Prophylaxe

Prophylaxe = Vorbeugung

Dr. Per Axelsson

Seit 1992 (vor 25 Jahren) sind wir vorbeugend unterwegs. Das bedeutet, dass ich (Joachim Wagner) viele Fortbildungen zu diesem Thema besucht habe. An erster Stelle sind die Vorträge von Dr. Per Axelsson (Karlstad, Schweden) zu nennen, von dem ich ganz entscheidende Ideen gelernt habe, darunter

  • Bohren ist keine ursachengerechte Behandlung der Karies = Zahnfäule
  • Karies kann mit vielen Mitteln bekämpft werden, z.B. Fluorid, CHX Lack, Patientenschulung, wiederholte professionelle Zahnreinigung etc.
  • Schlimm für die Zähne sind zuckerhaltige Getränke und davon sind die „naturreinen“ Säfte die schlimmsten. Zähne wurden nicht für Säfte konstruiert.
  • Glas Ionomer Zement verhindert Karies unter der Füllung, im Gegensatz zu Kunststoff.
  • Eigene Zähne haben immer Vorrang vor Ersatz, egal ob es sich um herausnehmbaren oder festsitzenden Ersatz oder Implantate handelt
Der Prophylaxeraum

Heute betreiben wir in der Praxis ein besonderes Prophylaxezimmer, das mit 5 fortgebildeten Zahnmedizinischen Fachangestellten eine 10 stündige Prophylaxe an jedem Wochentag (bis auf Freitag) bereithält. Wir bieten diese Leistungen im Rahmen der Vorbeugung an:

  1. Die professionelle Zahnreinigung = PZR   Hier handelt es sich um eine erweiterte Zahnsteinentfernung an allen Zähnen. Hinzu kommt eine sorgfältige Politur bis zum Zahnfleisch. Die Dauer beträgt zwischen 30 und 60 Minuten. Wir berechnen diese Leistung zur Zeit mit einem Durchschnittshonorar von etwa Euro 50,–

    Von frühkindlicher Katastrophe zu kariesfreien Zähnen: Das Bild (a) zeigt den Zustand der Milchschneidezähne im Alter von 2 Jahren, Bild (b) das gleiche Bild mit 3 Jahren, man beachte den teils abgebrochenen Zahn ganz links, hier ist die Karies wegen fehlender Maßnahmen schlimmer geworden. Bild (c) zeigt ein 4 jähriges Kind mit Initialkaries (beginnende Karies) an allen Oberkiefer Schneidezähnen, Bild (d) das gleiche Kind im Alter von 6 Jahren, die Karies ist unverändert, dank Prophylaxe. Bild (e) zeigt Karies an fast allen Zähnen im Alter von 3 Jahren, Bild (f) zeigt eine bessere Situation – ohne jede Füllungsmaßnahme – nur durch Prophylaxe im Alter von 6 Jahren.
  2. Individual Prophylaxe bei Kindern = IP   Praktisch alle Kinder ab 6 Jahren kommen bei uns zur IP. Die IP läuft so ab, dass die kleinen Patienten mit Lebensmittelfarbstoff die noch nach dem Zähneputzen übrig gebliebenen bakteriellen Beläge auf den Zähne sichtbar gemacht bekommen. Danach folgt eine Reinigung hauptsächlich der bleibenden Zähne. An allen neuen Backenzähnen erfolgt eine systematische Versiegelung der Kauflächen mit Glas Ionomer Zement (GIZ). Und dazu kommt ein flouridhaltiger Lack auf alle Zähne. Das Ergebnis sind 90% naturgesunde Gebisse im Alter von 12 Jahren. Die Krankenkassen übernehmen 100% der Behandlung. Den Eltern entstehen dafür also keine Kosten.
  3. Parodontose Behandlung = PA   Etwa 30% unserer erwachsenen Patienten leider unter dem Schwund von Kieferknochen. Die Erkrankung ist auf den ersten Blick nicht sichtbar, führt aber im Endeffekt zu lockeren Zähnen. Und zwar dann, wenn mehr als die Hälfte des Knochens verschwunden ist. Unsere Aufgabe ist es daher, zum einen die davon betroffenen Patienten zu erkennen und zum zweiten eine ursachengerechte Behandlung einzuleiten. Diese besteht darin, alle harten und weichen Auflagerungen auf den Zähnen auch unterhalb des Zahnfleischs mit Hilfe von Ultraschall, Handinstrumente und Pulverstrahler zu beseitigen. Die Behandlung findet immer mit Anästhesie (Spritze) statt. Zur Zeit übernehmen die Krankenkassen noch 100% der Kosten, so dass unseren Patienten bei der PA Behandlung keine Kosten entstehen.

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