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Unklare Schmerzen, Unklare Herkunft  

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Cleo
 Cleo
(@cleo)
Active Member
Beigetreten: 7 Monaten zuvor
Beiträge: 6
13/11/2019 5:34 pm  

Hallo Herr Wagner!

Mit großem Interesse habe ich Ihre Beiträge gelesen und bin sehr froh das ich dieses Forum gefunden habe.

Vor gut 3 Monaten tat mir plötzlich der Bereich um den 4er oben links weh. Ich tippte zuerst auf eine Entzündung des Zahnfleisches und habe intensiver gespült, da nach gut 4 Tagen der Schmerz nicht wegging, habe ich einen Termin beim Zahnarzt vereinbart. Ich schilderte mein Problem und das ich nicht genau sagen kann welcher Zahn es ist. Sie klopfte ab, fuhr mir in die Zahnzwischenräume und meinte schließlich es sei der 4te oben links. Dieser wurde dann wurzelbehandelt und nach 7 Tagen fertig gemacht. Dann war so gut wie Ruhe. Leider brach der Zahn dann nach 10 Tagen, er wurde repariert. Nach 8 Tagen fing der Zahn wieder zu schmerzen an, wieder zum Zahnarzt, Zahn kam raus. Nach weiteren 4 Tagen hatte ich nach wie vor Schmerzen und ging aufgrund von Unsicherheit bezüglich einer Wundheilungsstörung zum Zahnarzt, ich meinte wiederholt, das ich nickt recht sagen kann, woher der Schmerz kommt, sie putzte mir die Wunde, gab mir ein Medikament rein. Am nächsten Tag hatte ich starke Schmerzen, am übernächsten Tag auch und seitdem befinde ich mich gefühlt auf einer Achterbahn. Mal gellt der nicht vorhandene Zahn, mal beide daneben, mal einer in der Gegend, mal welche im Unterkiefer, mal zieht es, mal gellt es, mal brennt es, mal ist es über Tags besser und kommt erst am Abend, mal fängt es in der Früh an und wird zum Abend hin besser, es fühlt sich ab und zu auch noch geschwollen an, mal sticht es kurz in der Wunde, oder an der Wange, in der Nacht ist es jedenfalls immer weg. Aufgefallen ist mir auch das ich auf diverse Reize reagiere wie zB Essen, kalte Luft, kalte Getränke, warme Getränke,.. und das es in Wellen kommt. Weiters habe ich einen hellen Schmerzpunkt an der Umschlagsfalte, der auch von außen spürbar ist, ziemlich mittig Nasenflügel und Mundwinkel.

Ich bin mittlerweile sehr verunsichert und auch etwas verzweifelt, weil einfach nichts zu helfen scheint. 

Ich freue mich auf eine Antwort, liebe Grüße.

Cleo


Zitat
Joachim Wagner
(@joachim-wagner)
Mitglied Admin
Beigetreten: 3 Jahren zuvor
Beiträge: 77
14/11/2019 8:37 am  

Hallo,

für mich liest sich Ihre Beschreibung wie eine Mischung aus zahnverursachtem Schmerz (der gebrochene Zahn) und nachfolgend einer Verselbstständigung im Sinne eines überempfindlichen Trigeminusastes.  Zuerst war da ein unsichtbarer Riss im 24, deshalb Schmerzen und jetzt ist es quasi ein Phantomschmerz = Zahn entfernt, tut aber trotzdem weh.

Das Wichtigste für Sie ist: Keine Zahnarztbehandlung mehr für mindestens 1 Jahr links oben. Vor allem auch keine erneute Öffnung der Wunde.

Da ich keine Ahnung von der Stärke des Brennens "Gellens" habe und die Schmerzepisode noch relativ jung ist, rate ich momentan nicht zur medikamentösen Behandlung.

VG J. Wagner

 


AntwortZitat
Cleo
 Cleo
(@cleo)
Active Member
Beigetreten: 7 Monaten zuvor
Beiträge: 6
14/12/2019 10:21 am  

@joachim-wagner

Hallo Herr Wagner,

Vielen Dank für Ihre Einschätzung, das hat mir, mental zumindest, geholfen.

Vll dürfte ich Sie nochmal um Ihre Einschätzung bitten. Die Schmerzen links haben sich nach ca 6 Wochen, nach dem ziehen, zurückgezogen, vereinzelt verspüre ich noch Stiche oder ein Ziehen in verschiedene Zähne dieser Seite oder ein brennen. Aber präsent ist im Moment eher die rechte Seite:

Rechts oben, der vorletzte Zahn wurde vor genau einem Jahr wurelbehandelt, aus dieser Behandlung ist mir eine Schmerzstelle an der Wurzel (?) außen geblieben, sie war da, hat sich selten gemeldet, nur bei Berührung und dann etwas verzögert, ich hab es so akzeptiert, bis sie sich vor nun gut 5 Wochen immer wieder gemeldet hat. Mein damaliger Zahnarzt hat mir den Zahn gereinigt, Vermutung Zahntasche, auf die Schmerzstelle ging er nicht ein. Da es nicht besser wurde ging ich zu einem anderen Arzt, der schlug mir eine Revision vor, diese wurde vor zwei Wochen durchgeführt. Während der Behandlung zu Ende hin verspürte ich schon leichte Schmerzen im Zahn und plötzlich auch im Zahn darunter liegend. Dies habe ich auch erwähnt, wurde aber nicht weiter thematisiert. Da der Schmerz sich nach zwei Wochen kaum verändert hat und ich auch Schmerz in anderen Zähnen spüre, stichartig, war ich gestern wiederholt beim Zahnarzt, Röntgen scheint allerdings unauffällig, seine Empfehlung wurzelbehandelten Zahn ziehen, da der Schmerzverlauf untypisch ist und man nur beim naheliegendsten beginnen kann. Und zum stechenden zahn sehe er keinen Handlungsbedarf, dieser hätte nur eine sehr alte Füllung und der Zahn verfärbt sich. Des Weiteren hat noch den Weisheitszahn unten rechts thematisiert, der hätte Karies und solle auch raus, der tut allerdings nicht weh.

Nun bin ich überfordert. Einen Zahn der so untypisch schmerzt ziehen lassen?

Kurz den Schmerz erklärt, oben ist es eher ein ziehendes, brennendes Gefühl, nicht exakt lokalisierbar, vermute aber den frisch behandelten Zahn. Unten vermehrt ein stechen. Meistens steigert es sich von Früh weg, das kommt aber drauf an wie der Abend davor verlaufen ist, war dieser schlimm, ist es in der Früh noch stärker, war der ruhig, steigert es sich erst ab in der Früh. Nachts ist Ruhe. Schmerzmittel wie Ibumetin 400, Seractil 400 oder Pakamed  500 greifen nicht. Es kann auch vorkommen das sich ein krampfartiges ziehen in der Wange zum Ohr hin bemerkbar macht und was vermehrt aufgetreten ist, ist ein Stechen im Ohr.

Kein Aufbissschmerz, aufs klopfen hat er wohl leicht reagiert, aber kann das noch von der frischen Behandlung her rühren?!

Schmerzstufen variieren von ca 2-6.

Zu erwähnen sei noch, meist verspüre ich immer den stärksten Schmerz, in dem Moment scheinen alle anderen Schmerzbereiche Ruhe zu geben. Das kann sich aber binnen Sekunden ändern.

Da ich insgesamt nun schon über 4 Monate nicht schmerzfrei bin, bin ich völlig verunsichert betreffend jeden weiteren Eingriffs, daher wäre ich froh über Ihre Einschätzung, ob es wirklich der frisch behandelte Zahn sein kann, dieser ist im Moment noch provisorisch gefüllt.

Danke und Liebe Grüße

Cleo


AntwortZitat
Joachim Wagner
(@joachim-wagner)
Mitglied Admin
Beigetreten: 3 Jahren zuvor
Beiträge: 77
09/01/2020 2:10 pm  

Sie schrieben:

Rechts oben, der vorletzte Zahn wurde vor genau einem Jahr wurelbehandelt, aus dieser Behandlung ist mir eine Schmerzstelle an der Wurzel (?) außen geblieben, sie war da, hat sich selten gemeldet, nur bei Berührung und dann etwas verzögert, ich hab es so akzeptiert, bis sie sich vor nun gut 5 Wochen immer wieder gemeldet hat. Mein damaliger Zahnarzt hat mir den Zahn gereinigt, Vermutung Zahntasche, auf die Schmerzstelle ging er nicht ein. Da es nicht besser wurde ging ich zu einem anderen Arzt, der schlug mir eine Revision vor, diese wurde vor zwei Wochen durchgeführt. Während der Behandlung zu Ende hin verspürte ich schon leichte Schmerzen im Zahn und plötzlich auch im Zahn darunter liegend. Dies habe ich auch erwähnt, wur

 

Die Revision macht für mich keinen Sinn. Was meiner Meinung nach daher rührt, dass der Zahnarzt nicht richtig zugehört hat. Sie beschreiben einen Schmerz am Zahnhals eines toten Zahns. Da müssen doch die Alarmglocken klingeln. Wie bitte will der Kollege das mit dem toten Zahn zusammenbringen? Zahnmedizinisch ist das nicht erklärbar. Das funktioniert nur neurologisch. In Wirklichkeit ist die Schleimhaut am wurzelbehandelten Zahn überempfindlich, nicht der Zahn. Und deshalb geht jede Zahnarztmaßnahme auch vorhersagbar in die Hose. Und ich kann Ihnen auch schon vorhersagen, dass das Ziehen des Zahns die Schmerzen für mindestens 6 Wochen richtig schlimm macht.

Nochmal zur Wiederholung: Sie brauchen in diesem Bereich eine Zahnarztpause von 2 Jahren.

VG J. Wagner


AntwortZitat
Cleo
 Cleo
(@cleo)
Active Member
Beigetreten: 7 Monaten zuvor
Beiträge: 6
21/01/2020 9:19 pm  

Hallo Herr Wagner,

ich bin sehr dankbar Ihre Einschätzung zu lesen, ich möchte mir gar nicht ausmalen, wo ich jetzt wäre, ohne auf Ihre Seite gestoßen zu sein. Wirklich großartig, was Sie da leisten.

Eine Überempfindlichkeit der Schleimhaut, es ergibt plötzlich so viel Sinn..

Wie stehen die Chancen, das diese Empfindlichkeit vergeht? Sie besteht ja nun schon seit über einem Jahr.

Ich werde mittlerweile sei ca 4 Wochen mit Duloxetin 30mg behandelt, vertrage sie recht gut, einen etwas unruhigen Schlaf habe ich, seit ich sie nehme, aber der hat sich auch schon leicht verbessert. Schmerzpausen sind mittlerweile vorhanden und in Schmerzphasen ist die Intensität auch etwas gesunken bis maximal Stufe 5 (nicht mehr kontinuierlich und seltener) war dann ca bei Stufe 7. der Schmerz geht im Moment auch hauptsächlich von der überempfindlichen Stelle aus. Nun nach 4 Wochen frag ich mich, ob das schon alles ist, was das Medikament kann, ob sich die Wirkung noch verstärkt oder ob man doch umstellen sollte? Meine Hausärztin konnte mir das leider nicht wirklich beantworten, doch war sie die erste, die es neurologischen gesehen hat.

Danke und Liebe Grüße, Cleo


AntwortZitat
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