht. Mehrere Zahnärzte wollen den Zahn 27 ziehen, obwohl es bisher keine wirkliche Diagnose gibt. Es wurde ein Blutbild gemacht und ich hätte wohl einen erhöhten RANTES Wert ( bei 43). Sagt Ihnen das was? Haben Sie einen Rat für mich?
    Vielen Dank und viele liebe Grüße

    1. Hallo Johanna,
      hört sich für mich nach Trigeminus an. Beweis: Kribbelnde, ziehende Schmerzen mit starker Ausstrahlung. Im Schlaf stören sie vermutlich nicht. Zahnärztlich keine ernsthaften Befunde. Ein unplausibler Anlass „Einschleifen einer Füllung“ als Anstoß (Trigger) für eine starke Schmerzepisode. Kurzum: Die Geschichte hat viel mit einem überempfindlichen Trigeminus und wenig mit dem Gewebe vor Ort zu tun.
      Meine Empfehlung: Keine weiteren zahnmedizinischen Eingriffe whatsoever, dafür lokale Maßnahmen: Kaugummi kauen, Wärmflasche auf die Gegend, Xylocain Nasenspray verschreiben lassen. Bei Unwirksamkeit Amitritpylin 10mg einsetzen.

      VG J. Wagner

      1. Lieber Herr Wagner,

        vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Haben Sie eine Idee wo ich dieses Nasenspray bekomme? Die Apotheke konnte es nicht bestellen und das Internet zeigt nur ein Mundspray.
        Ich habe noch ein paar weiterführende Fragen: Kaugummi kauen macht alles nur noch schlimmer. Der ganze Bereich hat eine Art juckenden, pulsierenden Schmerz, der durch Bewegung verschlimmert wird.
        Ich kann die Zähne meistens gar nicht mehr aufeinanderlegen, da es dann sofort unangenehme, kribbelnde, pulsierende Wellen ausstößt und schlimmer wird. Was bedeutet das?
        Nachts ist es ruhiger, aber nicht völlig weg. Das Kribbeln ist streckenweise weg und es gibt eine Art juckenden, pulsierenden Punkt, der schwer zu lokalisieren ist.
        Wärmflasche ist angenehm.
        Passiert ist das ja nach starkem Draufbeißen auf eine zu hohe Schiene. Der Zahnarzt vermutet eine Fraktur und will den Zahn ziehen. Er hat einen Laser an den Zahn 27 gehalten und damit wohl Bakterien gemessen. Und dann ist da noch dieser RANTES Blutwert, der bei 43 liegt und wohl auf eine Nekrose hinweist. Sagt Ihnen das was?
        Ich bin jetzt stark verunsichert was ich tun soll. Ich halte das alles nicht mehr aus. Im Moment kann ich die 3 oberen Backenzähne nicht mal anfassen, weil das sofort unangenehm kribbelt und sich wie geschwollen anfühlt. Über genau diesen 3 Zähnen sieht das auf dem OPG wohl opaque/milchig aus.
        Zusätzlich habe ich auch mehrmals am Tag pulsierende Schmerzen im linken Gaumen hinter diesen Zähnen.
        Oft spüre ich auch die Vibrationen beim laufen in den Zähnen als unangenehmes Pulsieren, als ob die Zähne bei jedem Schritt wackeln. Ich hoffe auf Rat.

        Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe.
        Herzliche Grüße,
        Johanna

        1. Hallo Johanna. Nehmen Sie das Mundspray und sprühen es in die Nase. Bezüglich Kaugummie scheinen Sie die Ausnahme von der Regel darzustellen. Zu Rantes: Zitat „Als Labormarker zum Nachweis einer chronischen systemischen Entzündung hat RANTES bisher keine wesentliche Bedeutung erlangt, da es mit TNF-α, IP-10 und IL-6 sensitivere Marker gibt.“ Erster Treffer Google. Scheint ein Steckenpferd meines Kollegoiden L. aus M. zu sein.
          VG J. Wagner

  50. Lieber Hr. Doktor Wagner.
    Bitte mal ganz ehrlich: gibt es wirklich keine Titanunverträglichkeit bzw. Allergie. Bei mir fühlt sich das Implantat trotz Gabap. U Ami. So komisch u brennend an. Wie wenn mein speichel dort einen Stoff ev. Titanpartikel aufnimmt. Hört sich voll gestört an, ich weiß. U der Metallgeschmack hört nicht aus. Zwischen dem Implantat u Nachbarzahn kommt soviel speichel runter. Das Gefühl hab ich. Was soll ich tun, mir ist dauerschlecht u mein gesicht kribbelt. Soll ich das implantat entfernen lassen? Kennen sie keinen Fall von Unverträglichkeit? Oder Allergie aus ihrer Praxis? Wieso ist das Netz voll mit solchen Problemen? Bitte helfen Sie mir. Glauben sie an Einbildung bzw Angststörung
    Vielen lieben Dank

    1. Hallo Alexandra,
      ausschließen kann ich es nicht. Aber mir ist kein Fall bekannt. Brennen und Kribbeln sind keine Anzeichen einer Allergie, sondern neurologisch. Sie sollten Carbamazepin dazu nehmen, Babydosis.
      VG J. Wagner

      1. Vielen Dank für ihre Antwort. Ich werde versuchen ein Rezept zu bekommen. Neurologe glaubt mir meine schmerzen leider nicht. Würden Sie auf Verdacht dass Implantat entfernen lassen. Ist aber laut mehreren Zahnärzten perfekt. Ist das Gefühl, dass daran etwas runterkommt, gefühlsmässig eine Flüssigkeit, auch der Nerv? Man sieht aber rein gar nichts. Vielen Dank für ihre Zeit und Hilfe. Glauben sie, dass der Nerf das Implantat einfach nicht akzeptiert?

        Glg Alexandra

        1. Hallo Alexandra,
          ich bin kein Arzt, aber ich kann dir erzählen wie es mir ergangen ist; ich habe mir ein Implantat entfernen lassen und der Schmerz ist geblieben. Ich hätte schwören können, dass das Implantat an den Schmerzen schuld ist, war aber nicht so. Ich nehme seit Juli 2018 Pregabalin 50-0-50 dosiert und seit Ende November 25 mg Saroten. Immer wieder die Schmerzen sind mühsam, aber es wird besser ich habe oft schon eine Woche Schmerzpause, aber leider kommt der Schmerz noch immer wieder zurück. Meine Neurologin hat gemeint man muss ca. 1 Jahr mit der Medikamenteneinnahme rechnen. Carbamazepin verschreibt sie mir nicht, warum weiß ich nicht. Es ist zwar schwer, aber wenn du schon mehrere Meinungen von Zahnärzten hast und die Nichts finden, dann ist auch alles in bester Ordnung. Lg

          1. Hallo Monika,

            vielen lieben Dank für deine Antwort. Ja, für mich ist das auch sehr schwer, ich glaube immer, dass das Implantat der Schuldige ist, nämlich weil immer am Implantatzahn alle möglichen Sensationen auftauchen. das Gabapentin u Saroten (nehme jetzt 1200 mg G. u 10 mg Saroten) wirken gut gegen das brennen und die diversen Missempfindungen. aber das Gefühl beim Zahn ist noch nicht weg. Hattest du auch einen Metallgeschmack u einfach eine komisches Mundgefühl? Die Ärzte meinen auch dass das dann nicht besser wird und ich nicht auf Titan reagieren kann. naja, schon langsam hab ich eine Abneigung dagegen, obwohl ich zu Beginn so begeistert war. ist ein Schneidezahnimplantat (unfall in der Kindheit und immer Probleme damit) und ich möchte es mir eigentlich nicht entfernen lassen, weil was dann….?
            Hast du jetzt wieder ein Implantat u wielange nimmst du schon die Medis?
            Danke noch mal für deinen Antwort. Ich nehme die Medis seit Mitte Sept. hab aber erst vor einer Woche das Gaba wieder aufdosiert. Neurologe will mir das Carba auch nicht geben, weil es anscheindend die Leber schädigt und er sowieso glaubt, dass ich eine Angststörung habe u das Implantat jetzt der Böse ist. Dem ist aber sicher nicht so, naja, zumindest schließt er eine Nervschädigung nicht komplett aus.
            Vielen Dank nochmal,
            hoffentlich höre ich wieder von dir.
            lg

        2. Hallo Alexandra,
          ich bin noch ziemlich jung, hab aber leider schon 7 Implantate. Die letzten 2 Jahre waren nicht so toll. Ich brauche mich aber eigentlich gar nicht wundern warum der einseitige Gesichtsschmerz gekommen ist, ich glaube die vielen Operationen Spritzen waren irgendwann einfach zu viel. Pregabalin hab ich im Juli bekommen und Saroten Ende November, mir geht’s Gott sei dank schon besser. Metallgeschmack hab/hatte ich nicht aber aus Erfahrung kann ich sagen bzw. bei mir war es so, wenn mit einem Implantat was nicht in Ordnung ist, wird es in den ersten Wochen eitrig und muss entfernt werden. Mir tun manchmal Zähne weh obwohl ich da keine mehr habe und da spielt uns wohl der Trigenimus einen Streich. Was sicherlich nicht einfach ist vorallem wenn die
          Schmerzen manchmal zermürbend sind, man soll sich ablenken bzw. zu der ganzen Sache etwas Abstand nehmen sonst dreht sich alles nur mehr darum. Für mich war sehr wichtig dass ich diese Seite gefunden habe und ich gesehen habe, dass ich nicht alleine bin, es Hilfe gibt und durch Herrn Wagner immer tolle Infos und Rat bekommt.

          1. Hallo Monika.

            Ja, bei mir sind die letzten zwei Jahre auch nicht super gelaufen. Ich bin 36 Jahre und das ist mein erstes Implantat. Hast du auch Titanimplantate? Ich habe auch an den anderen Schneidezähne Kronen. Seit frühester Kindheit (Unfall von einer V) hab ich Probleme mit den Schneidezähnen und ich dachte, dass ich nun mit dem Implantat endlich Ruhe habe. Vl bin ich auch nur zu ungeduldig und will endlich, dass das komplett weggeht. Das Kribbeln über die gesamte linke Gesichtshälfte ich auch schon besser geworden, und das Gefühl dass der Zahn brennt ist auch besser geworden, aber alles ist in gedämpfter Form noch da und vor allem das Gefühl am Implantatzahn zermürbt mich.
            Wie gehts dir sonst so? Kannst du dich gut ablenken oder denkst du auch ziemlich oft daran?
            Ich bin auch froh, diese Seite gefunden zu haben und ich finde es super dass sich Dr. Wagner so eine Mühe damit gibt anderen zu helfen.
            Das ist ja nicht selbstverständlich.
            Wielange glaubst du dauert es, bis das zumindest fast ganz verschwindet? Würdest du dir nochmals Implantate setzen lassen und spürst du deine? Glaubst du an eine Titanallergie?
            Ich wünsche dir einen schönen Tag und danke für deine Antwort.
            lg

          2. Hallo Alexandra, hab erst jetzt deine Antwort gesehen. Ich hatte jetzt 11 Tage eine gute Zeit, kaum spürbar aber die letzten Tage waren auch wieder heftig. Bei mir ist es ein ziehen, heißer und ein drückender Schmerz bzw. Hintergrundschmerz auf der betroffenen Gesichtsseite. Anfangs hatte ich noch täglich heftige Kopfschmerzen, bei der Schläfe, Auge bis in den Hinterkopf, aber das ist jetzt Gott sei Dank weg. Ich hab nur mehr manchmal Kopfschmerzen aber da weiß ich nicht, ist es von der HWS oder Wetter. Dort wo ich die Schmerzen habe bei der Nasenfalte Gegend Eckzahn ist es so, wenn der Schmerz da ist, darf ich auf die betroffene Stelle auch nicht drücken weil mir das dann weh tut. Wenn ich keine Schmerzen habe kann ich die Gegend abdrücken und es ist kein Schmerz. Ich bin 35 Jahre alt, ich hab mir schon oft die Frage gestellt was wäre wenn ich mir die Implantate entfernen lasse, aber es wird nichts bringen, ich hab das einmal gemacht und der Schmerz ist trotzdem geblieben. Bei mir ist es auch so, wenn ich die Schmerzen habe fühlt sich alles Wund an. Manchmal fällt Ablenkung sehr schwer. Meine Neurologin hat gemeint, ab dem letzten Eingriff mit Medikamente muss man ca. 1 Jahr rechnen bis sich alles beruhigt bzw. Leider ist ein Nervenschmerz Wellenartig dh. man glaubt es ist besser und die nächsten Tage kann es wieder heftiger werden. Ich weiß nicht ob man sich hier so austauschen darf, ansonsten könnten wir ins Forum Zahnfilm wechseln und uns dort austauschen?! Das mit einer Titanallergie hatte ich auch schon im Kopf, aber ich glaube, dass unsere Schmerzen mit den Nerv zusammenhängen und nicht mit dem Implantat. Wie gesagt ich hatte einmal ein Implantat was nicht gepasst hat, und es musste entfernt werden und da hatte ich aber andere Schmerzen als jetzt.
            Und ja, ich würde mir wenns sein muss wieder ein Implantat setzen lassen weil auf der anderen Seite sowie im Unterkiefer wo ich auch ein Implantat habe, habe ich keine Probleme.
            Hast du auch Kopfschmerzen? Ist der Schmerz so wie bei mir? lg Monika

  51. Sehr geehrter Herr Wagner,

    ich habe leider wie viele andere hier auch einen langen und unfassbaren Leidensweg hinter mir und möchte Ihnen gerne meine Situation schildern. Ich versuche mich kurz zu halten…ist allerdings wie ein schlechter Maffia Film…

    Bei mir wurde versucht einen transplantierter Zahn (Transplantation vor 20 Jahren) Regio 37 mit einer aplikalen Ostitis eine Wurzelbehandlung durchzuführen. Leider musste die Behandlung nach 1,5 Stunden vom Arzt abgebrochen werden. Aussage war er bekommt es nicht hin. Mit dicker Wange dann zum Kieferchirurg. Der Zahn konnte allerdings nicht gezogen werden, es wirkten keine Betäubungsspritzen. Ich erhielt für 2 Wochen Clindamicin, da er sehr entzündet war. Nach 2 Wochen wieder zum MKGler der Zahn wurde gezogen…juhhu habe ich gedacht, endlich ist es geschafft. Nach ca. 2 Wochen wurde meine Wange etwas dick und ich bekam rote Gesichtsschübe einseitig über dem Jochbein von unten hochziehend. Ich bekam vom Hausarzt carpamazepin, allerdings nur kurz, da die Schübe nicht immer noch waren.Immer schlimmer, nachts könnte ich nicht schlafen, die Wange wurde heiß und rot manchmal schon lilarot. Am Tag ebenso immer rote Schübe links, es folgte unzählige Notaufnahme UKE Termine, nichts passiert, keiner hat eine Idee oder sich groß der Sache angenommen. Vielleicht sei es eine Allergie und es liegt an CMD. Ingesamt schon über 10 kg abgenommen. Dann habe ich alles erdenkliche durch andere Untersuchungen ausgeschlossen. Der Allergiewert war iGE war auf 1200, ich bekam ein Mittel dagegen. Doch auch das half nicht, die Schübe wurden immer schlimmer. Dann wieder Notaufnahme, es folgte zum 10 mal Antibiotika. Dann sagte eine Ärztin ich glaube Sie haben eine Ostemelitis wir schicken Sie zur Sintegraphie. Befund Diagnose: vereinbart mit einer Osteomylitis der Arzt gab mir Moxifloxacin über 4 Wochen. Aber es half nicht. Uke hat danach gemeint, Sie haben keine OM. Vielleicht ist es psychisch. Keine Hilfe also. Es ging weiter zum Dental CT, hier wurde eine Ostitis diagnostiziert. Es folgte ein Termin beim Umweltmedizin und eine OP regio 38 und 28 oben Diagnose NICO. Der Zahn 27 hatte auch eine 10 fache WB, wurde auch gezogen. Ab jetzt fing der Schmerz richtig an, ein reißen und ziehen, der Mundwinkel nach unten zum Kinn kann nicht berührt werden. Alondeny soll das heißen? Nun weiter zum Arzt…und wieder…und wieder…Dann nach einem Jahr bekam ich den Rat ein Dental MRT machen zu lassen. Hier wurde eine OM unten hinter Regio 38 am Ramus diagnostiziert und oben zieht es hoch ist aber nicht der Hauptherd. Dann wieder in die Klinik mit den Bildern…ach ja jetzt sieht man was wurde nun gesagt. Es folgte eine Dekortikation unten Regio 36 bis 38. nun kommt es noch schlimmer, die Schmerzen sind unerträglich. Wieder zum Kontroll Dental MRT und CT. Diagnose der Herd hinter Regio 38 wurde nicht ansatzweise operiert, er ist noch drin. Zurück zur Klinik, Komentar vom Operateur sie sehen keine Entzündung der Knochen sieht gut aus. Ich soll in die Schmerzklinik. Jetzt nehme ich seit ca. 4 Wochen Garbabentin 3 mal 600 also insgesamt 1800 mg und 10 mg Amitriptelin. Leider hilft das nicht. Ich habe einen Arzt gefunden der mir helfen will. Allerdings bin ich mit der Medikamenten Auswahl und Dosierung noch am Anfang und wollte gerne dazu Ihre Empfehlung erhalten. Ob wirklich eine Entzündung noch besteht wird gerade nochmal aus zweiter Hand geprüft. Die Schübe sind weniger geworden nach der Deklaration aber sie sind nicht weg. Können Sie mir vielleicht helfen?

    Ich bedanke mich im Voraus vielmals für Ihre Hilfe und bin gerne bereit mehr Informationen zu senden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hamburgerin

    1. Hallo Hamburgerin,
      Wie so viele Geschichten beginnt alles relativ zahnmedizinisch übersichtlich: Ap.Ost am 37, Behandlungsversuche. Dann das erste Alarmzeichen: Die Spritze wirkt nicht. Das kommt auch bei normalen Fällen vor, bei Ihnen würde ich das aber schon als auffällig in Richtung Trigeminus interpretieren. Dass es dann nach Clindamycin doch funktionierte, registriere ich. Clindamycin hat auch antineuropathische Eigenschaften. Rötungen der Haut im Bereich der betroffenen Trigeminusseite kenne ich. Das wird bei Neuropathikern gerne falsch im Sinne einer bakteriellen Infektion interpretiert. Ist es aber nicht. Stichwort: Osteomyelitis. Die habe ich in meiner 35 jährigen Berufszeit genau einmal gesehen. Alkoholiker im Endstadium. Komplette Mangelernährung, Leberzirrhose … Da war nicht nur der Kieferknochen im Eimer. Vergessen Sie den Nico Quatsch. Den gibt es nur in München, in meinem Umfeld nicht. Stichwort: CMD. Voll daneben.
      Dann schreiben Sie “ Ab jetzt fing der Schmerz richtig an, ein reißen und ziehen, der Mundwinkel nach unten zum Kinn kann nicht berührt werden. Alondeny soll das heißen?“ Endlich mal eine zutreffende Beschreibung Ihres Symptoms: Allodynie = bei harmloser Berührung Auslösung von Schmerzen. Das ist der klassische Beweis einer Neuropathie. Neuropathie heißt: Der Nerv krankt, nicht die Haut. Dann folgt bei Ihnen der nächste chirurgische Eingriff mit vorhersagbarer Verschlimmerung der Schmerzen.
      Das empfehle ich: Jeglichen zahnärztlichen Eingriff links unterlassen! Für Jahre. Keine professionelle Zahnreinigung. Sie brauchen dringend zur Mischung Amitriptylin und Gabapentin noch das Medikament Carbamazepin in der Anfangsdosis 300mg/Tag.
      Für Akutschmerzen: Xylocain Spray in das linke Nasenloch alle 2 Stunden, Kaugummikauen, Wärmflasche auf die linke Backe.
      VG J. Wagner

      1. Lieber Herr Wagner,

        herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort! Ich bitte meine Rechtschreibfehler zu entschuldigen, habe zu schnell geschrieben und habe über das Handy zu dicke Finger.

        Es wäre sehr nett, wenn ich Ihnen dazu noch einige Informationen senden darf.
        Kurz nochmal zur Situation.

        Der Neurologe sagte damals, ein Nerv wird nicht rot. Sie haben aber mir zum Glück geschrieben, dass ein Gesicht bzw. der Nerv einseitig doch rot werden kann. Ist das richtig? Bei mir hilft nur Kühlung, Wärme, Aufregung oder Anspannung verstärken die Rötung bzw. den Flush.

        Der Neurologe hat mir als Blindtherapie damals eine 10 Tage Kortisonstosstherapie verordnet. Er weiß nicht was ich habe, weil der Nerv eben nicht rot wird. Geholfen hat es leider auch nicht. Wieder zum MKGler der mit cmd etc. anfing.

        Ich bin im Glauben, dass seitdem der Zahn 37 gezogen wurde, hier noch Toxine drin sind oder die Entzündung nicht richtig behoben wurde. Die Entzündung oder mutmaßliche OM ist in Richtung 38 also 9 ner Bereich im Kieferwinkel gewandert…da hier auch nur mit Ozon statt Antibiotika gearbeitet wurde. Seit dem habe ich die roten Schübe. Die Entzündung ist im Dental MRT zu sehen. Der Radiologie glaubt, dass die Entzündung auf dem Nerv übergegangen ist und der Nerv nicht abschwellen kann. Eine mechanische Verletzung sieht er allerdings nicht.
        Der Nervschmerz fing umgehend nach der NICO OP 2017 an. Dann ging es ja weiter…

        Für alle Untersuchungen, Naturheilpraktiker, ELektoakupuntur nach Voll, zahlreiche Röntgenbilder privater Bezahlung versteht sich, kann ich mir schon einen Kleineagen kaufen. Der Arzt in München ist mir bestens bekannt, genauso wie der dazu gehörende „Hamburger 3 Ärzte Golfclub Clan“, die alle sehr geschäftstüchtig sind und NICO über Thioäther hin zu Schinentherapie verordnen, die Patienten hin und her schieben und dann natürlich auch fleißig zur bekannten Kollegin überweisen Dental CT machen zu lassen…

        Leider ist es aktuell so, dass der Radiologie sagt, die Entzündung hinter Regio 38 im Kieferwinkel unten ist noch drin. Der Radiologie ist Deutschlandweit Profi und hat sich viel Zeit für mich genommen. Die OP ist quasi umsonst gewesen. Der Operateur meint er sieht nichts. Dazu muss ich sagen, dass diese neuen Dental MRTs tricky zu lesen sind, hat auch der Arzt im Charité gesagt. Uke kann die Bilder machen aber nicht richtig lesen. Jetzt werden die Bilder vom Radiologikum Hauptstelle überprüft. Was kann oder soll ich machen, wenn auch der Radiologie sagt, die mutmaßlichen OM besteht noch und ein MKGler sagt OP? Mir wurde auch gesagt, dass ich damit rechnen muss, dass der Kieferknochen, also ein Stück, wenn ich Pech habe ganz raus muss.

        Können Sie aus Erfahrung heraus abschätzen, wann die roten Schübe aufhören und die Schmerzen nachlassen?

        Ganz vielen Dank für Ihre Hilfe, ich werde Ihren Rat gerne befolgen und die Dosierung mit meinem jetzigen Arzt gerne besprechen.
        Viele Grüße

        1. Hallo Hamburgerin,
          „ein Nerv wird nicht rot“. Blödsinn. Die Rötung der Haut erfordert das Ansteuern kleiner Kapillaren durch sympathische Nerven. Ähnlich wie das Tränen der Augen. Bei SUNCT löst der Trigeminus genau das aus. Nach meiner Erfahrung verschwindet die Rötung nicht mehr. Näheres unter SUNCT in Google Scholar.
          OM und Nico: Versuchen Sie, Ihren Denkansatz OM und Nico einfach wegzulassen, weil die durch wenig Evidenz gedeckt sind. Näheres Google scholar. Vergleichen Sie vor allem die Menge an Suchergebnissen zwischen den Suchbegriffen „orofacial neuropathic pain“ und „nico jaw“. Bei letzterem bekommen Sie von mir aus 10 sinnvolle Antworten (der Rest zitiert Autoren mit dem Namen Nico), bei ersterem locker 10.000.
          Radiologie: Machen Sie sich bitte klar, dass die räumliche Auflösung aller großformatigen bildgebenden Verfahren auch MRT nicht über 0,5mm hinauskommt. Das bedeutet jede Menge Interpretationsspielraum. Das genaueste Bild ist bis heute der sogenannte Zahnfilm (3*4cm, intraoral).
          Schmerz: Entweder landen Sie mit meiner Kombi einen Treffer oder nicht, Wahrscheinlichkeit 50%. Zum Glück gibt es Ausweichmedikamente.

          VG J. Wagner

          1. Lieber Herr Wagner,

            Vielen Dank für Ihre Hilfe und die wertvolle Information.

            Ich habe mir nun über SUNTC einige Google Beschreibungen dazu durchgelesen. Allerdings ist meine Rötung im Gesicht nur in der linken Gesichtshälfte vorhanden ohne rote tränende Augen und ich habe zum Glück auch keine Kopfschmerzen. Die Rötung schießt bei Aufregung oder Wärme oder Schmerzen ein. Könnte es sein, dass hier noch etwas anderes vorliegt? Es sieht dann echt schlimm aus. Kann ein Gefäß vielleicht auf den Nerv drücken?

            Ich würde auch gerne wissen, was Sie von weiteren Behandlungen wie TENS etc. halten oder besser vorschlagen? Wie kann jetzt eine TNeurophathie diagnostiziert werden? Kann der Arzt auch den Schweregrad feststellen? Ich habe außer Neuralgie und Alodeny nichts weiter dazu gehört. Ach ja und das der Nerv vielleicht mechanisch verletzt wurde…?
            Eine richtige Diagnose habe ich bisher ja noch. Ich gehört…einer sagt dies der andere sagt dass….

            Viele Grüße an Sie, die Hamburgerin:-)

        2. Hallo Hamburgerin, mir geht es ähnlich…. hatte ebenfalls diese Nico OP und viel Geld schon zum Fenster raus….meine diffusen Schmerzen sind geblieben

          Ich komme ebenfalls aus Hamburg, habe demnächst einen Termin im UKE, aber viel Hoffnung habe ich nicht. Ihre Nachricht bestätigt leider mein Gefühl, dass das nicht viel bringen wird.

          Gerne könnte man sich ja mal austauschen, ich weiß allerdings nicht ob es erlaubt ist, hier die Email-Adresse zu tauschen.

          Danke an Herrn Wagner für die vielen nützlichen Informationen

          LG!

          1. Hallo Ina,

            die Anfrage habe ich gelesen, können uns gerne austauschen! Bekomme ich Ihre persönliche E-Mail?

            Viele Grüße

  52. lieber dr.wagner,
    mir wurde vor 8 wochen im linken oberkiefer der 7mer gezogen.
    Zahn hatte entzündung.am dritten tag begannen folternde schmerzen. pulsierender flächenbrand auf der linken seite.kopfbewegungen nach vorn oder zur seite beim schlafen zu schmerzhaft.ohne zopiclon nachts verloren. sichtbefund des kieferchirug an tag 4…wunde sieht gut aus. tag 7 apernyleinlage.
    wenig linderung; wundauffrischung nicht empfohlen; komplette erschöpfung. schmerzmittel so gut wie unwirksam…auch tramadol,tillidin oder novamin. vom HA pregabalin verschreiben lassen (ich kannte ihre webseite schon!) und amitr.; nehme seit
    3wo prega 50 morgens und abends, ami 10 abends. kamistadgel tut gut. lidocainspray ins nasenloch kein effekt. es wird nur im schneckentempo besser. das pulsieren ist weg. aber der kieferdruck- auch krampfartig, ziehend- nicht, strahlt aus (auge,kopf) schmerzgefühl als wäre am 6er was. kopfschmerzen. kühle die seite fast permanent um den druck zu lindern.
    wange oft rot. der ZA sagt, naja…zahn war entzündet..da heilt das eben „anders“! wie sehen sie das…trigenimus-reizung ? entzündungsbedingte wundheilungsverzögerung ?….das Kühlen , spricht das nicht gegen TN ? oder ein mix aus beidem ?
    Vorgeschichte: mai 2018 extraktion unterkiefer links 7mer…erstmalig eine Alveolitis (zahn war ebenfalls entzündet).
    6er wegen muckern im UK aufgebohrt, noch schmerzen, wurzelbehandlung (noch nicht abgefüllt). die ganze geschichte dauert zu lang. aber jedenfalls auch hier waren schmerzmittel kaum wirksam. nachdem der endodontologe den 5.kanal gesehen und gesäubert hat, war ne woche später endlich ruhe.
    also seit mai `18 verstehe ich nicht was da los ist. in den jahren zuvor wurden mir problemlos vier weisheitszähne und ein backenzahn gezogen mit komplikationsloser ausheilung. hätte antibiotikagabe vor dem ziehen der entzündeten zähne helfen können (fand nicht statt) ? macht carbamazepin sinn, wenn das druck-schmerz level zwischen drei und fünf pendelt? …oder besser amitr. und pregabalin aufdosieren ? bin seit vielen jahren kopfschmerz-und migränepatientin.

    1. Hallo Sylvana,
      Ist Trigeminus. Alleine schon Ihre Migräne Vorgeschichte legt das nahe. Ich vermute, Sie haben mehr als 3 Migränetage pro Monat? Haben Sie eine wirksame Migräne Prophylaxe Therapie?
      Carba würde ich unter VAS 6 nicht einsetzen. Dann lieber Pregabalin hochdosieren. Amitriptylin sollte auf 10mg bleiben. Versuchen Sie auch Xylocain Spray im Mund.

      VG J. Wagner

      1. danke für ihre zeitnahe antwort.
        alle ks prophylaxen bisher unbefriedigend wirksam (mirtazapin, doxepin, trimipramin). duloxetin steht nun im raum, aber bei schlafstörungen kritisch.
        ich habe täglich kopfschmerzen, die in migräne übergehen können, deutlich öfter als dreimal monatlich.
        daher gerate ich in panik bei dem gedanken, dass
        der zusätzliche zermürbende drückende kiefer-gesichts-schmerz, der durch die zahnextraktion entstanden ist, chronisch werden könnte. um dem vorzubeugen, hätte ich jetzt die von ihnen oft verordnete dreier kombi geschluckt ??? ..aber die extraktion ist 8 wochen her, ruhe bewahren ist wahrscheinlich sinnvoller als das ganze neurologische besteck
        voreilig aufzufahren. ASS 1200 lindert den kieferschmerz etwas (geht bis zum nasenflügel, auge, ohr, hinterkopf)…ich habe noch nicht ganz verstanden, warum amitriptilyn niedrig dosiert mehr punktet. ist das biochemisch zu begründen oder erfahrungswerte ?
        FG

        1. Hallo Sylvana,
          Haben Sie das hier auch schon alles durch: http://www.dmkg.de/therapie-empfehlungen/migraene.html , Seite 29?. Die Substanzen fangen an mit Propranolol. Zum Duloxetin: Bei mir selbst wirken 30mg (kleine Dosis) in Kombination mit Blutdrucksenkern (Candesartan, Ramipril) gut gegen Migräne, ich hatte allerdings nie Schlafprobleme.
          Amitriptylin: Es scheint 2 Bevölkerungsgruppen zu geben. Die große Mehrheit reagiert auf kleine Dosen Ami empfindlich. Eine Minderheit dagegen braucht tatsächlich viel. Als Therapeut muss ich also immer klein anfangen.

          VG J. Wagner

  53. Hallo Herr Wagner!

    wie schon mal geschrieben, leide auch ich (vermutlich) an neuropathischen Schmerzen nach Weisheitszahn OP, Folge davon Schmerzen Bereich 2.6 ohne Grund… dann das übliche Wurzelbehandlung, Revision, Extraktion und kurze Zeit später wieder die gleichen Schmerzen im Kiefer, eine Mischung aus Druck und brennendes Gefühl. Da alle Zähne gesund sind und ich nachts keine Probleme habe und ich einfach Ihr gesamtes Forum „studiert“ habe denke ich, es ist der Trigeminus!

    Ich habe zwar nun endlich (nach 1,5 Jahren Beschwerden) eine neurologische Ambulanz im UKE gefunden, welche sich auf Gesichtsnerven spezialisiert hat, allerdings gibt es keine Termine bzw mit bis zu 6 Monaten Wartezeit… es ist einfach so furchtbar

    Nun hat mein (wirklich sehr engagierter Hausarzt) mir Pregabalin 75mg verschrieben. Allerdings nur 14 Tabletten. Ich lese hier allerdings immer von anderen Medikamenten bzw Kombinationen. Mein Arzt meinte, ich solle es mit einer Tablette morgens versuchen, er sprach aber auch nicht davon, dass man es dann täglich nehmen muss und über einen längeren Zeitraum. Können Sie mir hier eine Empfehlung geben? Würde es Sinn machen, eine 75mg pro Tag zu nehmen? Oder lieber mit weniger beginnen? Ich bin etwas hilflos, einen Termin bei einer Schmerztherapeutin habe ich erst Ende Februar. Es gibt wirklich Tage, da halte ich das kaum aus, daher wäre ich für jeden Rat sehr dankbar!

    Ich habe es hier schon mal geschrieben, aber trotzdem noch einmal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen für die vielen Fragen und um
    dieses Forum immer auf den neusten Stand zu halten!

    Herzliche Grüße aus Hamburg

    1. Hallo Ini,
      Pregabalin ist schon mal ein guter Anfang. Von den 75mg brauchen Sie 2 am Tag. Ich würde aber eine Woche lang mit einer anfangen. Sonst gibt es zuviel Nebenwirkungen auf einmal. Dazu bitte Amitriptylin 10mg eine pro Tag. Lassen Sie sich bitte 100er Packungen aufschreiben. Mit 14 Stück kann man nichts anfangen.
      VG J. Wagner

  54. Lieber Hr. Dr. Wagner,

    kennen Sie einen Dr. Reichl aus München?
    Der bietet einen Allergietest an, jedoch wurde an meinem Rücken ja schon alles mögliche getestet und ausgeschlossen.
    Er meint, er würde die freigesetzten Materialien aufkleben?
    Was meinen Sie dazu?

    lg Alexandra

  55. Sehr geehrter Herr Wagner,

    wow – endlich jemand der (meiner Ansicht nach) Ahnung hat!
    Auch ich weiß weder ein noch aus. Mitte Oktober ging es los mit „Zahnschmerzen“. Kieferchirug zog einen Zahn und machte eine WSR. Juhu – ganze 2 Wochen schmerzfrei. Danach ging das Martyrium richtig los. Schlimmer als vorher. Ich habe sämtliche ZA abgeklappert und wurde mit Antibiotikum und Schmerztabletten vollgepumpt. Die Aussage von meinem Kieferchirug: Das sind Schmerzen vom Narbengewebe, das geht wieder weg. Und wenn nicht, müssen wir eben noch einen Zahn ziehen. NEIN DANKE! Da ich die Attacken (es fühlt sich an, als wenn meine Zähne bis in die Wange vorne links verbrennen) nicht mehr aushielt, bin ich zum Neurologen. Die nette Dame diagnostizierte eine Trigeminusneuralgie und verordnete mir ein MRT (Anfang Februar) und Carbamazepin 200 mg retard. Anfangs morgens und abends 1/2. Erster Tag: Linderung!!! 2. Tag: die selben höllischen Schmerzen. Am dritten Tag habe ich sie gefragt, ob ich schonmal die Medikation erhöhen kann. Ja kann ich. Nehme seit gestern Abend morgens und abends eine Tablette. Das wiederum wird nach ein paar Tagen erhöht auf jeweils 2 Tabletten. Nichtsdestotrotz: Die Schmerzen kommen und gehen unabhängig der Tabletteneinnahme. Ich kann noch nichtmals richtig sprechen (dadurch werden u.a. die Attacken ausgelöst). ich habe regelrecht Angst davor, was sich im Beruf natürlich gar nicht gut macht. Essen und Zähneputzen ist ein Spießroutenlauf. Und mein Umfeld versteht zwar das ich Schmerzen habe, kann aber meiner Meinung nach nicht nachvollziehen, wie sehr ich leide.
    Haben Sie noch einen Rat, was der Linderung beitragen kann? Ich bin um JEDEN Tipp dankbar.
    Herzliche Grüße
    Jennifer

    1. Hallo Jennifer,
      Die Neurologin liegt fast richtig: Sie leiden unter einer Trigeminus Neuropathie mit neuralgiformen Details. Bei Ihnen kann der Schmerz ausgelöst werden, normalerweise bei Neuropathie nicht. Das verordnete Carbamazepin ist in solchen Fällen die 1. Wahl. Die Wirkung sollte aber erst nach 2 Wochen Einnahme beurteilt werden. Ist dann die Wirkung unzureichend, sind Gabapentin + Amitritpylin hinzuzufügen. Nach weiteren 2 Wochen Neubeurteilung.
      VG J. Wagner

      1. Sehr geehrter Herr Wagner,
        da ich mit meinem Latein am Ende bin, vielleicht nochmal eine Einschätzung Ihrerseits.
        Ich nehme Carbamazepin jetzt seit dem 07. Januar. Beginnend mit 200 mg / Tag, liege ich jetzt bei 1300 mg / Tag. Leider hat mein Blutbild ergeben, dass meine Leberwerte sehr stark gestiegen sind ( liegen jetzt bei 108 GGT im Serum). Nach heutiger Rücksprache mit meiner Neurologin sagt sie, ich muss das Medikament langsam absetzen, sprich auf 400 mg / Tag reduzieren und nach 3 Tagen auf 200 mg / Tag. Am 12.02. habe ich einen erneuten Termin – da soll auf Pregabalin umgestellt werden.
        Ich hatte höllische Schmerzen – unvorstellbar. Und ich habe jetzt eine riesige Angst, dass die Schmerzen zurück kehren, wenn ich das Medikament abstufe. Gerade jetzt, wo noch das Wochenende dazwischen liegt. Ich könnte weinen, wenn ich nur daran denke.
        Haben Sie einen Rat, wie ich am Besten damit umgehen kann?
        Ich stehe jetzt schon (obwohl ich ja noch gar nichts reduziert habe) am Rande der Verzweiflung. Allein der Gedanke an die Schmerzen lässt mich weinen.
        Viele Grüße
        Jennifer

        1. Neurologen sind auch nicht mehr das was sie mal waren. Ihre Leber ist deswegen noch lange nicht in wirklicher Gefahr. Ich halte es für einen schlechten Rat, Carba komplett auszuschleichen, weil es ein Grundpfeiler in der Behandlung ist, vorausgesetzt es wirkt. Wenn Sie mich fragen, ist eine Dauerdosis von 300 mg der beste Kompromiss. Pregabalin darf gerne dazu, aber nicht anstatt.
          VG J. Wagner

          1. Guten Morgen Herr Wagner,
            langsam glaube ich, das wird nie besser.
            Habe jetzt aufgrund der TN 8 Tage im Krankenhaus gelegen. Sämtliche Tests inkl. Nervenwasser sind durchgeführt und als gut befunden worden. Nur dass der Nerv geschädigt ist, das ist Fakt.
            Nun nehme ich Morgens: 1x Gabapentin 600 mg, 1x Baclofen 10 mg, 1x Lamotrigin 25mg
            Mittags: 1x Gabapentin 400 mg
            Abends: 1x Gabapentin 400 mg, 1x baclofen 10 mg, 1x Lamotrigin 50 mg
            Nachts: 1x Amitriptylin 25 mg
            Ja, die Beschwerden sind weniger geworden. Leider kann ich immer noch nicht sprechen, ohne Schmerzen zu haben und die Intensität der Schmerzen erhöht sich langsam wieder.
            Jetzt bin ich wirklich mit meinem Latein am Ende. Das Krankenhaus war quasi meine letzte Hoffnung. Aber wenn selbst dort das Problem in den Griff bekommen wird – was soll ich dann noch machen?
            Gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten? Vielleicht einen Rat, an wen ich mich noch wenden kann? Das ist langsam nicht mehr zu ertragen 🙁

          2. Leider konnte ich auf Ihre Nachricht nicht antworten (kein button dafür).
            „Hallo Jennifer,
            Lamotrigin gehört zur 2. Wahl. Carbamazepin und Oxcarbazepin zur 1. Wahl. Warum die nicht?“
            –> Carbamazepin habe ich vorher ca. 1 Monat genommen. Bei 1300 mg / Tag waren immer noch Schmerzen da und meine Leberwerte waren schlecht. Deshalb wurde dieses Medikament abgesetzt. Im Krankenhaus war dann auch die erste Wahl Oxcarbazepin – ebenfalls schlechte Leberwerte und erhöhter Creatinkinase Wert (lag Spitze bei 4923). Wurde also sofort abgesetzt. Deshalb die jetzigen Medikamente. Meine Neurologin empfahl mir heute, eine ambulante Schmerztherapie anzufangen. Gabapentin wurde heute auf 3x 600 mg erhöht.

          3. Carba wirkt in meiner Kombi auch schon bei 2 * 150mg am Tag. Da muss aber auch Amitritpylin 10mg bei sein. Plus Gabapentin. Dass bei 1300mg die Leber Werte steigen, war zu erwarten. Auf die Dosierung kommt es eben auch an.
            VG J. Wagner

  56. Lieber Herr Wagner,

    Vielleicht haben Sie meine letzte Nachricht noch nicht gesehen? Würde mich über Ihre Antwort sehr freuen. Heute habe ich von einer Freundin gehört, dass eine Nervenschädigung oder Nervenentzündung im Blut zu sehen ist, also ein Nervwert. Stimmt das überhaupt?

    Viele Grüße
    Hamburgerin

      1. Besten Dank für Ihre Antwort und den netten und sehr hilfreichen Austausch! Schade, dass Sie nicht in Hamburg sitzen, ich würde nur noch zu Ihnen kommen!!!! Toller Arzt, Dankeschön.

  57. Guten Morgen Herr Wagner!

    Vielleicht können Sie mir noch einmal helfen, hatte schon mal geschrieben und tolle Tipps bekommen.

    Seit Februar 2017 habe ich durch Weisheitszahn OP diese seltsamen Beschwerden, Zahn 2.6. machte (angeblich) Probleme, es begann das übliche Behandlungsschema (WZK, Revision, WSR, Ext.) die Schmerzen, teilweise juckender oder brennender Schmerz und Druck kamen 2 Monate nach Extraktion wieder. Das war im
    Mai 2018, seitdem habe ich (mit kurzen tageweisen Pausen) Dauerschmerz. Alle besuchten Zahnärzte und MKGs konnten mir nicht helfen. Keine Ursache zu finden, alle Zähne ohne Füllung. Der Schmerz bewegt sich im Bereich 8er bis 6er, an intensivsten über den 7er Bereich. (so empfinde ich es) Einen Termin bei einem Neurologen/Schmerztherap. habe ich erst Ende Februar.

    Nun meine Frage, bisher war ich nachts immer schmerzfrei, konnte schlafen, Probleme begannen nach dem Aufstehen… Aber letzte Nacht hatte ich die Probleme erstmals auch während ich schlief bzw ich wurde wach und fand dadurch einfach nicht mehr in den Schlaf (muss dazu sagen, dass ich mittlerweile eine Angststörung entwickelt habe, hatte also Panik und Herzrasen durch die ungewohnte Schmerzsituation) Kann es denn durchaus vorkommen, dass man eben doch nachts auch mal was spürt? Oder ist damit die T. Neuropathie ausgeschlossen? Ich bin so verunsichert und verzweifelt….. mit dem Lidocain spray auf die Schleimhaut bekam ich die Beschwerden etwas in Griff, nach dem Aufstehen jetzt, sind sie natürlich wieder da. Ich bin so verzweifelt….

  58. Im Übrigen noch ergänzend: ich habe es heute probiert mit 800er Ibu bei 50kg Gewicht, nach 2 h keine spürbare Wirkung, wenn dann minimal, dass ich es kaum wahrgenommen habe. Bei anderen Schmerzen (Rücken, Kopf) wirkt Ibu in deutlich kleinern Dosen bei mir sehr gut. Dieser Druck im Kiefer macht mich noch wahnsinnig, die Schmerzen fühlen sie so an, als würden sie aus der „Kuhle“ 8er oder Wangenfalte kommen. Als hätte
    man zu scharf gegessen.

  59. Sehr geehrter Dr. Wagner,
    seit einer nunmehr drei Jahre zurückliegenden Zahnbehandlung, bei der oben links der 7er wegen eines Risses gezogen wude, befinde ich mich in einer dauernden Zahnproblematik. Die eingebrachte Lösung mit Krone auf dem 6er und Anhänger für den gezogenen 7er bin ich von Beginn an nicht zurecht gekommen. Ich konnte auf dieser Seite mit dem Provisorium überhaupt nicht mehr beißen und kauen, weil der 6er schmerzte. Mit der endgültigen Version stellte mir der Zahnarzt Schmerzfreiheit und Ruhe in Aussicht. Was sich dann jedoch einstellte, waren vermehrte Probleme, Schmerzen beim Beißen und vor allem ein fehlender Kontakt beim Schließen, der auf meine eigene falsche Vorstellung/Gefühl zurückgeführt wurde. Ich hatte schließlich ständige Bewegung im Kiefer, vor allem im Liegen bzw. in leichter Rücklage.Die Kieferbewegungen stehen fast immer in Verbindung mit meiner Augenmuskulatur. Die Nächte begannen für mich zum Horror zu werden. Nacken und Hals vibrierte und ich mußte mich aufrichten, um eine Besserung zu erlangen. Im Lauf dieser drei Jahre bis heute habe ich jede erdenklich Fachrichtung ein bis mehrmals aufgesucht, immer ohne eine wirkliche Diagnose. Bei einem Zahnarzt bekam ich eine 24 Std. Schiene zur Therapie, die ständig verändert/angepasst wurde. Statt einer Besserung trat eine Verschlechterung ein. Im Anschluss daran wurde bei mir ein wesentlich zu hoher Quecksilbergehalt im Körper festgestellt, der einen Rückschluß auf Amalgam im Mund zuließ. Bei der darauf folgenden Behandlung, die sehr sorgfältig durchgeführt wurde, oben ein 5er und auf der anderen Seite (auf meinen Wunsch hin) der problematische 6er extrahiert. weiterhin unten ein 6er, bei dem aus der Wurzel Amalgam austrat. Weiterhin wurden fünf Implantate gesetzt. Direkt nach der Behandlung und am Abend dieses Tages war ich glcklich, endlich ein entspanntes Gefühl im Mund zu haben. Allerdings bereits in der Nacht und in der gesamten Zeit darauf, ausgenommen 2-3 Tage, stellten sich die alten Probleme verstärkt ein. Mein Kiefer krampft ziemlich dauerhaft und schmerzhaft. Wie eine elektrischer Impuls, der mich trifft, krampft und verzieht sich der Kiefer unwillkürlich. Dabei sind diese Krämpfe sehr anstrengend bis schmerzhaft, verursachen einen enormen Druck im Hinterkopf und unterliegen nicht der eigenen
    Kontrolle. Die Verspannungen ziehen den gesamten Nacken entlang bis in den Schulterbereich und lösen dort Verhärtungen und Schmerzen aus. Weiterhin beiße ich mir ungewollt ständig auf die Zunge, was zusätzliche Schmerzen erzeugt. Lediglich eine vornübergebeugte Haltung bringt Linderung und ein wenig Ruhe. Der von Beginn an ’störende‘ 6er ist von einem Zahnfleisch umgeben, von dem ich bei Ihnen mehrfach gelesen habe: leicht geschwollen und hoch empfindlich. Alle Versuche eine vermutete mögliche Entzündung zu beenden, waren erfolglos. Mit solchen Krämpfen, die Grimassen hervorrufen und schmerzhaft sind, verläßt man nicht mehr gerne seine gewohnte Umgebung.
    Seit drei Jahren wird mir wieder und wieder gesagt, ich müßte Geduld haben und die ganze Sache sei sicher psychosomatisch. Nach einer solch langen Zeit bekomme ich allerdings Sorgen, daß sich dieser Zustand tatsächlich irgendwann auf meine Psyche auswirkt – meine Verzweiflung ist groß.
    Haben Sie eine Idee dazu? Ich freue mich auf eine Antwort.

    1. Hallo Brigitte,
      darf ich offen sein? Die Vielzahl ihrer Symptome, die für mich unklare Schmerzstärke (vermutlich unter VAS=5) dazu unwissenschaftliche Aktionen (Amalgam“sanierung“) läßt mich leider vermuten, dass Sie nicht zu meinem Spezialklientel gehören. Als Verdachtsdiagnose sehe ich bei Ihnen: Fibromyalgie, Angststörung, CMD.
      VG J. Wagner

  60. Hallo Herr Wagner, ich meld mich wieder einmal zurück. ich bin noch immer bei der Dosierung 50-0-50 mg Pregabalin und 25 mg Saroten Abends. Diese Kombi nehm ich jetzt seid Ende November. Ja, es ist eine Besserung eingetreten manchmal hab ich oft eine Woche keine Schmerzen und dann tritt der Gesichtsschmerz teilweise in Kombination mit einseitigem Kopfschmerz wieder auf. manchmal kaum zum aushalten, dann greif ich zu Zomig. Meine Neurologin kann sich das nicht vorstellen, dass mir in einer Akutsituation Zomig hilft. Außerdem möchte sie die Dosis der Medikamente nicht erhöhen und schon gar nicht Carbamazepin mir verschreiben.
    Meine Frage an Sie, ist das ein typischer Verlauf einer TNP -atypischer Gesichtsschmerz? Mich beunruhigt ein bisschen, dass die Schmerzen manchmal weg sind und dann wieder da sind. Wenn ich Schmerzen habe, auf den Bereich drücke (wo ich oft operiert wurde) einen Wund/Druckschmerz hab. Mir ist nur wichtig, dass nichts übersehen wird und ich nicht wieder falsch behandelt werde.
    Vielen Dank!

    1. Hallo Monika,
      Ich hatte schon immer vermutet, dass die Triptane (Zolmig = Zolmitriptan), die bei akuter Migräne eingesetzt werden, auch bei Neuropathien helfen. Danke für das Ausprobieren. WErde ich in meine geprüfte Substanzenliste aufnehmen. Zur Frage, sind neuropathische Schmerzen episodenhaft = haben sie einen wellenförmigen Langzeitverlauf. Ja, das ist häufig. Warum wissen wir nicht.
      VG J. Wagner

      1. Vielen lieben Dank! Ist Zomig wirklich so ein schlimmes Medikament da meine Neurologin meint ich soll das nicht zu oft nehmen aber andererseits darf ich bei starken Kopfschmerzen gleich 2 Tabletten nehmen? Was halten Sie von den Schmerzen wenn ich auf den Bereich drücke, ist das normal, weil vor einem Jahr wurde dort der Eckzahn gezogen und anschließend auf der Stelle ein halbes Jahr später im Juli nochmals aufgemacht da ich starke Schmerzen hatte. Im Nachhinein weiß ich, dass die OP für die Katz war weil die Schmerzen waren vom Nerv-mein Zahnarzt hatte leider recht. Soll ich mir von einem Zahnarzt noch eine 4. Meinung einholen?
        Sind Sie derselben Meinung wie meine Neurologin, dass ich bei der Dosierung bleiben soll? Eines muss ich Sie bitte noch Fragen; kann es sein, dass der Nerv bei Druck irritiert werden kann, ich bin die letzten Tage geflogen und ich hab während dem Fliegen bereits Schmerzen in der Schläfenregion und dann im Gesicht (am Nasenflügel-Nasenrücken) bekommen. Vielleicht war es auch nur Zufall!

        1. Hallo Monika
          Zolmitriptan ist deshalb nicht für den Dauergebrauch geeignet, weil es bewiesenermaßen dann selbst Kopfschmerzen auslöst.
          Ihr 2. Trigeminusast (Oberkiefer) ist überempfindlich. Das merken Sie an dieser Stelle. Dem Gewebe dort fehlt gar nichts. Also auf keinen Fall nochmal operieren.
          Pregabalin habe ich schon auf 600mg pro Tag! aufdosiert gesehen, nicht von mir. Sie haben also viel Luft nach oben. Wenn Sie Durchschnittsschmerzen über VAS 4 haben, würde ich auf mittlere Sicht Carbamazepin dazufügen.
          VG J. Wagner

          1. Vielen lieben Dank, Sie haben mir die Sorgen genommen weil ich habe gedacht da muss noch etwas sein, obwohl mein Zahnarzt das immer verneint. Ich hab heute mit meiner Neurologin gesprochen, wir werden Pregabalin jetzt mal auf 75mg erhöhen, Danke

          2. Hallo Herr Wagner,
            ich hatte gestern am Abend wieder so starke drückende, pulsierende Kopf- und Gesichtsschmerzen (bei der Nasenfalte/Rücken). Habe mal kein Zomig genommen sondern die verschriebenen Tramal probiert. Diese Tropfen haben mir überhaupt nichts gebracht außer, dass ich Schüttelfrost, schwitzen Abgeschlagenheit hatte. Meine Neurologin ist jetzt der Meinung, dass ich zu dem Gesichtsschmerz Migräne habe und bei Bedarf Zomig nehmen soll. Pregabalin wurde auf 2x 75mg erhöht und nach einer Woche Einnahme reden wir weiter. Wie sehen Sie das, kann das sein? Heute hab ich keine Kopfschmerzen mehr und im Gesicht spür ich minimal etwas, aber nicht der Rede wert. Was mir aber auffällt die meisten Forumsmitglieder schreiben immer von Schmerzen an den Zähnen, bei mir ist es aber meistens das Kiefer/Wange/Nase, wo der Zahn extrahiert usw. wurde. Ich bin mittlerweile so verunsichert ob es überhaupt eine TNP ist. lg Monika

          3. Hallo Monika,
            Tramal hat sich in meiner Hand nicht bewährt. Selten Wirkung. Die Lokalisation Ihrer Schmerzen liegt eindeutig im Gebiet des 2. Trigeminusastes, der auch die Oberkieferzähne versorgt. Die Theoretiker machen dann daraus „idiopathische Gesichtsschmerzen“ weil halt kein Zahn weh tut. Das ist aber reine Haarspalterei. Bei Ihnen hapert es definitiv am Trigeminus, nicht an der Nase.
            VG J. Wagner

  61. Hallo lieber Herr Wagner,

    Jetzt muss Ich Ihnen doch noch einmal schreiben, weil ich gerade vom Mkgler bzw. Schmerztherapeuten komme. Vielleicht antworten Sie mir kurz. Ich habe jetzt wie von Ihnen empfehlen carpamancepin für 100-100-100 bekommen, also insgesamt 300 mg zu den 1800 garbabentin und 10-0-10 mg Amitriptelien. Was halten Sie davon? Muss das auch noch erhöht werden später? Leider kenn der Arzt sich mit den Spray nicht aus, habe es daher auch nicht bekommen.

    Danke vielmals für Ihre Antwort!

  62. Sehr geehrter Herr Wagner,

    ich stecke aktuell in einer Zwickmühle.
    Es fing im Oktober letzten Jahres an. Immer wieder Schmerzen am 5er und 6er Zahn. War immer so ein komischer und nicht ganz zuordbarer Schmerz. habe immer gemint was zwischen den Zähnen zu haben. Später ist dann noch Zungenbrennen und Brennen am Zahnfleisch dazu gekommen. Immer im Breich vom 6er.
    Der 6er ist seit 3 Jahren wurzelbehandelt und überkront mit Keramikkrone.
    Ich habe dann im November eine Revision am 6er machen lassen, da der Zahnarzt eine ganz kleine Entzündung an der Wurzelspitze vermutete.
    Leider musste mir Mitte Dezember der 5er entfernt werden, da ich mir diesen beim Ausbiss auf was hartes ziemlich zerstört habe.
    Dieser war auch wurzelhehandelt.
    Nach der Extraktion bekam ich auch noch eine trockene Aveole.
    Diese hat sich hingezogen, ist aber mittlerweile einigermßen ausgeheilt.
    Seit einer Woche schmerzt allerdings der 6er wieder.
    Ist irgendwie so ein ziehender dumpfer Schmerz.
    In der früh habe ich null Schmerzen, die sich im Laufe des Tages steigern. Abends kann ich ganz normal durchschlafen.
    Wie äußert sich der Trigeminus Nerv? Welche schmerzen würde dieser verursachen.
    Ich will verhindern in die Zahnarztkarusell zu kommen.
    Immer mehr Behandlungen aber kein Erfolg.
    haben sie ine Idee was das sein könnte?

    Vielen Dank schon mal

    1. Hall Kammermeier,
      Sie beschreiben die klassische Karriere als Neuropathiker des Trigeminus. Besonders die Stelle „habe immer gemeint, was zwischen den Zähnen zu haben“. Das höre ich öfter. Die trockene Alveole gehört zu dem Problem, weil das im Oberkiefer bei Normalpatienten NICHT von vorkommt. Wenn Ihre Durchschnittsschmerzen unter VAS 5 liegen, ist eine lokale Behandlung angebracht. Schmerzen darüber mit der berühmten Kombi.
      VG J. Wagner

      1. Vielen Dank für die schnelle Nachricht Herr Wagner.
        Ich habe noch kurz ein paar Fragen.
        1. am 6er habe ich wie beschrieben so einen ziehenden dumpfen Schmerz, er wechselt aber auch in einen Art Druckschmerz. Der Schmerz wandert immer zwischen 2 Zähnen. Der Zahn ist weder Aufbiss noch Klopfempfindlich. Kann dieser Trigeminus auch diesen Schmerz verursachen?
        2. Wie sieht die lokale Behandlung aus? Welches Medikament?
        3. Was ist die berühmte Kombi? Ich finde dieser leider auf Ihrer Seite nicht

        Danke schon mal für alles. Ich finde es echt super toll was sie hier machen!!!

        VG

        1. 1. Was Sie am 16 merken ist eine Fehlleistung des Trigeminus, nicht des Zahns.
          2. Lokale Behandlung mit Schiene OK als Medikamententräger. Am Anfang mit Xylocain Gel, später mit erweiterten Substanzen.
          3. Amitriptylin 10mg, Gabapentin 200mg, Carbamazepin 300mg
          VG J. Wagner

          1. Dankeschön Herr Wagner,
            dann werde ich mit meinem Zahnarzt sprechen und das Gel besorgen.
            Letzte Frage.
            Würde sich der Nerv auch beruhigen wenn ich weder Gel noch Tabletten nehme?
            Ihn einfach in Ruhe lassen.
            Schmerz ist durchschnittlich bei 2-3 und lässt sich noch aushalten.
            Und natürlich nichts mehr am Zahn machen lasse.
            Wie lange wird die Schmerzdauer erfahungsgemäss andauern?
            VG Kammermeier

          2. Hallo Herr Wagner,
            habe heute den Bisstest mit dem Weichholz gemacht. Dabei ist mir aufgefallen das der 6er sich doch ein wenig anders anfühlt als die anderen Zähne. Ist jetzt kein Schmerz, sondern so ein leichtes Missempfinden beim draufbeissen. Kann dies noch von der trockenen Aveole kommen oder könnte hier noch eine Entzündung vorliegen? Möchte hier auf keinen Fall jetzt was falsches machen, da die Schmerzen aktuell auf einem gut zu ertragendem Niveau sind. Das große Problem ist, dass ich außer Ihnen niemanden fragen kann der sich damit auskennt.
            Vielleicht können Sie mir hier noch einmal helfen
            Danke im Voraus
            Viele Grüße

  63. Lieber Herr Wagner,

    ich habe schon mehrfach Fragen gestellt. Hatte nun meinen Termin im UKE und auch dort bestätigt man den Verdacht auf Trigeminus Neuropathie.

    War jetzt auch bei einer Schmerztherapeutin, die mir sehr kompetent vorkommt und die Krankheit kennt. Sie gab mir jetzt Amitryptilin,
    ich steiger es jetzt täglich (habe Tropfen) so dass ich in einer Woche auf 12 mg komme. Nehme es seit 2 Tagen (0-0-1) natürlich spüre ich noch nichts. Eventuell wird dann noch Pregabalin hinzugefügt.

    Eine Frage habe ich noch, ist es normal
    dass man im Kiefer einen solche. Drück verspürt. Ich denke machmal er platzt. Ich habe auch diese schwer zu beschreibene Schmerzgefühl manchmal eben wie Brennen. Schmerzmittel versagen, egal wie hoch. Nachts sind die Beschwerden weniger/weg. Der Druck ist kaum zu lokalisieren, manchmal denke ich über einem Zahn, dann wieder ganz weit hinten wo die 8er waren. Lt. Röntgenbild vor 10 Tagen im UKE keine Auffälligen an den Zähnen, nicht klopfempfindlich oder so. Soll ich doch noch mal zu einem Zahnarzt gehen? Ich bin so verunsichert. Bei mir ist es die linke Oberkieferseite, der Schmerz geht auch manchmal ins Ohr und Kopfschmerzen habe ich meistens auch links.

    Es tut mir fast schon leid, dass so oft Fragen stelle, aber wen soll
    man denn sonst fragen, es kennt sich niemand aus.

    Vielen herzlichen Dank!!!!

    1. „Druck“ ist der mit Abstand häufigste Begriff bei der Benennung der Schmerzqualität. Das ist quasi ein Beweis für die Neuropathie. Und nein, Sie sollen nicht mehr zum Zahnarzt gehen, der kann es leider nur verschlimmern.
      VG J. Wagner

  64. Im Übrigen habe ich das Gefühl, dass essen die Beschwerden kurze Zeit etwas lindert.

    Was würden wir, von diesem
    Leid geplagten Menschen, nur ohne Sie tun!

  65. Hallo Herr Wagner, ich habe Ihnen meine Geschichte noch einmal kopiert….. Ich schrieb ihnen im März folgendes….
    5. März 2018 um 0:52 Uhr
    Ich habe eine Odyssee von Zahnärzten hinter mir, es geht bei mir seit 2014 damals wurde mein erster Weisheitszahn entfernt,ich glaube es war der 38 er. Dann lies ich mir 8 Wochen später noch mal den 18er ziehen, seitdem Tag an fingen meine Schmerzen an und somit mein Leidensweg, das es die Hölle auf Erden wird ahnte ich dort noch nicht, ich hatte seit 2014-2015 täglich höllische „zahnschmerzen“ im Bereich der rechten oberkiefer (14 15 16 17) oder auch wechselseitig Links (24 25 26 27) zu 80%aber rechts darauf hin wurde der 14 er aufgebohrt, später Wurzelnbehandelt ich glaube er war 15 offen, eine Wurzelfüllung hat er bis heute noch nicht. 17 mit dem wurde das selbe gemacht und anschließend entfernt, ebenfalls fehlen 27 und 28. Schmerzen wurden nicht besser der Schmerz ist dumpf und irgendwie ein brennender „wundschmerz“ nie wirklich eindeutig lokalisierbar, ich war ungelogen bei 50 VERSCHIEDEN ZAHNÄRZTEN IN EINEM JAHR und es wurde noch nicht mal besser, denn war ich schwanger und bekam im Juli 2015 meine Tochter, danach hatte ich Depressionen und Ängste, eine ganze Weile waren die Schmerzen erträglich bis weg dafür das andere Leiden 😧seit Februar 2017 habe ich die schmerzen wieder daraufhin ging ich zum endodontologen der mir weil angeblich ein Herd am 14 auf dem opg zu sehen war antibiotika verschrieb… Ich musste es 6 Wochen nehmen ohne wirklichen Erfolg im Juni wurde es teilweise wieder besser. Seit Januar2018 habe ich die schmerzen wieder und teilweise sogar bis ins rechte Ohr, es ist ein dumpfer teilweise druckender Schmerz, brennen und wundheitsgefuhl
    AKTUELL habe ich „nur“ eine tiefe Zahnfleisch Tasche inkl entzündung dennoch leide ich immer wieder an meinen komischen „zahnschmerzen“ 😧…. Können Sie mir bitte einen Rat geben?

    1. Hallo Juli,
      Typischer Fall von Trigeminus Neuropathie. Beweis: 50 Kollegen! <-- ist rekordverdächtig, Auftreten nach Weisheitszahn Ex, Nachlassen in der Schwangerschaft = hormonabhängig, typische Schmerzqualitäten und enorme Stärken. Behandlung: Dreier Kombination für Trig NP = Amitritpylin, Gabapentin, Carbamazepin. Die Dosierung finden Sie hier in den Kommentaren. VG J. Wagner

  66. Sehr geehrter Herr Wagner,

    hier schreibt ein Musterpatient ihrer Webseite http://www.zahnfilm.de. Mein Name ist Daniel, ich bin 36 Jahre alt und brauche dringend Hilfe, da ich seid einer Ewigkeit (fast 20 Jahren) an einer Neuropathie des Trigenimus wohl leide! Ich war bereits bei Frau Prof. Dr. Monika Daubländer an der Universität in Mainz in der Gesichts- und Kieferchirurgie, aber angeblich ist ja nichts und ich bilde mir den Schmerz nur ein, der seit 20 Jahren nicht aufhören möchte (sie schilderten ja bereits kritisch ihre Sichtweise von oben genannter Person auf ihrer Webseite).

    Ich helfe gerne durch die Schilderung meines Falles.

    Mit großer Aufmerksamkeit verfolge ich schon seit einem halben Jahr ihre Webseite und kann mich voll und ganz identifizieren. Ich schätze, dass ich seit Kindheit unter einer chronischen Neuropathie des Trigenimus leide und habe seither 10 Zähne verloren (es fehlen links oben ein Backenzahn (6er), links unten 2 Backenzähne (7er und 6er, Freiendstellung) , rechts oben 4 Backenzähne (Freiendstellung) und rechts unten 3 Backenzähne (ebenso Freiendstellung) – ich bin 36 Jahre. Ich lebe seither mit einer Ober- und Unterkieferteilprothese und nehme Doxepin 75mg pro Tag.

    Die rechte Seite ist meine Horrorseite, vor allem im Oberkiefer, immer wenn ein Zahn gezogen wurde, ging der Schmerz in den nächsten Zahn über. Mittlerweile tut mir dort der Eckzahn oben weh (eine nie aufhörende Wurzelentzündung). Rechts oben habe ich auch schon ein WSR am 6er gehabt (ging schief) und an der Stelle des 5ers und 6ers war auch schon ein Implantat, das aber wieder entfernt wurde (wegen Behandlungsfehlers-falsch Setzens des Implantats, ich hatte auch das Gefühl, dass immer wenn die Krone auf das Implantat kam, ging das Brennen und die Schmerzen los). Auch der Versuch eine Brücke zu setzen rechts oben (vom 4er zum 7er ging schief – die Zähne wurden schließlich entfernt.

    Nachts ist der Schmerz nie/kaum da. Am Morgen steigert sich der Schmerz im Tagesverlauf. Ich habe tief, dumpfe, drückende, brennende Zahnschmerzen auf der rechten Seite, manchmal ist die rechte Seite auch taub, ich habe das Gefühl, ich schwelle innerlich an, es wird warm, vor allem Kälte ist Gift für den Trigenimusnerv, ich habe das Gefühl der Nerv ist entzündet und initiiert Zahnschmerzen (momentan am Eckzahn oben; wenn ich spreche, langt das schon, dass der Zahn irritiert wird, ab und zu habe ich auch ein Stechen in diesem Zahn und auch ein elektrisches Kribbeln). Habe manchmal auch das Gefühl, dass der Schmerz wandert (vom 2. in den 3. Ast) Auf den Röntgenbildern und im MRT war alles unauffällig. Ich war auch bereits bei einem Neurologen, der eine Trigenimusneuralgie ausschloss (kein Nerv-Gefäß-Kontakt auf dem MRT zu sehen, der Nerv wurde gemessen und diverse Tests an mir hat er durchgeführt, die angeblich eine Neuralgie auslösen, wenn ich eine hätte). Auf die Frage, ob es eine Trigenimusneuropathie sein könnte, hat er gar nicht den Unterschied zwischen Neuralgie und Neuropathie nennen können („Das wäre ähnlich!“).

    Zustand heute: Auf der rechten Seite sind der Eckzahn oben und der 4er unten rechts irritiert (dort sitzen auch die Klammern der Teilprothese, die aus Metall sind). Habe immer das Gefühl, wenn die Prothese getragen wird, tun diese Zähne weh (Zähne haben wie eine elektrische Aufladung und triggern den Trigenimusnerv, ich habe weiterhin Gesichtsschmerzen rechts und der rechte obere Eckzahn fühlt sich an, als ob er eine Wurzelbehandlung bräuchte, obwohl auf dem Röntgenbild er völlig unauffällig ist-> Phänomen, dass der Schmerz immer nach einem gezogenen Zahn, einen Zahn nach vorne wandert). Wenn ich etwas esse oder Zähne geputzt habe, ist der Schmerz wie weg dananch, auch warme Getränke sind gut, aber der Schmerz kehrt irgendwann wieder zurück. Stresssituation triggern die Nerven-/Zahnschmerzen. Wenn ich die Prothese oben rausnehme wird das Schmerzverhalten auch besser.

    Meine Fragen:

    1. Kann man durch ihre vorgeschlagenen Medikamentenkombi den Schmerz heilen oder ist die Kombi reine Schmerzunterdrückung oder wäre ich für´s Leben nun abhängig von diesen Mitteln? Wie ist ihre Erfahrung? Wie lange dauern Trigenimusschmerzen an, wenn man nichts tut? Ich möchte ja auch nicht schmerzfrei sein und mich in ein paar Jahren wegen erhöhter Leberwerte woanders vorstellen.

    2. Was würden Sie mir raten zum Doxepin 75mg zu nehmen? Ist das MEdikament überhaupt geeignet für meine Situation?

    3. Inwiefern können Metalle den Trigenimusnerv reizen (die Klammerzähne der Prothese sind aus Metall)? Manchmal habe ich auch das Gefühl, als ob die Klammerzähne rechts elektrische Impulse bekommen und dadurch den Trigenimusnerv irritieren.

    4. Sind elektrische bzw. Ultraschallzahnbürsten überhaupt gut bei einem überreizten Trigenimusnerv oder sind sie kontraproduktiv? Wäre die gute alte Handzahnbürste besser bei neuropathischen Schmerzen? (Sie schrieben nämlich am besten 2 Jahre nichts tun, keine Zahnbehandlung, nicht mal eine Prophylaxe-Behandlung).

    5. Was macht außer Medikamenten noch Sinn zur Beruhigung des Nerves? (Akkupunktur?, Elektrotherapie?, Ostheopathie, Neuraltherapie ..), wo kann ich mich noch vorstellen/was hilft?

    6. Kann ich mich wieder an Implantate wagen oder würden sie den Trigenimusnerv zusätzlich reizen? Oder hätte ich dann wieder das Spiel „Krone auf das Implantat-brennende Schmerzen kommen?“ Wenn ein Knochenaufbau gemacht werden müsste, dann eher kein Implantat?

    7. Können die Trigenimusschmerzen noch von anderer Stelle kommen? Eine andere Krankheit (Migräne), falsche Stellung des Atlaswirbels (Einklemmen des Nerves), etc.?

    8. Kann man das, was ich habe (Neuropathie des Trigenimusnerves), überhaupt irgendwie messen/sichtbar machen auf einem Röntgenbild oder leitet sich die Neuropathie rein von der Schilderung der Symtome ab?

    Lieber Herr Wagner, vielen Dank für ihr Ohr. Wenn ich ihre Webseite lese, empfiunde ich Erleichterung. Man hat das Gefühl, dass Sie die einzige Person sind, die einen versteht, da bisher alle Ärzte und das Umfeld diese Dimension der Schmerzen nicht verstehen. Ich hoffe, sie finden Zeit mir zurückzuschreiben, denn jeder Tag mehr mit diesen Schmerzen nimmt einem einmal mehr die Lebensqualität.

    Vielen herzlichen Dank!

    Daniel

    1. Hallo Daniel,
      danke für Ihre eindrückliche Darstellung ihrer Geschichte. Ich kenne außer Ihnen keinen Fall, der als Kind begonnen hat.
      Hier die Antworten:

      1. Kann man durch ihre vorgeschlagenen Medikamentenkombi den Schmerz heilen oder ist die Kombi reine Schmerzunterdrückung oder wäre ich für´s Leben nun abhängig von diesen Mitteln? Wie ist ihre Erfahrung? Wie lange dauern Trigenimusschmerzen an, wenn man nichts tut? Ich möchte ja auch nicht schmerzfrei sein und mich in ein paar Jahren wegen erhöhter Leberwerte woanders vorstellen.
      — nein, Heilen tun sie nicht, nur Symptome lindern. Sie Sind leider ein Langzeitfall. Wir nehmen heute an, dass ein Schmerzdauersignal über 2 Jahre zu Veränderungen im älteren Teil des Großhirn führen. Dann sitzt der wichtigste Schmerzgenerator nicht mehr im Trigeminus alleine, sondern weiter oben. Diese Schmerzen können wir bis heute fast nicht behandeln

      2. Was würden Sie mir raten zum Doxepin 75mg zu nehmen? Ist das MEdikament überhaupt geeignet für meine Situation?
      — Prinzipiell ja, weil das ein trizyklisches „Antidepressivum“ ist, wie Amitriptylin aus meiner Kombi. Diese würde ich Ihnen auch anraten.

      3. Inwiefern können Metalle den Trigenimusnerv reizen (die Klammerzähne der Prothese sind aus Metall)? Manchmal habe ich auch das Gefühl, als ob die Klammerzähne rechts elektrische Impulse bekommen und dadurch den Trigenimusnerv irritieren.
      — aus einer Vielzahl ähnlicher Fälle weiß ich, dass es nicht das Metall an sich ist, sondern der leichte Druck auf die Haltezähne. Diesen Druck übertragt Ihr Trigeminus übermäßig.

      4. Sind elektrische bzw. Ultraschallzahnbürsten überhaupt gut bei einem überreizten Trigenimusnerv oder sind sie kontraproduktiv? Wäre die gute alte Handzahnbürste besser bei neuropathischen Schmerzen? (Sie schrieben nämlich am besten 2 Jahre nichts tun, keine Zahnbehandlung, nicht mal eine Prophylaxe-Behandlung).
      — keine Ahnung. Das müssen Sie selber herausfinden. Viele Trig NP Patienten bevorzugen die Handzahnbürste.
      5. Was macht außer Medikamenten noch Sinn zur Beruhigung des Nerves? (Akkupunktur?, Elektrotherapie?, Ostheopathie, Neuraltherapie ..), wo kann ich mich noch vorstellen/was hilft?
      — Ihre Aufzählung ist typisch für den „multimodalen Ansatz“. Bringt nur leider erwiesenermaßen nichts. Meine Alternativen sind Lokalbehandlung (Medikamente auf die Schleimhaut im Mund, Kaugummi) und Nahrungsergängzungsmittel siehe zahnfilm.de. Grundsätzlich käme auch noch eine Janetta OP in Betracht, würde ich bei Ihrer Vorgeschichte aber sehr skeptisch sehen.
      6. Kann ich mich wieder an Implantate wagen oder würden sie den Trigenimusnerv zusätzlich reizen? Oder hätte ich dann wieder das Spiel „Krone auf das Implantat-brennende Schmerzen kommen?“ Wenn ein Knochenaufbau gemacht werden müsste, dann eher kein Implantat?
      — Gegen Implatate spricht zunächst mal nichts. Voraussetzung: Jede Beschädigung des Nervus mandibularis und lingualis muß ausgeschlossen sein. Schmerzen durch Kronen auf den Implantaten sind reine Mechanik und bei sorgfältiger Arbeitsweise gut in den Griff zu bekommen.

      7. Können die Trigenimusschmerzen noch von anderer Stelle kommen? Eine andere Krankheit (Migräne), falsche Stellung des Atlaswirbels (Einklemmen des Nerves), etc.?
      — Vergessen Sie den Atlas, das bringt nur den Anbietern was. Migräne, Trig Neuralgie und Trig. NP sind verwandt, bzw. haben wahrscheinlich gemeinsame genetische Besonderheiten, die zu einer übermäßigen Nervleitung führen.
      8. Kann man das, was ich habe (Neuropathie des Trigenimusnerves), überhaupt irgendwie messen/sichtbar machen auf einem Röntgenbild oder leitet sich die Neuropathie rein von der Schilderung der Symtome ab?
      — bis heute existieren meines Wissens genau 2 Möglichkeiten zur labormäßigen Prüfung:
      a) Laser induziertes Potential, Ableitung mit EEG. Das setzt aber genaue Kenntnisse voraus, ist letzten Endes nur im Forschungslabor auswertbar. Ein normaler Neurologe wäre überfordert.
      b) Hochauflösendes MRT (7 Tesla) <-- gibt es nur an Forschungseinrichtungen. Der kranke Trigeminus ist etwas dünner als die gesunde Seite. VG J. Wagner

  67. Sehr geehrter Herr Wagner,
    ich bewundere Sie und Ihre Arbeit zutiefst, auch, dass Sie diese teils sehr langen Leidensgeschichten immer wieder aufmerksam lesen und dazu beraten. Deshalb versuche ich die Kurzfassung: Wie hier hundertfach beschrieben habe ich seit ca. 15 Jahren eine Neuropathie am Unterkiefer (46), nach WB und WSR, der Zahn wurde letztlich gezogen. Diverse Versuche damals mit Lyrica u.v.a. haben nichts gebracht. Über die Jahre hin ist der Schmerz ohne weitere Behandlung langsam weniger geworden, auf der Skala zw. 1 und vllcht mal 6 schwankend. Es ging also so.
    Aktuell musste leider der Zahn (45) daneben behandelt werden, er bekommt ein Goldinlay. Daraufhin ist der Schmerz nun wieder heftigst zurück, was ich letztlich irgendwie auch befürchtet hatte. Ich kaufe mir nun versuchsweise Lidocainspray, das habe ich gerade hier als Tipp gefunden. Und hoffe im Übrigen, dass es wieder „von allein“ besser wird.
    —- Jetzt meine Frage fürs nächste Mal: Was hätte ich (vielm. mein Zahnarzt) denn alternativ machen können??? Eine normale Füllung hält an dem 45er nicht mehr, weil 1 1/2 Seitenwände fehlen. (Der hatte ja ganz früher ein gemeinsames Inlay eben mit dem 46er und seitdem eine mehrmals jährlich halb abbrechende Kunststofffühlung.)
    Frage 2: Ein Implantat für den 46er verbietet sich wohl bis in alle Ewigkeit nach der Erfahrung? Nur mal gefragt.
    Viele Grüße
    Wanda

    1. Hallo Wanda,
      Danke. Es ist ermutigend zu lesen, dass Ihr Schmerz von alleine zurückgegangen ist. Aktuell leiden Sie wieder wg einer Behandlung. Da fällt mir spontan das Medikament Clenbuterol (in Deutschland Spiropent) ein. Das ist für leichtere Fälle und hilft ganz gut – ohne Nebenwirkungen.
      Zum 45: Bei meinen Neuropathikern bastele ich immer – ohne Bohren – eine GIZ Füllung aus Ketac molar. Das hält locker 5 Jahre.
      Implantat: Geht ohne Probleme bei Ihnen. Nur nicht zu lang, ein kurzes dickes Implantat ist zu bevorzugen.
      VG J. Wagner

      1. Ja, leider hielt da aber eben nichts mehr richtig, weil die Seite vom Zahn fehlt. Zu Clenbuterol werde ich mich informieren.

        Aber wirklich noch einmal vielen Dank für Ihr Engagement. Mir haben Ihre Beiträge vor über 10 Jahren sehr geholfen, erst einmal zu wissen, dass es so etwas gibt. Inzwischen findet man im Internet unter Neuropathie oder „atypischer …“ u.a. Begriffen ja viel mehr an Informationen.
        Aber letztlich verdanke ich Ihnen (und meinem recht besonnen ZA, ist auch noch der erste), dass mir nur dieser eine Zahn fehlt und die übrigen „unangetastet“ blieben!! Obwohl diverse so tun, als hätten sie was 🙁
        Da haben Sie auf dem Gebiet echte Pionierarbeit geleistet.
        Viele Grüße
        Wanda

      2. Und noch eine Rückfrage, damit ich es verstehe: warum sollte ein Implantat voraussichtl. weniger Probleme machen? Bohren, Abschleifen z.B. für eine Brücke an den Nachbarzähnen aber nachweislich um so mehr? Der Nerv wird doch in jedem Fall „belästigt“?

        1. Hallo Wanda,
          Das ist nur auf den ersten Blick verwunderlich. Die Nervfasern sind im Kieferknochen ja keineswegs gleichmäßig verteilt, sondern folgen den Wurzelspitzen der Zähne. Während der Bereich um die Wurzelspitze eines Zahns nervmäßig überversorgt wird, gibt es im Knochen direkt daneben eine Unterversorgung. Darum ist es relativ einfach, den Kieferknochen zu betäuben, aber ziemlich schwierig, eine akute „Wurzelentzündung“ taub zu bekommen.
          Dazu kommt der prinzipielle Konstruktionsfehler des Zahns. Das Loch an der Wurzelspitze ist zu klein. Es reicht für den Normalbetrieb gerade so aus. Kommt aber eine Entzündung hinzu, strangulieren sich die erweiterten Blutgefäße selber und drücken zudem die Nervfasern.
          Also: Das Ganze ist differenziert zu sehen.
          VG J. Wagner

  68. Lieber Herr Wagner,

    ich habe Ihnen ja auch schon mehrfach geschrieben und schätze Ihre Antworten und Erklärungen sehr.

    Ich leide seit fast zwei Jahren an diesen Schmerzen. Seit genau einer Woche nehme ich Amitripylin, allerdings seit gestern erst in der Dosis 10 mg,

    1. ich gehe davon aus, dass es normal ist, dass ich noch keine Änderung spüre, oder? Ich habe einen so schrecklichen Druck, den ich gar nicht zuordnen kann, sehr in der Tiefe, dann wieder eher im Wangenbereich oder ganz weit hinten 8er Bereich.

    2. Ein Zahnarzt hat es wieder mal geschafft mich zu verunsichern. Mein 7er ist gesund, ohne Füllung etc…. allerdings wurde ja der 8er rausoperiert, der 6er dann fehlbehandelt bis er schließlich auch raus kam, am 7er wollte man sich dann auch gerne „versuchen“ zum Glück habe ich das nicht zugelassen. Nun meinte ein Zahnarzt, dass der 7er ja vielleicht ein Trauma hätte durch die vielen Eignriffe und er für meine Schmerzen zuständig ist. Aber würde man nicht (also nun nach so langer Zeit) doch auf dem Bild erkennen wenn der sonst gesunde 7er (OK übrigens) beschädigt wäre an der Wurzel? bisher ist der Zahn (verschiedene Zahnärzte inkl. 3D) völlig unauffällig gewesen….. es ist wirklich schwierig, man muss den meisten Zahnärzten erstmal erklären was Trigeminus NP. heißt….

    Ich habe einfach große Angst, dass ich immer oder noch ewig mit diesen ständigen Schmerzen leben muss. Ich bemühe mich jeden Tag sehr, trotzdem eine gute Mama zu sein, es ist sehr schwer!

    Ich bin froh über dieses Forum, ich weiß so wenigstens, dass ich nicht alleine bin damit.

    Vielen Dank!

    1. Hallo Ini,
      Nach einer Woche muss was passieren. Entweder geht der Schmerz deutlich runter, oder Sie brauchen eine weitere Substanz. Damit meine ich Gabapentin 200mg 1 – 0 -1
      Zum Zahnarzt: Trauma hat ein Zahn, wenn Sie mit dem Gesicht auf der Bordsteinkante bremsen. Dabei kommt es schon mal zu erkennbarem Schwund. Vom Ziehen der Nachbarzähne ganz sicher nicht. Dazu der
      Spruch: „er für meine Schmerzen zuständig ist“. Nein, stimmt nicht. Bei Trig. NP hat ein Zahnarzt keine Chance, etwas zu verbessern, sondern macht es immer schlimmer. Egal womit.

      VG J. Wagner

  69. Außerdem hatte ich diese „NICO“ Op, obwohl ich darüber gelesen hatte und Zweifel hatte, überzeugte mich der „erfolgREICHE“ MKGler aus HH … meine Beschwerden sind dadurch noch viel schlimmer als vorher, der MKGler redete
    mir ein, das wäre aufgrund meiner negativen Einstellung…. wirklich traurig! Man klammert sich ja auf Verzweiflung an jeden Halm….. schade, dass Sie so weit weg sind.

    VG

  70. lieber herr wagner,
    ich lese intensiv ihre informationen und bin heilfroh, dass sie sich
    für die trigenimus neuropathie patienten stark machen, …..das ist so wichtig !
    mir wurde ja vor fast drei monaten der 7mer im linken oberkiefer
    gezogen und dann kamen am 3.tag extremschmerzen. bei meiner
    letzten anfrage tippten sie gleich (wegen der migräne-erkrankung) auf trigenimus. das leuchtet mir inzwischen komplett ein.mich treibt die frage um: wie unterscheidet man bei extremschmerzen nach zahnextraktion eine Alveolitis von einem
    `wind up` problem. in beiden fällen gibt es starke schmerzen, die
    nicht auf schmerzmittel reagieren, in beiden fällen kann die wunde vorbildlich aussehen !?
    meiner ansicht nach müsste es das höllische brennen sein woran man es unterscheiden könnte…?
    …als ich den beitrag hier von einer frau gelesen habe, die dreimal ohne erfolg eine wundauffrischung hat machen lassen und im krankenhaus landete, bin ich fast vom stuhl gefallen. es hat sofort klick gemacht und ich dachte…genau das hatte/habe ich auch (höchstwahrscheinlich) . man hätte mir helfen können…mit vier banalen dontisolon-injektionen hätte man das leid zumindest lindern können. ich habe nur noch mit dem kopf geschüttelt….niemand der insgesamt 3 ärzte, bei denen ich tage später nach der extraktion verzweifelt um hilfe gebeten habe, kam auf diese idee. das darf es doch nicht geben !…mir wurde gesagt, ich solle „DURCHHALTEN“ . wissen sie ich hatte in meinem ganzen leben (49j.) noch nie solch vernichtende schmerzen, habe zwei kinder geboren…war auch kein spaziergang, aber im vergleich zu der zahngeschichte jetzt ein `witz`.—mein behandelnder zahnarzt weiß, dass ich immernoch erhebliche kieferschmerzen habe. Er rät mir zum psychologen zu gehen und tippt….überraschung, überraschung…auf eine cmd. und es kommt noch biderbuchmäßiger. neben dem gezogenen zahn befindet sich ein weisheitszahn-wurzelrest. er glaubt, dieser ist verantwortlich für meine noch vorhandenen schmerzen. der müsste dringend noch raus. aber der wurzelrest hat nie spürbare probleme gemacht. klar lasse ich ihn drin!
    zur medikation: inzwischen nehme ich insgesamt 250mg pregabalin und 25 ami. das schmerzlevel schwankt. geht aber zeitweise hoch auf 5/6… pregabalin noch höher dosieren ? oder ein drittes mittel dazu ? die schmerzen sind wehenkrampfartig. deswegen dachte ich an `spiropent`….weil, wird ja auch als wehenhemmer bei geburten eingesetzt. (?)
    freundliche dankbare grüsse
    sylvana

    1. Hallo Sylvana,
      die „Alveolitis“ Schmerzen unterscheiden Sie durch das Schmerzniveau: Bis VAS 6 kann es tatsächlich von einer bakteriellen Abszeßentwicklung kommen (klassisches Beispiel: Ex unterer 8-er anschließend Schluckschmerzen, Kieferklemme …) Alles was die Bezeichnung „vernichtend“ – also VAS 6 – 10, verdient, kommt vom Trig. Fakt ist, dasss eine echte Alveolitis fast nur im UK hinten passiert.
      Spiropent funktioniert offenbar ganz gut. Bitte ausprobieren.
      VG J. Wagner

  71. Lieber Herr Wagner,

    nachdem Sie schon so viele Fragen von mir hilfreich beantwortet haben, hoffe ich auch diesmal auf einen Rat/Einschätzung von Ihnen.

    Auch bei mir wurde die Diagnose T. Neuropathie gestellt. Ich nehme seit zwei Wochen Amitriptylin 12 mg, es lindert zumindest im Moment schon mal.

    Da ich leider mehrere Eingriffe hatte (4x Weisheitszähne aus dem Kiefer operiert, dazwischen leider Wurzelbehandlung am Zahn 2.6, Revision 2.6., Extraktion 2.6) der Schmerz blieb bzw war mal kurz Pause nach Extraktion, dann war alles wieder beim „alten“ . alle anderen Zähne sind ohne Füllungen und unauffällig.

    Meine Frage: Die wurzelbehandlung verlief von Anfang an nicht gut (es war
    meine erste und ich hatte ja
    keine Ahnung) der Zahn gab nie Ruhe, die Zahnärztin hat mir leider Wurzelfüllmaterial in den Kiefer eingebracht, so tief, dass gar kein Kontakt mehr zur Wurzel bestand. Seit dem Tag der Wurzelfüllung habe ich diese Bescherden (Brennen, Juckgefühl, Schmerzen, Druck). Jeder Arzt meinte, dass das Material nichts mit meinen Schmerzen zu tun hat. Trotzdem habe ich drei Monate nach der Extraktion von 2,6 in einer OP dieses Zeug rausoperieren lassen (mit natürlich hinter noch schlimmeren Schmerzen in diesem Bereich) das Schlimme ist nun jedoch, dass bei einem anderen Zahnarzt ein neues Röntgen erstellt wurde, wo genau dieses Material immer noch im Kiefer drin ist. Der MKGler hat also zwar an mir rumoperiert, jedoch das Material nicht entfernt. Es ist wirklich fürchterlich….Das Material ist jetzt genau 2 Jahre in meinem Kiefer. Es müsste wohl due Kieferhöhle eröffnet werden um
    dieses überhaupt entfernen zu können.

    Was meinen Sie, ist es sinnvoll das Material (Guttapercha mit Sealer) entfernen zu lassen? Bisher meint jeder Zahnarzt, dass das keine Beschwerden verursacht. Könnte das für meine Schmerzen/Beschwerden verantwortlich sein? Oder kann es sein, dass das Material zwar die ganze Sache getriggert hat, aber es nun keine Rolle mehr spielt ob es entfernt wird oder nicht bzw ein erneuter Eingriff nur wieder für Verschlimmerung sorgen wird?

    Ich bin wirklich ratlos und weiß einfach nicht welchen Arzt ich sonst dazu befragen soll, da fast niemand sich auch nur ansatzweise damit auskennt.

    Herzlichen Dank für Ihren Rat
    VG Ini

    1. Hallo Ini,
      Guttapercha und Sealer sind inerte (träge) Chemie. Und in Millionen von Mündern im Knochen vom Zahnarzt eingebracht (Überstopfung, zu viel Druck, zu lang, OP etc.) . Das Zeug ist gutartig und verursacht nie Schmerzen – solange der Nervkanal im Unterkiefer nicht betroffen ist, das wäre kritischer zu betrachten. Fazit: In Ihrem Mund darf auf keinen Fall erneut daran herum operiert werden, denn das verursacht vorhersagbar einen neuen furchtbaren Schub des Schmerzes.

      VG J. Wagner

  72. Hallo Herr Wagner! Erst einmal vielen Dank für Ihre Webseite http://www.zahnfilm.de und Ihre vorbildliche Einstellung. Schön, wenn es Ärzte wie Sie gibt, die Ihren hippokratische Eid ernst nehmen! Vielen Dank für Ihre Zeit! Ich habe noch 3 kurze Fragen an Sie:

    1. Warum sind die Trigenimus-Schmerzen nachts kaum wahrnehmbar bzw. weg im Vergleich zum Tag?
    2. Können Trigenimus-Schmerzen auch durch einen falschen Biss ausgelöst werden (zu tiefer Biss bzw. Oberkieferzähne liegen nicht optimal zu den Unterkieferzähnen)?
    3. Warum können Trigenimusschmerzen von alleine weggehen, wenn man 60 Jahre alt wird?

    1. Hallo tjol,
      1. Weiß keiner – soweit ich das überblicke.
      2. Ganz sicher nicht. Praktisch alle meine Neurpathiker sind von den Vorbehandlern mit zig Schienen ausgestattet worden – ohne Wirkung.
      3. Meines Wissens ebenfalls unerforschtes Gebiet. Deckt sich aber mit der Beobachtung, dass fette Karies im älteren Gebiss selten Schmerzen verursacht.

      VG J. Wagner

  73. Sehr geehrter Herr Doktor Wagner, ich hatte vor circa vier Jahren eine Wurzelbehandlung am letzten Backenzahn unten links. Nachdem ich ständig Schmerzen hatte wurde der Zahn von mehreren Zahnärzten geröntgt und nichts entdeckt. Letzenlich habe ich darauf bestanden den Zahn aufzubohren. Ein fauliger Geruch signalisierte eine Entzündung und auch eine Wurzel war quer durchgebrochen. Ich lies den Zahn entfernen. Danach hatte ich trotzallem oft Schmerzen im Kiefer und an den Zähnen, die durch Röntgen nicht erklärbar sind. Ein Neurologe diagnostizierte eine Trigeminusneuralgie. Carbamarzepin habe ich jetzt über 2 Jahre eingenommen, ich hatte dadurch jedoch Ende letzten Jahres einen erheblichen Natriummangel entwickelt,den kein Arzt festgestellt hatte. Dadurch ging es mir richtig schlecht (Übelkeit, Schwindel, Sehstörungen usw.). Daher habe ich Carbamarzepin abgesetzt, da ging auch ca. 2 Monate gut, aber jetzt geht es wieder los.Habe mir mittlerweile 2 weiter Zähne ziehen lassen und stehe jetzt vorder Entscheidung Implantate ja oder nein. Dazuwürde ich gerne Ihre Meinung hören. Viele Grüße Siggi

    1. Hallo Sieglinde,
      dass Carbamazepin einen Natriummangel verursachen soll, habe ich hier noch nicht gesehen. Außerdem ist der ganz einfach zu beheben: Mehr Salz, welches aus Natrium Chlorid besteht. Aus meiner Sicht also kein Grund, Carbamazepin abzusetzen.
      Implantate: Grünes Licht.
      VG J. Wagner

  74. Der Test, ob bei Problemen wirklich überhaupt die Zähne ’schuld‘ sind, ist interessant. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Ibuprofen bei entzündlichen Zahnschmerzen und Entzündungen an der Zahnwurzelspitze wirklich wirkt (bei mir mit fast 100% Schmerzbeseitigung), aber bei sonst fast nichts. Als ich mal eine Zahnwurzelentzündung hatte, hat vor der Wurzelbehandlung Ibuprofen genau den Zahnschmerz ausgeschaltet.
    Alleine die Tatsache, dass Ibuprofen nicht anschlägt, könnte in der Tat ein Indiz dafür sein, dass nicht die Zähne und auch nicht die Wurzelspitze die Ursache sind.

    Meine Frage: Sollte man in einem solchen Fall nicht zusätzlich zum Test auf Neuropathie einen Test auf Sinusitis (rhinogen) machen?? Eine rhinogene Kieferhöhlenentzündung kann, wenn sie hauptsächlich am Boden der Kieferhöhle lokalisiert ist, Zahnschmerzen bereiten, und zwar exakt an den oberen 5ers und 6ern, deren Wurzeln sehr nah an der Kieferhöhle sind! Und Sinusitis kann echte Beschwerden machen – aber oft hat man kaum Schnupfen, wenn man eine Sinusitis hat.

    Wenn abschwellende Nasen-Tropfen (etwa Otriven) – großzügig dosiert – eine klare kurzzeitige Besserung ergeben, ist eine Kiefernhöhlenentzündung diagnostiziert, und wenn die Zähne wirklich keinen Befund ergeben, ist sie wohl (teilweise) rhinogen.

  75. Hallo Dr. Wagner.
    Leider plage ich mich auch mit solchen Problemen rum. Was vor 4 Wochen anfing. Was mich schon den 1.4 gekostet hat.und jetzt macht auf der anderen Seite genau der selbe Probleme. Plus eine wurzelbehandlung an den 3.4. Man hat das Gefühl es wandert von Zahn zu Zahn. Mir brennt und drückt es manchmal so an der Nase und unter dem Wangenknochen. Ich merke wie die Nerven in meinen Gesicht arbeiten. Trage seit kurzen eine Aufbissschiene. Ct von der Kiefer Höhle wird nächste Woche gemacht. Auf Wunsch von meinen Zahnarzt. Ich selber habe mir einen Termin beim Neurologen besorgt. Weil ich nicht glaube das das alles nur von den Zähnen kommt. Haben Sie Empfehlungen was man machen kann? Mfg

  76. Sehr geehrter Herr Wagner

    Ich kann mir meine Zahn-/fleischschmerzen nicht mehr erklären. Es fing letzten Dezember ganz harmlos an. Habe mir mal wieder etwas in den Zahnzwischenraum im linken Oberkiefer zwischen den 4er und 5er gebissen. Der 4er ist wurzelbehandelt, 5er mit Krone. Versucht mit Zahnseide die Essensreste zu beseitigen. Ist mir wohl gelungen, aber leider mit Verletzung des Zahnfleischs. Das Ganze mit Chlorhexamed gespült. Nach einer Woche keine Besserung. Immer das Gefühl etwas im Zwischenraum zu haben mit leichtem brennen dort. Nach drei Wochen zum Zahnarzt. Leichte Entzündung festgestellt, gespült und Medikament hinein gegeben. Vitalitätsprüfung des 5er ohne Befund. Es wurde nicht besser. Dies wurde noch ein zweites Mal versucht. Keine Besserung. Beim dritten Besuch wurde ein Röntgenbild angefertigt. Keine sichtbare Veränderung zu einem älteren Bild. Der Zahnarzt wollte an den Zähnen nichts machen, da die Probleme nicht von dort kommen können. Zum HNO. Sinusitis festgestellt. Druckgefühl im Nasen- und Wangenbereich und immer noch ein ziehender dumpfer, brennender Schmerz zwischen den beiden Zähnen. Kein wirklicher Schmerz. Nur ein unangenehmes Gefühl. Nachts kann ich ohne Probleme schlafen. Wie äußert sich der Trigeminus Nerv? Haben Sie eine Idee was das sein könnte?
    Vielen Dank schon mal

      1. Hallo Herr Wagner.
        Vielen Dank für die schnelle Antwort. Habe mich über Gabapentin etwas belesen. Kann ich erstmal Lidocain Gel ausprobieren?
        Mit freundlichen Grüßen

          1. Hallo Herr Wagner

            Versuche einen Termin beim Neurologen zu bekommen. Ist nicht einfach. Geht dieses unangenehme Gefühl (Brennen,Druckgefühl) auch wieder weg? Oder muss man immer Medikamente nehmen?
            Mit freundlichen Grüßen

  77. Hallo Herr Wagner,
    ich melde mich wieder einmal. Ich hatte Schmerzen im Bereich Eckzahn wo dann eine WSR durchgeführt wurde, der Schmerz wurde aber nicht besser, daraufhin wurde nachresiziert und es wurde wieder nicht besser, ziehende drückende Schmerzen im Bereich Eckzahn/Nase daneben hatte ich ein Implantat was ich mir rausnehmen lies weil ich in der Annahme war, das Implantat war Schuld, aber leider war es nicht so. Da ich aber monatelange Schmerzen hatte und beim CT in den Bereich beim Eckzahn ein Splitter gesichtet wurde, wurde auf meine Bitte ( beim meinen Kiefer-und Gesichtschirurg) nochmals aufgemacht, jedoch der Splitter ist so klein und dieser wurde nicht gefunden. Mein Zahnarzt ist der Meinung dass die Schmerzen nicht von dem Splitter kommen. Seit Juli 2018 nehme ich Pregabalin und habe mich langsam hochdosiert, im November habe ich dann Saroten 25mg dazu gekommen. Ich Moment nehmen ich 75mg-0-75mg und 10mg Saroten abends. Die Intensivität der Schmerzen bei den Schläfen, Eckzahn und Nasenfllügel hat nachgelassen. Manchmal habe ich Tage oder Wochen Ruhe und dann spür ich es wieder mal mehr mal weniger unangenehm. Ich war daher bei einem Spezialisten, der sich nur mit Nerven beschäftigt, da habe ich heute die Rückmeldung erhalten, dass dort wo der orbitalis Nerv liegt oder hauskommt Narbengewebe ist und minimale Metallsplitter zum sehen sind. Er hat gemeint ich könnte probieren bei einem Spezialisten das zum operieren zu lassen aber ob es was bringt und die Splitter entfernen kann ist eine andere Sache?????
    Ich bin wirklich sehr verzweifelt und weiß nicht was ich mit der Diagnose machen soll? Heißt dass, ich bekomme das nie wieder weg?Außerdem hat er gemeint, die Tabletten ruinieren meine Niere und Leber auf lange Sicht!!!!!!! Ich bin wirklich am Boden zerstört, lg

    1. Ich wundere mich gerade, wer sich alles „Spezialist für Nerven“ nennen darf. Jedenfalls lassen die Äußerungen vermuten, dass Sachkenntnis nicht die Stärke Ihres „Fachmanns“ ist. Amitriptylin gibt es seit locker 50 Jahren und wir wissen ziemlich genau, was Leber und Niere damit passiert: nichts. Bei Pregabalin ist zwar die Beobachtungszeit kleiner (ca. 15 Jahre), aber es gibt keine Beweise für eine Nieren- bzw. Leberschädigung. Nebenbei: Das gilt nicht für Carbamazepin.
      Rauchen Sie seine Aussagen also in der Pfeife.
      Dazu seine Empfehlung: Der Nerv, um den es geht, heißt korrekt „Nervus infraorbitalis“ = unter dem Auge, und ist der 2. Ast des Trigeminus. Laut Ihrem Spacko sollen Sie sich dort nochmal operieren lassen. Ich sage Ihnen voraus, dass das a) die Beschwerden verstärken wird und b) ohne Sinn und Verstand ist.
      VG J. Wagner

  78. Lieber Herr Wagner, vielen lieben Dank für Ihre Antwort. Mein Kieferchirurg ist derselben Meinung wie Sie, auf gar keinen Fall ein weiterer Eingriff.
    Ich hab jetzt eins gelernt ich werde keine weiteren Ärzte aufsuchen weil außer viel Geld und Verunsicherung hat mir das nicht gebracht.
    Also hab ich das richtig Verstanden, die Schmerzen sind nicht wegen den Narben oder Splitter sondern der 2. Ast ist überempfindlich warum auch immer.
    Weil als mir der Befund am Telefon mitgeteilt wurde ( nichts schriftlich) machte ich mir große Sorgen-was ist wenn die Splitter und Narben komplett den Ausgang verschließen……
    Ich merke mittlerweile zwar langsam, aber durchaus eine Besserung!
    Danke!!

  79. Hallo Herr Wagner,
    ich schreibe Ihnen hier aus schierer Verzweiflung. Im November 2017 wurde bei mir am 3.5 Zahn eine WSR nach Zufallsbefund durchgeführt.Postoperativ bestand über 2 Wochen Taubheit an Lippe, Zunge und Unterkieferbereich usw. Nach ca. 2 Wochen kamen unerträglich brennende Schmerzen hinzu, die durch anfallsartige stundenlang Schmerzattacken noch zusätzlich „bereichert“ wurden. Als Erstmedikation gab es vom Oralchirurgen Wobenzym und Viatmin B Komplex und den Hinweis er habe den Nerv mobilisiert und einige Nervenfasern beschädigt, aber den Nerv nicht durchtrennt. Nachdem sich die Beschwerden nicht besserten, erfolgte Vorstellung beim Neurologen wg. Schmerztherapie. Hier wurde Lyrica verordent sowie Carbamazepin, Novalgin und Gabapentin, Sertralin sowie Morphium(Amitryptellin wurde nicht vertragen). Die Schmerzattacken verringerten sich und auch die Schmerzintensität nahm im besten Fall auf Stufe 8 ab im schlechtesten Fall auf Stufe 10 je nachdem ob ich viel sprach usw. Danach folgte Umstellung auf Lyrica mit Erhöhung auf 400 mg tgl. und Lamotrigin und Novalgin und Morphium (Carba. vertrug ich nicht mehr und wg. der Schmerzresistenz Versuch der Umstellung von Gabapentin auf Lamotrigin). Auch dies brachte keine grosse Schmerzlinderung, sodass wir uns zu einer 10 maligen Cortisoninfusion mit 250 mg Metypred und gleichzeitiger Gabe von Olanzapin entschlossen. Olazapin vertrug ich leider auch nicht, sodass auch dieses abgesetzt werden musste .Nach Beendigung trat leider auch keine Besserung ein, sodass der Zahn durch eine g u t e n Kieferchirurgen entfernt wurde. Hierbei stellte sich heraus, dass der Zahn komplett entzündet war und auch die verbliebenen Wurzeln. Auch danach blieb die erhoffte Besserung aus. Danach Vorstellung Neurochirurgie Essen, Diagnose Atypischer Gesichtsschmerz, dort sei ich falsch. Dann MKG UK Münster dort sagt man mir ich solle eine Schmerztherapie machen, nur nicht welche. Danach Vorstellung Neurochirurgie Knappschafts.KKH Bochum-Langendreer. Dort empfahl man mir die Ablation des Ganglion. Dies hab ich nach Absprache mit meinem Neurologen erst einmal hinten angestellt, da nicht reversibel. Danach Vorstellung MKG UK Mainz. Dort legte man sich fest: Trigeminus-Neuropathie. Empfehlung: Schmerztherapie. Bin jetzt in Klinik in Bochum in der Schmerzambulanz aber so richtig weitergeholfen wurde mir bisher nicht.Zwar wird mir viel erklärt und wenn ich es richtig verstehe, muss ich lernen mit der Erkrankung zu leben. Alle Medis. vom Neurologen erst einmal weiter. Zusätzlich Versatis Wirkstoffplaster auf die Haut- Hilft aber leider auch nicht. Jetzt spritzte mir in der letzten Woche mein Neurologe Botox an den Nerv in der Hoffnung auf Linderung. Bis jetzt ist alles wieder viel schlimmer und ich bin wieder dauerhaft auf Stufe 10 der Schmerzskala. Dies soll noch zwei mal im Abstand von 8-10 Wochen wiederholt werden….Heute habe ich mir in der Apotheke auf Anregeung ihrer Website Zahnfilm, Xylocain Dental-Spray zum Sprühen in die Mundhöhle, besorgt und Acetyl-L-Carnetin 1000 mg.
    Sehen Sie noch irgendeine Chance auf Besserung für mich?

    1. Hallo Heike,
      schlimmer Fall. Schmerzstärke 10 höre auch ich selten, zum Glück. Die gute Nachricht: Ihr Fall ist frisch und wird vermutlich auch wieder spontan heilen, was aber leider Monate dauern wird. Was mir aufgefallen ist: Die Neurologen verschreiben sehr gerne Lyrica = Pregabalin, ich aus bestimmten Gründen lieber Gabapentin. An Ihrer Stelle würde ich Gabapentin versuchen und zwar mit der Anfangsdosis 3*300mg, später bis 3*800mg am Tag statt Lyrica. Dazu Clenbuterol = Spiropent 2*1 Tablette. Als Notfall Medikament hat sich bei uns Bromazepam 6mg bewährt.
      Das Wichtigste aber bleibt: Keinerlei zahnmedizinische Eingriffe im Mund und schon gar nicht am Trigeminus!
      VG J. Wagner

      1. Hallo Herr Wagner.
        Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich weiss leider nicht, wie ich so schnell an die entsprechenden Medikamente kommen kann…bei meinem neurologen bin ich erst wieder in 8 Wochen und ihn dazwischen zu erreichen ist unmöglich. Mein Hausarzt ist mit verschreibungen leider auch eher zurückhaltend.. .meine Frage ist: wäre es möglich einen Termin bei Ihnen in der Praxis zu bekommen? Clenbuterol hab ich gestern als Asthmaspray wegen allergischem Asthma bekommen. Würde dies auch erst einmal gehen?
        Da ich die neuropathie mittlerweile ein Jahr habe meinen einige Ärzte es wird sich nicht mehr viel ändern….mein neurologe meint schon und ich bin froh das Sie der gleichen Meinung sind.
        Das Botox wurde außen ins Gesicht gequaddelt an den Nerv ..das sollte ich Ihrer Meinung nach aber auch nicht wiederholen lassen wie es in 8 Wochen vorgesehen ist?
        VG Heike

  80. Hallo,
    was ich Sie noch Fragen muss; mein geplanter Urlaub steht vor der Tür, ich werde für ein paar Stunden im Flieger sitzen, kann das auch wieder Auswirkungen auf den Nerv haben (Druck in der Kabine) Soll ich davor zur Sicherheit ein Zomig oder so nehmen? Danke, lg

      1. Vielen Dank für die Rückmeldung!
        Ich werde schon langsam verrückt, ich hatte vor einer Woche eine starke Zahnfleischentzündung auf der gesunden Zahnseite (dort habe ich lediglich eine Narbe da vor 7 Monaten dort ein Implantat entfernt wurde). genau bei dem Zahn danach also zwischen 3 und 4 hatte ich vor einer Woche eine starke Zahnfleischentzündung und jetzt aus einmal tut mir das auch so komisch weh, ich weiß nicht ist es die Narbe oder sonst was…. ich hab jetzt natürlich Angst dass die andere Seite jetzt auch mit einer TNP anfängt. Bitte um Ihren Rat!

        1. Hallo Monika,
          Zahnfleischentzündungen entstehen nicht aus dem blauen Himmel. Entweder hat es dort eine zu tiefe Tasche, oder es war ein Virus herpes simplex. Im letzteren Fall brauchen wir uns über komische Empfindungen gar keine Gedanken machen. Das geht vom Virus aus und ist harmlos.
          VG J. Wagner

          1. danke!!!! ich war heute beim Zahnarzt und tatsächlich wurde eine Entzündung gefunden (speiserest war dafür verantwortlich). jetzt ist er draußen und alles ist wieder gut. Lieben Gruß

  81. Hallo Herr Wagner,

    ich habe am 11.01.2019 die Weisheitszähne im linken Ober- und Unterkiefer gezogen bekommen, leider mit Kieferhöhleneröffnung. Seitdem die Fäden (genau eine Woche später) gezogen wurden, habe ich teilweise richtige Ohrenschmerzen (innen und außen), das Kiefergelenk tut ab und zu nur mal weh und ich habe ein Brennen im Rachen. Es ist mal besser und mal schlechter. Nachts habe ich tatsächlich auch nichts, wie in vielen Fällen bereits beschrieben. Dann geht es langsam los. Es gab auch schon 2 Tage wo gefühlt gar nichts war.
    Nachdem sich der Zahnarzt mittlerweile schon 5x alles angeguckt hat, habe ich nun Physio wegen CMD verschrieben bekommen. Die Physio meinte auch das meine Kaumuskulatur verspannt sei auf der Seite wo die Weisheitszähne gezogen wurden. Ich hab den Schmerz bei der manuellen Therapie auch deutlich gespürt. Allerdings kann ich nun nach 1x Physio nicht viel sagen.
    Schmerzmittel helfen keineswegs, auch hier wurde mir von den Zahnärzten und der Phyiso gesagt, dass bei CMD oftmals keine Schmerzmittel helfen. Kälte nehmen mir die Schmerzen ebenso wie Wärme.
    Vorsorglich habe ich mich jetzt aber schon in die Behandlung bei einem Neurologen begeben. Es ist nun ein MRT vorgesehen.
    Vllt. haben Sie einen Rat für mich? Denn es macht ein schon ziemlich verrückt. LG

    1. Klarer Fall für Amitriptylin 10mg. Ihr Zahnarzt hat nichts übersehen, denn Sie zeigen Kardinalsymptome einer Neuropathie. Amitriptylin wirkt statistisch am häufigsten, da kommt Pregabalin lange nicht dran, deshalb.
      VG J. Wagner

  82. Hallo Herr Wagner,

    vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Kann man denn sagen, ob solch eine Trigeminusneuropathie wieder weg gehen kann? Falls ja, wie lange kann man eine solche haben?
    Ich hoffe, dass meine Hausärztin mir dieses Medikament verschreibt. Sie hat mich lediglich mit Verdacht auf Trigeminusneuralgie krank geschrieben. Sie hat sich nicht veranlasst gefühlt irgendwas weiteres zu machen. Den Termin beim Neurologen musste ich mir ohne Überweisung besorgen.

    1. Hallo Laura,
      die meisten ja. Aber die Verläufe sind extrem unterschiedlich: von einigen Monaten bis 30 Jahre. Wenn die Dauer länger als 2 Jahre beträgt, wird es schwierig.
      Bereiten Sie sich auf den Neurologen vor. Bringen Sie ihm dies http://www.zahnfilm.de/wp/?p=974 und vor allem dies http://www.zahnfilm.de/wp/?p=9155 als Ausdruck mit. Die Erfahrung zeigt, dass die Neuropathie des Trigeminus bei Neurologen normalerweise eher terra incognita (unbekanntes Land) ist.
      VG J. Wagner

      1. Danke für Ihre schnelle Antwort.
        Nach welcher Zeit müsste denn eine Besserung eintreten, wenn das Medikament wirkt? Und wann kann man versuchen sie abzusetzen?
        Ja ich habe mir fest vorgenommen, die Sachen mitzunehmen bzw vorzulegen. Das werd ich schon beim Zahnarzt machen. Vllt. würde dieser mir ja auch schon solch ein Medikament verschreiben. LG

  83. Hallo Herr Wagner,
    habe für den 03.April einen Termin bei Ihnen bekommen.
    Was ich noch vergessen habe zu erwähnen, der neue Kieferchirurg meinte es könne sich ein Neurom gebildet haben. Dies zu operieren sei aber sinnlos, da sich immer durch die Operation wieder neue Knötchen bilden können…wie ist Ihre Meinung dazu?
    V.G. Heike

  84. Sehr geehrter Dr. Wagner,

    meine Geschichte ist noch nicht so lang wie die manch anderer hier, jedoch sehr schmerzhaft..

    am 17. Januar 2019 bekam ich starke Kiefer- und Ohrenschmerzen rechtsseitig. Es handelt sich um den Unterkiefer.
    Die Schmerzen sind permanent zu spüren, ich habe vorher keine Zahnbehandlung o. ä. gehabt, jedoch wurde mir der 7er dort vor ca. 10 Jahren gezogen (er war komplett weggefault). Im 6er habe ich eine Kunststofffüllung. Die Schmerzen sind ziehend, teilweise glühend, manchmal pochend, im Ohr stechend und teilweise brennend.

    Ich hatte gehofft, dass die Schmerzen von allein wieder gehen und habe Ibuprofen genommen. Das hat auch irgendwie gewirkt. Es wurde bis zum Montag (21.01.) jedoch nicht besser und ich bin zu meinem Zahnarzt gegangen. Der klopfte jeden Zahn ab, machte am 6er einen Kältetest, mein Zahn hat darauf mit Schmerz reagiert. (Ich bin mir nicht sicher, ob er das soll, ich dachte ja, deswegen hab ich nur gesagt, dass ich die Kälte spüre). Ebenfalls wurde überall ein Bisstest gemacht, unauffällig. Auch knirsche ich nicht mit den Zähnen und mein Kiefergelenk sitzt auch gut und ohne Schmerzen. Mein Zahnarzt hat ein Röntgenbild gemacht, welches er lange studiert hat. Er holte mich dazu und erklärte mir alles sehr genau, was man sehen müsste, was die Schmerzen erklären würden, aber er konnte nichts finden.

    Da ich sagte, dass der Schmerz manchmal bei Husten schlimmer wird (ich habe zu dem Zeitpunkt teilweise noch gehustet von einer Erkältung aus November 2018) hat mein Zahnarzt mir geraten, mal zu einem HNO zu gehen und die Nebenhöhlen checken zu lassen, auch wenn diese auf dem Röntgenbild auch unauffällig schienen. Gegen die Schmerzen hat er mir Dolomo verschrieben.

    Am Donnerstag 24.01. hatte ich einen Termin bei meiner HNO, die Schmerzen waren mittlerweile mit Ibuprofen nicht mehr zu bändigen, ich konnte nachts nicht mehr schlafen und habe tagsüber nur noch weinen können. Meine HNO schaute mir ins Ohr, entfernte etwas Ohrenschmalz, blickte in meine Nase und in meinen Hals und sagte: „Da ist nichts, gehen Sie zum Neurologen“.

    In meiner Verzweiflung bin ich noch am selben Tag zum nächsten Neurologen gegangen und hab gefleht, dass ich untersucht werde, auch ohne Termin. Das wurde auch getan. Er sagte sofort Trigeminusneuralgie und verschrieb mir 150 mg Timonil (Carbamazepin), von denen sollte ich morgens und abends je eine halbe Tablette nehmen. Am Montag sollte ich wiederkommen. Ich hatte gehofft, dass die Schmerzen sofort besser werden, das taten sie jedoch nicht. Ich nahm in dieser Nacht eine Dolomo mit Codein, damit konnte ich wenigstens etwas schlafen.
    Ich nahm über das Wochenende jede Nacht eine Dolomo. Tagsüber habe ich die Schmerzen irgendwie ertragen, es wurde jedoch nicht bedeutend besser.
    Am Montag den 28.01. bekam ich zusätzlich noch Pregabalin verschrieben, AU für die ganze Woche, da ich mit Pregabalin nicht arbeiten darf (ich arbeite mit drogenabhängigen Klienten, diese missbrauchen Lyrica). Ich bekam viele Pickel, schob dies auf das Carbamazepin.. Mir fiel aber auf, dass es scheinbar nur rechtsseitig war. Am Freitag war ich wieder bei meinem Neurologen, verzweifelt, die Schmerzen wurden kein Stück besser, mit der Akne auf der rechten Seite wurde ich ins Krankenhaus eingewiesen, Zosterneuralgie.

    Ich bekam 10 Tage Zovirax intravenös, die volle Dosis Carabamzepin und Pregabalin… Gegen die Schmerzen bekam ich Tilidin und Novalgin. Lumbalpunktion und MRT unauffällig, in der zweiten Woche im Krankenhaus war ich schmerzfrei, ein Segen…
    Noch im Krankenhaus bat ich darum, dass das Pregabalin abgesetzt wird, damit ich wieder arbeiten kann… Ich wurde mit Gabapentin 600 1-1-1 und Saroten 25 mg 0-0-1 und Tilidin 50 mg 1-1/2-1 schmerzfrei entlassen.

    Ich war dann noch eine Woche Zuhause, bevor ich meinen Arzt bat, das Tilidin abzusetzen, da ich gerne wieder arbeiten wollte. Alle zwei Tage nahm ich eine halbe Tablette weniger, aber die Schmerzen waren schon nach der ersten Reduktion als leichter Druck im Kiefer wieder spürbar. Als ich bei Tilidin 1/2-0-1/2 angelangt war, wachte ich nachts wieder mit Schmerzen im Bereich 7-8 auf. Ich erhöhte das Tilidin wieder und machte einen erneuten Termin beim Arzt. Ich soll das Tilidin wieder wie bei der Entlassung nehmen und das mittlerweile verschriebene Amineurin in der Dosis verdoppeln.

    Aktuell sieht meine Medikation wie folgt aus:

    Gabapentin 600 -> 1-1-1
    Amineurin 25 -> 0-0-2
    Tilidin 50 -> 1-1/2-1

    Gestern waren meine Schmerzen bei 8-9 und ich war kurz davor, wieder ins Krankenhaus zu gehen. Ich nahm zwei Ibuprofen 400, wippte apathisch vor und zurück und heulte einfach alles raus, bis die Schmerzen wieder etwas zu ertragen waren. Die Schmerzen sind immer noch dauerhaft spürbar im Bereich 4-5, manchmal fühlt es sich an, als hätte jemand ein glühendes Schüreisen vom Ohr durch den Unterkiefer bis zum Einser durchgezogen. Dann sind die Schmerzen bei 8-9.

    Die meiste Zeit spüre ich die Schmerzen am 6er-Zahn im Unterkiefer rechts.

    Ich bin nächste Woche sechs Wochen krankgeschrieben und rutsche ins Krankengeld. Ich weiß leider auch nicht mehr, was ich noch tun kann.. Haben Sie einen Rat für mich?

    Danke.

    Mit freundlichen Grüßen
    Johanna

    1. Jo, klassischer Fall von Herpes Zoster Ausbruch im Trigeminus. Und der macht eine Neuropathie. Bitte nicht Neuralgie, denn Sie haben Dauerschmerzen hoher Intensität. Was mir auffiel: Der Neurologe hat instinktiv zum besten Mittel dagegen = Carbamazepin, gegriffen. Die Klinikleute haben das durch Tilidin ersetzt. Vielleicht kennen die andere wissenschaftliche Studien als ich, aber soweit ich die Lage überblicke steht Carbamazepin an erster Stelle bei der Behandlung einer Trigeminus Neuropathie. Tilidin kommt frühestens in der 3. Reihe vor. In meiner Hand hat sich Tilidin häufig als Bumerang gezeigt. Wirkt ein bißchen, aber nicht richtig. Langer Rede kurzer Sinn: Besorgen Sie sich wieder Carbamazepin in der Dosierung 150 – 0 – 150.
      Sie sagen, dass Sie Pregabalin wegen Ihrer Arbeitsstelle absetzen mußten, was nicht weiter schlimm ist, weil es ja Gabapentin gibt, das mindestens so gut wirkt. Aber die roten Lampen müßten eigentlich bei Tilidin angehen. Da gibt es einen Schwarzmarkt.
      VG J. Wagner

  85. Hallo Herr Wagner, bei mir ist die Situation nun so, dass ich tage bis zu einer Woche keine Schmerzen habe, dann kommt es wieder (diesmal hab ich es beim zu schnellen eisessen bekommen) für ein paar stunden oder Tage retour, aber in abgeschwächter Form-keine Augen und schäfenschmerzen mehr. ich hab im Juli mit 25mg Pregabalin begonnen und jetzt bin ich bei 75mg-0-75 mg und seid November 0-0-10 mg Saroten. ist der Verlauf so normal, oder sollte der schmerz kontinuierlich weg sein? soll ich bei den Medikamenten was ändern?

    mir wurde gesagt, dass man ca. ab dem letzten Zahnärztlichneingriff mit Schmerzen rechnen muss-haben Sie auch die Erfahrung?
    danke!

  86. Hallo und danke das es so eine tolle Seite gibt, wo fast jede Frage wirklich beantwortet wird! Das kostet viel Zeit – danke Herr Wagner.

    Bei mir kurz folgende Schilderung.
    1.) Ehemaliger Amalgam – Backenzahn rechts Oberkiefer sollte Mitte März gezogen werden, da schon seit Jahren leichte Wurzelentzündung die nicht durch WBH zu lösen ist:
    2.) Sonntag 14.02. aufeinmal Schmerzen – Montag in der früh Eiter und Brennen rund um diesen Zahn – schnell zum Kieferchirurgen:
    Dieser extrahierte mir den Zahn in die Entzündung rein – da keine andere Möglichkeit laut ihm. Zahn sichtlich geschädigt. Als Desinfektion wurde eine Gase mit Jod eingelegt – da ich keine Antibiotika nehmen wollte.
    3.) Nach Hause gegangen in der Hoffnung alles wird besser. Schmerzmittel nur Ibuprofen 600. Leider wurde der Schmerz nicht besser sonder immer brennender – Nachts kaum Schlaf möglich.
    4.) Ziehen der Schmerzen von der Backe in die Schläfe und den Unterkiefer – voher noch nie gehabt. Brennen der Zähne vor der Extraktionswunde
    5.) Erneuter Besuch am Freitag 01.03. beim Chirurgen, Gase rausgenommen. Festgestellt, dass sich kein Blutgerinnsel gebildet hat. Knochen und Nerv liegt frei. Nochmalige Desinfektion und Propfen um eingelegt um offene Stelle zu schützen:
    6.) Seit Freitag nun vermehr Druckschmerz in Back und Schläfe sowie Unterkiefer rechts. Brennen zwischen/an den vorderen Zähnen rechts hält an.
    Codein hilft nicht. Habe Tramadol daheim – aber denke das bringt nichts.

    Können sie so lieb sein und mir einen Tip geben wie ich diese angehende Trigeminusneuropathie abwenden kann? Ich wäre sehr dankbar!

    Liebe Grüsse

    1. Gehen Sie bitte zum Hausarzt und lassen sich Gabapentin 300mg 100 Stück verschreiben. Die schlucken Sie nach dem Schema 1 – 1 – 1. Wenn Brennen im Spiel ist, wirkt Gabapentin am sichersten.

      VG J. Wagner

  87. Lieber Herr Wagner,

    ich leide seit gut einem Jahr ebenfalls unter Trigeminusneuropathie. Sie haben schon so oft (auch von mir!) Fragen beantwortet. Noch einmal vielen Dank dafür. Ich kann mir vorstellen, dass dabei auch sicher viel Freizeit draufgeht!

    Ich bin seit 6 Wochen bei einer sehr guten Schmerztherapeutin untergekommen, nehme nun Amitriptylin 25 mg, komme damit gut zurecht und habe seitdem immer mal schmerzfreie Phasen, allerdings, wie bei den meisten hier, kommt auch ab und zu Brennen und Druck (der gerne den Bereich wechselt,
    mal Nase, mal Kiefer) vor allem mit Änderung meines Zykluses. Also die Woche vor meinen Tagen ist es deutlich mehr, kann das wirklich sein??? Mit Amitriptylin allerdings alles meist gut erträglich….

    Wegen der o.g. Beschwerden hat mir meine Therapeutin nun Pregabalin verschrieben, ich soll mit einer 25mg abends beginnen und dann eventuell steigern bis 150mg pro Tag. Ist Pregabalin eigentlich identisch mit Gabapentin? Ich lese hier in den Beiträgen heraus, dass Sie lieber Gabapentin verschreiben! Wenn ich im Internet suche, scheint es aber recht gleich zu wirken? Oder? Wenn Gabapentin besser ist, würde ich mir vielleicht lieber das verschreiben lassen!

    Tausend Dank für dieses tolle Forum. Ich glaube, wenn es Sie nicht geben würde, wäre ich schon längst verzweifelt und hätte aufgegeben!

    1. Pregabalin und Gabapentin verwenden den gleichen Wirkmechanismus. Die Unterschiede zwischen beiden sind eher marketingtechnisch bedingt, weil Pregabalin rentabler ist. Nehmen Sie also ganz beruhigt Pregabalin, so wie angegeben.
      VG J. Wagner

  88. Hallo Herr Wagner,

    meine Neurologin hat mir nun Carbamazepin verschrieben. Diese soll ich langsam steigern um 50mg auf insgesamt 400mg (alle 3-4 Tage).
    Sie hatten ja Armintriptylin empfohlen.
    Denken Sie, Carbamazepin ist auch in Ordnung? Die Neurologin sagte, dass sie denkt, dass dieses Medikament am angebrachtesten wäre.
    Ich habe Ohrenschmerzen (meistens tut die Ohrmuschel weh), Kiefergelenkschmerzen sowie ein Brennen im Hals.
    Ich muss gestehen, vor den Nebenwirkungen habe ich ziemlichen Respekt.
    LG

    1. Goldrichtig. Carbamazepin ist das Mittel Nummer 1 bei neuropathischen Schmerzen des Trigeminus der Stärke größer als 4 (Skala bis 10). Erfolgswahrscheinlichkeit 70%. Auch die Menge geht vollkommen in Ordnung. Man hat früher Carbamazepin gegen Epilepsie bis 3200mg am Tag verordnet! Brennen im Hals würde ich mal 2 Wochen mit Carba beobachten. Wenn das nicht besser wird, Gabapentin dazu.
      VG J. Wagner

  89. Hallo Herr Wagner,

    sie haben mir am 16. Januar schon mal geantwortet.
    Habe bis jetzt an dem besagten 16 Zahn nichts mehr machen lassen.
    Irgendwie ist der Zahn komisch, habe ab und zu Aufbiss und Klopfschmerz.
    Das ist aber dann nur für cirka 1 Stunde.
    Sonst habe ich immer ein leicht komisches Gefühl beim Zahn.
    Allerdings habe ich über Nacht und morgen keinerlei Schmerzen.
    Im Laufe des Tages nehmen sie zu.
    Kann dies alles vom Trigeminus ausgehen oder kann es sich hier auch um eine Entzündung am Zahn handeln.
    Am Röntgenbild sieht man nichts.
    Möchte hier keine Behandlung machen lassen die nichts bringt. Möchte allerdings auch mit keiner Entzündung rumlaufen.
    Wenn ich eine Entzündung am Zahn hätte, wäre er doch immer Kopfempflindlich, oder?
    Vielleicht können sie mir hier kurz Ihre Meinung sagen

    Danke
    Gruß
    Kammermeier

    1. Klare Sache: Finger weg vom Zahn. Hätten Sie eine Pulpitis, würde sich das besonders nachts mit Schmerzen bemerkbar machen. Obere 6-er sind bekannt für „Zahnmigräne“ = Schmerzen aus dem Nichts, verursacht vom Trigeminus.
      VG J. Wagner

  90. Hallo Herr Wagner,
    sie haben mir am 13.Februar schon mal geantwortet. Der Schmerz und das Missempfinden am 14/15 Zahn hat sich geändert. Das Gefühl etwas zwischen den Zähnen zu habe ist fast nicht mehr zu spüren. Leider habe ich vorwiegend abends und nachts Probleme am Zahn. Sobald ich mich hinlege setzt der ziehende Schmerz ein. Tagsüber ein komisches, drückendes manchmal ziehendes Gefühl. Kann dies alles vom Trigeminus ausgehen oder kann es sich hier auch um eine Entzündung am Zahn handeln.
    Habe für den 3.April einen Termin bei Ihnen bekommen.

    Mit freundlichen Grüßen

    1. Das gefällt mir nicht. Tags weniger als nachts. Hier sollte nach 2 Sachen gesucht werden: a) mögliche Pulpitis durch (Karies, Füllung bis Nerv, Kunststofffüllung …) und b) Sagittalriss (Richtung von Bauch zu Rücken). Letzterer macht sich bei starker Belastung bemerkbar.
      VG J. Wagner

  91. Hallo Herr Wagner,

    danke für Ihre schnelle Antwort.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, kann der Trigeminus am Zahn zeitweise auch einen Aufbiss und Klopfschmerz verursachen, oder?

    Gruß
    Kammermeier

  92. Noch ein Nachtrag Herr Wagner, ab und zu spüre ich beim Sprechen ein leichtes vibrieren beim 6er.
    Kann dies auch von Trigeminus ausgehen?
    Wie gesagt, der Zahn ist irgendwie komisch

    Mit freundlichen Grüßen

    1. Das ist es ja gerade. Diese sehr unterschiedlichen, für Zahnärzte kaum zu begreifenden Erscheinungen „Mund fühlt sich wie rohes Fleisch an“, „brennendes Eisen im Knochen“, Fremdkörpergefühl, wo nichts zu sehen und zu tasten ist, punktförmige Zahnfleischschmerzen … sind in der Mehrzahl Dysästhesien (Falschmeldungen) des übertragenden Systems.
      VG J. Wagner

      1. Hallo Herr Wagner,

        darf ich hier jetzt trotzdem ein Implantat setzen lassen oder soll man hier warten?
        Möchte gerne die Lücke schliessen

        Gruß

  93. Vielen Dank für Ihre Hilfe die Sie uns allen geben.
    Ich habe nur nochmal eine grundlegende Frage für mich: ich habe immer noch die Hoffnung, dass ich vllt. an CMD leide, da die Kaumuskulatur verspannt ist (lt. Physio). Knacken im Kiefer habe ich seit der Weisheitszahn-OP auch. Bei mir helfen sowohl Kälte als auch Wärme und ich habe schon des Öfteren gelesen, dass Kälte bei vielen die Schmerzen viel schlimmer werden lässt und auch Mundbrennen bei CMD vorkommen kann. Ich bekomme nun nächste Woche eine Schiene und habe das Carbamazepin bisher noch nicht genommen, da ich die Schiene abwarten wollte. Auch sollen bei CMD Schmerzmittel oftmals nicht helfen.
    Besteht eine Chance, dass es evt. auch CMD sein kann? Wenn ich den Kiefer massiere, dann tun die Ohren bei mir auch nicht mehr weh.
    Viele liebe Grüße und nochmals danke für Ihre tolle Unterstützung!!

    1. Hallo Laura, Sie schrieben:

      „Ich habe nur nochmal eine grundlegende Frage für mich: ich habe immer noch die Hoffnung, dass ich vllt. an CMD leide, da die Kaumuskulatur verspannt ist (lt. Physio).
      — Standard „Diagnose“ vom Physio

      Knacken im Kiefer habe ich seit der Weisheitszahn-OP auch.
      — ist ohne Schmerzen ohne jeden Krankheitswert.

      Bei mir helfen sowohl Kälte als auch Wärme und ich habe schon des Öfteren gelesen, dass Kälte bei vielen die Schmerzen viel schlimmer werden lässt
      — bei Trig. Neuropathie ja.

      und auch Mundbrennen bei CMD vorkommen kann.
      — Klares nein.

      Ich bekomme nun nächste Woche eine Schiene und habe das Carbamazepin bisher noch nicht genommen, da ich die Schiene abwarten wollte.
      — Vermutlich wegen Pharmako-Angst. Kommt häufig vor.

      Auch sollen bei CMD Schmerzmittel oftmals nicht helfen.
      — Falsch. NSAIDS (die „normalen“ Schmerzmittel) helfen bei CMD.

      Besteht eine Chance, dass es evt. auch CMD sein kann? Wenn ich den Kiefer massiere, dann tun die Ohren bei mir auch nicht mehr weh.
      — Leider kein Beweis. Das funktioniert mit Kaugummi auch bei Trig. Neuropathie.

      VG J. Wagner

  94. Hallo Herr Wagner, danke für die Info. Das ist ja Wahnsinn was der Nerv alles verursachen kann. Diese verschiedenen Arten von Schmerzen. Wenn man hier nicht aufpasst, hat man alle Zähne verloren und dennoch schmerzen. Wenn es die Schmerzen zulassen ist es das beste das alles auszusitzen. Eine richtige Medizin zur Heilung gibt es ja nicht, oder? Man kann damit nur die Schmerzen unterdrücken.

    Danke für Ihre Hilfe

    Gruß

  95. Lieber Herr Wagner,

    nun habe auch ich noch mal eine Frage bzw bitte ich um Rat. Ich leide an unerklärlichen Schmerzen seit fast 2 Jahren nach einer Zahn OP, mittlerweile weiß ich zumindest, dass es nicht die Zähne sind, sondern „atypischer Gesichtsschmerz“ bzw Neuropathie des Trigeminus.

    Seit ein paar Wochen nehme ich Amitriptylin 25mg abends vom Neurologen/Schmerztherapeuten. Dadurch ist meine Situation deutlich besser. Allerdings habe ich immer wieder Tage (immer gleich 4-5 Tage hintereinander) wo es wieder schlimmer ist. Meistens ändert es sich mit meinem Zyklus

    Kann es sein, dass da Hormonschwankungen eine Rolle spielen?

    Ich habe wahnsinnigen Druck dann, kaum zu lokalosieren, ziemlich tief irgedendwo, mal unter dem Nasenflügel, mal eher tief im Kiefer, es macht mich wahnsinnig, ich denke dann immer, dass ich vielleicht doch einen Tumor etc habe (wobei es nachts ja eigentlich nie da ist und ich gut schlafe). MRT, DVT, normales Röntgen Kiefer haben bisher nie einen Befund gehabt. Trotzdem habe ich dann so Angst.

    Als nächstes Medikament meine mein Arzt solle ich sonst Pregabalin dazu nehmen? Oder haben Sie einen besseren Tipp wie man den Druck los werden kann? Könnte Prega mit dem Amitr. meine Situation noch mal weiter verbessern? Ich habe zwar etwas Angst vor den Nebenwirkungen, aber wenn Hoffnung auf Besserung besteht, würde ich es natürlich probieren. Ich bin erst Mitte 30 und wenn ich mir vorstelle, dass das ewig oder immer so bleibt…. es ist schrecklich

    Ich danke Ihnen von ganzem Herzen! Viele Grüße

    1. Das ist die klassische Kombination: Weiblich, Angst (evtl. Angststörung) und Trig. Neuropathie. Im Ernst: Ich sehe mindestens 50% aller Fälle in genau dieser Kombination. Und wir wissen inzwischen, dass es zwischen Angst und Schmerz enge Verflechtungen im mittleren Hirn gibt. Deswegen wirkt Amitriptylin. Es wirkt in beide Richtungen, angsthemmend und Schmerzerregungsleitung hemmend.
      Zum Pregabalin: Das ist für die Behandlung der Neuropathie das Gleiche wie Gabapentin. Ich bin dafür, dass Sie Pregabalin wie vorgeschlagen dazu nehmen. Damit wird es eträglicher.
      Hormonschwankungen ändern eine ganze Menge im Hirn. Das erklärt vieles.
      Zur Angst: Es gibt einen eleganten Weg, die Angstkomponente Ihrer Schmerzen (immer schwer zu sagen, was zuerst da war, Angst oder Schmerz) mit zu behandeln. In Ihrem Fall bietet sich als dritte Komponente Duloxetin 30mg pro Tag an. Das Mittel ist als Antidepressivum und Anxiolytikum (gegen Angststörungen) zugelassen. Wir verwenden es aber ab und zu auch als AntiSchmerzmittel bei Trig. Neuropathie. Ich könnte mir vorstellen, dass das bei Ihnen eine deutliche Verbesserung bringt.

      VG J. Wagner

  96. Lieber Herr Wagner,
    ich habe noch Fragen an Sie:
    1. Wie weit ist denn die Forschung beim Thema Trigenimusneuropathie? Gibt es Hoffnung, dass ggf. eines Tages diese Krankheit geheilt werden kann? Gibt es Anzeichen aus der Forschung, dass es z.B. in den nächsten 10 Jahren einen Durchbruch geben könnte?
    2. Frage zu Implantaten: Der Druck auf die Krone des Implantates hat keine Auswirkung auf den Trigenimusnerv, ist das richtig? Und raten sie generell zu dickeren/breiteren Implantaten, um möglichst weit weg vom Trigenimusnerv zu sein? Und ist es egal, ob Keramik- oder Titanimplantat für einen Neuropathiker?
    3. Das Phänomen, dass Kaugummi kauen die Schmerzen lindert, ist aber nicht so zu verstehen, dass der Trigenimusnerv gerade dadurch immer wieder gereizt wird und die chronischen Schmerzen entstehen (im Sinne eines Teufelskreises)?
    4. Inwiefern spielt das „Schmerzgedächtnis“ bei der Trigenimusneuropathie eine Rolle und gibt es nicht einen Ansatz dieses zu löschen?
    5. Mein Zahnarzt erzählte mir vor Jahren einmal, dass Zahnnerven mit dem Alter schmaler werden und in die Tiefe wandern? 1. Stimmt das?; 2. Kann das auch damit zusammenhängen, dass Karies im älteren Gebiss selten Schmerzen verursacht bzw. auch der Trigenimus dadurch nicht mehr so eine übermäßige Nervleitung hat?

    1. 1. Wie weit ist denn die Forschung beim Thema Trigenimusneuropathie? Gibt es Hoffnung, dass ggf. eines Tages diese Krankheit geheilt werden kann? Gibt es Anzeichen aus der Forschung, dass es z.B. in den nächsten 10 Jahren einen Durchbruch geben könnte?
      — Definitiv ja. Merck USA weiß bereits, wo der Ausschalter für die Trigeminus Schmerzen während des Schlafes sitzt und entwickelt dafür die Chemie.
      2. Frage zu Implantaten: Der Druck auf die Krone des Implantates hat keine Auswirkung auf den Trigenimusnerv, ist das richtig? Und raten sie generell zu dickeren/breiteren Implantaten, um möglichst weit weg vom Trigenimusnerv zu sein? Und ist es egal, ob Keramik- oder Titanimplantat für einen Neuropathiker?
      — Dick ist immer gut, vor allem beim Knirscher. Der Trick ist, dass die Kronen auf keinen Fall auf das Zahnfleisch drücken dürfen, also Luft lassen.
      3. Das Phänomen, dass Kaugummi kauen die Schmerzen lindert, ist aber nicht so zu verstehen, dass der Trigenimusnerv gerade dadurch immer wieder gereizt wird und die chronischen Schmerzen entstehen (im Sinne eines Teufelskreises)?
      — nein. Kauen ist ja ein nicht schmerzhafter (=physiologischer) Reiz, der auch bei einer Neuropathie in der Regel nicht schmerzhaft ankommt. Im Gegensatz z.B. zum Kältereiz. Eine Flut von nicht schmerzhaften Reizen beeinflusst die schmerzhaften im Sinne einer Minderung.

      4. Inwiefern spielt das „Schmerzgedächtnis“ bei der Trigenimusneuropathie eine Rolle und gibt es nicht einen Ansatz dieses zu löschen?
      — daran wird eine Menge geforscht. Mein Kenntnisstand ist, dass es vor allem die entwicklungsgeschichtlich älteren Hirnareale sind, die hierfür verantwortlich sind.
      5. Mein Zahnarzt erzählte mir vor Jahren einmal, dass Zahnnerven mit dem Alter schmaler werden und in die Tiefe wandern? 1. Stimmt das?; 2. Kann das auch damit zusammenhängen, dass Karies im älteren Gebiss selten Schmerzen verursacht bzw. auch der Trigenimus dadurch nicht mehr so eine übermäßige Nervleitung hat?
      — jein. Das spielt sicher eine Rolle, aber nicht nur. Das sehe ich im Altenheim: Abgefault bis unten hin, Nerv tot, Karies bis zum Nerv …, keine Schmerzen. Da gibt es auch zentrale Veränderungen.

      VG J. Wagner

  97. Hallo Herr Wagner,
    bei mir hatte es sich im Großen und Ganzen beruhigt, bin jetzt noch provisorisch versorgt. Mir ist am Wochenende das Abutment vom letzten Backenzahn Oberkiefer rausgefallen, ich war ein paar Tage später beim Zahnarzt, jetzt ist es wieder drinnen aber ich habe wieder volle Schmerzen, ist das jetzt wieder durch das wegkratzen vom Zahnfleisch und reinschrauben vom Zahnfleischformer? Dauern die Schmerzen solange, bis sich das Zahnfleisch wieder richtig formt? Ich habe einseitige Kopfschmerzen wo mir keine Tablette hilft, manchmal strahlt es auch ins Gesicht. Heute soll ich dann meine fertige Implantatbrücke erhalten, hab schon Angst vom einsetzen, soll der Zahnarzt was beachten bzw. was kann ich tun?
    Soll ich meine Medikamente Pregabalin und Saroten erhöhen oder durchhalten bis es wieder leichter wird. Ich habe jetzt Angst, dass jetzt wieder alles in Unruhe ist. Bitte um Ihre Hilfe

    1. Klingt eher nach rausgefallenem Zahnfleischformer, weil Abutments (Aufbauten) üblicherweise mit Drehmoment festgezogen werden, also nicht rausfallen. Das Wiedereinsetzen eines Gingivaformer kann durchaus anständig weh tun. Auch stundenlang, aber nicht tagelang. Das ist also auffällig. Die neuropopathische Komponente des Schmerzes. Ihren Vorschlag für 2 Wochen zu erhöhen teile ich. Und noch der Hinweis: Die Abutments habe eine maschinierte Titanoberfläche zum Zahnfleisch hin. Die macht keine Beschwerden. Aber Kronen, die irgendwo auf das Zahnfleisch drücken schon. Im Zweifelsfall lieber etwas Luft lassen, auch wenn das kosmetisch etwas seltsam aussieht.
      VG J. Wagner

      1. danke!!! genau es war der Zahnfleischformer. ich habe meine implantatbrücke mit Anhänger gerade erhalten, im Moment ist es noch ein komisches Gefühl.
        ich hatte vor dem Termin so starke Kopfschmerzen dass ich ein Zomig genommen habe, innerhalb kürzester Zeit war Ruhe.
        so, jetzt bin ich beim Zahnarzt fertig, kein rumschrauben etc. mehr, nun kann sich das alles beruhigen.

        was mir aber noch auffällt, ich lese in den Beiträgen immer davon dass die Patienten über Schmerzen am Zahn oder Zahnfleisch klagen. ich hab im Seitenzahnbereich nur mehr Implantate und mir tut die Wange, seitlich Nase weh, Kopfschmerzen. ist das auch klassisch für eine Neuropathie? Danke

        1. Klassisch für Neuropathie? Ja.
          Der entscheidende Punkt ist der Schmerz am Zahnfleisch. Beim Normalpatient gibt es nur einen Grund für Schmerzen am Zahnfleisch: Eine Gingivitis (Zahnfleischentzündung) oder Parodontitis (Entzündung mit Rückzug des Knochens). Das ist aber von weitem gut zu sehen. Rötung, Schwellung und Blutungsneigung sind auch für Laien leicht zu sehen. Wenn das Zahnfleisch aber rosafarben, straff und ohne jede Blutung sich darstellt, dann kommt der Schmerz garantiert nicht wirklich von dort. Auch dann nicht, wenn der Patient die genaue Stelle zeigen kann.
          Zolmitriptan (Zolmig) wird unterbenutzt bei Trig. Neuropathie. Sie haben also instinktiv das Richtige getan. Ich denke, ich werde das in künftigen Beratungen stärker berücksichtigen.

          VG J. Wagner

          1. herzlichen Dank!
            Ja, ich kann das Zomig wirklich jedem empfehlen wenn es starke Schmerzen in Verbindung mit Kopfschmerzen sind. Nur leider kann man das bei starken Schmerzen nicht täglich nehmen lt. meiner Neurologin. Gibt es ein anderer Medikament was genauso gut wirkt und man öfters nehmen kann?

            Jetzt habe ich meine Implantatbrücke ein paar Stunden drinnen und es schmerzt mir sehr das Zahnfleisch dort wo mir am Wochenende das Teil rausgefallen ist und die Schleimhaut ist auch geschwollen, muss sich wohl noch alles beruhigen-sehe ich das Richtig?
            Da ich grundsätzlich nicht weiß ob eine Spritze bei Neuropathiker was ausmacht, hab ich mir das Implantatloch ohne Spritze wieder öffnen lassen-aua.

            lg

          2. Eine Spritze beim Einsetzen nehme ich normalerweise nicht. Zolmitriptan hat einen starken Gewöhnungseffekt. Leider. Deswegen wird die Dauerbenutzung nicht empfohlen. Aber es spricht nichts dagegen, 4 Tage hintereinander es zu verwenden. Dann aber Pause und Überbrückung mit beispielsweise erhöhter Gabapentin Dosis bis 2.400 mg pro Tag.
            VG

  98. Aja, was ich noch vergessen habe. Glauben Sie, dass Implantate an den Nervenschmerzen schuld sein können, bin manchmal am überlegen ob ich mir diese nicht entfernen lassen soll. Andererseits die Implantate auf der anderen Seite sowohl im Unterkiefer machen keine Probleme.
    Danke,

    1. Guten Tag, ich habe nun seit 1 Woche meine implantatbrücke mit einem Anhänger und Zahnfleischmaske nach vorne. Der Anhänger ersetzt das Implantat was ein paar Tage nach der Op eitrig geworden ist. Dort ist aber eine sehr große Narbe dh. der 4er neben den Eckzahn.
      normalerweise habe ich meine Schmerzen auf der anderen Seite, aber seid ein paar Tagen tut mir die Narbengegend weh, zieht bis zur Nasenmuschel ich habe jetzt große Angst, dass das auf der anderen Seite auch beginnt.
      was ich aber dazu sagen muss, ich habe an dem Tag wo der Schmerz begonnen hat ein Fleisch gegessen und ich wollte die Faser mit einem Zahnstocher entfernen wollen.
      es hat leicht geblutet, ist rot und tut jetzt wie gesagt weh/brennen/unangenehm. xylocaingel hilft nicht. muss ich mir Sorgen machen dass die andere Seite nun auch beginnt? bitte um Hilfe.
      kann sein dass die zahnfleischmaske zu streng an der Narbe liegt? lg

      1. Ihre Frage „kann sein dass die zahnfleischmaske zu streng an der Narbe liegt?“ wäre jetzt ein Fall für die Kristallkugel, smile. Mit einem Handyfoto kämen wir weiter.
        Im übrigen brauchen Sie sich um die bakterielle (eitrige) Infektion keine Sorgen machen. Die heilt immer alleine aus, vorausgesetzt die Ursache – hier die infizierte Oberfläche des Dübels – ist entfernt.

        VG

        1. Vielen Dank für Ihre Antwort, wo darf ich das Foto hinsenden? Ich mache mir Sorgen dass jetzt noch die andere Seite auch mit dem Nerv was beginnt. Ich habe auch beidseitig beim Jochbein bei den Gelenken manchmal einen Muskelkater kann das sein, dass ich mich erst gewöhnen muss da ich sehr lange Zeit nur Provisiorium hatte. Danke

          1. Eigentlich müßte das Senden von Fotos hier ohne besondere Anstrengung gehen. Das ist hier WordPress. Die können das.
            Muskelkater: Hört sich nach M-TMD an, also nicht sonderlich aufregend und Fribromyalgie ähnlich. Normalerweise reicht das Aussitzen und Abwarten der Eigenheilung.

            VG J. Wagner

          2. Vielen Dank, aber ich habe in dem Kommentarbereich keine Möglichkeit ein Foto hochzuladen, es wäre mir sehr wichtig, dass Sie sich das ansehen, Dake

  99. Guten Tag,

    vor fast 2 Jahren habe ich bei einem Abendessen auf etwas hartes gebissen. Schmerzen bekam ich 2 Tage später auf der Autobahn Richtung Kroatien (Urlaub). Mir tat der Zahn weh, auf welchen ich 2 Tage zuvor zu hart gebissen habe…Backenzahn links oben. Um es kurz zu machen…es folgten diverse Besuche beim Zahnarzt – Füllung auf, Füllung zu…Wurzelkanalbehandlung, Wurzelspitzenresektion, Zahnextraktion. Die Schmerzen wurden immer heftiger und ohne Pause. Wie auch hier im Forum besprochen – Nachts konnte ich schlafen ohne durch die Schmerzen wach zu werden.
    Kaum war der betroffene Zahn draußen, fing der Nachbarzahn an zu schmerzen und zu brennen. Es ging also weiter mit Wurzelkanalbehandlungen, Wurzelspitzenresektion und Zahnentfernung. Weiter ging es auch mit weiteren Arztbesuchen bei HNO, 2 Kieferchirurgen (dort bekam ich dann eine Knirscherschiene, die ich 24 h am Tag tragen sollte und wöchentlich Spritzen zur Muskelrelaxation). Ebenso Krankengymnastik. In der Zwischenzeit folgten weitere Zahnarztbesuche mit der folge, dass ich 4 Zähne gezogen bekam (auch im Nachbarquadranten), insgesamt 3 Wurzelspitzenresektionen hinter mir habe.
    Mein Hausarzt untersuchte mich selbstverständlich auch…ich habe keine Borreliose, keine andere Erkrankungen, keinen Herpes. Mein Hausarzt kam schon der Diagnose bzw. der Therapie recht nahe, als er mir auf Verdacht Carbamazepin 300 verordnete, mit dem Verdacht auf Herpes Zoster-Schmerzen. Das Carbamazepin nahm ich allerdings nur 2 Tage, weil es nicht so recht vertragen habe und auch ohne gescheite Diagnose nicht einsah, es weiter zu nehmen…Schade eigentlich, weil ich heute weiß dass es das richtige Medikament zu der falschen Diagnose war.
    Die Schmerzen sind dann auch geblieben.
    Vor ca. 4 Wochen war ich beim Neurologen der die Diagnose stellte, dass ich einen atypischen Gesichtsschmerz habe und mir Gabapentin 300 verordnete 0-0-1-0.
    Nach etwa 14 Tagen stellte sich eine Verbesserung der Symptome ein.
    Ich habe die Dosis selbstständig auf Gabapentin 200 1-0-1-0 erhöht, da die Schmerzen etwas stärker geworden sind durch eine leichte Grippe und vermehrtes brennen im Gaumenbereich.
    Ich bin vor ein paar Tagen per Zufall auf diese Seite gestoßen, obwohl ich mich seit fast 2 Jahren mit dieser Thematik beschäftige, und war wirklich von den Socken, weil ich hier zum ersten mal gelesen habe, dass es anderen Menschen genauso geht wie mir.
    Alle Ärzte zucken mit den Schultern, Verschreiben dir dieses oder jenes, vermuten dass du wohl zu Hause etwas zu viel Stress hast usw.
    Mein Schmerzniveau liegt an guten Tagen (aber erst seit kurzem) bei 3/10 und an schlechteren bei 6/10.
    Obwohl ich das Niveau von 3/10 immer noch als lästig empfinde.
    Ich hoffe immer noch darauf wieder gesund zu werden. An manchen Tagen habe ich wirklich gedacht (bitte nicht lachen) ich wäre von jemandem Verflucht worden, weil du eigentlich immer recht gesund warst und plötzlich hast du eine Erkrankung die an dir klebt, wie eine Klette.
    Ich habe folgende Fragen:
    Ist meine Dosierung gut? Was könnte ich verbessern?
    Ist meine Idee mir Amitriptylin verordnen zu lassen richtig?
    Herr Wagner schreibt, dass an den Zähnen nichts mehr gemacht werden soll.
    Da ich mittlerweile einen Zahnstatus eines 85 jährigen habe, wollte ich mir insgesamt 3 Implantate mit den entsprechenden Brücken einsetzen lassen…wäre das in Ordnung?
    Seit 2 Wochen nehme ich zusätzlich zu den Gabapentin noch Amitriptylin 10mg in Tropfen, die mir mein Hausarzt verschrieben hat. Das Zahnfleischbrennen ist deutlich schwächer geworden und die „Zahnschmerzen“ auch. Oft habe ich nur noch ein paar mal am Tag Schmerzen, die dann oft nach ein paar Minuten verschwunden sind. Das hat sich also noch ein mal deutlich verbessert.
    Probleme habe ich allerdings, ich vermute es ist eine Nebenwirkung des Gabapentin, mit Gelenkschmerzen – vor allem in den Ellbogen und in den Kniegelenken. Oft dazu leichte Muskelschmerzen.

    Ich habe mich auch in Ihrem Forum angemeldet…Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

    1. Ich antworte im Text

      vor fast 2 Jahren habe ich bei einem Abendessen auf etwas hartes gebissen. Schmerzen bekam ich 2 Tage später auf der Autobahn Richtung Kroatien (Urlaub). Mir tat der Zahn weh, auf welchen ich 2 Tage zuvor zu hart gebissen habe…Backenzahn links oben. Um es kurz zu machen…es folgten diverse Besuche beim Zahnarzt – Füllung auf, Füllung zu…Wurzelkanalbehandlung, Wurzelspitzenresektion, Zahnextraktion. Die Schmerzen wurden immer heftiger und ohne Pause. Wie auch hier im Forum besprochen – Nachts konnte ich schlafen ohne durch die Schmerzen wach zu werden.
      — Eindeutig Trig. Neuropathie
      Kaum war der betroffene Zahn draußen, fing der Nachbarzahn an zu schmerzen und zu brennen. Es ging also weiter mit Wurzelkanalbehandlungen, Wurzelspitzenresektion und Zahnentfernung. Weiter ging es auch mit weiteren Arztbesuchen bei HNO, 2 Kieferchirurgen (dort bekam ich dann eine Knirscherschiene, die ich 24 h am Tag tragen sollte und wöchentlich Spritzen zur Muskelrelaxation). Ebenso Krankengymnastik. In der Zwischenzeit folgten weitere Zahnarztbesuche mit der folge, dass ich 4 Zähne gezogen bekam (auch im Nachbarquadranten), insgesamt 3 Wurzelspitzenresektionen hinter mir habe.
      — Heftiger Fall von Trig. Neuropathie

      Mein Hausarzt untersuchte mich selbstverständlich auch…ich habe keine Borreliose, keine andere Erkrankungen, keinen Herpes. Mein Hausarzt kam schon der Diagnose bzw. der Therapie recht nahe, als er mir auf Verdacht Carbamazepin 300 verordnete, mit dem Verdacht auf Herpes Zoster-Schmerzen. Das Carbamazepin nahm ich allerdings nur 2 Tage, weil es nicht so recht vertragen habe und auch ohne gescheite Diagnose nicht einsah, es weiter zu nehmen…Schade eigentlich, weil ich heute weiß dass es das richtige Medikament zu der falschen Diagnose war.
      — Nein, der Zustand nach einem Herpes Zoster Ausbruch im Trigeminus ist ziemlich genau der einer Trig. Neuropathie, stimm also.

      Die Schmerzen sind dann auch geblieben.
      Vor ca. 4 Wochen war ich beim Neurologen der die Diagnose stellte, dass ich einen atypischen Gesichtsschmerz habe und mir Gabapentin 300 verordnete 0-0-1-0.
      Nach etwa 14 Tagen stellte sich eine Verbesserung der Symptome ein.
      Ich habe die Dosis selbstständig auf Gabapentin 200 1-0-1-0 erhöht, da die Schmerzen etwas stärker geworden sind durch eine leichte Grippe und vermehrtes brennen im Gaumenbereich.
      — können sie ziemlich gefahrlos auf 1.200mg pro Tag erhöhen.
      Ich bin vor ein paar Tagen per Zufall auf diese Seite gestoßen, obwohl ich mich seit fast 2 Jahren mit dieser Thematik beschäftige, und war wirklich von den Socken, weil ich hier zum ersten mal gelesen habe, dass es anderen Menschen genauso geht wie mir.
      Alle Ärzte zucken mit den Schultern, Verschreiben dir dieses oder jenes, vermuten dass du wohl zu Hause etwas zu viel Stress hast usw.
      Mein Schmerzniveau liegt an guten Tagen (aber erst seit kurzem) bei 3/10 und an schlechteren bei 6/10.
      Obwohl ich das Niveau von 3/10 immer noch als lästig empfinde.
      Ich hoffe immer noch darauf wieder gesund zu werden. An manchen Tagen habe ich wirklich gedacht (bitte nicht lachen) ich wäre von jemandem Verflucht worden, weil du eigentlich immer recht gesund warst und plötzlich hast du eine Erkrankung die an dir klebt, wie eine Klette.
      — gute Beschreibung.
      Ich habe folgende Fragen:
      Ist meine Dosierung gut? Was könnte ich verbessern?
      — Bei einem durchschnittlichen Schmerzlevel zwischen 3 und 6 würde ich eine kleine Portion Amitriptylin und Carbamazepin hinzufügen
      Ist meine Idee mir Amitriptylin verordnen zu lassen richtig?
      — absolut ja
      Herr Wagner schreibt, dass an den Zähnen nichts mehr gemacht werden soll.
      — korrekt
      Da ich mittlerweile einen Zahnstatus eines 85 jährigen habe, wollte ich mir insgesamt 3 Implantate mit den entsprechenden Brücken einsetzen lassen…wäre das in Ordnung?
      — Implantate sind ungefährlich, aber bitte von einem ausgewiesenen Fachmann/frau.
      Seit 2 Wochen nehme ich zusätzlich zu den Gabapentin noch Amitriptylin 10mg in Tropfen, die mir mein Hausarzt verschrieben hat. Das Zahnfleischbrennen ist deutlich schwächer geworden und die „Zahnschmerzen“ auch. Oft habe ich nur noch ein paar mal am Tag Schmerzen, die dann oft nach ein paar Minuten verschwunden sind. Das hat sich also noch ein mal deutlich verbessert.
      — dann ist das Ihre Dosis.
      Probleme habe ich allerdings, ich vermute es ist eine Nebenwirkung des Gabapentin, mit Gelenkschmerzen – vor allem in den Ellbogen und in den Kniegelenken. Oft dazu leichte Muskelschmerzen.
      — kann ich aus meiner Praxis nichts zu sagen, weil bisher nicht beklagt.
      Ich habe mich auch in Ihrem Forum angemeldet…Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

      VG

      1. Sehr geehrter Herr Wagner,

        vielen lieben Dank für Ihre Antwort – ich habe mich wirklich sehr gefreut!!!

        Ich hätte noch 2 Fragen:
        Wenn meine Muskelschmerzen / Gelenkschmerzen von dem Gabapentin kämen (ich bin m/43), macht es dann Sinn es durch Carbamazepin zu ersetzen, oder hätte ich dann die selbe Nebenwirkung?
        Oder was würden Sie empfehlen?

        Mit besten Grüßen
        Sascha Maurus

        1. In der Literatur (siehe Google scholar Suchwort „Gabapentin side effects“) wird nach meiner Kenntnis nichts derartiges beschrieben. Das heißt natürlich nicht, dass Ihre Beschwerden nicht ursächlich auf Gabapentin zurückzuführen sind. Was ich in Ihrem Fall für sinnvoll halte, ist der Versuch, statt Gabapentin nun Pregabalin zu verwenden. Muss aber auf 1/4 herunterdosiert werden.

          VG J. Wagner

  100. Hallo Herr Dr. Wagner,

    bin auch dankbarer Weisevauf Ihre Seite gekommen. Auch ich habe leider eine lange Schmerzgeschichte und stehe im Moment auch vor einer schwierigen Entscheidung, weil ich neben der Neuropathie auch noch eine Wurzelspitzenentzündung in 21 habe, bei der ich um Hilfe bitte. Versuche, mich kurz zu fassen: In 11/16 hatte ich im Oberkiefer eine Wurzelrevisionsbehandlung am 26, dort entdeckte man einen nicht gefüllten Wurzelkanal, mit dem ich schon ca. 10 Jahre herumlief. Verlief problemlos. Richtig losgegangen ist es dann mit einer Implantatsetzung 35, 36 in 10/2015. Nach guter Einheilung trat zunächst ein bitterer Geschmack auf und es entwickelte sich daraus ein Zungenbrennen. Später trat dann an dieser Stelle ein permanentes leichtes Druckgefühl auf. In 03/17 kamen dann die Implantate raus, weil ich eine Perimplantitis hatte und zudem eine Titanunverträglichkeit diagnostiziert wurde. Es hat 1,5 h gedauert, bis die Teile herausgefräst waren. Es wurde zudem der Knochen mit Bio Oss aufgefüllt. Die Schmerzen nach der OP waren für eine Woche die schlimmsten Schmerzen meines Lebens. Es hat sich immer wieder ein Knochenspan abgelöst und es müsste auch noch einmal nachoperiert werden. Seltsamerweise gab es aber eine Verbindung zum Zahnzwischenraum 25 und 26. Beim Drücken mit dem Fingernagel hatte dies auch einen Einfluss auf den Schmerz im Unterkiefer. Nachdem dies überstanden war, entwickelte sich nach einigen Wochen dann wieder dieser damals noch Druckschmerz, jetzt im Ober- und Unterkiefer mit Gefühl einer Schwellung, die jedoch nirgends zu sehen war. Der ZA fand natürlich nichts, stempelte mich als Psycho ab. Der Schmerz war permanent da, aber damals noch in leichterer Form. In 2/18 hatte ich vor Verzweiflung auch noch einen Termin bei Dr. Guggenbichler, der erst einmal NICO im Unterkiefer diagnostizierte und mir furchtbare Angst einjagte. Der wurzelbehandete Zahn 26 müsste raus, aber so lange ich so überempfindlich reagiere, darf ich nichts an den Zähnen machen lassen. Habe leider vor 24 Jahren fast alle Zähne überkronen und – brücken lassen müssen, so zeigte sich in 03/18 auch schon eine Undichtigkeit in der Krone 27. ZA hob Krone ab, entfernte Karies, setzte alte Krone wieder auf. Zudem wurde mein Schneidezahn 21 ( auch überkront) empfindlich auf Heißes, ab und zu hatte ich dann kurze blitzartige Schmerzen am 21, wahrscheinlich war das die Phase seines Absterbens. In 06/18 spürte ich dann am 21 im Wurzelbereich eine schmerzhafte Stelle beim Hindrücken direkt unter der Nase. Auf Röntgenbildern war nichts zu sehen. Anderer ZA betäubte den Zahn, diese Stelle war jedoch auch mit Betäubung empfindlich. Diagnostizierte Borrelien im Kieferknochen… Seine Behandlung brachte aber nichts. Zwischenzeitlich verschärften sich die Schmerzen im linken Ober- und Unterkiefer immer weiter. Ein riesiger Druck auf den Kiefer, Kieferknacken, Ziehen in den Hals und oben bis hinauf in die Stirn ( über linke Augenbraue), das Gefühl, zwischen 25 und 26 den Schmerz lenken zu können, 27 schmerzt ebenfalls leicht beim Hindrücken. Ich habe keinen einschießenden, sondern diesen permanenten Dauerschmerz. Die Schmerzspitzen ( auch bis 7/8) wurden mit der Zeit immer höher und dauerten auch länger (jeden zweiten Tag, manchmal auch an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, nach dem Aufstehen bis 20 h) an, kein Schmerzmittel hilft. Nur hinlegen und ein Nelke beruhigen das Ganze etwas. Leider bekam die Krone am 27 dann noch einen Riss und musste jetzt erneuert werden. Nachdem sich dann seit Ende Januar 2019 nun noch Schlafstörungen (finde keine Ruhe, kann nicht einschlafen, klar, weil ich Angst habe, dass es noch schlimmer wird und nicht aufhört) dazugesellt haben, bin ich endlich zum Neurologen gegangen. Leider vertrage ich Amitripitylin nicht ( ruft selbst in kleinster Dosis Unruhe und Angst aus); bin ich nun bei Gabapentin 2 x 100, abends 10 Tropfen Aponal. Nach ca. 1 Woche soll ich Duloxetin
    Dennoch noch Schmerzen. Der Neurologe schlägt außerdem eine psychosomatische Klinik vor… Inwischen habe ich noch einmal Einzel-DVT Aufnahmen machen lassen. Nun kam heraus, dass am 21 Zahn eine deutliche Wurzelspitzenentzündung zu sehen ist, erklärt auch den Schmerz, den ich beim Drücken im Wurzelzahnbereich spüre. Was soll ich jetzt tun, weder Wurzelbehandlung noch das Herausziehen des Zahnes sind in meinem Fall gute Optionen. Ein Herausziehen würde weitere Behandlungen an den angrenzenden Zähnen erfordern ( große Brücke über 13-22; da bereits schon den 12 Schneidezahn überbrückt ist.) Ich sitze also auf einem Pulverfass, da ich einfach so vielen alten Zahnersatz habe, den ich aber in meiner Schmerzsituation nicht erneuern lassen kann. Bitte geben Sie mir einen Rat, vielen lieben Dank!

    1. Ich antworte im Text

      bin auch dankbarer Weisevauf Ihre Seite gekommen. Auch ich habe leider eine lange Schmerzgeschichte und stehe im Moment auch vor einer schwierigen Entscheidung, weil ich neben der Neuropathie auch noch eine Wurzelspitzenentzündung in 21 habe, bei der ich um Hilfe bitte. Versuche, mich kurz zu fassen: In 11/16 hatte ich im Oberkiefer eine Wurzelrevisionsbehandlung am 26, dort entdeckte man einen nicht gefüllten Wurzelkanal, mit dem ich schon ca. 10 Jahre herumlief. Verlief problemlos. Richtig losgegangen ist es dann mit einer Implantatsetzung 35, 36 in 10/2015. Nach guter Einheilung trat zunächst ein bitterer Geschmack auf und es entwickelte sich daraus ein Zungenbrennen.
      — der zeitliche Bezug zum Implantat ist irreführend. Nicht das Implantat hat das Zungenbrennen verursacht, sonder eine klare Fehlsteuerung im Trigeminus.

      Später trat dann an dieser Stelle ein permanentes leichtes Druckgefühl auf. In 03/17 kamen dann die Implantate raus, weil ich eine Perimplantitis hatte und zudem eine Titanunverträglichkeit diagnostiziert wurde. Es hat 1,5 h gedauert, bis die Teile herausgefräst waren.
      — an beides (Periimplantitis und Titanunverträglichkeit) setze ich Fragezeichen. Beweis: 1,5 Stunden. Wenn es wirklich Periimplantitis gewesen wäre, dann geht so ein Implantat in 5 Minuten raus.
      Es wurde zudem der Knochen mit Bio Oss aufgefüllt. Die Schmerzen nach der OP waren für eine Woche die schlimmsten Schmerzen meines Lebens.
      — Da haben wir den Beweis. Es war nicht das Implantat.
      Es hat sich immer wieder ein Knochenspan abgelöst und es müsste auch noch einmal nachoperiert werden. Seltsamerweise gab es aber eine Verbindung zum Zahnzwischenraum 25 und 26. Beim Drücken mit dem Fingernagel hatte dies auch einen Einfluss auf den Schmerz im Unterkiefer.
      — Deutlicher geht es doch nicht. Die einzige Verbindung zwischen Ober- und Unterkiefer ist der Trigeminus. Sie haben definitiv ein Trigeminusproblem.
      Nachdem dies überstanden war, entwickelte sich nach einigen Wochen dann wieder dieser damals noch Druckschmerz, jetzt im Ober- und Unterkiefer mit Gefühl einer Schwellung, die jedoch nirgends zu sehen war.
      — Das berichten viele meiner Spezialpatienten.
      Der ZA fand natürlich nichts, stempelte mich als Psycho ab.
      — Drum braucht es eine Site wie diese.
      Der Schmerz war permanent da, aber damals noch in leichterer Form. In 2/18 hatte ich vor Verzweiflung auch noch einen Termin bei Dr. Guggenbichler,
      — witzigerweise habe ich mal vor 25 Jahre mit dem Kollegoiden zusammen arbeiten müssen. Seltsam war schon damals mein Gedanke.
      der erst einmal NICO im Unterkiefer diagnostizierte und mir furchtbare Angst einjagte. Der wurzelbehandete Zahn 26 müsste raus, aber so lange ich so überempfindlich reagiere, darf ich nichts an den Zähnen machen lassen. Habe leider vor 24 Jahren fast alle Zähne überkronen und – brücken lassen müssen, so zeigte sich in 03/18 auch schon eine Undichtigkeit in der Krone 27. ZA hob Krone ab, entfernte Karies, setzte alte Krone wieder auf. Zudem wurde mein Schneidezahn 21 ( auch überkront) empfindlich auf Heißes, ab und zu hatte ich dann kurze blitzartige Schmerzen am 21, wahrscheinlich war das die Phase seines Absterbens.
      — garantiert nein. Blitzartige Schmerzen gibt es nicht von Zähnen. Nur vom Trigeminus.
      In 06/18 spürte ich dann am 21 im Wurzelbereich eine schmerzhafte Stelle beim Hindrücken direkt unter der Nase. Auf Röntgenbildern war nichts zu sehen. Anderer ZA betäubte den Zahn, diese Stelle war jedoch auch mit Betäubung empfindlich. Diagnostizierte Borrelien im Kieferknochen…
      — Kühn würde ich bezeichnen.
      Seine Behandlung brachte aber nichts. Zwischenzeitlich verschärften sich die Schmerzen im linken Ober- und Unterkiefer immer weiter. Ein riesiger Druck auf den Kiefer, Kieferknacken, Ziehen in den Hals und oben bis hinauf in die Stirn ( über linke Augenbraue), das Gefühl, zwischen 25 und 26 den Schmerz lenken zu können, 27 schmerzt ebenfalls leicht beim Hindrücken. Ich habe keinen einschießenden, sondern diesen permanenten Dauerschmerz. Die Schmerzspitzen ( auch bis 7/8) wurden mit der Zeit immer höher und dauerten auch länger (jeden zweiten Tag, manchmal auch an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, nach dem Aufstehen bis 20 h) an, kein Schmerzmittel hilft.
      — so sieht die klassiche Beschreibung einer Trig. Neuropathie aus. Nur tagsüber, sehr starker Dauerschmerz bzw. Druck. Normale Schmerzmittel keine Chance.
      Nur hinlegen und ein Nelke beruhigen das Ganze etwas. Leider bekam die Krone am 27 dann noch einen Riss und musste jetzt erneuert werden. Nachdem sich dann seit Ende Januar 2019 nun noch Schlafstörungen (finde keine Ruhe, kann nicht einschlafen, klar, weil ich Angst habe, dass es noch schlimmer wird und nicht aufhört) dazugesellt haben, bin ich endlich zum Neurologen gegangen. Leider vertrage ich Amitripitylin nicht ( ruft selbst in kleinster Dosis Unruhe und Angst aus); bin ich nun bei Gabapentin 2 x 100, abends 10 Tropfen Aponal. Nach ca. 1 Woche soll ich Duloxetin
      — Aponal = Doxepin ist ein Ersatz für Amitriptylin.
      Dennoch noch Schmerzen. Der Neurologe schlägt außerdem eine psychosomatische Klinik vor… Inwischen habe ich noch einmal Einzel-DVT Aufnahmen machen lassen. Nun kam heraus, dass am 21 Zahn eine deutliche Wurzelspitzenentzündung zu sehen ist, erklärt auch den Schmerz, den ich beim Drücken im Wurzelzahnbereich spüre.
      — Immer diese Maximal Bebilderung mit 3d, obwohl der gute alte Zahnfilm noch IMMER genauer ist. Bitte lassen Sie einen ganz einfachen Zahnfilm (am besten digital) anfertigen. Wenn darauf auch eine Entzündung zu sehen ist, dann muss behandelt werden, sonst nicht.
      Was soll ich jetzt tun, weder Wurzelbehandlung noch das Herausziehen des Zahnes sind in meinem Fall gute Optionen. Ein Herausziehen würde weitere Behandlungen an den angrenzenden Zähnen erfordern ( große Brücke über 13-22; da bereits schon den 12 Schneidezahn überbrückt ist.) Ich sitze also auf einem Pulverfass, da ich einfach so vielen alten Zahnersatz habe, den ich aber in meiner Schmerzsituation nicht erneuern lassen kann. Bitte geben Sie mir einen Rat, vielen lieben Dank!
      — Der Vorschlag vom Neurologen mit Duloxetin ist gut, auch das Aponal. Ihre Gabapentin Dosierung ist viel zu niedrig. Als Verbesserung würde ich vorschlagen 3*täglich 300mg. Aber nicht von jetzt auf gleich, sondern einschleichend. Bevor Ihre Dauerschmerzen nicht unter den Wert von 5 abgesunken sind, darf der Schneidezahn nicht angepackt werden. Testen Sie außerdem noch Novalgin für den Schneidezahn. Wenn Novalgin nicht innerhalb von 45 Minuten den Schmerz beseitigt, dann ist da nix zahnmäßiges. Dafür spricht auch die schlechte Wirkung der ausgetesteten Anästhesie mit Spritze.
      VG

      1. Herzlichen Dank für Ihre Antworten, Herr Dr. Wagner!
        Wie würden Sie am besten das Gabapentin aufdosieren? Täglich 100 mg mehr? Neurologe schlug vor, auf 20 Tropfen Aponal aufzudosieren und danach das Duloxetin 30 mg /1. Woche und 60 mg ab 2. Woche dazuzunehmen. Gabapentin wollte er aber dann weglassen. Wenn ich Gabapentin jetzt dann weiter nehme, reichen dann auch 30 mg Duloxetin?
        Ich habe leider den Eindruck, es kennt sich hier in der Nürnberger Ecke niemand so richtig mit diesem Schmerzbild aus, eher mit der echten Trigeminusneuralgie.

        Ich hoffe, mein Schneidezahn hält so lange durch…Novalgin dämpft dort den Schmerz. Interessant war übrigens auch neulich bei Kronenaustausch 27, dass eine probeweise Anästhesie für Zahn 26 Ruhe in den 21 er gebracht hat – leider hielt es nur nicht lange…

        Ist denn zu erwarten, dass ich die Dosierungen in absehbarer Zeit auch wieder herunterdosieren kann?

        Vielen lieben Dank und viele Grüße
        Kathrin

        1. Sie haben instinktiv den richtigen Vorschlag gemacht: pro Tag 100mg mehr. Das ist eine zivile Dosis. Für Sie empfehle ich grundsätzlich die 3-er Kombination. Weil die einzelnen Substanzen an verschiedenen Rezeptoren (Andockstellen) wirken. Deshalb ist Hochdosieren eines einzelnen Wirkstoffs nicht so wirksam, wie das niedrige Dosieren an 3 verschiedenen Stellen.
          Novalgin: Wenn Novalgin tatsächlich einen Unterschied macht, dann haben Sie Flöhe und Läuse. Sprich: Zur allgemeinen Trig. Neuropathie kommt auch noch eine Pulpitis (Zahnnerventzündung) dazu. Trotzdem bin ich der Meinung, dass zuerst die Neuropathie auf die Hälfte heruntergedrückt werden muss, bevor man sich an eine Wurzelbehandlung des Schneidezahns begibt. Andernfalls sind die absehbaren Schmerzen nach der Wurzelbehandlung kaum zu beherrschen.
          VG J. Wagner

  101. Sorry, jetzt hatte ich ganz vergessen, zu fragen: wäre denn beim 21 eine Wurzelbehandlung oder Extraktion das kleinere Übel?
    Dankeschön.

    1. Ganz ehrlich: Die Extraktion ist das kleinere Übel. ABER: ein mittlerer oberer Schneidezahn ist sehr schwer zu ersetzen. Auch ein Implantat ist nicht immer das Beste. Das liegt am Zahnfleischrückgang. Außerdem ist man als Behandler extrem abhängig vom Labor. Entweder arbeitet dort ein Könner/in oder man sieht auf den ersten Blick das Desaster. Deswegen: Besser Wurzelbehandlung.

      VG J. Wagner

  102. Sehr geehrter Herr Dr. Wagner,

    bevor ich mit dem Zahnproblem beginne, muss ich bei meiner Leidensgeschichte vorne anfangen, da vermutlich alle Beschwerden zusammenhängen. Ich versuche aber, mich so kurz wie möglich zu fassen.

    Und zwar hatte ich vor 5 Jahren eine Druckläsion des linken Ulnarisnervs nach dem Aufstützen auf Unterarmgehstützen. Nach 4 Tagen war das Taubheitsgefühl in den Fingern weg, aber es entwickelten sich die schlimmsten Schmerzen, die ich bis dato erlebt hatte. Mit Akupunktur und Osteopathie hatte ich die Beschwerden nach 2 Jahren so weit im Griff, dass ich wieder einen normalen Alltag leben konnte. Komplett verschwand die Überempfindlichkeit des Nervs und dem umliegenden Gebiet jedoch nicht.

    Dann, 2017, fing das Leid erst richtig an, denn jede Verletzung bzw. Reizung an meinem Körper zog nun chronische Schmerzen nach sich: Erst bekam ich ein Schädeltrauma nur schwer in den Griff – Amitriptylin half nichts, ich bekam nur einen ganz schlimmen Haarausfall davon. Osteopathie brachte Linderung, doch die Empfindlichkeit blieb. Jeder kleinste Reiz löst wieder Kopfschmerzen und Augenbrennen aus.
    Es folgten eine Verletzung in der Leiste (dank Physiotherapeut), eine Entzündung des ISGs, eine Überdehnung der Schulter sowie eine weitere Druckläsion in den rechten Fingern nach dem Tragen von Einkaufstüten. Keine schlimmen Vorfälle, die aber sehr starke chronische Schmerzen in den betroffenen Körperregionen nach sich zogen. Bei allen Beschwerden handelt es sich vor allem um Nervenschmerzen, die ich immer nur kurzfristig in den Griff bekomme – bis zur nächsten kleinsten Reizauslösung.

    Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, bekam ich nun vor rund 4 Wochen Schmerzen in den Zähnen. Angefangen hatten sie aus heiterem Himmel an meinen beiden Implantaten, die ich schon lange habe. Und zwar reagierte ich empfindlich auf Süßigkeiten. Ich machte mir erst keine Gedanken, da ich empfindliche Zahnhälse habe, doch wenige Tage später waren plötzlich alle Zähne betroffen. Egal, was ich esse oder trinke, meine Zähne schmerzen. Sogar Zähneputzen verstärkt die Beschwerden. Ich versuchte es mit den bekannten Zahnpasten (Sensodyne etc.), probierte ein Fluoridgel – alles, was sonst half, nimmt mir diesmal nicht die Empfindlichkeit. Ich hatte sie auch noch nie gleichzeit an allen Zähnen und in dieser Intensität.

    Was meine anderen, bisherigen chronischen Schmerzen betrifft, hab ich bereits 2 erfolglose Schmerztherapien hinter mir, dazu einen Reha-Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik. Keiner konnte mir helfen – im Gegenteil. Auch Medikamente bringen wenig bis nichts. Die Nebenwirkungen dagegen spüre ich.
    Versucht habe ich bislang Amitriptylin und Lyrica – beide vertrug ich nicht, sie halfen aber auch nichts. Tilidin schlägt an, aber nur kurzfristig. Gabapentin vertrage ich ganz gut, aber es tritt keine Besserung darunter auf. Mehr als 3x 300 mg kann ich auch nicht nehmen, da ich es dann ebenfalls nicht mehr vertrage.
    Und was mir jetzt richtig Sorgen bereitet: dass ich unter Gabapentin sehr schlechte Zähne bekommen habe. Sie haben sich gelblich verfärbt, wurden brüchig. Dazu ging das Zahnfleisch im Schneckentempo zurück. Wenn das so weitergeht, bekomme ich zu den Schmerzen noch ganz andere Probleme. Deshalb möchte ich jetzt mit Gabapentin aufhören. Wirklich geholfen hat es mir ja eh nicht.

    Warum ich hier schreibe, sind vor allem meine neu dazugekommenen Zahnschmerzen. Der Trigeminusnerv war bislang einer der wenigen Nerven, mit denen ich noch keine Probleme hatte. Jetzt fängt das Theater mit den Zahnschmerzen an. Ich vermute ja, dass diese Druckläsion vor 5 Jahren eine chronische Polyneuropathie bei mir auslöste, die sich im Laufe der Zeit über den ganzen Körper ausgebreitet hat – und nun bei den Zähnen angekommen ist. Oder haben Sie evtl. eine andere Idee? Ich hab die Hoffnung ja mittlerweile fast aufgegeben.

    Was den Verzicht auf zahnärztliche Behandlungen betrifft, kann ich das auch leider nicht so durchziehen. Da ich sehr schnell Zahnbeläge bekomme und mein Zahnfleisch nicht das beste ist, benötige ich meine regelmäßige PZR. Die letzte war Ende Januar. Vielleicht liegt darin ja die Ursache meiner aktuellen Schmerzen?

    Vielen Dank schon mal! Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen!

    Grüße
    Biggi

    1. Sie sind kein typischer Trig. Neuropathie Patient, sondern jemand mit sehr hoher Empfindlichkeit am gesamten Körper. Polyneuropathie wäre die erste Verdachtsdiagnose. An Ihrer Stelle würde ich mir eine Privatstunde beim Neurologen leisten, der dann standardisierte Fragebögen zur Depression (Hamilton Depression Scale Index) https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=2ahUKEwiZtovtp7PhAhXGmLQKHS_lDeEQFjAAegQIBxAC&url=http%3A%2F%2Fwww.assessmentpsychology.com%2FHAM-D.pdf&usg=AOvVaw1CAxk2oQOsI_k1dr8dDQsW
      und Angst (den entsprechenden Test habe ich gerade nicht zur Hand) mit Ihnen durchgeht.
      Sinn der Aktion ist, die bekannten Zusammenhänge zwischen Depression, Angst und Schmerzen offen zu legen. Ich vermute, dass Sie dabei auffallende Werte erzielen. Und dann kann auch gezielt behandelt werden. Auf die Schnelle sehe ich, dass z.B. Risperidone in Frage käme. Wäre dann aber nicht mehr meine Baustelle.
      VG J. Wagner

      1. Vielen Dank für die schnelle Antwort und den Tipp. Ich sehe mir das Ganze gerne an.

        Achso: Das Zahnfleisch geht durch das Gabapentin natürlich nicht im Schneckentempo zurück. Das sollte Eiltempo heißen. Ich hatte mich verschrieben.

        Grüße
        Biggi

  103. Vielen Dank für Ihre Antwort zur Lösung bezgl. des 21 er Zahnes. In Straubing setzt ein ZA direkt nach der Extraktion Sofortimplantate ein, indem er die Wunde vorher mit Ozon behandelt. Pluspunkt ist, dass die Wunde direkt mit Implantat verheilt.

    Wäre dies eine Option für mich, um die schmerzhafte Wurzelbehandlung zu vermeiden?

    Würde jetzt im Moment bei Extraktion des 21 auch ein nicht beherrschbarer Dauerschmerz entstehen, so lange ich noch nicht auf der Schmerzscala unter 5 bin?Oder gilt das nur für die WKB?

    Tut mir sehr leid, dass ich so viel frage, aber es kennt sich ja niemand außer Ihnen damit aus.

    Verstärkt das Erneuern schon bestehender Kronen ebenfalls den Schmerz?

    Tausend Dank!!!!!!

    1. Ich antworte in Ihrem Text

      Vielen Dank für Ihre Antwort zur Lösung bezgl. des 21 er Zahnes. In Straubing setzt ein ZA direkt nach der Extraktion Sofortimplantate ein, indem er die Wunde vorher mit Ozon behandelt. Pluspunkt ist, dass die Wunde direkt mit Implantat verheilt.
      Wäre dies eine Option für mich, um die schmerzhafte Wurzelbehandlung zu vermeiden?
      — Das ist keine gute Idee. Ein akut schmerzhafter Zahn bei bestehender Trig. Neuropathie macht nach Extraktion richtig Krawall, ca. 6 Wochen. Und ich kann Ihnen vorher sagen, dass bei einem gleichzeitig eingesetzten Implantat Sie oder der Behandler im Laufe dieser Zeit die Nerven verliert und das unschuldige Implantat wieder entfernt.

      Würde jetzt im Moment bei Extraktion des 21 auch ein nicht beherrschbarer Dauerschmerz entstehen, so lange ich noch nicht auf der Schmerzscala unter 5 bin?Oder gilt das nur für die WKB?
      — Wahrscheinlich ja. Bei Dauerschmerzen über 5 ist strengste Zurückhaltung für die Zahnmedizin angesagt.

      Tut mir sehr leid, dass ich so viel frage, aber es kennt sich ja niemand außer Ihnen damit aus.

      Verstärkt das Erneuern schon bestehender Kronen ebenfalls den Schmerz?
      — 99% sicher ja.
      VG J. WAgner

  104. Lieber Herr Dr. Wagner!
    Sie schrieben weiter oben zum Thema Kronen: „die Kronen auf keinen Fall auf das Zahnfleisch drücken, also Luft lassen“ bei Trig. Neuropathie. Jetzt habe ich einen Zahn, der überkront ist, bei dem ich tagsüber ein Druckgefühl habe und nachts alles ruhig ist – bei dem ich auch das Gefühl habe, dass es bei Kaugummi kauen besser wird und der absolut unauffällig auf dem Röntgenbild aussieht. Meine Fragen:
    1. Würde es die Situation verbessern eine neue Krone zu erstellen mit etwas mehr Luft zum Zahnfleisch auf längere Sicht hin? Natürlich müsste an der Krone erst wieder gebohrt werden, um diese zu lösen, was für den Trigenimusnerv nicht gut wäre, aber wie würde die Situation aussehen nach 1-2 Jahren, immer noch die gleiche?
    2. Können Sie mir gerade nochmals sagen, ob es bei Trigenimusneuropathikern egal ist, ob man sich ein Keramikimplantat oder ein Titanimplantat setzen lässt oder ob das eine oder andere bei bestehender Trigenimusneuropathie zu bevorzugen ist?
    3. Habe ich das richtig verstanden, auch wenn ein Implantat gesetzt worden ist, kann es sein, dass man immer noch ein Druckgefühl an der Stelle haben kann und man ggf. immer noch an der Stelle, an dem das Implantat sitzt denkt: „bei Gegendruck ist es an der Stelle besser“ bzw. „ Kaugummi kauen“ hilft.
    3. Kann es sein, dass Alkohol bzw. Koffein Trigenimusnervschmerzen verstärken bzw. das Brennen an manchen Zähnen verstärkt. Gibt es da einen Zusammenhang?

    1. Ich antworte im Text.

      Sie schrieben weiter oben zum Thema Kronen: „die Kronen auf keinen Fall auf das Zahnfleisch drücken, also Luft lassen“ bei Trig. Neuropathie. Jetzt habe ich einen Zahn, der überkront ist, bei dem ich tagsüber ein Druckgefühl habe und nachts alles ruhig ist – bei dem ich auch das Gefühl habe, dass es bei Kaugummi kauen besser wird und der absolut unauffällig auf dem Röntgenbild aussieht. Meine Fragen:
      — klassische Symptomatik

      1. Würde es die Situation verbessern eine neue Krone zu erstellen mit etwas mehr Luft zum Zahnfleisch auf längere Sicht hin? Natürlich müsste an der Krone erst wieder gebohrt werden, um diese zu lösen, was für den Trigenimusnerv nicht gut wäre, aber wie würde die Situation aussehen nach 1-2 Jahren, immer noch die gleiche?
      ender Trigenimusneuropathie zu bevorzugen ist?
      — ich vermute, der Zahn lebt. Dann auf keinen Fall drangehen.
      2. Können Sie mir gerade nochmals sagen, ob es bei Trigenimusneuropathikern egal ist, ob man sich ein Keramikimplantat oder ein Titanimplantat setzen lässt oder ob das eine oder andere bei besteh
      — als Implanteur: Besser Titan. Das wächst immer ein.
      3. Habe ich das richtig verstanden, auch wenn ein Implantat gesetzt worden ist, kann es sein, dass man immer noch ein Druckgefühl an der Stelle haben kann und man ggf. immer noch an der Stelle, an dem das Implantat sitzt denkt: „bei Gegendruck ist es an der Stelle besser“ bzw. „ Kaugummi kauen“ hilft.
      — so ist das
      3. Kann es sein, dass Alkohol bzw. Koffein Trigenimusnervschmerzen verstärken bzw. das Brennen an manchen Zähnen verstärkt. Gibt es da einen Zusammenhang?0
      — typischerweise hilft ein Glas Bier am Abend bei Trig. Neuropathie. Aber das gibt es auch paradoxe Reaktionen. Zu Koffein habe ich keine Erkenntnisse.

      VG J. Wagner

  105. Lieber Herr Wagner,
    schon wieder ein total „verzweifelter Fall“, der nicht mehr weiter weiß, da sein Leben durch einen Schmerz von einem Tag auf den andern auf den Kopf gestellt wurde – aber damit kennen Sie sich ja aus….;-) Hier meine Geschichte eines ursprünglich beschwerdefreien Zahns:
    Zahn 36:
    08/2016: Leichte Schmerzen nach Beißen auf Süßes
    09/2016: Entfernen altes Gold-Inlay. Einbringung eines beruhigenden Medikaments. Aufbaufüllung, mit dem Ziel, später mal eine Krone drauf zu setzen, sobald sich der Zahn beruhigt hat.
    09/2016 – 02/2017: Der Zahn war absolut schmerzfrei und 4 Monate zu 100 Prozent beschwerdefrei !
    02/2017: Ich ging zu einem ANDEREN Zahnarzt (Implantologe) zwecks Beratung Implantation in regio 16. Der setzte mir erstens in Regio 16 ein Implantat ein. Dann sah er die Aufbaufüllung 36 und hat mich überredet, dass er dies unbedingt besser machen wolle als mein Hauszahnarzt. Konsequenz: Er entfernte meine (beschwerdefreie) Aufbaufüllung und brachte seine Composite-Füllung ein. Ab diesem Tag (Februar 2017) hatte ich plötzlich einen Schmerz am Zahn 36 (bis heute). Stechend, wie ein Stromschlag, mehrmals pro Stunde, in unregelmäßigen Abständen. Der Schmerz hält seit 2 Jahren (!!!!) an! Charakteristisch ist, dass bei jeder Schmerzattacke das linke Auge mit schmerzt. Die folgenden Behandlungen brachten ALLE keinen Erfolg:
    02/2017: Ich ging zu meinem Hauszahnarzt zurück. Der hat die neue Composite-Füllung abgeschliffen, um Kontakt zu vermeiden.
    03/2017: Composite-Füllung wieder komplett entfernt. Wieder Einbringung Aufbaufüllung.
    04/21017: Erstellung Oberkieferschiene, um 36 zu entlasten
    05/2017-07/2017: 3 x Wurzelkanalbehandlungen
    06/2017: Antibiotikum (Amoxicillin) 3 Tage
    07/2017: Aufklappen Zahnfleisch zwischen 36 u. 37 und Kieferknochen glätten, da Kieferknochen zurückgegangen war.
    01/2018: Unterkieferschiene als neuer Versuch, das Knirschen als eventuelle Schmerz-Ursache auszuschalten
    01/2018: Mit dem Argument: „Der Zahn könnte eine feine Fraktur haben, die man nicht sieht“, wurde Zahn 36 (nach 1 Jahr Schmerz) gezogen (!)
    Mit jeder Wurzel- oder anderen Behandlung wurde der Schmerz NIE besser, sondern eher schlechter. Vor allem nach der Extraktion verlagerte sich der Schmerz plötzlich auf Zähne 35 und 37.
    02/2018: Antibiotikum Clinda-saar (auch ohne Erfolg)
    05/2018 – 07/2018: CMD-Analyse und Behandlung mittels Erstellen einer Unterkieferschiene, die ich 6 Wochen Tag und Nacht tragen sollte, sofern möglich. Kosten: EUR 3.200 (!) Absolut keine Besserung des Schmerzes.
    Danach Orthopäde und Physiotherapie/Osteopathie. Keine Besserung.
    01/2019: Nach einem Jahr Schmerzen auf 35 und 37 wurden diese Zähne von neuem Zahnarzt mehrfach neu behandelt (Zahnhalsdefekte behoben, herausgefallenes Gold-Inlay wurde durch Aufbaufüllung ersetzt.
    Schmerzen wurden wieder stärker.

    Jetzt die Frage, da dem Zahnarzt jetzt nur noch das Heraus-Operieren des benachbarten, verlagerten Weisheitszahns (38) einfällt, ist die Frage:
    – Sehen Sie die Entfernung von 38 (der horizontal liegt und in der Nähe des nervus mandibularis) als Chance, den Schmerz an 35 und 37 zu beseitigen? Einerseits sieht man auf Röntgenbild, dass der WZ einen Kontakt oder Nähe hat zum Nervus mandibularis. Andererseits solle man doch jegliche weitere Behandlung im Bereich 35/36/37/38 vermeiden, oder? Immerhin wurde es bisher immer schlimmer, je mehr man im Bereich 35/36/37 behandelte. Ausserdem tut der Weisheitszahn selbst überhaupt nicht weh. Keine Entzündung, etc. bemerkbar.
    Die Frage: Was kann man noch tun?
    Probiert hatte ich in 2018 bereits die Medikamente:
    Pregabalin
    Oxcarbazepin
    Amitripylin
    Allerdings muss ich zugeben, dass ich alle diese Medikamente nach kurzer Zeit abgesetzt hatte, da sie (am Vorabend eingenommen) am nächsten Tag immer starken Schwindel erzeugt hatten.
    Vielen Dank im voraus für Ihre Analyse.
    Viele Grüße
    Bruno

    1. Ich antworte im Text

      schon wieder ein total „verzweifelter Fall“, der nicht mehr weiter weiß, da sein Leben durch einen Schmerz von einem Tag auf den andern auf den Kopf gestellt wurde – aber damit kennen Sie sich ja aus….;-) Hier meine Geschichte eines ursprünglich beschwerdefreien Zahns:
      Zahn 36:
      08/2016: Leichte Schmerzen nach Beißen auf Süßes
      09/2016: Entfernen altes Gold-Inlay. Einbringung eines beruhigenden Medikaments. Aufbaufüllung, mit dem Ziel, später mal eine Krone drauf zu setzen, sobald sich der Zahn beruhigt hat.
      09/2016 – 02/2017: Der Zahn war absolut schmerzfrei und 4 Monate zu 100 Prozent beschwerdefrei !
      02/2017: Ich ging zu einem ANDEREN Zahnarzt (Implantologe) zwecks Beratung Implantation in regio 16. Der setzte mir erstens in Regio 16 ein Implantat ein. Dann sah er die Aufbaufüllung 36 und hat mich überredet, dass er dies unbedingt besser machen wolle als mein Hauszahnarzt. Konsequenz: Er entfernte meine (beschwerdefreie) Aufbaufüllung und brachte seine Composite-Füllung ein. Ab diesem Tag (Februar 2017) hatte ich plötzlich einen Schmerz am Zahn 36 (bis heute). Stechend, wie ein Stromschlag, mehrmals pro Stunde, in unregelmäßigen Abständen. Der Schmerz hält seit 2 Jahren (!!!!) an! Charakteristisch ist, dass bei jeder Schmerzattacke das linke Auge mit schmerzt.
      — klarer Fall von Trigeminus gesteuerter Überempfindlichkeit in Verbindung mit den Unzulänglichkeiten der Komposite Füllung.

      Die folgenden Behandlungen brachten ALLE keinen Erfolg:
      02/2017: Ich ging zu meinem Hauszahnarzt zurück. Der hat die neue Composite-Füllung abgeschliffen, um Kontakt zu vermeiden.
      03/2017: Composite-Füllung wieder komplett entfernt. Wieder Einbringung Aufbaufüllung.
      04/21017: Erstellung Oberkieferschiene, um 36 zu entlasten
      05/2017-07/2017: 3 x Wurzelkanalbehandlungen
      06/2017: Antibiotikum (Amoxicillin) 3 Tage
      07/2017: Aufklappen Zahnfleisch zwischen 36 u. 37 und Kieferknochen glätten, da Kieferknochen zurückgegangen war.
      — reine Polypragmasie ohne Sinn und Verstand.

      01/2018: Unterkieferschiene als neuer Versuch, das Knirschen als eventuelle Schmerz-Ursache auszuschalten
      — dito
      01/2018: Mit dem Argument: „Der Zahn könnte eine feine Fraktur haben, die man nicht sieht“, wurde Zahn 36 (nach 1 Jahr Schmerz) gezogen (!)
      Mit jeder Wurzel- oder anderen Behandlung wurde der Schmerz NIE besser, sondern eher schlechter. Vor allem nach der Extraktion verlagerte sich der Schmerz plötzlich auf Zähne 35 und 37.
      — das ist DER Klassiker, können Sie hier zur Genüge nachlesen.

      02/2018: Antibiotikum Clinda-saar (auch ohne Erfolg)
      05/2018 – 07/2018: CMD-Analyse und Behandlung mittels Erstellen einer Unterkieferschiene, die ich 6 Wochen Tag und Nacht tragen sollte, sofern möglich. Kosten: EUR 3.200 (!) Absolut keine Besserung des Schmerzes.
      — CMD wird überbewertet, seit 50 Jahren.

      Danach Orthopäde und Physiotherapie/Osteopathie. Keine Besserung.
      01/2019: Nach einem Jahr Schmerzen auf 35 und 37 wurden diese Zähne von neuem Zahnarzt mehrfach neu behandelt (Zahnhalsdefekte behoben, herausgefallenes Gold-Inlay wurde durch Aufbaufüllung ersetzt.
      Schmerzen wurden wieder stärker.
      — Das Muster hier: Zahnärzte können eine Trig. Neuropathie nicht behandeln, sie machen es schlimmer, jedes mal.
      Jetzt die Frage, da dem Zahnarzt jetzt nur noch das Heraus-Operieren des benachbarten, verlagerten Weisheitszahns (38) einfällt, ist die Frage:
      – Sehen Sie die Entfernung von 38 (der horizontal liegt und in der Nähe des nervus mandibularis) als Chance, den Schmerz an 35 und 37 zu beseitigen? Einerseits sieht man auf Röntgenbild, dass der WZ einen Kontakt oder Nähe hat zum Nervus mandibularis. Andererseits solle man doch jegliche weitere Behandlung im Bereich 35/36/37/38 vermeiden, oder? Immerhin wurde es bisher immer schlimmer, je mehr man im Bereich 35/36/37 behandelte. Ausserdem tut der Weisheitszahn selbst überhaupt nicht weh. Keine Entzündung, etc. bemerkbar.
      — Um Gottes Willen die Hände weg vom verlagerten 8-er. Ich mußte letzte Wochen einen Fall begutachten, wo der Operateur angeblich im Zuge einer WSR am 37 „den Nervus mandibularis mobilisieren“ mußte. Für mich hört sich das eher nach falsch gebohrt an. Das Ende vom Lied: Seitdem leidet die Patientin unter Dauerschmerzen der Stärke 8. Nachts ist es weg.

      Die Frage: Was kann man noch tun?
      Probiert hatte ich in 2018 bereits die Medikamente:
      Pregabalin
      Oxcarbazepin
      Amitripylin
      Allerdings muss ich zugeben, dass ich alle diese Medikamente nach kurzer Zeit abgesetzt hatte, da sie (am Vorabend eingenommen) am nächsten Tag immer starken Schwindel erzeugt hatten.
      Vielen Dank im voraus für Ihre Analyse.
      — Ihr Heil liegt nicht in fortgesetzter Zahnmedizin, sondern in neurologischer Behandlung. Sie brauchen meine Lieblingskombination aus Amitriptylin, Gabapentin und Carbamazepin gleichzeitig. Diesmal lassen Sie sich 2 Wochen für die Eingewöhnungsphase krank schreiben, denn der Schwindel wird garantiert wieder kommen, aber auch nach eine paar Tagen zurückgehen. Dafür setzt der Schmerzreduktion nach 2 Wochen langsam ein.

      VG J. Wagner

      1. Herzlichen Dank, Herr Wagner! Das gibt mir wieder Hoffnung und Perspektive!
        Ihre Kommentare sind alle nachvollziehbar für mich. Im Nachhinein ist mir klar:
        Mein 1. Fehler war: Das Zulassen einer erneuten Öffnung eines frisch versorgten und beschwerdefreien Zahns, mit Einbringung einer Komposite-Füllung, wodurch die Dauerschmerzen anfingen.
        Mein 2. Fehler: Mich in meiner Verzweiflung auf alle zahnmedizinische Eingriffe dieser Welt einzulassen.
        Nun meine 3 Zusatzfragen:
        Frage 1):
        Welche genauen Varianten der 3 Medikamente (es gibt verschiedene, z.B. Amitriptylin „retard“, und dann in Flüssig- oder Tablettenform, etc.) und welche jeweilige Dosierung brauche ich? (habe gehört, dass diese immer, in Abstimmung mit einem Arzt, gesteigert werden soll). Haben Sie mir diese genauen Angaben? Dann könnte ich damit vielleicht zu meinem Hausarzt, mit der Bitte um genau dieses Rezept, falls er der 3-er-Kombination zustimmt.
        Oder muss ich einen Termin beim Neurologen machen? Nachteil wäre dann erstens die lange Wartezeit auf Termin und auch, dass dieser danach eine ganz andere Medikamenten-Idee hätte, weil er Ihre Erfahrung/Hintergrund mit dieser Spezialmaterie nicht hat?
        Frage 2):
        Wenn es die o.g. Medikamente schaffen, dass der Schmerz zurück- bzw. ganz weg geht……was soll ich dann mit meiner sehr lästigen Zahnlücke 36 und dem inzwischen zu niedrigen 37 machen? Entweder so lassen? (aber es nervt, bis zum Ende des Lebens vorwiegend nur auf einer Seite zu kauen) Oder Implantat? (aber das wäre ja wieder sehr invasiv in meiner Situation). Oder der Kompromiss: Eine Brücke, sobald es sich beruhigt hat? (bisher hatte selbst das leichte Abschleifen/Glätten einer scharfkantigen Stelle am 37 den Schmerz wieder erhöht).
        Frage 3):
        Da mich die Dauerschmerzen innerhalb 2 Jahren auch zermürbt, und die daraus resultierende Unruhe auch einen starken Tinnitus+Hyperakusis ausgelöst haben, wurden mir auch Antidepressiva zur verringerten Schmerzwahrnehmung und besserem Schlaf empfohlen. Ich selbst bin zurückhaltend bezügl. jedem zusätzlichen Medikament. Da müssten die 3 erwähnten Mittel doch eigentlich genug sein, oder?
        Herzlichen Dank nochmals, Herr Wagner, und viele Grüße,
        Bruno

        1. Antwort im Text

          Frage 1):
          Welche genauen Varianten der 3 Medikamente (es gibt verschiedene, z.B. Amitriptylin „retard“, und dann in Flüssig- oder Tablettenform, etc.) und welche jeweilige Dosierung brauche ich? (habe gehört, dass diese immer, in Abstimmung mit einem Arzt, gesteigert werden soll). Haben Sie mir diese genauen Angaben? Dann könnte ich damit vielleicht zu meinem Hausarzt, mit der Bitte um genau dieses Rezept, falls er der 3-er-Kombination zustimmt.
          Oder muss ich einen Termin beim Neurologen machen? Nachteil wäre dann erstens die lange Wartezeit auf Termin und auch, dass dieser danach eine ganz andere Medikamenten-Idee hätte, weil er Ihre Erfahrung/Hintergrund mit dieser Spezialmaterie nicht hat?
          — Amitriptylin (Antidepressivum älterer Machart) 10mg 0-0-1, Gabapentin 300mg 0-0-1, später 1-0-1, Carbamazepin retard 300mg 1/2 -0-1/2
          Frage 2):
          Wenn es die o.g. Medikamente schaffen, dass der Schmerz zurück- bzw. ganz weg geht……was soll ich dann mit meiner sehr lästigen Zahnlücke 36 und dem inzwischen zu niedrigen 37 machen? Entweder so lassen? (aber es nervt, bis zum Ende des Lebens vorwiegend nur auf einer Seite zu kauen) Oder Implantat? (aber das wäre ja wieder sehr invasiv in meiner Situation). Oder der Kompromiss: Eine Brücke, sobald es sich beruhigt hat? (bisher hatte selbst das leichte Abschleifen/Glätten einer scharfkantigen Stelle am 37 den Schmerz wieder erhöht).
          — Auf keinen Fall Brücke! Das provoziert 100% sicher einen Schub. Implantate sind definitiv die bessere Wahl.
          Frage 3):
          Da mich die Dauerschmerzen innerhalb 2 Jahren auch zermürbt, und die daraus resultierende Unruhe auch einen starken Tinnitus+Hyperakusis ausgelöst haben, wurden mir auch Antidepressiva zur verringerten Schmerzwahrnehmung und besserem Schlaf empfohlen. Ich selbst bin zurückhaltend bezügl. jedem zusätzlichen Medikament. Da müssten die 3 erwähnten Mittel doch eigentlich genug sein, oder?
          — Die Empfehlung ist korrekt. Deshalb habe ich Amitriptylin dabei. Das hat bei jedem zweiten Patient eine dämpfende Wirkung auf die Schmerzen.

      2. PS zu meiner letzten Antwort vom 08.04.2019:
        Passen die folgenden 2 Darreichungsformen (da ich die noch reichlich von 2018 in meinem Schrank gefunden habe):
        – Amitriptylin Lösung zu Einnehmen 40 mg/ml
        – Oxcarbazepin 150 mg Filmtabletten
        (oder doch lieber Carbazepin „ohne das Ox-“ vornedran?
        Danke und Grüße!
        ………………………………………………………………………………………………

          1. Herzlichen Dank, Herr Wagner, für die Dosis-Empfehlung und weiteren Erklärungen!

            In 1 Woche habe ich Termin beim Neurologen, der mir das Dritte im Bunde (Gabapentin) noch verschreiben kann.

            Gehe ich recht in der Annahme, dass ich mit den 2, die ich schon vorrätig habe (Amitriptylin und Oxcarbazepin) bereits anfangen kann?

            Mit freundlichem Gruß!
            Bruno

  106. Sehr geehrter Herr Dr. Wagner,
    Vielen Dank für Ihren Beitrag, in dem ich mich zu 100% wieder erkennen kann. Mein Leidensweg begann letzten Juni nach einer intensiven Stressphase mit dem üblichen „Zahnweh“. Zum Glück geriet ich an einen verständnisvollen Zahnarzt, der mich, nachdem ich am Behandlungsstuhl vor Schmerzen ohnmächtig wurde, an einen Neurologen überwies. Dieser stellte aufgrund meiner Symptome (heftige einschießende, blitzartige Schmerzen im linken Unterkiefer) recht schnell die Diagnose „Trigeminusneuralgie“, verschrieb mir Carbamazepin und überwies mich zum MRT, das weitgehend unauffällig war. Long story short: Nach einer Odyssee an Ärzten (diverse Zahnärzte, Neurologen, Schmerztherapeuten, Neuroradiologe…) hatte ich noch immer keine klare Diagnose außer „therapieresistente Neuralgie“ und war trotz Einnahme von 1200 mg Neurotop (300 retard) und 500 mg Pregabalin nicht schmerzfrei, ganz im Gegenteil. Die Attacken kamen immer öfter und heftige, hielten mitunter bis zu 15 Minuten an und wurden durch jegliche Mundbewegung ausgelöst. Nur im Schlaf war ich nach wie vor schmerzfrei und auch im Liegen machte mir mein Nerv weniger Probleme. Im August 2018 fuhr ich trotz allem auf Urlaub und siehe da: Meine Schmerzen verschwanden fast so schnell wie sie gekommen waren! Bereits im Oktober konnte ich damit beginnen, die Medikamente abzusetzen, was aufgrund der Dosierung und der starken Nebenwirkungen bis Anfang Februar diesen Jahres dauerte. Danach hatte ich keinerlei Beschwerden BIS der Schmerz Ende März in einer Stressphase wieder einsetzte. Es begann mit einem schleichenden „Klopfen“ und steigerte sich täglich, mittlerweile kann ich kaum noch schmerzfrei essen. Die Attacken sind so heftig wie gehabt, nur kurz danach bin ich schmerzfrei, spüre aber zwischen den Attacken sehr wohl, dass etwas im Unterkiefer „brodelt“. Noch war ich nicht beim Arzt, weil dies wohl wieder nur eine (erfolglose) medikamentöse Behandlung zur Folge hätte, bei anhaltender Intensität wird mir jedoch nichts anderes übrig bleiben… Was würden Sie mir raten?

    freundliche Grüße aus Wien
    Pia L.

    1. Die Diagnose bei Ihnen ist Trig. Neuropathie mit neuralgiformen Symptomen. Offenbar gehören Sie zu den 30% der Betroffenen, bei denen Carbamazepin und Pregabalin nicht wirkt. Schade. In meiner Praxis hat sich dann folgender Plan B bewährt: 3 Tage Bromazepam 6mg dann 3 Tage Zolmitriptan 5mg im Wechsel. Beide Medikamente sind in der Dauerbenutzung problematisch aus unterschiedlichen Gründen. Aber wir brauchen ab und zu diesen Weg. Ach und immer Amitriptylin in 10mg dazu. Das ist garantiert unschädlich und hilft in 50% der Fälle.

      1. Vielen Dank für die rasche Antwort, ich werde Ihrer Empfehlung nachkommen und hoffen, dass es wie beim letzten Mal einfach wieder verschwindet!

  107. Hallo Herr Wagner,
    gerade nochmal die Frage: Eine Krone sollte bei TN immer mit etwas mehr Luft zum Zahnfleisch gesetzt werden.
    Wenn eine Krone auf das Zahnfleisch fest gedrückt wurde, ohne Luft zum Zahnfleich hin und dadurch den Trigenimusnerv reizt (der leichte Druck auf die Krone überträgt der Trigenimus übermäßig), stellt diese Krone dann kein dauerhaftes „Störfeld“ da und es wird nie Ruhe geben (Teufelskreis)?

    Wenn nach 2 Jahren immer noch nicht Ruhe ist, sondern nur in der Nacht und man hat das Gefühl an der Stelle muss man immer Kaugummi kauen bzw. es bei Gegendruck besser ist, kann man durch eine Neuanfertigung bzw. Neusetzungen der Krone da wirklich keine Verbesserung erreichen?

    Es schreiben ja viele Patienten, dass das Missgefühl erst entstand, als die Krone draufgesetzt wurde und vorher alles gut war. Oder kann es auch an dem Material liegen, mit dem die Krone auf den Zahn aufgeklebt wurde.

    Wenn der Zahn noch lebt, so schreiben Sie, dann nicht drangehen, wahrscheinlich damit der Nerv nicht weiter gereizt wird, oder?

    1. Ein „Störfeld“ im homöopathischen Sinne gibt es nicht in der Neuropathie. Aber halt kleine Anlässe, die unbeabsichtigt große Wirkungen auslösen. Neuanfertigungen haben viel Potenzial zum verschlimmern und wenig zum Guten. Das Material ist 99,9% sicher unschuldig. Lebende Zähne anfassen ist reines Harakiri.

      VG J. Wagner

  108. Hallo Herr Dr. Wagner,
    Ich stehe zur Zeit verzweifelt wie hier so viele da…nach einer Zahnextraktion des letzten unteren Backenzahns (früher absolut problemlos wurzelbehandelter Zahn, nie Schmerzen, war aber leider gebrochen) begann drei Wochen später der benachbarte Backenzahn an zu schmerzen. Ich kannte Trig.Neuropathie und war seeehr ängstlich mit dem weiteren Verfahren. Drei Zahnärzte haben unabhängig voneinander gesagt, es handele sich um eine akute Pulpitis und ich liess den Zahn im Dezember wurzelbehandeln (in den letzten Woche vor der Behandlung hatte ich öfter einen entzündetetn, wunden Geschmack um den Zahn herum; keiner konnte mir das erklären). 5 Wochen beschwerdefrei, dann kam der „Wundgeschmack“ wieder und die Schmerzen. Erneuter Ledermix-Wechsel und drei Wochen beschwerdefrei. Nun erneut Schmerz, Endodontologe sagt ich solle ziehen lassen. Ich denke aber, das Risiko dass ich eine mögliche Neuropathie verschlimmere ist ja größer als den Zahn endgültig zu füllen. Sehe ich das richtig? Der Schritt steht mir nun bevor trotz Schmerzen. Allerdings muss ich ihn wohl auch teilüberkronen lassen über kurz oder lang und dies ist ja auch durch Schleifen wieder ein großer Reiz. Was tun? Einmal ziehen oder Füllen und Schleifen? Fühle mich wie beim Russisch Roulette. Derzeit nehme ich Gabapentin 1500mg, Trevilor 150mg und Ibu 600.

    Vielen Dank für jede Information!
    Anna

    1. Wo auf der Schmerzskala 0 bis 10 bewegen Sie sich im Durchschnitt? Zur Wurzelfüllung: Bei uns hat sich eine 4 wöchige Einlage von Iodoformpaste nach Prof. Walkhoff bewährt, weil die dafür sorgt, dass auch in allen Dentinkanälchen Enterokokkus faecalis zur Strecke gebracht wird. Mit Kalziumhydroxyd funktioniert das nicht. Das gibt bei Neuropathikern immer eine Schmerzverschlimmerung, weshalb Sie sich eine Notfall Medikation aus 12 Stück Zolmitriptan zulegen sollten. Dann abfüllen mit Endomethasone (besteht aus Nelkenöl und Zinkoxyd). Abschleifen für eine Vollkrone können Sie danach den Zahn gefahrlos.
      VG J. Wagner

  109. Sehr geehrter Herr Dr. Wagner,

    ich möchte an dieser Stelle einfach mal „danke“ sagen. Danke für zahnfilm.de, danke für Ihre zahlreichen Tipps, danke für ihre Zeit.

    In einer Welt, in der man immer mehr schnelle, teilweise falsche, Diagnosen stellt, die Zahlen in den Arztpraxen stimmen müssen, gibt es immer weniger Menschen, die die Zeit haben, individuell auf einen Menschen einzugehen, um zu sehen, was ihm „fehlt“. Oft hat man das Gefühl „über einen Kamm geschert zu werden“, in „eine Schublade“ gesteckt zu werden. Wenn nur 3% von einer Neuropathie betroffen sind, warum sollte ein (Zahn-)arzt auch diese Sache überprüfen, da es ja sehr unwahrscheinlich ist. Selbst für Außenstehende ist diese Krankheit oft nicht greifbar. Es fehlt oft das Einfühlungsvermögen.

    Das Thema „Trigenimusneuropathie“ muss dringendst in die Ausbildung von angehenden Zahnärzten verankert werden. Hätte mein damaliger Zahnarzt auf meine Schmerzen hin anders behandelt, hätte ich mit Sicherheit den einen oder anderen Zahn noch, hätte ich mir das Abschleifen mancher Zähne und die verbundenen Schmerzschübe ersparen können, etc. Mit dem Wissen von heute, würde ich ganz anders handeln.

    Das Problem liegt in meinen Augen aber auch darin, dass ein (Zahn)arzt, der die Krankheit nicht kennt, diese auch nicht behandeln kann. Wenn der Zahn weh tut, dann muss ja eine Zahnentzündung vorliegen, sprich: Man macht eine Wurzelbehandlung (-> weitere Schmerzwelle-> ein Teufelskreis entsteht).

    Ich hoffe für alle Betroffenen, dass die Zeit hilft diese Krankheit besser zu behandeln und dass die Ursachenforschung es eines Tages schafft, diese Krankheit vielleicht doch zu „heilen“.

    Danke Herr Dr. Wagner!

  110. lieber dr. wagner,
    ich brauche nochmal ihren rat/einschätzung. die stichworte bei
    mir waren extreme kieferschmerzen nach zahnextraktion oberkiefer links (anfang november); migränepatientin. seit februar nehme ich 30mg duloxetin; 200mg pregabalin; 50mg amitriptilyn. erst sah es kurz so aus, als hätten wir die passende kombination gefunden, aber dem ist nicht so. die schmerzen auf der linken kieferseite sind auf längere strecke nur mäßig gesunken, sie verschmischen sich mit starken kopfschmerzen. im laufe des letzten halben jahres habe ich alle möglichen akkutmittelvarianten getestet. U.a. auch vier verschiedene triptane (auch zomig)…leider keinerlei wirkung bei
    mir. duloxetin kann ich auch nicht weiter erhöhen, da es meine schlafstörungen triggert. meine ärztin verschreibt mir für stärkere schmerzschübe alprazolam, sie meint es würde nicht so schnell abhängig machen.
    sehen sie das auch so, ist es in der wirkung ähnlich wie bromazepam ? bin ratlos. zumal das duloxetin das schmerzlevel anfangs spürbar sinken lies. was würden sie nun empfehlen bezüglich der gesamten medikation ?
    ausserdem steht mir noch eine wurzelfüllung auf der schmerzhaften kieferseite bevor…aber im unterkiefer. die kanäle wurden im oktober letzten jahres aufbereitet. wie lange kann/sollte ich das abfüllen noch hinauszögern? habe befürchtungen vor weiteren schmerzen, meine psychische verfassung ist ziemlich schlecht…das kann ich gar nicht so richtig in worte fassen; allenfalls drei punkte auf der lebenslustskala.
    danke für ihre unterstützung !
    fg.sylvana

    1. Die Zusammenstellung mit Duloxetin, Pregabalin und Amitriptylin ist prinzipiell sinnvoll. Wenn damit aber keine Reduzierung Ihrer Schmerzen unter 5 erreichbar ist, sollte weiter gesucht werden. Venlafaxin fällt mir als nächstes ein, statt Duloxetin. Zur Migräne: Bitte arbeiten Sie die Empfehlungen der Deutschen Kopfschmerzgesellschaft zu Migräne ab. Da gibt es viel zu tun.
      Benzos: Aus persönlicher Sicht kenne ich nur Diazepam (Valium). Die Unterschiede zu den Derivaten wie Bromazepam und Alprazolam kann ich gar nicht benennen, weiß aber, dass bestimmte Neuropathiker gut auf Bromazepam reagieren.
      Wurzelfüllung: Solange Ihre Hauptsorgen in Bezug auf die Neuropathie nicht ausreichend ausgeräumt sind, kann ich Ihnen nur von einer Wurzelbehandlung/füllung abraten. Das geht voraussichtlich in die Hose.
      Noch ein Tipp: Zerbröseln Sie eine halbe 50mg Amitriptylintablette ganz fein (Mörser) und mischen das unter Xylocain Gel. Das tragen Sie im Schmerzgebiet mit dem dicken Finger auf.

  111. Sehr geehrter Herr Dr. Wagner,
    mit großem Interesse lese ich Ihre Seite,
    ich bin selbst wohl auch ein Betroffener.
    Ich möchte kurz meinen Krankheitsverlauf schildern.
    Meine Beschwerden haben begonnen am 20.02.19, abends beim Zähneputzen mit der elektrischen Zahnbürste, mit blitzartigen Schmerzen unten rechts am vorletzten Zahn. Am nächsten Tag zunehmende Schmerzen, noch am gleichen Tag eingehende Untersuchung beim Zahnarzt ohne Befund, mit der Vermutung Trigeminus Neuralgie. Die nächsten Tage weiter zunehmende Schmerzen getriggert durch Speisen, jetzt auch Schmerzen beim Kauen, Sprechen, Schlucken. Untersuchung beim HNO ohne Befund. Die Schmerzen haben eine Intensität von 8-9.
    Mein nächster Weg hat mich zum Neurologen in die Uniklinik Köln geführt, hier wurde ich eingehend Untersucht, ich hatte ein 4 Monate altes MRT vom Schädel vorlegen können, auf diesem wurde ein Kontakt Blutgefäß-Nerv festgestellt. Was mich verunsichert, das MRT ist 4 Monate alt, und da hatte ich noch keine Schmerzen.
    Ich bekam hier Carbamazepin 200 Retart verordnet. Unter der Medikation morgens und abends eine bin ich fast schmerzfrei, 7-8 mal täglich noch ein leichtes zucken, ausgehend von dem ursprünglich betroffenen Zahn, (vorletzter unten rechts) und zeitweise ein leichter Druck ausgehend von dem Zahn.
    Mir bereiten aber die Nebenwirkungen von dem Carbamazepin erhebliche Schwierigkeiten, Benommenheit, Erschöpfung, Depressionen. Meine Frage an Sie, gibt es aus Ihrer Erfahrung eine andere Medikation mit weniger Nebenwirkungen? Natürlich bin ich froh das die unerträglichen Schmerzen weg sind, aber die Nebenwirkungen sind auch nicht ohne.
    Gerne kann ich mich einmal in Ihrer Praxis vorstellen, ich wohne in Köln.
    Was ich in der Einleitung vergessen habe, ich bin männlich, 72 Jahre alt und ansonsten gesund und bisher sehr aktiv.

    1. Hallo Herr Platzkowski,
      wenn ich das mal von meinen anderen Patienten aus betrachten darf: Das ist optimal gelaufen bei Ihnen. Sofort die richtige Verdachtsdiagnose, nämlich Trig. Neuralgie nicht Neuropathie, sofort das einzig richtige Medikament, nämlich Carbamazepin, dazu noch in einer Leichtdosierung. Besser geht es tatsächlich nicht. Bei Ihnen ist ein Blutgefäß/Nerv Kontakt diagnostiziert worden. Die gute Nachricht: Ihnen hilft eine Janetta OP wahrscheinlich mit guter Prognose. Aber Sie werden beim Neurochirurg trotzdem Probleme haben, das bewilligt zu bekommen. Das liegt an Ihrem Alter. Ich rate, sich einen Termin bei einem guten Neurochirurgen geben zu lassen, der Sie informieren soll, was es an Behandlungsmöglichkeiten gibt. Ich höre, dass für Menschen im letzten Lebensdrittel gerne eine Gamma Knife OP gewählt wird.
      Alternativ: Zusätzlich zum Carbamazepin das Mittel Citalopram, um die sehr belastenden Depressionen zu entschärfen.
      VG J. Wagner

      1. Sehr geehrter Herr Dr Wagner,
        vielen Dank für Ihre schnelle Antwort auf meine Fragen, ich werde mich dann noch einmal mit meinem Neurologen in Verbindung setzen.
        Mit freundlichen Grüßen
        Wolfgang Platzkowski

  112. Hallo Herr Wagner,
    vielen Dank für das zahnfilm Forum in dem ich regelmässig aktiv bin. Mich würde interessieren inwieweit Ihnen Fälle bekannt sind, in denen sich Trigeminusschmerzen in den Frontzähnen (alles hatte vor etwas über 2 Jahren mit dem 2.4 begonnen (nach WB, WSR+Extraktion), dann Schmerz in allen Frontzähnen oben+Brennen und Schmerzen harter Gaumen) in einen Kieferschmerz und Gaumenschmerz gewandelt haben. Das Ganze scheint jetzt einen Stock höher gewandert zu sein und zieht bis zur Nase ist aber nicht minder schmerzhaft. Kalte Getränke ziehen vom Gaumen in den Kiefer hoch, wo Dauerschmerzen sind. Die Zähne sind hingegen mittlerweile mehr oder minder ok. Amitriphtyllin hatte bei mir leider wenig Erfolg. Ich überlege Gabapentin zu versuchen. Hatten Sie solche Fälle und falls ja was tun bzw. gibt es Prognosen wie das weitergeht?
    Beste Grüße & Danke
    Neuro

    1. Die berühmte rechts/links Ausstrahlung der neuropathischen Schmerzen, bei Ihnen in die Front, jetzt Gaumen. Inzwischen ist es übrigens geklärt, wie es zum Übersprechen der Schmerzen in die Gegenseite kommt. Das ist nur möglich bei Neuropathien. Somatische Schmerzen (= richtige Zahnschmerzen) machen das so gut wie nie. Die Temperatur Sensoren sind immer beteiligt in der Trig. Neuropathie. Und zwar immer als Übertreibung der Situation und gleichzeitig Schmerzauslöser.
      Medis: Bei Brennen immer Gabapentin als erstes Medikament einsetzen. Langsam anfangen mit 300mg 1-0-1 und dann wöchentlich steigern um 300mg bis zur Höchstdosis von 3*600mg. Ich empfehle dazu eine Minimaldosis von Amitriptylin von 10mg. Das wirkt schon, auch wenn Sie das nicht gleich merken. Wenn das alles nichts nutzt: Carbamazepin in der Anfängerdosis von 150mg dazu.
      VG J. Wagner

      1. Danke für die schnelle Antwort, das werde ich dann so versuchen. Das Ami hab ich noch da, Gabapentin besorg ich mir dann dazu…Beste Grüße

  113. Sehr geehrter Herr Wagner,

    sie berichten auf http://www.zahnfilm.de in der Kategorie „Chronische Schmerzen – Brenn-und Juckschmerz Stärke 10 von 10 beseitigt “ von einer Frau, die am Rande des Wahnsinns lebt. Hier schreiben Sie:

    Der Behandler riet Frau D. zum Ersatz der entfernten Zähne 16,26,27 durch festsitzende Kronen auf Implantaten. Sie erhielt entsprechend 3 Titanschrauben in den Oberkiefer im Juni 2008 (mit Knochenersatz in den Kieferhöhlen). Während der Einheilzeit von Juni bis September 2008 stellten sich keine Komplikationen ein, auch keinerlei Schmerzen. Als dann aber die Kronen auf die Implantate zementiert wurden – besonders schwerwiegend links auf 26 und 27 – setzten prompt wieder starke Juck/Brennschmerzen ein, so dass Frau D. die Kronen “am liebsten sofort rausgenommen” hätte.

    Wie lässt sich dieses Phänomen erklären? Sie schreiben ja immer wieder, dass Implantate eigentlich unproblematisch sein. Erst mit der Krone auf das Implantat entstanden die Juck/Brennschmerzen bei der Frau. Das Implantat hat doch gar keinen Kontakt zum Trigenimus, oder?

    Einen lieben Gruß

    1. Das ist richtig, ein Implantat hat keinen Kontakt zum Trigeminus, jedenfalls fachmännisch gesetzte. Aber das Zahnfleisch. Und im oben gezeigten Beispiel war es 100% sicher ein überempfindliches Zahnfleisch. Und jede leichte Berührung dort triggert wieder die Schmerzkaskade. Das passiert auch mit rausnehmbarem Ersatz an solchen Stellen. Der wird – egal ob aus Metall oder Valplast – als „unerträglicher Druck“ beschrieben.

      VG J. Wagner

  114. Guten Abend, einseitig treten immer wieder Gesichtsschmerzen auf, wird langsam besser und dafür nehme ich auch Saroten und Pregabalin. nun habe ich auf der anderen Seite meine implantatbrücke erhalten, ich hatte aber nach ein paar Tagen Schmerzen/Hals und ohr ausstrahlend, da wurde eine zahnfleischentzündung festgestellt es wurde gespült und gereinigt hatte danach druckschmerzen ….und brennen dann bin ich wieder zum zahnarzt da wurde die Brücke runter genommen und es wurde eine Druckstelle gesehen. Es wurde nun abgeschliffen und es sollte sich jetzt beruhigen. Brennen ist weg auch der starke Schmerz, was ich aber noch habe ist ein leichter Druck und manchmal missempfinden auf der Gesichttseite.
    muss ich jetzt Angst haben dass ich jetzt eine TNP auch auf dieser Seite habe?

    Ct ist unauffällig alles in Ordnung was sich der zahnarzt vorstellen könnte wäre, dass mir das implantat vielleicht Probleme macht da es ein sehr großes Implantat ist und irgendetwas mit der Beinhaut.
    was ist dazu Ihre Meinung von wo kommen meine Beschwerden….sollte ich das Implantat entfernen lassen?

    lg

  115. Hallo Herr Wagner,
    wir haben bereits im Januar und Februar kommuniziert, nach dem ich im Krankenhaus lag. Ich bin Mitte Februar entlassen worden mit einer guten Medikamenteneinstellung. Ruhe! Keine Schmerzen. Bis vor ca. 4 Wochen. Ganz langsam kam das ekelhafte Stechen wieder. Nachdem es schlimmer wurde, bin ich zu meinem Schmerztherapie-Doc. Dieser erhöhte meíne Medikation auf 3x täglich 800 mg Gabapentin, morgens 25mg Lamotrigin, abends 50 gm Lamotrigin und nachts 25mg Amitryptilin.
    Und es hilft nichts. Im Gegenteil – es wird immer schlimmer. Für den absoluten Notfall habe ich Opiate bekommen (hab es aber noch nicht ausprobiert. Angst.) Was mir aber Sorgen macht, der Schmerz bezieht sich nur auf einen einzigen Zahn. Ich darf diesen Zahn absolut nicht berühren, dann gehe ich die Decke hoch. Weder Essen, noch Zahnbürste oder nur mit dem Finger berühren Habe aber kein Pochen o.ä. und nachts schlafe ich wunderbar. Nun habe ich wirklich Angst, dass die Ursache der Zahn und nicht die TN ist. Deshalb wirken die Medikamente vielleicht auch nicht. Mein Zahnarzt, der um die TN weiß, sagte, der Zah ist wunderbar und gesund.
    Montag habe ich einen Termin in der Neurochirugie im Krankenhaus und lasse mich bzgl. einer OP aufklären. Gefäß-Nerven-Kontakt besteht übrigens nicht.
    Ich bin hin und her gerissen. Einige Symptome weisen allerdings auf die TN hin. Ich kann mir z.B. nicht ordentlich das Gesicht waschen oder abtrocknen. Löst sofort Schmerzen aus.
    Haben Sie noch einen Rat, bevor ich Montag evtl die Entscheidung über eine OP fällen muss?
    Herzlichen Dank vorab!

    1. Es kann nicht der Zahn sein. Beweis: Nachts Ruhe, dazu deutliche Allodynie im Gesicht. Letzteres ist immer der Trigeminus schuld. Zur Frage nach alternativen Medis: Als erstes würde ich einen Versuch mit Duloxetin 2*30mg machen. Auch dabei beachten: Wirkung ist erst nach 2 Wochen beurteilbar. Akutmedikation mit Bromazepam 6mg nach Bedarf.
      VG J. Wagner

  116. Guten Abend

    Auch ich muss mich mit meinen Schmerzen einreihen- seit 9 Monaten habe ich ein andauerndes Druckgefühl im rechten Oberkiefer. Nach diversen Wurzelbehandlungen des letzten Zahns, Antibiotika- wurde er gezogen. Das ist nun 4 Monate her- aber die Schmerzen sind noch da. Sie werden gegen Abend mehr. Der Neurologe meinte, atypischer Gesichtschmerz, aber Medikamente bräuchte ich keine. Langsam sind aber meine Ressourcen aufgebraucht.
    Bloß welche Medikamente sind angemessen und welcher Arzt verschreibt mir das einfach so? Bisher wurde es immer abgetan.
    Danke für Ihre Hinweise

    1. Ich gehe davon aus, dass Ihr Schmerzpegel durchschnittlich stärker als 5 auf der Skala 0 bis 10 liegt. Dann liegt meine klare Empfehlung: Carbamazepin 300mg retard 0,5-0-0,5. Bei Nichtwirkung Amitritpylin 10mg dazu.
      VG J. Wagner

  117. Hallo Herr Wagner!
    Sie schrieben: „Im oben gezeigten Beispiel war es 100% sicher ein überempfindliches Zahnfleisch. Und jede leichte Berührung dort triggert wieder die Schmerzkaskade. Das passiert auch mit rausnehmbarem Ersatz an solchen Stellen. Der wird – egal ob aus Metall oder Valplast – als „unerträglicher Druck“ beschrieben.“

    Heißt das für diese Frau, sie kann im Prinzip nur die Krone des Implantates mit etwas mehr Luft zum Zahnfleisch setzen lassen und die vorgeschlagene Medikamentenkombination einnehmen oder gibt es noch eine andere Möglichkeit das überempfindliche Zahnfleisch zu desensibilisieren, so dass der unerträgliche Druck nachlässt? Welche(s) Medikament(e) würden Sie im vorliegenden Fall empfehlen?

    1. Genauso: Luft. Das geht im Seitenzahngebiet völlig problemlos. Bei ästhetischen Probleme reicht eine kleine Blende über das Implantat nur von vorne/außen.
      Desensibilisieren geht nicht.
      VG J. Wagner

  118. Lieber Herr Wagner, schon oft haben Sie meine Fragen beantwortet. Ich leide seit gut zwei Jahren an TN Neuropathie. Nehme Amitriptylin 25mg und habe eine tolle Schmerztherapeutin. Ich bin oft beschwerdefrei, manchmal jedoch kommt es tagelang zurück, das ist jedoch meist gut auszuhalten, dank des Medikaments

    Ein paar wichtige Fragen würde ich gerne noch beantwortet haben, da meine Schmerztherapeutin (sowie alle Zahnärzte in meiner Umgebung) dies leider nicht können.

    1. Der Verlauf, dass es also oft sehr gut ist, aber immer mal wieder auch zurückkehrt, ist das normal? oder bräuchte ich weitere Medikamente? zB Pregabalin oder so?

    2. Zahn 2.6 ist leider Opfer (unschuldig) durch die ganze Sache geworden, er wurde wurzelbehandelt, WSR durchgeführt, revidiert etc. schließlich entfernt, er war natürlich unschuldig! Ist ein Implantat sinnvoll? Oder zu gefährlich? Was sollte ich dem Kieferchirurgen mitteilen, was er unbedingt beachten muss, damit ich nicht wieder durch die Hölle gehen muss?

    3. Sollte es doch mal notwendig sein, eine Füllung zu bekommen, welches Material wäre am unproblematischsten? Kunstoff ja wohl nicht? Sollte man, wenn erforderlich, einen Zahn wurzelbehandeln lassen oder lieber direkt ziehen?

    4.Ist eine PZR möglich, wenn ich die befreffende Kieferseite einfach aussparen lasse?

    Leider kann mir hier niemand diese Fragen beantworten! Dabei ist es so wichtig, um nicht wieder den kompletten Leidensweg zu gehen.

    Ich danke Ihnen von ganzem Herzen!

    Liebe Grüße, Insa

    1. Ich antworte im Text:
      1. Der Verlauf, dass es also oft sehr gut ist, aber immer mal wieder auch zurückkehrt, ist das normal? oder bräuchte ich weitere Medikamente? zB Pregabalin oder so?
      — vollkommen normal. Der Trigeminus hat häufig Wellenbewegung in seiner Empfindlichkeit. Periode: Mehrere Wochen. Dosierung nicht ändern.

      2. Zahn 2.6 ist leider Opfer (unschuldig) durch die ganze Sache geworden, er wurde wurzelbehandelt, WSR durchgeführt, revidiert etc. schließlich entfernt, er war natürlich unschuldig! Ist ein Implantat sinnvoll? Oder zu gefährlich? Was sollte ich dem Kieferchirurgen mitteilen, was er unbedingt beachten muss, damit ich nicht wieder durch die Hölle gehen muss?
      — Implantat ist allen anderen Optionen klar vorzuziehen. Im Oberkiefer haben wir keine Berührungspunkte mit dem dicken Nerv. Also kann der Chirurg im Grunde machen, was notwendig ist.

      3. Sollte es doch mal notwendig sein, eine Füllung zu bekommen, welches Material wäre am unproblematischsten? Kunstoff ja wohl nicht? Sollte man, wenn erforderlich, einen Zahn wurzelbehandeln lassen oder lieber direkt ziehen? Wurzelgefüllte Zähne ohne Beschwerden nicht anfassen.
      — Amalgam, Glas Ionomor Zement chemisch härtend. Kein Kunststoff, kein Keramikinlay mit Kunststoff geklebt, keine Krone.

      4.Ist eine PZR möglich, wenn ich die befreffende Kieferseite einfach aussparen lasse?
      — Ja und nur dann.
      VG J. Wagner

      1. Vielen Dank Herr Wagner, Sie helfen mir damit sehr weiter.

        Gibt es denn überhaupt ein Medikament für solche „akuten Wellen“? Ich meine hier mal was ein einem Triptan gelesen zu haben. Zolmig oder so, was ja auch für cluster Kopfschmerz verwendet wird. Macht es Sinn so etwas
        mal auszuprobieren? Ich versuche das wirklich immer gut auszuhalten, verwende dann auch das Lidocain Spray, aber nur lokal im Mund auf die betreffende Kieferseite, Nase trau ich mich irgendwie nicht… aber manchmal irgendwie wäre es beruhigend doch mal was in der Tasche zu haben, gerade im Hinblick auf bevorstehenden Urlaub im Ausland. Apropos: Fliegen ist jetzt aber nicht weiter gefährlich für die T. Neuropathiker, oder?

        Tausend Dank! Großartig was hier machen!

    2. Hallo Insa, bei mir ist es auch so, manchmal ist 14 Tage Ruhe und dann ist es wieder da. Beginnt aber meistens mit Migräne. Bist du auch nur einseitig betroffen? lg Monika

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